Frage von jahamaha, 138

Informatik studieren um Programmierer zu werden?

hi Leute

ich habe da mal eine Frage bzw. ein Problem. Also ich studiere grad Informatik und bin etwas verwirrt. Ich hatte mich entschlossen Informatik zu studieren, um später Programmierer zu werden und nichts anderes. Jedoch bemerke ich grad ,dass wir recht wenig bzw. fast nichts mit Programmierung machen sondern viel Mathe also haben und Algebra und auch Einführung in die Informatik. Nun habe ich mich durchgeforscht und dort und da nachgefragt und es heißt immer für Programmierung braucht man nicht wirklich Mathe bzw. muss nicht gut darin sein, Informatik auch nicht. Außerdem hatte mein Prof zu mir gesagt "Wenn du nur programmieren möchtest, dann bist du hier falsch". Also nach diesem Satz habe ich verstanden bzw. denke ich , dass Informatik nicht nur programmieren ist sondern wirklich ich sag jetzt mal Computer Wissenschaft ist...Naja und ich war davor zwar motiviert und selbst mit soviel Mathe und all den anderen Informatikthemen dachte ich mir egal das brauchst du später fürs Programmieren. Sorry Leute ich will nicht soviel labern und um den heißen Brei reden, ich mache kurz: Ich wollte wirklich NUR ein Programmierer werden und mit dem anderen Informatikzeug nichts zu tun haben und außerdem interessiert mich das garnicht. Also nun meine Frage...Muss ich Informatik studieren, um später Programmierer sein zu können oder geht das auch über ne Ausbildung? Weil wie gesagt all die anderen Themen im Informatikstudium, außer Programmierung interessieren mich wirklich nicht. Ich will es jetzt halt nicht bereuen wenn ich abbreche und später gesagt bekomme bzw. erfahre, dass man Informatik braucht um programmieren zu können.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NoHumanBeing, 108

"Nur Programmierer" braucht man selten. Wenn Du die Dinge "drum herum" (Softwareentwurf, Datenbankentwurf, Netzwerktechnik, eventuell sogar mit Grundlagen E-Technik, ja und auch die ganze "trockene Mathematik", sowie ein paar "angrenzende Naturwissenschaften") beherrscht, bist Du sehr viel universeller einsetzbar.

Deine Software soll ja später einem Zweck dienen. Solange Du nicht gerade Compiler entwickelst (und selbst dafür brauchst Du eine Menge "Theoretische Informatik", Wissen über formale Sprachen, etc.), wird Deine Software einen Zweck erfüllen, der nicht in der Informatik liegt. Eine Software ist im Prinzip "ein Modell der Realität". Wenn Du Software für Buchhalter entwickelst, besteht "die Realität", die Du abbildest, eben aus betriebswirtschaftlichen Prozessen. Ich entwickle vorwiegend Software für die naturwissenschaftliche Forschung. Bei mir besteht "die Realität", die ich abbilde, aus physikalischen, chemischen, biochemischen Prozessen.

Wenn Du nur "programmieren" kannst, muss ein anderer Entwickler für Dich das Domänenwissen mitbringen und die Lösung "ausarbeiten", weil er weiß, wie man es in einen Softwareentwurf (Architektur) umsetzt. Und Du implementierst dann "nur" noch den eigentlichen Programmcode und setzt die ganzen Implementierungsdetails um. Ich weiß, dass auch das häufig ein Haufen Arbeit ist, aber es ist sehr viel besser, wenn Du das Problem ganzheitlich, einschließlich der naturwissenschaftlichen Problemstellung und der Entwurfs- und Designphase, erfassen kannst, anstatt Dich ausschließlich auf die Implementierungsphase zu beschränken. Denn die Dinge hängen oft eng zusammen. Beispielsweise kannst Du wissen, dass sich bestimmte Probleme später schwer implementieren lassen und dann von vornherein gleich zum Beispiel eine bestimmte Näherung verwenden, die sich besser implementieren lässt, wenn Du weißt, dass das Modell für das Problem, das Du lösen möchtest, tauglich ist. Diese Schritte zu "zergliedern" und sequentiell von unterschiedlichen Menschen durchführen zu lassen, ist ziemlich ineffizient, weil man häufig eben den "Gesamtüberblick" benötigt, sowohl Problem, als auch Architektur, als auch Implementierung betrachten muss, um bestimmte Entscheidungen zu treffen, und auch bei Schwierigkeiten, die man beispielsweise während der Implementierung feststellt, auch unter Umständen nochmal zurückgehen und das Modell anpassen muss. Wenn das alles zu Deinem Aufgabenbereich zählt, funktioniert das alles schön und "glatt". Wenn Du Dich auf's Programmieren beschränkst, bekommst Du bei komplexeren Aufgaben plötzlich riesige Probleme.

Nein, wenn Du "nur programmieren" möchtest, ist ein Informatikstudium nichts für Dich. Im Gegenteil! Programmieren ist so ziemlich das, was Du im Informatikstudium am wenigsten lernen wirst, weil man es auch kaum formal vermitteln kann. Man braucht dort oft einfach ein gewisses "Gespür" für bestimmte Dinge. Ich treffe beispielsweise viele Design- und Implementierungsentscheidungen, die mir schwer fallen würden, einem Dritten gegenüber zu argumentieren. Ich habe einfach genug Erfahrung, um intuitiv zu wissen, "dass es so geht" oder "dass es so am besten/effizientesten ist". So etwas bringt man sich am besten autodidaktisch bei, indem man zunächst "experimentell" programmieren lernt und dann zahlreiche Projekte umsetzt. Die ganze Theorie hinter der Informatik als Wissenschaft hingegen, lässt sich nicht so einfach autodidaktisch aneignen und genau das bekommt man in einem Informatikstudium auch vermittelt, zusammen mit den ganzen "Grundlagenveranstaltungen", die alle Natur- und Formalwissenschaften gemeinsam haben, wie zum Beispiel "höhere Mathematik".

Antwort
von DesbaTop, 138

Da hat dein Professor recht. Wenn du nur Programmieren willst, ist ein Studium sinnlos. Im Informatikstudium geht es um Informatik also auch Elektrotechnik, Netzwerke, Hardware, Software usw. Wenn du nur Programmieren möchtest rate ich dir zu einer Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Da hat man viel mit Programmieren zu tun.

Aber nicht verwechseln mit Fachinformatiker für Systemintegration. Das ist wieder etwas anderes. Aber NUR programmieren wirst du in beiden nicht. Aber als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ist das deine Hauptaufgabe

Kommentar von NoHumanBeing ,

Das Problem ist, dass "reine Programmierer" eigentlich (sorry, wenn das hart klingt) "niemand braucht". Wieso soll ich, wenn ich mir schon detaillierte Gedanken über den Entwurf einer Software gemacht habe, und mich auch mit dem System, seiner Hardware, seiner Software, etc. besser auskenne (und nach einem Informatikstudium werde ich das in der Regel), die Implementierung an jemanden abgeben, der diese Kenntnisse vielleicht nicht hat?

Erstens muss ich dabei meine Ideen einem anderen kommunizieren, wo es schon einmal viele Möglichkeiten für Missverständnisse gibt. Dann muss dieser sie verstehen, muss sie umsetzen. Alles, was ich dabei beachtet haben möchte, muss ich für ihn aufschreiben. Dabei muss ich mir Mühe geben, damit ich auch bloß nichts übersehe, was für mich eigentlich klar ist, für einen Dritten aber möglicherweise nicht. Dann muss der "Programmierer" dieses Designdokument lesen, vielleicht versteht er etwas nicht, trifft dann falsche Annahmen, oder er fragt noch einmal nach bei mir. Im Laufe der Implementierung stellt er vielleicht fest, dass sich etwas gar nicht umsetzen lässt. Dann muss er mir das sagen, muss mir widerum die Einschränkungen kommunizieren, ich muss den Entwurf überarbeiten und das Spiel geht von vorne los.

Wenn wir so Software entwickeln würden, würde nichts voran gehen. Wenn ich Informatiker bin und einen Entwurf habe, eine Architektur, Anforderungen, Kenntnisse über das System, Ideen, wie man die Sache umsetzen kann und auch noch programmieren kann (und jeder "halbwegs gute" Informatiker sollte das können - ich weiß, dass es genügend Leute gibt, die sich durch's Studium "mogeln" und am Ende nicht programmieren können, aber eigentlich sollte das nicht sein und von diesen Leuten möchte ich weiß Gott auch keinen Entwurf sehen - wenn es schon an der Implementierung scheitert, dann würde ich mich erst recht nicht darauf verlassen, dass sie das Problem, das sie mit ihrer Software lösen wollen, überhaupt verstanden haben), dann ist es doch wesentlich effizienter, wenn ich mich dann auch hinsetze und den entsprechenden Code baue.

Heutzutage wird ja eigentlich überall mit "agilen Methoden" gearbeitet, wo sich die "Phasen" ohnehin nicht mehr trennen lassen, sondern das alles zu einem iterativen Prozess wird. Sobald ich vom "klassischen Wasserfallmodell" abweiche (was heutzutage eigentlich immer der Fall ist - also dass abgewichen wird), brauche ich ja eigentlich überall sämtliche Kompetenzen in meinem Team und habe keinen Platz mehr für "reine Programmierer". Ganz früher gab es noch den Beruf des "Kodierers", der sich tatsächlich nur um die Implementierung kümmerte. Der ist inzwischen (zurecht) ausgestorben. Es ergibt einfach keinen Sinn, Entwurf und Implementierung zu trennen. Entweder ein Problem ist trivial, dann kann ich mir die ganze Entwurfsarbeit sparen. Oder ein Problem ist komplex und dann kann ich es ohnehin nicht mehr auf einen Schlag erfassen, sondern muss iterativ arbeiten.

Kommentar von DesbaTop ,

Ich lese aus deinem Text heraus (und bitte korrigier mich, wenn ich falsch liege), dass du grundsätzlich davon ausgehst, dass eine Teamarbeit scheitert bzw. grundsätzlich nicht sehr effizient ist. Dem ist aber nicht so. Die Beispiele, die du genannt hast treffen alle in der Kennenlernphase zu. Wenn sich das Team gebildet hat und jeder zwischen den Zeilen des anderen lesen kann, dann ist es durchaus sinnvoll diverse Aufgaben zu trennen. Jeder Anfang ist schwer.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ich lese aus deinem Text heraus (und bitte korrigier mich, wenn ich falsch liege), dass du grundsätzlich davon ausgehst, dass eine Teamarbeit scheitert bzw. grundsätzlich nicht sehr effizient ist.

Das nicht, aber es ist sehr viel effizienter, wenn man das Problem so modularisiert bekommt, dass jeder eine unabhängige Komponente entwickelt und am Ende "steckt man alles zusammen" und es läuft.

Das ist natürlich sehr "idealisiert" und in der Praxis nicht zu erreichen. Fakt ist aber, dass man von monolithischen Designs, starken Abhängigkeiten und "möglichst alle machen möglichst alles" wegkommen muss und zu modularen, komponentenorientierten Designs übergehen muss, wo dann jeder Entwickler seine "Nische" ausfüllen kann, in die ihm auch selten ein anderer "hereinpfuschen" muss. Zumindest waren sämtliche Projekte, an denen ich teilgenommen habe, die letzterem Design entsprachen, wesentlich erfolgreicher (und der Code auch von wesentlich "höherer Qualität"), als erstere.

Schau Dir beispielsweise Unix an. Das ist nicht "ein Betriebssystem", sondern das ist "eine Sammlung von hunderten einzelnen Tools, die 'zufällig' ein Betriebssystem ergeben, wenn man sie zusammensteckt". (Das mit dem "zufällig" ist natürlich übertrieben, aber das wird größtenteils alles unabhängig voneinander entwickelt. ;-) ) Die "Unix-Philosophie" (one small tool for one purpose, little interaction, little dependencies, distributed development, ...) ist eine sehr gute und erfolgreiche Art, Software zu bauen.

Antwort
von zalto, 100

Wie konnte das denn passieren? Hast du Dich vorher nicht über die Inhalte des Studiums informiert? Sonst hätte Dir doch auffallen müssen, dass es sich nicht nur um Programmierthemen handelt.

Aber bevor Du Hals über Kopf das Studium abbrichst: Hast Du Dir denn diesmal Gedanken gemacht, ob Deine Vorstellung von "Programmierer sein" der Realität entspricht? Sonst merkst Du in der Ausbildung, dass es erneut nicht passt. Z.B. weil die Karrieremöglichkeiten mit Ausbildung begrenzt sind. Oder weil zunehmend Programmieraufgaben ins billigere Ausland vergeben werden. Oder weil es immer starken Zeitdruck gibt. Oder weil Du Dich auch in der Ausbildung mit Themen beschäftigen musst, die Dich gar nicht interessieren. Oder weil die Ausbildung auch nicht kürzer ist als ein Bachelor-Abschluss. Denk' auch daran, dass Du den Job 40 Jahre machen wirst und die Welt der Computer dann ganz anders aussehen wird.

Wenn Du jetzt wechselst, muss dieser Wechsel "sitzen" - eine nochmalige Umorientierung sieht im Lebenslauf sonst aus wie "er kann sich nicht entscheiden", "er kann seine eigene Leistungsfähigkeit nicht einschätzen" oder "er ist nicht belastbar und geht immer den geringsten Weg des Widerstandes".

Antwort
von Omnivore07, 52

Nun habe ich mich durchgeforscht und dort und da nachgefragt und es heißt immer für Programmierung braucht man nicht wirklich Mathe

Das stimmt nicht. Mathe ist sogar sehr wichtig. Der Rechner rechnet halt mathematisch und logisch. Wenn du kein Mathe kannst, wie willst du dann komplexere Aufgaben lösen können? Wie willst du Beispielsweise eine Matritzen-Transformation für die Bildverarbeitung programmieren, wenn du keine Ahnung von Matritzen hast? Wie programmierst du einen FFT wenn du kein Schimmer von imaginären Zahlen hast?

Bleib dran. Programmieren wirst du noch genug in den höheren Semestern. Mehr als dir lieb ist!

Außerdem hatte mein Prof zu mir gesagt "Wenn du nur programmieren möchtest, dann bist du hier falsch"

Womit er recht hat! DU bestimmst NICHT den Lehrplan! Es gibt noch andere Kommilitonen, die gerne Informatiker werden wollen. Und dazu gehört nicht nur HelloWelt zu programmieren.

Spätestens wenn du Modellentwicklung machst, wirst du schnell mitbekommen "ohhh....hier brauch ich ja die Infinitesimalrechnung"

dass Informatik nicht nur programmieren ist sondern wirklich ich sag jetzt mal Computer Wissenschaft ist

völlig korrekt! So lautet auch die englische Bezeichnung des Studiengangs

Ich wollte wirklich NUR ein Programmierer werden und mit dem anderen Informatikzeug nichts zu tun haben und außerdem interessiert mich das garnicht.

Aber genau das andere "Zeug" gehört zu Informatik UND zum Programmieren dazu! Das kannst du mir glauben! Ich habe das Studium hinter mir und kann dir versichern, dass man auch das andere "Zeug" schon braucht

Muss ich Informatik studieren, um später Programmierer sein zu können oder geht das auch über ne Ausbildung?

Kannste so oder so machen. Aber im Studium lernste du davon am meisten!

Von den ca. 50 Modulen (ca. 6 x 8 (Fach)Semester), die ich im Studium hatte ich genau 21 Programmierfächer. Glaub mir....du programmierst noch genug. In deiner wissenschaftlichen Arbeit kannste sogar dich richtig ins Zeug legen.

Ich will es jetzt halt nicht bereuen wenn ich abbreche und später gesagt bekomme bzw. erfahre, dass man Informatik braucht um programmieren zu können.

Die anderen Dinge SIND aber wichtig!!!!111hundertelf

Sie ergänzen sich zu einem großen Kuchen! Wie willst du programmieren können, wenn du keine Ahnung von bool'scher Algebra hast?

Wie willst du programmieren können, wenn du nicht weißt wie ein integer aufgebaut ist?

Wie willst du programmieren können, wenn du nicht weißt was eine Matritze ist?

Wie willst du einen Ableitungsfilter für die Bildverarbeitung programmieren ohne überhaupt ableiten zu können?

Wie willst ordentlich programmieren können, ohne zu wissen wie intern die Rechnerarchitektur funktioniert?

Programmieren ist mehr als nur auf den Tasten rumhacken. Programmieren bedeutet auch, dass man sich mit dem drumherum auch auskennt. Ansonsten kommt nämlich nur Mist dabei raus.

Ich fand BWL auch stinkend langweilig....und?! deswegen brech ich doch mein Studium nicht ab. Ich wollte nämlich auch Programmierer werden. Und da gehört nun mal auch "Zeug" dazu, welches man weniger mag. Viele Module sind aber grundlegend für das Modul XYZ, bei dem du programmierst. Assemblerprogrammierung als Modul ist sinnlos, wenn man keine Ahnung von Rechnerarchitektur hat.

Bildverarbeitung ist sinnlos, wenn man kein Mathe kann.

Und jedes Programmierfach ist sinnlos, wenn man nicht die Grundlagen der Informatik (reines Theoriefach) kann.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Entweder du ziehst es durch und du bist neben ein spitzenmäßiger Programmierer später auch ein spitzenmäßiger Informatiker

ODER  du schmeisst das schöne Studium hin. Denn in dem Punkt hat dein Prof nämlich völlig recht! Wenn du NUR programmieren willst, dann bist du beim Studium falsch. Das müsste man aber vorher schon wissen, wenn man sich nur mal das Curriculum angeschaut hätte!

Ich würde mich freuen, wenn du es durchziehst...Wir brauchen Akademiker!

sooo....ich hoffe du überlegst dir das gründlich und verinnerlichst das was ich dir geschrieben habe.

Freundliche Grüße
Ein erfolgreicher Ex-Informatik-Student

Kommentar von NoHumanBeing ,

Programmieren wirst du noch genug in den höheren Semestern.

Bei uns war das eher umgekehrt. Bei uns wurde im Laufe des Studiums immer weniger programmiert. Inzwischen bin ich kurz davor, meinen Master abzuschließen und muss sagen, dass ich im Master fast gar nicht mehr programmiert habe.

Das stimmt auch nicht so ganz, aber das Programmieren ist eben "Handwerkszeug". Es geht später logischerweise nicht mehr ums Programmieren an sich. Es wird vorausgesetzt, dass man programmieren kann und man muss dann andere Probleme lösen und dafür vielleicht auch mal "ein bisschen was" programmieren. In vielen Veranstaltungen in "höheren Semestern" kommt man auch vollkommen ohne Code (nicht aber ohne Mathematik!) durch.

Ich habe das Studium hinter mir und kann dir versichern, dass man auch das andere "Zeug" schon braucht

Das hingegen kann ich getrost unterschreiben. :-)

Programmieren ist mehr als nur auf den Tasten rumhacken. Programmieren bedeutet auch, dass man sich mit dem drumherum auch auskennt. Ansonsten kommt nämlich nur Mist dabei raus.

Das auch! :-)

Antwort
von Zaccubus, 98

viele programmierer bringen sich das programmieren aus reiner interesse selber bei. das ist einfach nur handarbeit wo du weder eine ausbildung, noch ein studium für brauchst. informier dich mal im internet welche bücher bzw wie du es dir selber beibringst. das informatikstudium ist wie du bereits sagtest kein programmierstudium. es ist trotzdem, zumindest ist es bei mir so, ausgelegt dich zum programmierer "auszubilden". wie du am ende letztendlich programmieren kannst liegt an dir und deine hingabe zum programmieren. 

ich an deiner stelle würde das informatikstudium weitermachen und die das programmieren selber separat zum studium selber beibringen bzw. vorarbeiten. später bei der jobsuche kommt es logischerweise besser, wenn du sagst du hast ein abgeschlossenes informatikstudium als wenn du sagst das du dir selbst programmieren beigebracht hast.

Kommentar von jahamaha ,

ja ich weiß, aber das Problem ist, mir fehlt jegliches Interesse und Motivation mir den Stoff erklären zu lassen. Ich habe ehrlich gesagt keine lust mich 3 Jahre lang mich zu zwingen machen zu  lernen auf die  ich keine lust habe, nur um später den Abschluss zu haben. da würde ich lieber jetzt abbrechen und ne Ausbildung anfangen oder je nachdem was ich ergibt aber zwingend lernen will ich nicht, sondern nur wenn ich Interesse hätte ,was ich grad nicht hab

Kommentar von Zaccubus ,

das is natürlich was anderes. bin auch jetzt im ersten semester informatik und kann dich relativ gut verstehen. laut erfahrungsberichten von anderen informatikstudenten ist das aber angeblich normal das man es im ersten semester bereut und einem jegliche motivation fehlt. es soll im späteren semester viel besser sein. aber wenn du wirklich gar keine interesse hast ist ein studium natürlich schwachsinn. die entscheidung liegt bei dir :D

Kommentar von jahamaha ,

:d ich bezweifle, dass es für mich besser wird bzw dass ich Motivation bekomme, weil das einzige worauf ich motiviert bin ist die Programmierung und nicht die Informatik Themen, vor allem mathe^^

Antwort
von ThomasAral, 96

Programmierer kannst natürlich ohne Informatik Studium werden. Praxis ist da das wichtigste.

Antwort
von mrhashpipeotto, 84

kann es sein das du dich blauäugig ohne vorherige information einfach in ein studium gestürzt hast?... was du suchst findet man wohl eher bei angewandter informatik die zb in technischen universitäten angeboten wird, theoretische informatik ist mehr "wissenschafts"-bezogen (und weniger praxisbezogen) und hauptsächlich  darauf ausgerichtet dass man später weiterhin in einem uni umfeld arbeitet.

Kommentar von jahamaha ,

ja kann man so sagen, blauäugig reingestürzt bzw. mit der Erwartung programmieren zu lernen und nur darauf spezialisiert zu werden. aber bei angewandter informatik ist doch auch viel mathe und anderes zeug dabei oder nicht? weil ich möchte wirklich nur programmieren und nichts anderes :D

Kommentar von mrhashpipeotto ,

ja dann kauf dir einfach ein / mehrere programmierbücher auf amazon und lern den stoff, installier dir ein editor und dann kannst du proggen bis du schwarz wirst, problem gelöst :D

Kommentar von NoHumanBeing ,

was du suchst findet man wohl eher bei angewandter informatik die zb in technischen universitäten angeboten wird

Oder gar an "Hochschulen für angewandte Wissenschaften" (ehem. "Fachhochschulen").

Ein Hochschulstudium ist allerdings immer eine wissenschaftliche Ausbildung und es wird überall Mathematik und theoretische Informatik geben. Selbst an Fachhochschulen gibt es das.

Kommentar von mrhashpipeotto ,

ja dort auch^^... ich kenne einige die angewandte informatik studiert haben. die jungs sind gar nicht mal schlecht,...kennen sich mit dem wissenschafltichen teil aus und sind zudem top programmierer, können sich relativ schnell neues wissen aneignen und grosse projekte für top unternehmen wo teamarbeit gefordet ist völlig problemlos durchziehen, das managment, finanzplanung usw wird dabei natürlich auch berücksichtigt, das studium hat sich hier wohl gelohnt^^... die lachen sich über die theoretischen informatiker schlapp, einer meinte mal zu mir das die meisten von denen als wissenschafltiche mitarbeiter in der uni enden und ein lebenlang für ein appel und ein ei dem prof die mappen hinterherschleppen dürfen :D

Kommentar von jahamaha ,

Soso leute ich habe mich nun entschlossen :D

ich breche mein Studium ab und fange eine Ausbildung an als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Ich will das jetzt unbedingt machen, weil ich jahrelang motiviert war programmieren zu lernen und deswegen das Informatikstudium begonnen habe...doch nun habe ich erfahren, dass im Informatikstudiengang weitausmehr als programmieren beigebracht wird, was mich aber gaaarnicht interessiert :D ich wollte, will und werde wirklich nur Interesse fürs Programmieren haben und nicht für die anderen Informatikthemen. Das geile ist haha ich freue mich grad so übelst auf die Ausbildung, weil ich dort endlich das machen kann, was ich wollte und zwar... NUR PROGRAMMIEREN LERNEN UND ANWENDEN und nicht die Themen habe wie im Informatikstudium vor allem dieses trockenen und für mich uninteressante Mathe..

achja mal so nebenbei.. welche Mathegrundlagen erfordert denn Reines Programmieren bzw. in der Ausbildung? bitte nicht mit informatikmatte ankommen haha

Kommentar von jahamaha ,

:D Leute danke, für eure hilfreichen Kommentare und Aufklärungen. Nur das Problem ist..ich habe wirklich nicht den Hauch bzw. nicht mal den Ansatz von Interesse an diesen Informatikthemen, sondern ich interessiere mich nur fürs Programmieren^^. Wenn das bedeutet, dass ich mein Informatikstudium abbrechen muss, dann ist das halt so :D

Kommentar von Omnivore07 ,

Du hast echt komische Vorstellungen! Hast du vorher nicht ins Curriculum geschaut?

Ich hoffe du bekommst dann bald mal eine Aufgabe zu Programmieren, wo du Infinitesimalrechnung, Matritzenrechnen, UML, Netzwerktechnik oder ähnliches als Vorraussetzung brauchst. Dann wirst du merken, dass du das nicht programmieren darfst....dann programmiert es halt der Klaus für dich. Und du wirst dich schwarz ägrern, dass du nieee das Studium durchgezogen hast und nur Klasse 3 Aufgaben zum programmieren bekommst, weil du für Klasse 1 Problemematiken nicht das nötige Fachwissen mitbringst.

Dann wirst du dich so richtig Schwarz ärgern...

Viel spaß

Kommentar von mrhashpipeotto ,

das vertiefte wissen bekommt man in einem studium auch nicht, die meisten themen kratzen grad mal an der oberfläche oder sind komplett veraltet... ich bekomme ständig first class projekte zugeteilt wo zb komplizierte single page cloud applications umgesetzt werde sollen die über ein servercluster laufen und dahinter viele service stehen wie zb ein realtime datenauschtausch, oder performante volltextsuche über elasticsearch,  etc... sowas aufzubauen ist nicht ganz einfach und informatik studiert hab ich nicht, also wie du siehst geht auch ohne und da bin ich keine ausnahme, in meinem team sind viele die was auf dem kasten haben aber kein info studiert haben :D 

Kommentar von Omnivore07 ,

das vertiefte wissen bekommt man in einem studium auch nicht, die meisten themen kratzen grad mal an der oberfläche oder sind komplett veraltet

Das ist völliger Unsinn! Die meisten Themen werden ausgiebig behandelt. Und wer sich mehr dafür interessiert, dafür gibt es so ein nettes Wort, das nennt sich SELBSTSTUDIUM! Empfiehlt dir JEDER Prof. Sogar mit Literaturhinweisen!

sowas aufzubauen ist nicht ganz einfach und informatik studiert hab ich nicht

toooooll. ICH ABER! Also kann ich das auch beurteilen WAS im Studium gelehrt wird. DU NICHT!

in meinem team sind viele die was auf dem kasten haben aber kein info studiert haben :D

Und bekommen trotzdem keine komplexeren Probleme auf den Kasten, wenn sie keine Ahnung von Infinitesimalrechnung und Matritzen haben....aber gut....behalte du dein "glauben"

Kommentar von mrhashpipeotto ,

hat mit glauben nix zu tun, bin ja nicht in der kriche, ich seh es ja direkt vor mir was meine jungs so gezaubert haben, kann mich über die auftragslage nicht beklagen und die kunden würde ja nicht neue aufträge an uns vergeben wenn die unzufrieden wären und dass sind keine kleinunternehmen,... da kannste mit deinen poppel apps nicht mithalten :D

Kommentar von Omnivore07 ,

da kannste mit deinen poppel apps nicht mithalten :D

looool, Glaskugelbesitzer und Kaffeeleser bsist du wohl noch Nebenberuflich!

Ich fall' gleich von Hocker

https://www.youtube.com/watch?v=_9fFEqw1LOE

Kommentar von NoHumanBeing ,

Einbildung ist auch Bildung. ;-)

Wenn Du tatsächlich was "auf dem Kasten hättest", würdest Du hier nicht so herumprahlen mit Deinem angeblichen "Spezialwissen". ;-)

Kommentar von Omnivore07 ,

Die Höhe ist ja noch, dass er andere Beurteilt sie würden nur "poppel Apps" programmieren.

Um eins schon mal festzuhalten: Apps programmiere ich gar nicht!

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ich (bisher) auch nicht.

Im Moment entwickle ich hauptsächlich Simulationen für das (natur- und ingenieurs-)wissenschaftliche Umfeld und befasse mich dafür sowohl mit der "Informatikseite" (Stichwort "high-performance computing"), als auch insbesondere mit der "Problemseite" (sprich mit den "angrenzenden Wissenschaften").

Mein "zweites Standbein" ist der Bereich Sicherheit mit allem, was dazu gehört, sprich Security Audits, Pentesting, Kryptographie/Kryptoanalyse, etc.

Das geht alles wunderbar zusammen, ist "breit genug", dass man immer was zu tun hat, und trotzdem "speziell genug", dass man nicht so schnell Konkurrenz von "Popel-Apps" (und "Webentwicklern" ;-) ) bekommt.

(Ok, dass ich es so auf die Webentwickler abgesehen habe, ist natürlich auch fies, aber ich meine das nicht wirklich ernst. Ich möchte nur verdeutlichen, wie unsinnig eine solche Einordnung ist. Man braucht auch die Leute von der Uni, man kann nicht alles nur mit Praxiserfahrung machen.)

Kommentar von NoHumanBeing ,

das vertiefte wissen bekommt man in einem studium auch nicht, die meisten themen kratzen grad mal an der oberfläche

Hahahahaha! Ja nee is klar, die Leute drehen da 5 (oder mehr!) Jahre lang nur Däumchen und "kratzen an der Oberfläche".

Ich würde sagen selbst in einem Semester Informatikstudium lernst Du schon sehr viel mehr, als in 5 Jahren "Berufspraxis". In letzterem darfst Du nämlich nur malochen und die wenigsten Projekte sind sehr anspruchsvoll. An der Uni wird der Anspruch hingegen ständig hoch gehalten. Dort gibt es keine "Routineprojekte", weil es ja schließlich nur ums Lernen geht.

Kommentar von mrhashpipeotto ,

also wir hatte letztens ein dipl informatiker bei uns, der konnte in der tat alles therotische zb über message queues auswendig, als wir den sagten das der doch für ein clustersystem zeromq implementieren und anpassen soll, da der kunde dafür zahlt, kamen nur 3 fragezeichen, - konnte der nicht, hat der an der uni nicht gelernt, war mit der aufgabe masslos überfordert... musste dann unser 16 jähirger praktikant implementieren^^ ... informatiker != informatiker :D

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ist eigentlich logisch, dass er sich nicht mit einer sehr speziellen Bibliothek auskennt, die ihr bei Euch einsetzt, oder? Ja, die Bibliothek ist Open-Source, aber man kann eben nicht alles bereits kennen. Ich würde sagen, es ist "speziell" (und "exotisch") genug, dass es verständlich ist, warum so etwas an der Uni nicht gelehrt wird. Aber auch ein "Praxiserfahrener", der aus einem anderen Unternehmen kommt, wird dieses Wissen sehr wahrscheinlich nicht mitbringen, weil es dort höchstwahrscheinlich nicht eingesetzt werden wird.

Ein weiterer Unterschied ist eben, wenn ihr ihm die Einarbeitungszeit gebt (die Euer "16-jähriger Praktikant" wohl schon hatte), bekommt er es vermutlich auch hin. Man bekommt aber umgekehrt nicht jedes Problem mit "ein bisschen Einarbeitung" gelöst. Für anspruchsvollere Dinge braucht es dann eben doch die Theorie, so sehr die "Praktiker" sie auch scheuen.

PS: Ich bin auch kein Freund von theoretischer Informatik im Sinne von "Formale Sprachen", "Automatentheorie", etc. Ich bin auch niemand, der sonderlich "gerne" Beweise führt, ganz im Gegenteil! Aber es hat alles seinen Einsatz. Formale Sprachen und Automaten sind beispielsweise sehr hilfreich, wenn man Parser bauen möchte. Ich war für ein privates Projekt sogar schon einmal in der Bedrängnis, dass ich so etwas tatsächlich bauen musste, weil eine Software plötzlich so komplex wurde, dass sie nicht mehr über "normale" (fixe) Parameter zu steuern war, sondern plötzlich "skriptbar" werden musste. Da war ich dann froh, dass ich den Zustandsautomaten hinbekommen hatte, um die Skripte in Tokens zu parsen und anschließend auch den Kellerautomaten, um sie zu interpretieren und abzuarbeiten. (Später wurde der Interpreter dann sogar zu einem JIT umgebaut.) Ist jetzt sicher nicht so häufig, dass man so etwas braucht, kann aber passieren. Und das "liest Du Dir nicht mal eben an". Wie gesagt, ich "mag" es auch nicht unbedingt. Es ist nichts, was ich "gerne mache". Aber es hat seine Daseinsberechtigung. Man braucht es "leider" ab und an. ;-) Anderes Beispiel: Viele Netzwerkprotokolle sind beispielsweise auch "stateful" und lassen sich als "formale Sprachen" beschreiben und so auch hoffentlich korrekt und "sicher" (z. B. frei von irgendwelchen "Leaks") implementieren.

Kommentar von mrhashpipeotto ,

@nohuman: ja du bist ja jemand der das theoretische sowie das praktische wissen mitbringt, so sollte es mMn auch sein um  projekte qualitativ  umsetzen zu können... kleine analogie dazu: was bringt dem patienten zb ein chirurg der mit dem skalpell nicht umgehen kann, da kann der noch so gut promoviert haben, wenns an der praxis scheitert wird man den wohl nicht einsetzen, da ist der arzt nicht glücklich und der patient wohl auch nicht  :D 

Antwort
von spaghetticode, 64

DesbaTop hat recht. Die allerwenigsten studierten Informatiker werden Programmierer. Ich kenne zufällig eine Ausnahme, und der verdient auch überdurchschnittlich gut, aber die Regel ist das nicht. Was du suchst, ist tatsächlich eine Berufsausbildung zum Fachinformatiker, Fachrichtung Anwendungsentwicklung.

Kommentar von NoHumanBeing ,

und der verdient auch überdurchschnittlich gut

Überdurchschnittlich gut für einen Programmierer schätze ich, aber unterdurchschnittlich gut für einen studierten Informatiker.

Nicht, dass ich die Implementierungsphase "niedermachen" möchte, aber so ist es nunmal. Mich wundert, dass hier überhaupt "getrennt wird". Meiner Erfahrung nach entspricht das überhaupt nicht der Realität. Ich entwickle hauptsächlich Simulationsanwendungen für die naturwissenschaftliche Forschung und dort ist es eigentlich selbstverständlich, dass man mit sämtlichen Phasen des Software-Lifecycles (Anforderungsanalyse, Entwurf, Implementierung, Test, ...) betraut ist. Selbst vor dem Erfassen von Messdaten oder dem Aufbau von Versuchen zur Validierung von Ergebnissen schrecken wir Informatiker dort nicht zurück, auch wenn unsere natuwissenschaftlichen Kollegen das natürlich wesentlich häufiger (und hoffentlich wesentlich besser ;-) ) machen.

Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, dass es überhaupt anders funktionieren kann. Wer sitzt denn bitte heutzutage (insbesondere als "studierter Informatiker") ausschließlich in seinem Büro vor'm Computer und hackt Codezeilen in den Compiler? Welches Unternehmen oder welches Institut sollte so ein Entwicklungsmodell haben? Und welchen Sinn sollte es haben, sich als Informatiker dermaßen einzuschränken und einen solch (sorry) monotonen Job anzunehmen?

Kommentar von spaghetticode ,

Überdurchschnittlich gut für einen Programmierer schätze ich, aber unterdurchschnittlich gut für einen studierten Informatiker.

Ja, natürlich.

Antwort
von grtgrt, 44

Merke: Erst ein Studium — am besten an einer Technischen Hochschule — macht aus einem Hobby-Programmierer einen kompetenten, gut bezahlten Software-Entwickler! 

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