Frage von Labas22, 93

Inkassogebühren nach Annahme verweigern?

Hallo,

habe vor ungefähr einem halben Jahr, Post vom Inkasso Unternehmen bekommen. Um weitere Schritte zu vermeiden, habe ich die Hauptforderung und die Gebühren angenommen und eine Ratenzahlung vereinbart. Da es wohl ein paar Monate nicht abgebucht wurde, kam nun eine Zahlungserinnerung.

Hauptforderung: 103 € zzgl. Gebühren: etwa 350 €

Restbetrag zum überweisen: 150 €

Da ich aber denke, dass das viel zu viel Gebühren sind, würde ich gerne den noch ausstehenden Betrag behalten und nicht überweisen. Kann ich irgendwie die angenommene Summe nochmal widerrufen bzw. ein Schreiben aufsetzen, welches besagt, dass die Gebühren viel zu hoch sind und ich den Rest nicht mehr bezahlen werde? Funktioniert so etwas?

Im voraus herzlichen Dank :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 49

Das Wichtigste wurde hier schon nachgefragt: Hast du damals irgendwas unterschrieben?

350€ Gebühren sind nämlich in der Tat reiner Unfug. Zumindest solange es noch nicht vor Gericht war, es also weder Gerichtsurteil noch ein gerichtliches (!) Mahnverfahren gab.

Wenn ich richtig gerechnet habe, sollst du also 453€ bezahlen, hast bisher erfolgreich 300€ bezahlt? Wenn ja, dann würde ich dem Inkasso folgendes schreiben:

"Wertes Inkasso. Ich habe mich zwischenzeitlich informiert. Ihre Gebühren von 350€ sind grundsätzlich weder erlaubt, noch in irgendeiner Weise durchsetzbar. Sie werden aufgefordert, umgehend die Forderungsaufstellung zu korrigieren, jeglichen Unfug zu streichen und ausschließlich nachvollziehbare Gebühren nach RVG zu erheben. Sie werden mir dann das Zuviel bezahlte umgehend zurückzahlen. Sie haben 14 Tage Zeit. Hiernach behalte ich mir vor, 1. Strafanzeige wegen gewerblichen Betrugs und Nötigung, 2. Beschwerde beim Aufsichtsgericht und 3. via eigenem Anwalt Klage auf Schadensersatz wegen ungerechtfertigter Bereicherung einzureichen. Ich diskutiere nicht, ich gewähre keine Fristverlängerung."

Das Geld wirst du vermutlich nicht einfach so zurückbekommen, nur mit einer Klage. Aber wenigstens dürfte danach wegen zusätzlicher Gebühren Ruhe sein. Wenn du das Geld zurück willst, würde ich dir alle 3 Schritte empfehlen.

Kommentar von Labas22 ,

Hallo, vielen Dank für die Nachricht!

Das Inkasso-Büro hatte mir ein Schreiben zugeschickt, auf welchem ich die Sache anerkennen musste. Die Gebühren waren als Gesamtposten ausgewiesen und nicht detailliert aufgeführt. 

Als Ankreuz-Möglichkeit gab es auch die "Ratenzahlungsvereinbarung", wonach ich 50 € pro Monat vereinbart habe. Danach kam ein Schreiben mit dem Ratenplan. Als zusätzliche Gebühr werden hier Zinsen zwischen 0,12 €  - 1,25€ ausgewiesen. Zusammenaddiert ergibt das eine Gesamtforderung von 478,49 €. 

Ich muss nicht unbedingt das bereits überwiesene Geld zurückbekommen, ich möchte nur nicht das noch ausstehende überweisen.  

Kommentar von mepeisen ,

Das Inkasso-Büro hatte mir ein Schreiben zugeschickt, auf welchem ich die Sache anerkennen musste.

Da hat es dich grundsätzlich verarscht. Du musst gar nichts Frage: Welches Inkassobüro war das? Hast du das denn wirklich unterschrieben? Ist die Unterschrift unter Drohungen zustande gekommen? Wenn ja, was genau hat das Inkasso angedroht? Und die wichtigste Frage: Die eigentlichen 105€ waren die gerechtfertigt?

Hast du eine detailliertere Forderungsaufstellung, aus welcher hervorgeht, wie sich die über 300€ Gebühren zusammensetzen sollen?

Ich kann dir nur empfehlen, obiges Schreiben zu verschicken, um das Inkasso deutlich zu warnen, dass man nunmehr weiß, dass die Unfug treiben.

Antwort
von kevin1905, 47

Um weitere Schritte zu vermeiden, habe ich die Hauptforderung und die Gebühren angenommen und eine Ratenzahlung vereinbart.

Wenn die Hauptforderung berechtigt war, warum hast du nicht an den Gläubiger gezahlt und das in einem Rutsch?

Und wenn sie unberechtigt war, wieso hast du sie überhaupt gezahlt?

Anyway, hast du einen schriftlichen Ratenvertrag unterschrieben ggf. mit Schuldeingeständnis?

Antwort
von Geheim0815, 35

"und eine Ratenzahlung vereinbart. " sicherlich hast du dir diese Vereinbarung auch durchgelesen und die darin eingehenden Verpflichtungen zur Kenntniss genommen und sie mit deiner Unterschrift akzeptiert?

Und die paar Monate Briefe deiner Bank bei jeder fehlgeschlagenen Lastschrift zzgl. vermerkung in deinem Kontoauszug hast du übersehen? Oder dann doch eher ignoriert.

Du wirst zahlen müssen... und künftig hoffentlich etwas gewissenhafter mit verträgen die du unterschreibst, und wenn du es tust deren einhaltung umgehen.

Kommentar von mepeisen ,

Dass 250€ Gebühren Unfug sind, sollte auch dir als Inkasso-Befürworter eigentlich bekannt sein. Selbst wenn man annimmt, dass es eine Rateneinigungsgebühr nebst 1,3 Gebühr gegeben haben sollte, sind das noch 100€ zu viel.

Kommentar von Geheim0815 ,

Das mag sein, aber Ratenvereinbarung heißt für mich immer man hat was unterschrieben und wer nicht durchliest was er unterschreibt kriegt so manche kosten aufgebrummt :). Das verhalten sehe ich aber immer wieder bei leuten die Sachen schleifen lassen und mit einer Ratenvereinbarung einfach nur zeit schinden wollen... man unterschreibt etwas (ohne es zu lesen) und ignoriert dann wieder alles das danach kommt (wie Rücklastschriften etc). Wenn man sich dann doch irgendwann wider damit beschäftigt beschwert man sich über das was man unterschrieben hat. Da hält sich mein Mitleid stark in grenzen.

Kommentar von mepeisen ,

Das mag sein, aber Ratenvereinbarung heißt für mich immer man hat was unterschrieben und wer nicht durchliest was er unterschreibt kriegt so manche kosten aufgebrummt :).

Eine unter Drohungen (Pfändung etc.) erzwungene Anerkenntnis von nicht durchsetzbarem Unfug ist nicht nur zivilrechtlich im Nachhinein anfechtbar, sie kann auch eine Straftat darstellen (Nötigung).


Da hält sich mein Mitleid stark in grenzen.

Meiner zwar auch, aber Inkassos, die solchen Blödsinn treiben, gehören nur eines: Verboten und die verantwortlichen in den Knast. Denn die wissen exakt, dass sie Straftaten begehen und regelrecht Geld erpressen. Da ist für mich persönlich die Schwelle zur organisierten Kriminalität erreicht. Wie gesagt: Ich meine damit diejenigen Inkassos, die mit windigen Konstrukten nicht ihre nach RVG vielleicht begründbaren Gebühren anerkennen lassen, sondern diejenigen, die ein Vielfaches davon wollen.

Und Inkassos würden, wenn sie sich auf das beschränken würden, was ihr eigentlicher Geschäftszweck ist, durchaus von mir anerkannt. Beispielsweise bei Forderungen von kleinen Handwerkern.

Allerdings machen die großen Masseninkassos das nicht und ich bin es leid, ständig mit dir darüber zu diskutieren.


Kommentar von Geheim0815 ,

übrigends befürworte ich inkassobüros nicht, sie sind ein notwendiges Übel. Befürworten würde ich eine gesetzliche Regelung wie z.B. in der Schweiz (oder im B2B Bereich in Deutschland seit einiger Zeit) die dem Gläubiger erlaubt im internen Mahnverfahren realistische Werte die auch die Arbeitszeit decken anzunehmen (oder eben wenn es günstiger kommt auch diese Arbeit extern an Inkassobüros zu vergeben).

Befürworten würde ich Schuldner die sich um ihre Probleme kümmern anstelle sie auszusitzen und nichts zu tun... und welche die für die Kosten die durch ihr Fehlverhalten entstehen gerade stehen. Ich würde die mal gerne sehen wenn ihr Chef einfach das Gehalt erst wochen später zahlt auf zigfache Aufforderung und dann womöglich in Raten :-).

Antwort
von ichbinschris, 35

Woraus bestehen denn die Gebühren im einzelnen?

Generell kann man sagen, dass man mit der ausgeführten Überweisung den vereinbarten Betrag zustimmt. Allerdings sind die Gebühren rechtlich geregelt. Hier empfehle ich dir das 123 Recht Forum: http://www.123recht.net/forum_forum.asp?forum_id=40 

Kommentar von franneck1989 ,

Generell kann man sagen, dass man mit der ausgeführten Überweisung den vereinbarten Betrag zustimmt.

Das ist falsch. Ein Schuldanerkenntnis kann nur schriftlich abgegeben werden

Kommentar von ichbinschris ,

Du hast natürlich Recht. Leider kann ich meine Antwort nicht mehr editieren oder löschen.

Antwort
von franneck1989, 23

Lass uns doch bitte wissen, wie die Ratenvereinbarung aussah und ob du eventuell was unterschrieben hast.


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