Frage von Gym80951996, 100

Inkasso - muss ich wirklich bezahlen?

Hallo habe schon länger ein Inkasso schreiben die wollen ~30€ von mir weil ich einmal eine Rechnung etwas zu spät beglichen habe muss ich das jetzt wirklich zahlen? Was passiert wenn ich das nicht mache? Sehe das irgendwie nicht ein das sind 50% der ursprünglichen Kosten

Antwort
von kevin1905, 58

muss ich das jetzt wirklich zahlen?

Hast du die Rechnung zzgl. evtl. Zinsen und Mahngebühren an den Gläubiger bezahlt und von diesem die Nachricht, alles sei beglichen?

Was passiert wenn ich das nicht mache?

Mehrere Möglichkeiten

  1. Das Inkassobüro gibt auf
  2. Es wird ein Rechtsanwalt eingeschaltet, der dann versucht die Forderung zzgl. eigener Kosten einzuziehen. Das ist aber rechtswidrig, da in gleicher Sache niemals zwei Rechtsdienstleister bemüht werden dürfen zu Lasten des Schuldners.
  3. Man leitet das gerichtliche Mahnverfahren ein. In dem Fall musst du dem Mahnbescheid binnen 14 Tagen widersprechen, da sonst der Vollstreckungsbescheid folgt und dieser nach weiteren 14 Tagen rechtskräftig und vollstreckbar ist.

Also wenn nicht Punkt 3 eintrifft, leg die Füße hoch!

Kommentar von Gym80951996 ,

Also ich habe die ursprünglichen Kosten plus Mahngebüren und allem bezahlt, habe dann vom Inkasso selber die Bestätigung der Zahlung bekommen, aber die meinten dann, dass halt noch der Betrag von 30€ zu zahlen wäre. Und das sehe ich nicht ein...

Kommentar von mepeisen ,

Und das sehe ich nicht ein...

Das brauchst du auch nicht einsehen. Sofern der Gläubiger ein entsprechend großes Unternehmen ist (Gerichte sprechen von "geschäftserfahren") braucht es keine Hilfe von Inkassobüros und deren Kosten muss man dann nicht zahlen.

Ich würde dem Inkasso abschließend schreiben "Wertes Inkasso. Legen Sie mir umgehend das komplette Vertragswerk vor, dass Sie mit der Mandantin geschlossen haben. insbesondere einen Nachweis, dass die Mandantin tatsächlich jemals eine Rechtsdienstleistung beauftragt und bezahlt hat. Ich werde das sogleich prüfen. Bis dahin gehe ich davon aus, dass Sie kostenlos gearbeitet haben und werde weitere Bettelbriefe nicht beantworten. Ich lege es ausdrücklich auf eine Klärung vor Gericht an."

Nach eins zwei weiteren Bettelbriefen kommt dann normalerweise nichts mehr

Kommentar von Thather ,

Wenn der Gläubiger ohne Erfolg gemahnt hat und dann den Fall an ein Inkasso weiter gegeben hat, sind die Gebühren von denen zu zahlen, egal ob man die Hauptforderung danach begleicht oder nicht.

Bei nicht zahlen der Gebühren kann das Inkasso einen Mahnverfahren einleiten. Dem kann der Schuldner, wie du schon bemerkt hast, widersprechen.

Vorsicht: Die können das auch bei der Schufa eintragen lassen. Die Folgen hieraus sind deutlich unangenehmer als die 30 Euro. Auch wenn man das, wenn es unberechtigt war, wieder löschen lassen kann.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn der Gläubiger ohne Erfolg gemahnt hat und dann den Fall an ein Inkasso weiter gegeben hat, sind die Gebühren von denen zu zahlen, egal ob man die Hauptforderung danach begleicht oder nicht.

Falsch!

Der Gläubiger unterliegt der Schadensminderungspflicht. Er ist verpflichtet, wenn er die Kosten erstattet haben will, den für den Schuldner günstigsten und effektivesten Weg zu nehmen.

Ein Inkassobüro verfügt nicht über Mittel, die der Gläubiger nicht selbst auch hat, es verschafft also keinen Mehrwert. Ferner arbeiten Inkassobüros im Massengeschäft kostenfrei für den Auftraggeber, da sie sich nach Erfolgsbasis bezahlen lassen oder eine Flatrate aufstellen.

In beiden Fällen entsteht dem Gläubiger durch die Beauftragung des Inkassobüros kein eindeutig bezifferbarer Schaden und wenn Schaden nicht beziffert werden kann, kann er auch nicht erstattet verlangt werden.

Die können das auch bei der Schufa eintragen lassen.

Können Sie aber dann macht der Fragesteller bzw. ein vernünftiger Anwalt denen die Hölle heiß, da sich das Inkassobüro dann schadenersatzpflichtig macht wegen Kreditgefährdung (§ 824 BGB).

Ein Schufa-Eintrag bedarf der Zustimmung desjenigen der eingetragen werden soll. Wenn ich einen Dauerschuldvertrag unterschreibe, sei es für eine Versicherung, einen Handytarif etc. unterschreibe ich immer seine separate Schufa-Klausel nebst Belehrung.

Eine streitig gestellte Forderung darf NICHT eingetragen werden, so lange die Schuld nicht gerichtlich festgestellt worden ist, d.h. bis es ein rechtskräftiges Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid gibt (Folgt u.a. aus § 28a BDSG).

Antwort
von EXInkassoMA, 27

Eine Klage expl wg Inkasskosten ist recht unwahrscheinlich denn die Rechtsprechung ist eher inkassounfreundlich

Grund : Die meistem Gerichte würden diese Kosten erheblich dezimieren oder sogar ganz streichen

Kommentar von Gym80951996 ,

Also passiert nichts? Und ich kann es ignorieren?

Kommentar von kevin1905 ,

Alles was nicht im gelben Umschlag vom Amtsgericht kommt, darfst du abheften.

Es entsteht dir kein Rechtsnachteil.

Antwort
von Thather, 50

Wenn Du etwas hast schleifen lassen, dann gehen irgendwann die Gebühren schlagartig nach oben. 

Du solltest das zahlen, wenn die Forderung berechtigt war. Ansonsten leiten die ein Mahnverfahren gegen Dich ein und dann steigen die Kosten nochmal extrem an. Dann hast Du ganz schnell über 100 Euro an der Backe.

Kommentar von kevin1905 ,

Der gerichtliche Mahnbescheid bei o.g. Hauptforderung kostet 32,- €.

Und wenn der Mahnbescheid ob der Inkassokosten eintrudelt macht man auf dem beigefügten Antwortbogen ein Kreuzchen bei

"Ich widerspreche der Forderung insgesamt"

Dies schickt man dann unterschrieben und per Einschreiben ans Amtsgericht zurück, bevor die Frist um ist. Damit ist die Sache beendet, dann bleibt dem Inkassobüro nur die Klage.

Die werden sie nicht einreichen, da keine Aussicht auf Erfolg besteht (§ 254 BGB i.V.m. § 4 Abs. 5 RDGEG).

Kommentar von Thather ,

I.d.R. schreiben die immer, dass hohe Kosten auf einen zukommen, wenn man die Rechnung nicht begleicht. Aber Du hast Recht, wenn so ein Formfehler vorliegen sollte....

Antwort
von biggie55, 52

Ja,musst du bezahlen,das sind Gebühren und Mahnkosten.

Wenn du nicht zahlst,wird es noch teurer...

Das nächste Mal solltest du deine Rechnungen pünktlich bezahlen.

Kommentar von kevin1905 ,

Ja,musst du bezahlen,das sind Gebühren und Mahnkosten.

Mahnkosten kann der Gläubiger verlangen, wenn er gemahnt hat. Maximal 2,50 € pro Brief, dazu Zinsen, da wohl Verzug vorlag.

Gebühren tangieren den Fragesteller nicht, da er das Inkassobüro nicht beauftragt hat. Also muss er es auch nicht zahlen.

Wenn du nicht zahlst,wird es noch teurer...

Und wodurch sollen Mehrkosten begründet werden?

Das nächste Mal solltest du deine Rechnungen pünktlich bezahlen.

Das sollten wir alle und ich gehe mal davon aus, dass das bei den meisten Menschen in den meisten Fällen auch so klappt. Aber niemand ist perfekt und man vergisst schon mal was oder eine Rechnung verschwindet im falschen Ordner.

Das ist aber kein Grund Schwachsinnsforderungen zu bezahlen.

Kommentar von biggie55 ,

...Weißt du,die wievielte Mahnung das war?

>Hallo habe schon länger ein Inkasso schreiben<

wie lange?

Aufgrund dieser dürftigen Aussagen solltest du nicht raten,nicht zu zahlen...

Kommentar von kevin1905 ,

...Weißt du,die wievielte Mahnung das war?

Spielt doch keine Rolle.

Die erste Mahnung begründet den Verzug und damit muss Verzugsschaden ersetzt werden (§ 286 Abs. 1 BGB).

Verzugsschaden wären

  • die Kosten für die Mahnung (tatsächliche Kosten oder pauschal je nach Gericht 1 bis 2,50 €),
  • Zinsen (5% über Basis) und
  • Rücklastschriftkosten (von einer Rücklastschrift steht hier nichts, also fallen die flach),
  •  Adressermittlung (hat auch nicht stattgefunden, daher ebenfalls 0,- €).
  • Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens (Hat der Gläubiger nicht bemüht, da sein Anspruch wohl befriedigt war).

Aufgrund dieser dürftigen Aussagen solltest du nicht raten,nicht zu zahlen...

Ich rate dies aufgrund meiner juristischen Vorbildung und beinahe 12 jährigen Tätigkeit als Unternehmer vornehmlich in der Finanzdienstleistung. Säumige Zahler hatte ich auch schon. Inkassobüros habe ich mich nie bedient.

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