Frage von Impered2, 80

Inkassobüre möchte zu viel Geld?

Guten Tag,

ich habe ein kleines Problem mit einem Inkassobüro und nun wollte ich fragen ob mir jemand erläutern könnte, wie die Rechtslage ist und was ich tun kann. Vorab, ich bin 18 Jahre alt und bin in der Ausbildung weswegen ich auch leider nicht immer das nötige Kleingeld habe. Letzten Monat war ich 3 Wochen in Italien, dort konnte ich leider nicht in meinem Konto einsehen. Ich bin zurück geflogen und habe einen Tag später an einer Tankstelle per Lastschrift für 7,20 Euro eingekauft. Nun war mein Konto leider nicht genügend gedeckt, die Tankstelle zog dieses Geld ab, jedoch wurde von meiner Bank das Geld am nächsten Tag zurück gebucht, wovon ich leider nichts mit bekam. Im selben Monat versuchte die Tankstelle laut deren Angaben weitere 2 mal das Geld von meinem Konto ab zu ziehen, jedoch war dieses leider nicht gedeckt da ich dachte, dass alles i.o sei, da ich von der Rückbuchung meiner Bank nichts wusste. Nun bekam ich gestern einen Brief von einem Inkassounternehmen, welche wegen den 7,20 Euro nun sehr viel Geld von mir möchten. Ich wollte euch nun mal fragen was ich tun kann? Ich habe mich schon informiert und dort gelesen, dass ich einfach die Hauptforderung und die Bankrücklastschriftkosten an die Tankstelle zahlen soll und dem Inkassobüro schreiben soll, dass ich dieses Geld schon gezahlt habe und das somit alles erledigt sei. Nun weiß ich nicht ob dies rechtens ist und ich habe ein wenig Angst, dass dadurch noch mehr Kosten auf mich zu kommen können. Wie seht Ihr diesen Fall und was könnt ihr mir raten? Ich persönlich finde es nämlich schon unverschämt wegen 7,20 dann 111,40 Euro zu verlangen. Zudem wurden vorher keine Mahnungen oder sonstiges an mich gesendet. Dies ist die erste Nachricht die ich deswegen erhalten habe.

Hier mal die Auflistung der Kosten:

  1. Hauptforderung (ursprünglicher Kaufbetrag) 7,20

  2. Bankrücklastschriftskosten 15,30

  3. Adressermittlungskosten 25,00

  4. Verzugsschaden der Ingenico Payment Service GmbH 9,90

  5. Geschäftsgebühren (§§ 280,241,286 BGB Nr. 2300 VV Rvg) 45,00

  6. Auslagen (§§ 280,241,286 BGB, Nr. 7002 VV Rvg) 9,00

Offener Forderungsbetrag 111,40 Euro

Ich weiß nämlich nicht genau was ich jetzt tun möchte. Würde mich sehr über eine Erklärung freuen wie ich jetzt was tun soll.

Antwort
von chinchillarock, 29

Wenn du ganz sicher gehen willst, dann schau doch mal ob du bei Google die Telefonnummer von einem Schuldenberater in deiner Nähe findest. Die kennen sich am Besten damit aus was rechtlich zulässig ist und vergeben auch oft kostenlose Beratungsgespräche, wenn man schildert in welcher beruflichen / finanziellen Lage man ist.

Ich persönlich finde den "neuen Forderungsbetrag" auch sehr enorm.

Viel Glück und Erfolg in der Sache !

Antwort
von kevin1905, 20
  1. Zahlen
  2. Zahlen bis maximal 6,- € oder Nachweis zeigen lassen, dass tatsächlich 15,30 € angefallen sind.
  3. 15,- € zahlen
  4. So nicht statthaft, Verzugsschaden muss genau beziffert und benannt werden.
  5. Maximal 0,3 Gebühr
  6. Auslagen maximal 4,50 €.

Die Frage zweimal zu stellen, ändert nichts am Sachverhalt.

Kommentar von Impered2 ,

Danke an wem soll ich das denn alles zahlen? An das Inkassounternehmen oder an die Tankstelle?

Kommentar von kevin1905 ,

An die Tankstelle.

Das Inkassobüro hat maximal Anspruch auf die Punkte 5 und 6.

Kommentar von BobbyBackblech ,

2. kostet im Schnitt um die 3 EUR - Hier Nachweis zeigen lassen.

Warum sollte er 3. zahlen, wenn er nicht einmal umgezogen ist? 3 ist nur begründet, wenn er unbekannt verzogen gewesen wäre.

Und selbst dann sind 15 EUR zu hoch. Die tatsächlichen Kosten belaufen sich zwischen 7 und 10 EUR - Davon mal ganz abgesehen.

4. muss nicht genau beziffert werden, 4. ist generell ungültig.

Dem Inkasso würde ich keinen Penny zahlen. 

Nur 1. zzgl. der Zinsen an den eigentlichen Gläubiger und ggf. 2 sofern Nachweis erfolgt.

Kommentar von franneck1989 ,

Warum sollte er 3. zahlen, wenn er nicht einmal umgezogen ist? 3 ist nur begründet, wenn er unbekannt verzogen gewesen wäre.

Weil bei einer Lastschriftzahlung die Adresse für den Gläubiger zunächst mal unbekannt ist

Kommentar von kevin1905 ,

Warum sollte er 3. zahlen

Er hat per Lastschrift bezahlt.

Wenn man an der Kasse unterschreibt steht da u.a. der Hinweis, dass der Einziehende im Falle einer Rücklastschrift unwiderruflich bevollmächtigt wird bei der Bank des Zahlers die Adresse abfragen zu dürfen.

Diese Adressabfrage lässt sich die Bank des Zahlers vergüten und das recht üppig. 25,- € halte ich aber auch hier zu hoch, bis ich einen anderen Beleg gesehen habe, teurer als die Adressauskunft beim Bürgerservice ist es aber dennoch.

Die Position ist bei rücklaufenden EC-Zahlungen dem Grunde nach also immer statthaft.

4. muss nicht genau beziffert werden, 4. ist generell ungültig.

Kommt drauf an.

Verzugsschaden wäre z.B. eine Mahnung, die hier obsolet wäre, aber wenn es eine gegegen hätte könnte hierfür eine Mahngebühr gefordert werden. Verzugsschaden wären ferner Zinsen.

Die kann man natürlich nicht einfach zusammenknäulen und pauschal mit 9,90 € beziffern, das ist in der Tat zu beantsanden.

Dem Inkasso würde ich keinen Penny zahlen. 

Wenn ein kleiner Tankstellenpächter ein Inkassobüro bemüht sind die Bestimmungen der §§ 254 BGB und 4 RDGEG nicht immer zwingend anwendbar, da hier ggf. kein Massengeschäft vorliegt. In dem Fall könnte auch eine 0,3 Gebühr durchsetzbar sein.

Antwort
von franneck1989, 12

Zahle die Hauptforderung zzlg. 5€ Rücklastschrift, 15€ Adressermittlung und 2,50 für die Mahnung direkt und zweckgebunden an den Gläubiger (entweder ingenico oder die Tanke).

Kommentar von BobbyBackblech ,

Warum soll er die Adressermittlung zahlen, wenn er nicht einmal unbekannt verzogen war?

Adressermittlung ist nur zulässig, sofern das der Fall gewesen wäre. Und auch dann liegen die tatsächlichen Kosten zwischen 7 und 10 EUR.

Kommentar von franneck1989 ,

Wie soll der Gläubiger denn sonst die Adresse herausfinden? Es handelt sich um eine Lastschriftzahlung an der Tanke.

Bei einer Bank kann die auch gut und gerne mal bis zu 15 Euro kosten

Antwort
von BobbyBackblech, 36

Ich würde darauf pfeifen.

Rücklastschriftkosten sind sowieso auch viel zu hoch. Diese nur bezahlen, nachdem du einen Nachweis der tatsächlichen Kosten hast. Banken berechnen in der Regel ~ 3 EUR für eine Rücklastschrift. Berechnet werden dürfen nur die tatsächlichen Kosten.

Überweise die Hauptforderung zzgl. ggf. angefallener Zinsen an den eigentlichen Gläubiger und damit hat sich die Sache.

Teile dem Inkasso mit, dass die Kosten dem Gläubiger überwiesen worden sind und gut ist.

Sollte irgendwann ein Mahnbescheid ins Haus flattern - was in der Regel bei einer solchen kleinen Forderung nicht passiert, Einspruch einlegen.

Solche Inkassos versuchen nur Druck zu machen, Rechtsstreitigkeiten lohnen sich für die nicht bei solchen Beträgen.

In den Schreiben wird dann sicherlich stehen "Gerichtsvollzieher, Schufa, Gerichtskosten blablabla". All das soll dir nur Angst einjagen, dass du auch bloß die horrenden Gebühren zahlen sollst.

Kommentar von Feuerhexe2015 ,

Irrtum Rücklastschrift rechnet die Bank zwischen 7,10-9 €, somit könnte diese Summe realistisch sein.

Aber schau mal da ist alles schön aufgeschlüsselt:

http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht...

Kommentar von BobbyBackblech ,

Komisch, dass ich mit meinem Geschäft drei Bankkonten bei verschiedenen Banken habe und keine berechnet mehr als 3 EUR für eine Rücklastschrift.

Wo hast du deine Information her?

Für dich evtl. auch ganz informativ:

http://www.juraforum.de/ratgeber/bankrecht-kapitalmarktrecht/wie-hoch-darf-eine-...

Kommentar von BobbyBackblech ,

Davon abgesehen sind die Adressermittlungskosten auch unzulässig. Erstens viel zu hoch und zweitens ist er nicht umgezogen oder?

Erst wenn er unter der Besteller Anschrift nicht mehr wohnt und verzogen ist und die Adresse nicht mitgeteilt hat, dürfen solche Kosten berechnet werden.

Aber auch nur im Rahmen ( max. 10 EUR ) und auch hier nur gegen Nachweis.

Und ein weiterer Fehler bzw. Abzocke:

Verzugsschaden ist nicht erlaubt. Das ist einfach nur ein Witz diese Forderung.

Kommentar von Impered2 ,

Also soll ich die Hauptkosten zahlen sowie die Rückbuchungskosten und dem ib einfach schreiben, dass die Kosten schon bezahlt sind oder soll ich noch mal für eine Rechnung der Adressermittlungskosten etc. fragen denn diese sind auch enorm hoch.

Kommentar von BobbyBackblech ,

Nein - Nur die Hauptforderung zzgl. der ggf. angefallenen Zinsen.

Die Rückbuchgskosten sind definitv zu hoch. Diese nur zahlen, wenn ein Nachweis über die tatsächlichen Kosten besteht.

Das 2 oder 3 mal zurück gebucht worden ist, ist nicht dein Bier.

Bist du denn umgezogen bzgl. der Adressermittlung?

In jedem Fall würde ich das Inkasso ignorieren, du schuldest dem Gläubiger Geld und das ist die Tankstelle. Nicht irgendein dubioses Inkasso, was irgendwelchen Schmarn auftischt.

Die Korrespondenz würde ich auch direkt mit der Tanke führen und das Inkasso links liegen lassen.

Die werden sicherlich noch einige male ein paar Drohbriefe schreiben, aber das ist deren generelles Vorgehen für deren Abzocke.

Die angefallenen Zinsen kannst du dir hier berechnen:

http://www.zinsen-berechnen.de/verzugszinsrechner.php

Ich kenne das genaue Kaufdatum nicht, aber das sind Cent Beträge bei dieser minimalen Hauptforderung.

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