Frage von Elfipupsi, 76

Inkassoschreiben = Schufaeintrag?

Hallo ihr Lieben,

Ich habe letzten im Internet etwas per Rechnung bestellt und bin in Zahlungsverzug geraten. Jetzt habe ich heute einen Brief vom Inkassounternehmen Tesch Mediafinanz bekommen mit einer offenen Forderung. Den Rechnungsbetrag hatte ich allerdings schon beglichen. Nach einem Anruf beim Inkassounternehmen bestätigten sie mir das auch und dass sich die Summe daher um den Betrag reduziert. Soweit so gut. Jetzt ist meine Frage: bekomme ich jetzt einen negative Eintrag in die Schufa? Die Dame am Telefon durfte mir diesbezüglich keine Auskunft erteilen. Auf dem Schreiben steht jedoch: 'Sorgen Sie für eine fristgerechte Zahlung um (...) und Auswirkungen auf Ihre Kreditwürdigkeit zu vermeiden'

Pauschal würde ich jetzt davon ausgehen, dass es keinen zur Folge hat, wenn ich die noch offene Forderung termingerecht begleiche, ich kenne mich da allerdings auch nicht so aus.

Liebe Grüsse!

Antwort
von Xipolis, 38

§ 28a I 1 Nr. 4 BDSG

Die Übermittlung personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien ist nur zulässig, soweit die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht worden ist, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten erforderlich ist und

a) der Betroffene nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden ist,


b) zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung mindestens vier Wochen liegen,

c) die verantwortliche Stelle den Betroffenen rechtzeitig vor der Übermittlung der Angaben, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet hat und

d) der Betroffene die Forderung nicht bestritten hat.

a) bis d) sind kumulativ. Und der Satz in Deiner Mahnung ist KEIN ausreichender Hinweis nach c).

In Deinem Fall spielt es also bezüglich des Eintrags keine Rolle ob Du die Rest-Forderung fristgerecht oder überhaupt begleichst.

Antwort
von franneck1989, 48

Widerspreche der Forderung schriftlich, dann ist ein Eintrag nicht mehr möglich. Die Gebühren sind nicht durchsetzbar da du bereits bezahlt hast.

Des weiteren solltest du nicht mit Inkassos telefonieren. Nachweisbar ist hinterher nichts und es wird meistens Unsinn erzählt.

Antwort
von kevin1905, 38

Jetzt ist meine Frage: bekomme ich jetzt einen negative Eintrag in die Schufa?

Nur, wenn du damit einverstanden wärst, ansonsten bedürfen Schufa-Einträge immer der gerichtlichen Feststellung der Schuld.

Widerspreche dem Inkassobüro schriftlich und beweisbar und untersage dabei einfach die Datenweitergabe an die Schufa.

Kommentar von Xipolis ,

Neben den beiden von Dir genannten Gründen gibt es noch drei weitere:

  • Insolvenz
  • Zahlungsrückstände die zur fristlosen Kündigung berechtigen
  • unwidersprochene überfällige Forderung
Kommentar von kevin1905 ,

Dass besagtes Einverständnis auch durch Unätigkeit gegeben werden kann, hätte ich wohl dazu schreiben sollen.

Kommentar von Realisti ,

Ein Schufa-Eintrag benötigt nicht der gerichtlichen Feststellung der Schuld. Es reicht eine unbezahlte mehrfach angemahnt und nicht widersprochene Forderung. Allerdings darf sie nicht verjährt sein.

Die Untersagung einer Datenweitergabe ist witzlos. Die Untersagung ist nur möglich bei falschen Angaben. Das würde auch dem Sinn der Schufa widersprechen. Es ist eine Schutzvereinigung der Gläubiger. Klar wollen Schuldner nicht da rein. Das juckt die Gläubiger aber nicht.

Unbezahlte Rechnungen oder eidesstattliche Versicherungen, Haftbefehle, Insolvenzen oder eidesstattliche Versicherungen bringen sie trotzdem rein, ob sie wollen oder nicht.

Es geht sogar noch weiter. Schließlich gibt es den Score. Wie der ermittelt wird ist ein Geheimnis des Unternehmens. Da reicht es schon, dass deine Nachbarn ihre Rechnungen nicht zahlen und schon geht dein Score runter. Warum sonst bekommt man in manchen Wohngegenden keinen Handyvertrag?

Somit bestelle ich einmal im Jahr die kostenlose Selbstauskunft der Schufa. 1. will ich wissen, was drin steht und 2. will ich falsche Angaben sofort raus haben. Diese Angaben haben sogar eine Auswirkung auf meine Kredite bei der Bank.

Eine Insolvenz benötigt derzeit ca. 6-7 Jahre bis zur Restschuldbefreiung. Plus die 3 Jahre Sichbarkeit, die der Gesetzgeber zuläßt. So kommt man auf 9-10 Jahre sichtbare  Einträge bei Insolvenzen. Haftbefehle oder eidesstattliche Versicherungen sind 3 Jahre sichtbar. Ob die Schuldner wollen oder nicht. Das gildet auch für erledigte/bezahlte Vorgänge. Es sei denn, die Daten sind nachweisbar falsch. Das kommt sofort raus.


Kommentar von Realisti ,

es sollte in dem Absatz nicht 2x eidesstattliche Versicherungen heißen, einmal muss es verweigerte eidesstattliche Versicherungen lauten.

Kommentar von franneck1989 ,

Ein Schufa-Eintrag benötigt nicht der gerichtlichen Feststellung der
Schuld. Es reicht eine unbezahlte mehrfach angemahnt und nicht
widersprochene Forderung.

Wurde auch nie so behauptet.

Die Untersagung ist nur möglich bei falschen Angaben.

Bitte lies doch §28a BDSG: Sobald die Forderung strittig gestellt ist, ist eine Weitergabe an die SCHUFA unrechtmäßig.

Kommentar von kevin1905 ,

Und stellt eine Kreditgefährdung nach § 824 BGB dar, gegen die man zivilrechtlich Schadenersatz geltend machen kann.

Kommentar von Realisti ,

Du wiederholst nur, was ich im Satz zuvor auch gesagt habe. Nur nannte ich es "nicht widersprochene Forderung" und du nennst es "strittige Froderung". Ich vermute mal damit meinen wir zwei das Gleiche. Ich widerspreche auch nicht, wenn man das mit dem §28a BDSG begründet. Das ist einfach so.


Antwort
von EXInkassoMA, 32

Du solltest gegenueber dem inkassobuero die Restforderung schriftlich (!) zurueckweisen damit es zu keinen Eintragungen kommt. 

Gib mal infos zu den gebuehren. hier wird gerne getrickst

Antwort
von Elizabeth2, 34

Ich auch nicht wirklich. Aber so wie du das schreibst, ist alles gut. ABER: drucke dir die E-Mails aus, schreibe auf wann du mit wem gesprochen hast. Das ist alles wichtig, falls du doch mitbekommen solltest, das da was mit der Schufa gelaufen ist.

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