Frage von Deluxe11, 35

Inkassobescheid nach 18 Jahren mietschulden vom Ex?

Hallo zusammen. Folgender Sachverhalt:

Meine Mutter war 1998 in einer Beziehung mit ihrem Ex (nicht verheiratet gewesen). Dieser hat sich, während sie zusammen waren eine Wohnung gemietet. Aus dieser Wohnung entstanden Mietschulden plus Zinsen mit einer Gesamtsumme von mittlerweile ü3600€. Jedoch ist meiner Mutter nicht klar wie ihr Name in die Sache kommt. Sie kann sich nicht erinnern jemals einen Vertrag oder Bürgschaft bzw. einen formlosen Antrag an die Genossenschaft gestellt zu haben wo drin steht das sie auch als Mieter eingetragen werden soll oder sonst ein Schreiben. Dazu war sie dort nie gemeldet. Jetzt nach 18 Jahren und einem Gerichtsurteil von 1999 soll meine Mutter für die Schulden + zusätzliche Kosten aufkommen. Es kam NIE Post. Sie wurde angeblich nicht gefunden obwohl sie sich immer umgemeldt hat und da gewohnt hat wo sie gemeldt war, immer in der selben Stadt. Wie kann das angehen und was sollen wir erstmal tun bevor wir zum Anwalt gehen? Haben bis jetzt auch keine Papiere wo irgendwas belegt werden kann das die Forderung berechtigt sind. Nur das inkassoschreiben von dieser Woche und das Urteil von '99.Vllt. ist auch irgendwas koscher an der Sache. Vllt auch nur eine mündliche/schriftliche Aussage vom Ex die nicht der Wahrheit entspricht? Spekulieren kann man viel, auf jeden Fall wird sie sich dagegen währen. Solange keine Beweise da sind wird auch auf nichts eingegangen. Der Ex ist wahrscheinlich aufgrund von hartz4 zahlungsunfähig.

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von expermondo, 5

Hallo Deluxe11,

Schau mal bitte hier:
Wohnrecht Gerichtsurteil

Antwort
von Harvey90, 21

Hey also Er hat warscheinlich die Wohnung auf den Namen von deine Mom genommen. Wenn du geschrieben hast das während die zusammen waren, hat er sich eine Wohnung gemietet, aber es kann sein das er das gemietet hat auf den namen deiner Mom.

Punkt 2 wäre daß das er eigentlich Zahlen muss wegen Betrug. Und Ich würde mit dem schreiben von ´99 und von letzte Woche wirklich zum Anwalt gehen und mit Ihm darüber reden, was mir noch einfällt, kann sein das der Ex all diese Briefe weggeschmissen hat oder irgendwie aufbewahrt. Ansonsten rede mit dem Anwalt.

LG Harvey

Kommentar von Deluxe11 ,

Das wissen wir leider nicht was für ein Name im Vertrag steht. Eigentlich dürfte der Name meiner Mutter nicht drin stehen. Meine Mutter hat definitiv so weit sie sich erinnern kann nichts auf ihren Namen genommen. Wenn das so sein sollte wird natürlich eine Anzeige wegen Betrug gegen ihn erstellt. Das muss aber denn ihr Anwalt klären. Das Urteil ist von '99 aber kam auch erst mit dem inkassoschreiben in der selben Woche.

Kommentar von Harvey90 ,

So traurig wie das ist kann man heutzutage alles fälschen... sogar Unterschriften

Antwort
von Soundklatsch, 13

Gem. § 195 BGB beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist drei Jahre. Diese Frist gilt für alle Ansprüche, für die das Gesetz keine abweichende Regelung trifft. Oft unterliegen Vermieter oder Mieter dem Irrtum, für die Verjährung von Mietzinsansprüchen komme § 548 Abs. 1 BGB zur Anwendung, wonach bestimmte Ansprüche des Vermieters gegen den Mieter sechs Monate, nachdem der Vermieter die Mietsache zurückerhalten hat, verjähren. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Sondervorschrift des § 548 Abs. 1 BGB gilt nur für Ersatzansprüche des Vermieters wegen Veränderung oder Verschlechterung der Mietsache. Hierunter fallen z.B. Ansprüche des Vermieters wegen nicht oder nicht ordnungsgemäß durchgeführterSchönheitsreparaturen (vgl. BGH, Urteil vom 19. 1. 2005 – VIII ZR 114/04). Bei dem Anspruch desVermieters auf Zahlung des Mietzinses gem. § 535 Abs. 2 BGB handelt es sich um einen originären Erfüllungsanspruch, einen sog. Primäranspruch und nicht um einen Ersatzanspruch, der aus einer Pflichtverletzung des Mieters erwächst. Da für den Mietzinsanspruch des Vermieters keine von § 195 BGB abweichende Vorschrift zur Anwendung kommt, beträgt die Verjährungsfrist für diesen daher drei Jahre.

Die Tatsache, dass die für den Mietzinsanspruch geltende dreijährige Verjährungsfrist sechsmal so lang ist wie diejenige, die für Ersatzansprüche i. S. d. § 548 Abs. 1 BGB zur Anwendung kommt, kann, muss aber nicht bedeuten, dass der Vermieter sich mit dem Eintreiben von Mietschulden immer auch entsprechend länger Zeit lassen kann als mit der Geltendmachung von Ersatzansprüchen. Der wesentliche Unterschied der beiden Vorschriften besteht nämlich darin, dass die dreijährige Regelverjährungsfrist schon während des laufende Mietverhältnisses zu laufen beginnen kann (zum Verjährungsbeginn vgl. den nächsten Abschnitt), während die sechsmonatige Verjährungsfrist immer erst mit der Rückerlangung der Mietsache durch den Vermieter beginnt.

Kommentar von Deluxe11 ,

Ich weiß die Mühe zu schätzen, aber leider verstehe ich nicht ganz wie das helfen könnte. Soll das heißen es ist eigentlich schon verjähert? Das mit den 6 Monaten nach einem Auszug hab ich verstanden.

Antwort
von Jimmibob, 12

Anwalt einschalten. Evtl schonmal den von ihr unterschriebenen Mietvertrag+ Gerichtsbeschluss und alles was sie damit in Verbindung bringt anfaordern.

Die Frage stellt sich jedoch, warum nie etwas bezahlt wurde, wenn ´99 das alles schon beschlossene Sache war. War deine Mutter überhaupt bei der Verhandlung dabei?

Kommentar von Deluxe11 ,

Nein gar nichts. Erst seid dieser Woche weiß sie was davon.

Kommentar von Jimmibob ,

klingt komisch.. als wär das ein Problem deiner Mutter wenn ihr ex macker keine Rechnung zahlen kann...

Kommentar von Deluxe11 ,

Verstehen wir auch nicht! 

Antwort
von Kleckerfrau, 17

wendet euch gleich an einen Anwalt.

Kommentar von Deluxe11 ,

Okay, also nicht erst warten bis das inkassobüro die Unterlagen schickt oder eine(n) Fristverlängerung/ Widerspruch an die schreiben. Machen wir Montag sofort👍

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