Frage von thlu1, 34

In wieweit werden wir durch Bilder in der Öffentlichkeit manipuliert?

Es gab vor einiger Zeit eine ähnliche Frage, die aber auf eine bestimmte Person fixiert war. Und da es sich um eine stark polarisierende Person gehandelt hat, waren die Antworten auch mehr auf die Person, als auf die Sache ausgerichtet.

Tatsache ist, uns begegnen Bilder, in Zeitungen, Zeitschriften o.ä. die bei uns durchaus ein Stimmungsbild hinterlassen.

Die Frage ist, wenn die Presse solche Bilder veröffentlicht, in wieweit dient das evtl zur Unterstützung einer These, ab wann wäre es tatsächlich Manipulation? Was ist gewollt, was darf sein bzw. wo sind die Grenzen?

Ein spannendes Thema, wie ich finde und ich hoffe auf viele Standpunkte, die gerne auch konträr sein dürfen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DonkeyDerby, 15

Jedes Bild manipuliert, auch das unbearbeitete Bild. Denn es ist nur eine Momentaufnahme. Und es ist der Blickwinkel des Fotografen. Das liegt in der Natur der Sache und lässt sich gar nicht ändern.

Muss man das bedauern? Nein. Solange die Presse frei ist, ist sie auch frei, Meinung zu machen. Das ist sogar die Aufgabe der Presse. Da wir in Westeuropa Zugang auch zu internationaler Presse haben, haben wir ausreichend Möglichkeit, uns vielseitig zu informieren.

Ich bedauere auch manchmal, dass gerade im Israel-Palästina-Konflikt von deutschen Medien nicht immer ausgewogen berichtet wird. Aber deswegen würde ich nicht auf die Idee kommen, eine Zensur irgendwelcher Art zu fordern.


Kommentar von Jekanadar ,

Gerade was internationale Nachrichten angeht, ist das Internet eine große Hilfe um möglichst viele Blickwinkel abzudecken.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Richtig. Allerdings muss man gerade im Internet imstande sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Gerade weil es im Internet überhaupt keine Filterfunktionen gibt und jeder einsame Geist seine Hypothesen aufstellen kann, ohne dass auch nur ein zweiter Mensch sie "gegenliest", braucht es ein gerüttelt Maß gesunden Menschenverstand, um die Flut an Information richtig einzuordnen.

Das Internet ist beides zugleich: Informationsmedium und Desinformationsmedium.

Antwort
von Jekanadar, 12

Eine schwierige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt.
Ich denke, man sollte sich die Quelle, aus der eine Information stammt, immer gründlich ansehen. Natürlich haben Reporter die Pflicht neutral/sachlich zu berichten, aber gerade die sog. Yellow Press beschreitet oft genug den schmalen Grad zwichen Sachlichkeit und Quote. Ich persönlich finde es problematisch, dass zB. Zeitungen auf diese Weise Verkaufszahlen generieren wollen, aber aus wirtschaftlicher Sicht kann ich es verstehen.

Eine bewusste Manipulation ist in der heutigen Zeit, zumindest in Deutschland, nicht möglich. Es gibt einfach zu viele Quellen, aus denen man seine Nachrichten ziehen kann um alle gleichzuschalten. Jeder kann und sollte sich sein eigenes Bild machen.

Und manchmal schadet auch ein wenig gesunder Menschenverstand nicht unbedingt :-)

Antwort
von Centario, 22

Bilder können ein ungeahntes Ausmaß für positives und auch negatives haben. Ich denke Grenzen lassen sich nur schlecht oder überhaupt nicht ziehen. Bilder sind auch noch manipulierbar was sich zum teil nicht mehr nachweisen lassen muß. Ist echt spannend das Thema.

Was der eine als hilfreich empfindet, lehnt ein anderer grundsätzlich ab. Die Betrachter sind unterschiedlich.


Kommentar von thlu1 ,

Ich glaube ja sogar, dass in gewinnen Situationen es sogar ausdrücklich erwünscht sein kann, um Beispielsweise eine Betroffenheit zu wecken, weil sonst sich niemand auf ein bestimmtes Thema aufmerksam wird. Auf der anderen Seite kann ich mit der Wirkung eines Bildes auch Meinung in eine bestimmte Richtung lenken und ich glaube, dass das sogar fast täglich passiert. Ja ich sehe das tatsächlich so, wie du.

Kommentar von Centario ,

Um nicht zu vergessen wird mit Bildern eine Menge Geld verdient und das bekommt man nur wenn sie eben den bestimmten Zweck erfüllen.

Antwort
von k3ltis, 17

Ach dürfen die Standpunkte auch konträr sein? Wie großzügig.

Da wir non-stop mit Werbung zugeballert werde, filtern die meisten Menschen Ottonormalverbraucher-Werbung schon raus. Das gefällt der Industrie und den Medien nicht.

Deshalb versucht man die instinktgetriebene Seite anzusprechen (Sex sells) oder möglichst erschütternde Nachrichten zu produzieren (schocker news).

Perfektioniert hat dieses Prinzip die Bildzeitung. Dort arbeiten ein paar echt gerissene Publizisten. Alles natürlich sachneutral.

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