Frage von druidefix, 82

Inkassoforderung rechtlich?

Ich habe am 31.08.2016 einen Internetservice genutzt. Die Kosten dafür (29,95€) sollten per Lastschrift eingezogen werden. Nun bekomme ich heute (26.11.2016) einen Brief vom Inkassounternehmen, dass ich eine Forderung von 54,11€ (29,95€ + 0,26€ Zinsen + 5,90€ Rückladtschriftkosten + 15€ Geschäftsgebühr + 3,00€ Postpauschale) zu begleichen habe. Ich habe seit der Benutzung des Services nichts mehr davon gehört und auch nicht mitbekommen, dass die Lastschrift nicht abgebucht werden konnte. Ist das alles rechtens? So ganz ohne Mahnung?
Vielen Dank im Voraus

Antwort
von kevin1905, 26

und auch nicht mitbekommen, dass die Lastschrift nicht abgebucht werden konnte

Wie oft guckst du auf dein Konto? Nie! Dann würde ich das jetzt mal tun.

Ist das alles rechtens?

Evtl. lassen sich die Inkassokosten sparen, aber wenn die Geschätsgebühr (bescheuerter Name) einer 0,3 Inkassovergütung nach RVG entspricht wäre diese ggf. sogar statthaft.

5,90 € RLV sind auch noch im Rahmen.

Zinsen sind auch klar.

So ganz ohne Mahnung?

In diesem Fall ja, denn mit dem Bezahlen per Lastschrift garantierst du dem Gegenüber ausreichende Deckung. Kann die Lastschrift wegen mangelnder Deckung nicht eingelöst werden, entsteht der Verzug automatisch, es braucht dann keine Mahnung.

Kommentar von fiwaldi ,

Solide Unternehmen mahnen an

Kommentar von kevin1905 ,

Kann man machen, muss man aber nicht in diesem Fall.

Antwort
von Kirschkerze, 36

"und auch nicht mitbekommen, dass die Lastschrift nicht abgebucht werden konnte"

Du bist in der Pflicht Kontoauszüge zu checken. (und für ausreichend Deckung auf dem Konto zu sorgen)

"So ganz ohne Mahnung? " Mahnungen müssen nicht erst rausgeschickt werden wenn da Zahlungen zurückgegangen sind (da vereinbarter Abbuchungstermin). Das darf sofort an ein Inkassounternehmen weitergegeben werden. Die Gebührenaufstellung ist auch okay also musst du zahlen



Kommentar von druidefix ,

Okay, danke. Habe überwiesen.

Kommentar von mepeisen ,

da Zahlungen zurückgegangen sind (da vereinbarter Abbuchungstermin).

Der Termin hat damit nichts zu tun. Die tatsächliche Begründung für die überflüssige Mahnung ist: Es liegt eine sogenannte Selbst-Mahnung vor, insbesondere durch die Info der Bank, die an den Schuldner rausgegangen sein muss.

Das darf sofort an ein Inkassounternehmen weitergegeben werden

Das ist nach wie vor in der Fachliteratur umstritten, ob bei einer Rücklastschrift reflexartig ein Inkasso eingeschaltet werden muss. Das Inkasso schützt hier IMHO nur eine sehr dezente Gebührenforderung für ein Schreiben einfacher Art vor einem möglichen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht.

Narrenfreiheit hat ein Gläubiger auch bei Rücklastschriften nach wie vor nicht.

Antwort
von AntwortMarkus, 41

Wenn Du nachweisen kannst, das es vertraglich so vereinbart ist, dass abgebucht wird und auch die Konto Daten die Richtigen sind, das abbuchen durch entsprechende Deckung möglich war, dann schreibst Du das genau so an das Inkasso Büro.

Kommentar von martinzuhause ,

wenn die bank die lastschrift zurückgewiesen hat sind die kosten gerechtfertigt

Kommentar von AntwortMarkus ,

Ja. Wenn. Aber das wissen wir nicht.  Normalerweise kann man das auf dem Kontoauszug sehen.

Kommentar von martinzuhause ,

auf dem kontoauszug steht nicht wenn eine lastschrift wegen zu geringer deckung garnicht erst eingelöst wurde

Kommentar von kevin1905 ,

Natürlich kann man das.

Die Lastschrift würde binnen 24 Stunden dem Konto wieder gutgeschrieben und "mangels Deckung" steht dann dabei.

Auch sind die Banken verpflichtet darüber zu informieren. Es wäre ein kostenpflichtiges Schreiben rausgegangen.

Kommentar von mepeisen ,

wenn die bank die lastschrift zurückgewiesen hat sind die kosten gerechtfertigt

Ausnahmsweise stimmt das sogar mal so. Aber nur weil das Inkasso sich auf ein Schreiben einfacher Art beschränkt hat. Die 5,90€ Rücklastschrift sind trotzdem ne Spur zu hoch. Aber sich um 1 Euro streiten`?

Antwort
von martinzuhause, 43

es wurde nichts zurückgebucht. die von dir genehmigte lastschrift wurde von deiner bank nicht eingelöst. daher steht auch nichts auf dem kontoauszug.

eine mahnung muss da nicht mehr erfolgen. die beträge sind da auch noch angemessen

Kommentar von Kirschkerze ,

"es wurde nichts zurückgebucht. die von dir genehmigte lastschrift wurde von deiner bank nicht eingelöst. daher steht auch nichts auf dem kontoauszug."

Klar stehen Rücklastschriften auf dem Kontoauszug ;) Erst die reguläre Abbuchung und dann direkt wieder die Gutschrift 

Kommentar von martinzuhause ,

das ist nur bei einer abbuchung so. weist die bank die lastschrift zurück weil nicht genug drauf ist steht da nichts auf dem kontoauszug. es erfolgten ja auch keine umsätze

Kommentar von fiwaldi ,

Mal die Kontoauszüge genauer ansehen!

Eine nicht eingelöste Lastschrift ist auf jeden Fall nachzuvollziehen, wie schon oben beschrieben

  1. Abbuchung der Lastschrift --> das Konto wird überzogen und steht im Minus
  2. Bei unzureichender Deckung erfolgt (automatisch) die Rückbuchung und die gleichzeitige Gutschrift, sodass der Kontostand wieder wie vor der LS war.
  3. Etliche Banken lassen sich diesen Aufwand mit paar  €uronen vergüten. Das erscheint etweder sofort oder mit dem Monatsabschluss.
Kommentar von mepeisen ,

Und selbst wenn es bei dir nicht so wäre: Dann musst du einen separaten Brief bekommen. Die Bank muss den Kontoinhaber auf einem vertraglich vereinbarten Kanal aktiv über Rücklastschriften informieren.

Kommentar von martinzuhause ,

das wird die bank sicher auch machen. das ändert aber erst mal nichts an den kosten für die nicht erfolgte einlösung der lastschrift und deren folgen

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