Inhalt von der Tragödie Faust von J.W. Goethe?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo,

ich gehe mal davon aus, daß Du Faust, der Tragödie erster Teil, meinst. An den zweiten solltest Du Dich erst wagen, wenn Du nicht mehr Pfaust schreibst.

Eine kurze Zusammenfassung:

Der Anfang erinnert an das Buch Hiob: Gott und der Teufel (Mephisto), schließen eine Wette darüber ab, ob es Mephisto gelingt, den unermüdlich nach Erkenntnis strebenden Heinrich Faust, einen Alchimisten und Dozenten, von seinem Weg abzubringen und ihn zu losem, nur der Lust dienenden Zeitvertreib zu verführen: "Was wettet Ihr? Den sollt Ihr noch verlieren. Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt, ihn meine Straße sacht zu führen."

Gott erlaubt es ihm: "Solange er auf Erden lebt, solange sei dir's nicht verboten. Es irrt der Mensch, solang er strebt."

Nach diesem 'Prolog im Himmel' begegnen wir Faust, der in seinem düsteren Studierzimmer trüben Gedanken nachhängt: "Habe nun, ach, Philosophie, Juristerei und Medizin und - leider - auch Theologie durchaus studiert mit heißem Bemüh'n. Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. Heiße Magister, heiße Doktor gar; und ziehe nun an die zehen Jahr, herauf, herab, und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum und sehe, daß wir nichts wissen können. Das will mir schier das Herz verbrennen."

Faust hat alle möglichen Bücher gewälzt, aber er ist in einer Sackgasse angekommen. Er, der erkennen möchte, was die Welt im Inneren zusammenhält, wendet sich der Magie zu. In der Welt der Geister hofft er, das zu finden, was ihm menschliches Wissen nicht bieten kann.

Es gelingt ihm zwar, einen Geist zu beschwören, der aber stößt ihn zurück: "Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir." Faust ist verzweifelt:

"Ich, Ebenbild der Gottheit, und nicht einmal dir?" Er beschließt, sich umzubringen, indem er Gift zu sich nimmt. Doch gerade, als er den giftigen Trank schlucken will, hört er die Glocken und Gesänge, die das Anbrechen des Osterfestes verkündigen. Die Erinnerung an die Gottesdienste seiner Kindheit hält ihn vom Selbstmord zurück.

In der nächsten Szene macht Faust mit seinem Gehilfen, dem belesenen, aber recht einfältigen Famulus Wagner, den traditionellen Osterspaziergang:

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick". Den beiden begegnet ein schwarzer Pudel, der sie in immer engeren Kreisen umspringt. Der Pudel folgt Faust in sein Studierzimmer. Faust merkt, daß der Hund ein magisches Wesen ist. Als er an ihm Beschwörungsformeln ausprobiert, verwandelt sich das Tier in Mephisto: "Das also ist des Pudels Kern. Ein fahrender Scholast, der Kasus macht mich lachen." Mephisto gibt vor, wegen des Pentagramms auf der Türschwelle gefangen zu sein und Faust überlegt, ob sich da nicht ein Pakt schließen läßt, wenn er Mephisto wieder frei geben soll. Er merkt nicht, daß er damit genau das vorschlägt, wozu Mephisto ihn bringen möchte. Der Pakt wird geschlossen. Mephisto verspricht Faust, ihm Erkenntnis zu schenken; Faust gelobt im Gegenzug, niemals mit seinem Erkenntnisstreben aufzuhören, niemals auf der Stelle zu treten:

"Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön, so magst du mich in Fesseln schlagen, so will ich gern zugrunde gehn. Dann mag die Totenglocke schallen, dann bist du deines Dienstes frei. Die Uhr mag stehn, die Zeiger fallen: es sei die Zeit für mich vorbei."

Nun ist es an Mephisto, Faust dazu zu bringen, sein Streben nach Erkenntnis um der reinen Genußsucht willen aufzugeben. Gelingt ihm dies, soll Faust ihm nach dem Tod in der Hölle dienen.

Doch die Versuche Mephistos schlagen fehl. Er schleppt ihn in eine Hexenküche, um ihm einen Verjüngungstrank zu verabreichen, der verblüffende Wirkung zeigt. Der alternde Faust ist wieder ein junger Mann.

Mephisto führt ihn in die lustige Gesellschaft trinkfreudiger Studenten in Auerbachs Keller zu Leipzig. Doch Faust findet diese Art von Vergnügungen nur abgeschmackt. Dann aber begegnet ihm ein junges Mädchen auf der Straße, Gretchen, in das er sich sofort verliebt. Mephisto soll ihn mit diesem Mädchen zusammenbringen. Mephisto sagt, das könne er nicht. Gretchen ist ein frommes, unschuldiges Kind, über das er keine Macht hat. Er führt Faust immerhin, als Gretchen außer Haus ist, in ihr Zimmer. Dort läßt er für Gretchen wertvollen Schmuck zurück. Gretchen findet den Schmuck, zeigt ihn ihrer Mutter, die ihn entsetzt einem Priester schenkt, weil sie ahnt, daß es nicht mit rechten Dingen zugeht. Faust aber spielt ihr abermals noch wertvolleren Schmuck zu, den Gretchen nun nicht mehr der Mutter zeigt, sondern damit zur Nachbarin geht, der Kupplerin Marthe Schwertlein. Hier bringt Mephisto Faust und Gretchen zusammen, die sich sofort in ihn verliebt und bald mit ihm ins Bett geht. Die beiden treffen sich immer wieder heimlich. Faust gibt Gretchen ein Schlafmittel, mit dem sie ihre Mutter betäuben soll, damit diese von dem nächtlichen Treiben nichts mitbekommt.

Zwischendurch schleppt Mephisto den Faust zur Walpurgisnacht, dem Treffen der Hexen auf dem Blocksberg.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Willy1729
29.10.2015, 18:14

Fortsetzung:

Hier erfährt Faust, daß Gretchen in Schwierigkeiten steckt. Sie ist schwanger geworden, ihre Mutter ist tot, das Schlafmittel war zu stark für sie. Das Kind, das sie gebar, ertränkte sie in ihrer Verzweiflung. Gretchen wird des Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt. In der Nacht vor ihrer Hinrichtung gelingt es Mephisto, die Kerkerwachen zu bestechen und Faust Zutritt in Gretchens Kerkerzelle zu verschaffen. Er drängt sie, ihm in die Freiheit zu folgen. Sie aber hat Angst vor Mephisto und möchte lieber sterben, als in dessen Gesellschaft zu leben. Faust muß sie schweren Herzens ihrem Schicksal überlassen. Ihre letzten Worte lauten:

Heinrich, mir graut vor dir. Und am Schluß:

Heinrich, Heinrich.

Damit endet der erste Teil. Faust hat seinem Gretchen nur Unglück gebracht. Sogar ihr Bruder, ein Soldat, fand durch ihn bei einem Duell den Tod.

Faust hat sich nicht zum Stillstand verführen lassen, er hat aber auch nicht das gefunden, was er suchte.

Hier findest Du übrigens eine hervorragende Theaterfassung mit Will Quadflieg und Gustaf Gründgens. Mephisto wurde die Rolle seines Lebens.

https://www.youtube.com/watch?v=D4EclscSOOA

Herzliche Grüße,

Willy

1

Hi, ich habe mich selbst mit dem Thema Faust 1 länger beschäftigt. Daher kann ich dir diesen Text empfehlen, denn hier werden alle Aspekte übersichtlich aufgelistet und verdeutlicht. Ich benutze es selber und komme damit gut zurecht. 

Faust I: Inhaltsangabe, Zentrale Motive, und Charaktere 

http://dokumente-online.com/faust-i-inhaltsangabe-zentrale-motive.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Faust, ohne P. Und über Google findest du ganz tolle und kurze Inhaltsangaben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?