Frage von Flixilotte, 151

Inkassogebühren bezahlen, obwohl Forderung vorher ausgeglichen wurde?

Hallo, folgender Sachverhalt.

Mein Mutter hat vor einiger Zeit etwas bestellt. Sie hat schlicht und ergreifend vergessen die Rechnung zu bezahlen. Sollte man nicht tun, ist aber passiert. Nach ein paar Wochen hat sie die Rechnung wieder gefunden und ich habe diese für sie unverzüglich per Online-Banking bezahlt. Folgende Frage:

Die Zahlung fand am 06.01.2016 statt. Eine weitere Rechnung der Firma - die allerdings nicht fällig war - wurde am 14.01.2016 bezahlt. Am 15.01.2016 bekam sie ein Schreiben - datiert auf den 08.01.2016 von einem Inkassobüro (EOS). Dort wurde die Rechnung, die am 06.01.2016 bezahlt wurde angemahnt. Wir haben darauf sofort reagiert und mitgeteilt, dass die Rechnung bereits bezahlt wäre. Das Inkassobüro behauptet - obwohl wir den Nachweis der Zahlung am 06.01.2016 erbracht haben, dass die Zahlung bei der Firma erst am 14.01.2016 eingegangen wäre. Obwohl wir mehrfach darauf hingewiesen haben, dass die Firma die Zahlungen verwechselt und dass bei SEPA online die Zahlung am nächsten Tag auf dem Konto verbucht gewesen wäre, weigert sich das Inkassounternehmen das zu akzeptieren.

Meine Mutter will die 30,00 Euro bezahlen, um endlich ihre Ruhe zu haben. Das Inkassobüro schickt ständig Schreiben mit letzter Fristsetzung und Androhung eines Mahnbescheids. Ich hingegen möchte erst einmal Meinungen von Menschen hören, die mehr Ahnung haben als wir, denn mich machen einige Dinge stutzig.

Meine Mutter versichert vorher keine Mahnung bekommen zu haben (wobei das sicherlich nicht unbedingt notwendig ist. Das Schreiben vom Inkassobüro kam am 15.01.2016, war aber datiert auf den 08.01.2016.

Was denkt Ihr?

Vielen Dank im voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 99

Kurze Frage: Wo hat sie etwas bestellt? Bei Otto oder irgendeinem zu diesem Konzern gehörenden Shop? Wenn ja, dann sind die Inkassokosten ganz grundsätzlich nicht durchsetzbar. Ich würde dann wie folgt vorgehen:

- Strafanzeige gegen die Mitarbeiter des Inkassos wegen gewerblichen Betrugs und wegen Nötigung. Hintergrund: Die täuschen absichtlich darüber hinweg, dass sie berechtigt wären, Inkassogebühren zu verlangen. tatsächlich aber handelt es sich um verbundene Unternehmen (EOS ist eine Otto-Tochterfirma) und gemäß §2 RDG liegt keine Rechtsdienstleistung in diesem Fall vor.

- Beschwerde beim Amtsgericht Hamburg (kostet außer Briefporto nichts): Ebenfalls beschweren wegen der Täuschung, dass sie für konzerninterne Forderungen Inkassogebühren erheben. Und Antrag, denen deswegen die Lizenz zu entziehen, weil sie schon früher deswegen Warnungen vom Amtsgericht erhalten haben.

Falls es nicht Otto war, ist es aber auch nicht schlimm. Solange es ein geschäftserfahrener Gläubiger ist, sind Inkassogebühren nicht durchsetzbar. Dann würde ich nur folgendes schicken: "Werte EOS. Ihre ständigen Lügen und absichtlichen Verwechslungen von irgendwelchen Zahlungen habe ich satt. Von mir bekommt ihr keinen Cent. Wendet euch wegen der Bezahlung an eure Auftraggeber. Ich untersage ausdrücklich die telefonische Kontaktaufnahme, die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich widersprechen und weitere Bettelbriefe bleiben unbeantwortet."

Und dann schweigen. Solange nichts von einem Gericht kommt, passiert rein gar nichts.

Antwort
von Maeeutik, 97

Leider sind inzwischen viele Firmen dazu übergegangen bei Zahlungsverzug nicht selbst tätig zu werden. Statt selbst zu mahnen beauftragen sie ein Inkassounternehmen und die behaupten ihre Forderung sei grundsätzl ein vom Schuldner zu zahlender Verzugsschaden. Das scheint plausibel zu klingen aber...

... Gerichte akzeptieren keine Mahngebühren über 5,00 Euro!

Nervig aber kostengünstig ist in solchen Fällen die oft drohend abgefassten Schreiben zu ignorieren und gegen einen Mahnbescheid (falls der tatsächl kommt) Widerspruch einzulegen, denn dann muss der Forderungsinhaber und nicht das Inkassounternehmen beim Amtsgericht auf Zahlung klagen und die angebl Forderung beweisen. Auf dieses Prozessrisiko wird in 99% verzichtet!

Antwort
von KBB0815, 93

deine Mutter will zahlen um Ruhe zu haben. Genau darauf spekulieren die. Wenn ihr nachweisen könnt, dass euer Konto am 6.1. mit der Zahlung belastet wurde können die euch gar nix. (Kontoauszug)

Auch die Drohung einen gerichtlichen Mahnbescheid zu erwirken spielt da keine Rolle, das kann jeder gegen jeden, ohne Überhaupt eine Schuld nachweisn zu müssn. Lasst die Incassofritzen abtreten!

Antwort
von Thyralion, 84

Mit diesen Verbrechern habe ich auch schon meine Erfahrungen machen müssen. Eine wirklich rein profitorientierte Gesellschaft.

Ich hatte eine in Verzug geratene Rechnung gezahlt inkl. aller im Vorfeld vereinbarten Gebühren. Ein dreiviertel Jahr später kam die nächste Forderung zu diesem Sachverhalt in denen nachträglich noch einmal 150,00 € Anwaltsgebühren veranschlagt wurden. Hier streite ich mich schon seit 1,5 Jahren mit denen herum.

Das ist eine ganz linke Bande, die aber leider immer am Rande der Legalität agiert.

Antwort
von berlina76, 84

Wendet euch an die Firma bei der ihr bestellt und bezahlt habt. die müssen das Inkassobüro zurückpfeifen.

Antwort
von Plattenspeeler, 73

Such bitte einmal bei Google, ich meine vor kurzem etwas neues über Inkassogebühren gelesen zu haben. Leider weiß ich nicht mehr wo, auf jeden Fall aber im Internet.

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