Inkassobüro hat einen Anwalt eingeschaltet muss ich beides bezahlen?

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9 Antworten

Nun soll ich bis Sonntag den 25.09.2016 die Inkassoforderung plus den Rechtsanwalt bezahlen.

Das ist schlichtweg verboten und höchstrichterlich bestätigt (Urteil BGH VIII ZB 53/05). Entweder Inkasso- oder Rechtsanwaltsgebühren. In gleicher Sache muss ein Schuldner niemals zwei Rechtsdienstleister bezahlen.

Was der Rechtsanwalt hier macht ist ein versuchter Betrug. Ich würde also Strafanzeige erstatten und eine Beschwerde an die Rechtsanwaltskammer senden.

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Kommentar von Xipolis
24.09.2016, 18:32

Meiner Einschätzung ist diese Vorgehen durch den Gläubiger kein (versuchter) Betrug, den dieser kann den Rechtsbeistand nach freier Entscheidung auch wechseln. Und auch die Kostenforderung über beide Rechtsbeistände ist wohl kein Betrug, da es hier der Täuschung mangelt - denn das eine der beiden Forderungen unberechtigt ist, ist eher ein zivilgerichtliche Angelegenheit. 

Der Rechtsanwalt geht auch nicht betrügerisch vor, sondern handelt gemäß der Beauftragung. Und der Auftrag wird zunächst ein außergerichtliches Inkassoverfahren sein, mit dem Ziel sämtliche Kosten zu betreiben.

Kann man zwar der Anwaltskammer melden, die wird dazu den Rechtsanwalt um Stellungnahme bitten, aber kein Verfahren einleiten, denn ob der Kostenansprüche müsste im Zweifel ein ziviles Gericht entscheiden.

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Ausgehend von deinen übrigen Antworten würde ich dir folgendes raten:

1. Ab zur Polizei und dort folgende Strafanzeigen

1.1. Diebstahl u.ä. gegen Unbekannt. Vermutung: Entweder hat es jemand vor der Haustür geklaut oder der Paketdienstleister hat es verschwinden lassen.

1.2. Anzeige wegen Nötigung und falscher Verdächtigung gegen die Mitarbeiter der Anwaltskanzlei und des Inkassos. Begründung: Ihr habt das Paket nie erhalten. Wo es ist, ist unbekannt und aus heiterem Himmel unterstellen die euch Betrug, wollen euch mit vermutlich gelogenen Argumenten anzeigen, um euch zur Zahlung zu bewegen. Zudem zu einer sowieso verbotenen Kostendopplung aus Anwalts- und Inkassokosten. Durch die drastisch zu kurze Frist soll zudem der Druck noch derart massiv erhöht werden, dass ihr keine Chance habt, beispielsweise bei einem Anwalt die Sachlage prüfen zu lassen.

2. Beschwerde beim Inkasso-Aufsichtsgericht. Wegen der Drohung, euch anzuzeigen, obwohl ihr das Paket nie erhalten habt. Wegen der verbotenen Kostendopplung aus Inkasso- und Anwaltskosten. Dabei auf folgendes Verfahren verweisen: Anwaltsgerichtshof NRW, 1 AGH 48/10. Durch die drastisch zu kurze Frist soll zudem der Druck noch derart massiv erhöht werden, dass ihr keine Chance habt, beispielsweise bei einem Anwalt die Sachlage prüfen zu lassen.

3. Beschwerde bei der Anwaltskammer des Anwalts. Ebenfalls wegen der Drohung, man werde Anzeige erstatten, obwohl ihr das Paket nie erhalten habt. Wegen der verbotenen Kostendopplung. Auch hier auf folgendes Verfahren verweisen: Anwaltsgerichtshof NRW, 1 AGH 48/10. Durch die drastisch zu kurze Frist soll zudem der Druck noch derart massiv erhöht werden, dass ihr keine Chance habt, beispielsweise bei einem Anwalt die Sachlage prüfen zu lassen.

4. Schreiben an den Anwalt. "Werter Anwalt. Zunächst kündige ich an, sowohl beim Aufsichtsgericht des Inkassos als auch der Anwaltskammer wegen verbotener Kostendopplung Beschwerde einzureichen. Strafanzeige wurden überdies gestellt. Dann sollten sie ihrer Mandantin nahe legen, zuerst den Vertrag zu erfüllen. Ohne Ware kein Geld. Gerne können wir das vor Gericht ausdiskutieren."

Das alles kostet Nerven. Die Beschwerden beim Aufsichtsgericht und der Anwaltskammer kosten euch nur Briefporto. Mehr nicht. Das alles zusammen genommen sendet diesen Pappenheimern ein einziges Signal: "Wir wissen, was unsere Rechte sind und wir wissen, wie wir euch massive Probleme bereiten. lasst uns also in Ruhe."

Und glaube mal, das kommt an. Ihr könnt sehen, wie die sich mit allerhand Ausreden wieder aus dieser Nummer rauswinden. Euch sollten sie danach aber in Ruhe lassen.

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Kommentar von specialborder
25.09.2016, 17:32

Oha...  Dann zittern die und nicht ich. 

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Kommentar von Xipolis
26.09.2016, 06:27

(...) oder der Paketdienstleister hat es verschwinden lassen.

Das wäre Unterschlagung (§ 246 StGB).

Wegen der verbotenen Kostendopplung aus Inkasso- und Anwaltskosten.

Theoretisch sollte sich das Inkassounternehmen da rauswinden: Zu dem Zeitpunkt war noch kein anderer Rechtsbeistand an dem Fall dran und nachdem das Verfahren fruchtlos war, haben Sie den Fall an den Auftraggeber zurückgeben, da bei einem Mahnverfahren mit einem Widerspruch zu rechnen wäre.

Durch die drastisch zu kurze Frist soll zudem der Druck noch derart massiv erhöht werden, dass ihr keine Chance habt, beispielsweise bei einem Anwalt die Sachlage prüfen zu lassen.

Meines Erachtens besteht bei einem eingetretenen Zahlungsverzug (Überfälligkeit), keine Verpflichtung dem Schuldner eine Frist einzuräumen - der Schuldner hat dann, wenn die Forderung berechtigt ist, unverzüglich zu zahlen. Unverzüglich bedeutet, sobald es ihm zeitlich möglich ist, muss er seiner Bank den Überweisungsauftrag erteilen.

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Wenn Dir und auch keinem anderen Angehörigen in Deiner Wohnung die Ware nicht zugestellt wurde und Du dies dem Gläubiger bzw. dem Inkassobüro zuvor bereits nachweislich mitgeteilt hast und damit der Geldforderung widersprochen hast, bist Du erstmal auf der sicheren Seite und musst im Grunde gar nichts mehr machen.

Was sagt denn die Sendungsverfolgung?

Natürlich kannst Du dem Anwalt dies auch nochmals mitteilen, aber letztlich bringt das ständige Wiederholen Dich auch nicht weiter...

In Deinem Fall ist das Inkassoverfahren gescheitert und doppelte Rechtsbeistandskosten sind eine Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht.

Falls Dir ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird, musst Du unbedingt fristgerecht und nachweislich beim zuständigen Mahngericht Widerspruch einlegen (Formular liegt bei oder auch online möglich), ansonsten erwirbt der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid gegen Dich.

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Kommentar von specialborder
24.09.2016, 06:16

Danke für die Antwort, 

Die Ware soll angeblich vor unserer Tür abgelegt worden sein. Aber ich habe keine Ablagegenehmigung erteilt.  Das Inkassobüro hat auf meinen Wiederspruch mit dem Anwaltsschreiben reagiert und mit der Drohung mich wegen Eingehungsbetrug anzuzeigen. 

Ich hab echt Angst das sie das tun. :(

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Kommentar von franneck1989
24.09.2016, 07:50

Davor brauchst du keine Angst zu haben. Ich würde dir sogar empfehlen selbst Strafanzeige gegen Anwalt und Gläubiger zu erstatten, da du trotz deines Widerspruchs weiterhin bedroht wirst. Lass dich ja nicht einschüchtern.

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Kleines Update, 

Die Anwaltskanzlei hat von mir ein einschreiben mit Rckschein bekommen mit dem Verbot mich anzurufen oder persönlich zu besuchen ;) gilt auch für das Inkasso.  und wer rief heute an???? 

Richtig die Anwaltskanzlei ich hätte die Rechnung noch nicht angewiesen wann sie mit dem Geld rechnen können. 

Dadrauf ich sie haben von mir alles per einschreiben bekommen ich wünsche nicht weiter belästigt zu werden,  wünschte einen guten Tag und legte auf.  Ich hoffe das war nun deutlich genug.  Heute ist ebenfalls ein Schreiben an das Amtsgericht des Inkassos und an die Anwaltskammer gegangen. 

Irgendwann ist auch mal gut. 

Lieben Dank fürs Helfen und aufbauen

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Setz den ra schriftlich darüber in kenntnis das du keine ware erhalten hast und verweise auf den rechtsweg. Wie gesagt müsste das versandhaus nachweisen das die ware angekommen ist (Deine Unterschrift beim paketzusteller) 

Lass dir keinen Bären aufbinden 

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Kommentar von specialborder
23.09.2016, 23:55

Ist meine Angst also unbegründet?  Also Brief schreiben und gut ist? 

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Wenn die Forderung völlig unberechtigt ist, brauchst Du nichts machen und kannst gelassen das Gerichtsverfahren abwarten.

Wenn da aber was dran ist, wird es ständig teurer, wenn Du Dich drückst

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Kommentar von specialborder
23.09.2016, 22:39

Ich hab zwar etwas bestellt aber keine Ware erhalten.  Das habe ich dem Unternehmen auch mitgeteilt. 

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Kommentar von mepeisen
25.09.2016, 09:01

Wenn da aber was dran ist, wird es ständig teurer

Nö.

Alleine schon die verbotene Kostendopplung aus Anwalts- und Inkassokosten fällt grundsätzlich weg. Mit so einem Unfug trauen die sich auch normalerweise nicht vor Gericht.

Da wird nichts "ständig teurer".

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Heute kam ein Mahnbescheid, 

Ich werde dem Vollumfänglich wiedersprechen und per einschreiben an das Mahngericht zurück senden. 

Werden die Klagen?  Was meint ihr?

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sind denn die inkassoforderungen berechtigt?

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Kommentar von specialborder
23.09.2016, 22:37

Nein denn ich habe keine Ware erhalten und das dem Unternehmen mitgeteilt. 

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Kommentar von kevin1905
24.09.2016, 01:39

Inkassokosten sind meistens nicht berechtigt und dürfen grundsätzlich nicht zusätzlich zu Rechtsanwaltskosten in Rechnung gestellt werden.

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Auf zur nächsten Runde...  Antwort auf meinen Wiederspruch

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