Frage von Hjorvir, 85

Inkasso Unternehmen berechnet 1,3 Gebühr nach erstem Brief?

Hallo Zusammen,

Abseits von Gründen, die zur Nichtzahlung einer offenen Rechnung geführt haben, bin ich nun so weit, dass ich einen Brief von einem Rechtsanwalt erhalten habe (Inkasso).

Dieser beschreibt nun, dass ich in der Pflicht bin ohne weiteren Aufwand seitens des Inkasso Büros (Ich bin nicht verzogen, es gab keinen telefonischen Kontakt, keinen persönlichen Kontakt o.Ä.) die 1.3x Geschäftsgebühren des Inkassobüros zu tragen habe (exclusive der 11,70€ Post- u. Tellkommunikationspauschale)

Ich sehe ja grundsätzlich ein, dass die eine Forderung haben, sowie einen Mehraufwand, aber nach dem ich persönlich etwas recherchiert habe, kann sich das Inkassounternehmen, oder eben dieser besagte Rechtsanwalt eine Gebührenspanne von 0,3x des Gegenstandswerts, bis hin zu 1,3x des Gegenstandswerts als Geschäftsgebühr deklarieren.

Meine Fragen diesbezüglich:

  • Muss das Inkassounternehmen die 1,3x gegenüber den 0,3x rechtfertigen?
  • Kann ich Einspruch in schriftlicher oder telefonischer Form einreichen?

Quintessenz ist einfach, dass mir für einen simplen Brief, der keinerlei Aufwand darstellt (da Formschreiben) 58,50€ als quasi-Aufwandsentschädigung etwas übertrieben vorkommen, egal ob diese Person nun in einem Cubus am PC sitzt und täglich 500 Formschreiben ausdruckt, oder ein renommierter Rechtsanwant ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 58

Vorweg: Mit Inkassos oder gegnerischen Anwälten NIEMALS telefonieren. Das gesagte ist nicht nachweisbar und die Telefonagenten werden sowieso geschult, den Schuldner einzuschüchtern und zu Zahlungen zu bewegen.

Ganz grundsätzlich ist die wesentliche Frage, ob das Ganze notwendig war oder nicht. Dabei stellen sich folgende Zusatzfragen: 1. Ist der Gläubiger ein entsprechend großer Konzern, der auf die Hilfe eines Inkassos überhaupt angewiesen ist? 2. Wusste der Gläubiger von den vorübergehenden Zahlungsproblemen, weil man bei ihm beispielsweise (erfolglos) eine Stundung o.ä. vereinbaren wollte? 3. Arbeitet das Inkasso für lau?

Bei großen Konzernen werden von Gerichten heutzutage die Inkassokosten fast immer auf 3€ zusammengestrichen oder ganz gestrichen. Manche akzeptieren nur ein "Schreiben einfacher Art" (0,3 Gebühr) und damit weniger als 20€. Ganz wenige Gerichte schauen nicht weiter drüber. Wichtig ist hier in der Argumentation, dass der Konzern nie eine Rechtsberatung und Einzelfallprüfung brauchte und beauftragt hat.

Bei Kenntnis über Zahlungsprobleme ist das Einschalten des Inkassos zur außergerichtlichen Betreibung grundsätzlich nicht erstattungsfähig, da unsinnig.

Viele Inkassos verkaufen sogenannte Flatrates, kassieren also gegenüber Gläubigern nie ab oder auch nur symbolische Summen. Da es sich hier in der Argumentation um SCHADENSERSATZ handelt, gibt es ein gewaltiges Problem: Ohne Schaden ja kein Schadensersatz.

Antwort
von kevin1905, 35

Was denn nun Inkassobüro oder ein richtiger Rechtsanwalt?

Muss das Inkassounternehmen die 1,3x gegenüber den 0,3x rechtfertigen?

Die Forderung eines Inkassobüros ist erstmal nur ein Wunsch. Ein Inkassobüro wird für den Gläubiger tätig und hat erstmal gegen diesen einen Erstattungsanspruch. Diese Kosten kann der Gläubiger dann - z.B. durch das Inkassobüro - von dir erstattet verlangen.

Ein reines Inkassobüro im Massengeschäft hat niemals eine Grundlage für eine 1,3 Gebühr gegenüber einem Verbraucher.

Wenn ein Rechtsanwalt diese berechnet, so erhält dieser für die Beratung und Korrespondenz ein Honorar und kann den Mandanten auch vor Gericht vertreten und damit weicht ein RA ganz erheblich nach oben von einem Inkassobüro ab, dass dies nicht darf und meistens auch kein Honorar verlangt, sondern flat oder auf Erfolgsbasis arbeitet. Wenn der Gläubiger aber nie etwas ans Inkassobüro überweist, wo ist der Schaden, den du zu ersetzen hättest?

Kann ich Einspruch in schriftlicher oder telefonischer Form einreichen?

Es wird in Rechtsangelegenheiten grundsätzlich nicht telefoniert. Du kannst der Forderung widersprechen, wenn du mit ihr nicht einverstanden bist. Allerdings gibt es keine Rechtspflicht sich außergerichtlich zu äußern.

Antwort
von EXInkassoMA, 39

15 € bei Forderungen bis 500 € sagt diese Kanzlei
(links auf der Seite die gebührenliste)

http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht...

Muss das Inkassounternehmen die 1,3x gegenüber den 0,3x rechtfertigen?
Kann ich Einspruch in schriftlicher oder telefonischer Form einreichen?

Alles ist erlaubt , das Inkasso braucht nichts großartig zu erklären - man versucht halt maximalen Profit einzufahren

Ich würde ganz einfach nur die 15 zweckgebunden überweisen und gut ist

Mentral auf weitere böse briefe einstellen

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