Frage von Dieter1952, 24

In wieweit ist eine Notwehrmaßnahem planbar?

In den letzten Jahren bin ich einige Male von Jägern angegriffen worden, die mich mehrfach auch verletzt haben (bei einer Gerichtsverhandlung wurde mir dann auch Schmerzensgeld zugesprochen). Der Grund lag darin, dass ich immer mal wieder illegale Tierfallen und vergiftete Greifvögel entdeckt und bei der Jagdbehörde angezeigt habe. Nachdem mir dann ein Jäger mit einem Plastikkanister an den Kopf geschlagen hatte, habe mir für etwaige Notwehrmaßnahmen CS-Gas gekauft.

Im November 2014 bin ich dann auf einem schmalen Pfad durch einen Wald gelaufen. Als ich hinter mir Geräusche hörte, drehte ich mich um und sah, dass ein Mann sehr zügig auf mich zukam (wie sich später herausstellte – ein Jäger). Als er ungefähr 15 Meter von mir entfernt war und wohl merkte, dass ich ihn wahrgenommen habe, lief er kurz etwas langsamer und fragte sehr aggressiv „Was wollen Sie hier?“. Ich habe ihn aufgefordert, stehen zu bleiben, woraufhin er wieder schneller wurde und sagte „das ist Privat“. Ich habe daraufhin die Dose CS-Gas aus der Tasche geholt, ihm diese deutlich gezeigt und ihm gesagt „ich habe hier Pfefferspray!“ Als er ca. 10 Meter von mir entfernt war, habe ich ihn erneut aufgefordert, anzuhalten. Das beeindruckte ihn offensichtlich nicht. Als er auf ca. 5 Meter herangekommen war, habe ich sehr laut „Halt!“ gerufen. Er lief weiter und hob in ca. 3 Metern Abstand von mir seine Hand in meine Richtung. Offensichtlich wollte er mich angreifen. Aus diesem Grunde bin ich einige Schritte rückwärtsgegangen und habe dann, da er sich mir trotzdem weiter näherte, das CS-Gas eingesetzt (Jede weitere Überlegung, wie ich mich verhalten könnte, hätte in meinen Augen zu einer körperlichen Auseinandersetzung geführt). Er stolperte daraufhin und ich hab mich schnell von ihm entfernt, bin zu meinem Auto gelaufen, habe mich hineingesetzt, musste mich dann jedoch noch einige Minuten beruhigen und bin anschließend nach Hause gefahren.

Knapp 1 Jahr später erhielt ich ein Schreiben seines Anwalts mit einer Schmerzensgeld-Forderung. Daraufhin habe ich mir einen Anwalt genommen. Dieser meint, es habe keine Notwehrlage gegeben und ich hätte weglaufen müssen. Da ich in den letzten Jahren 3 schwere Bandscheibenvorfälle hatte, bin ich in meiner Bewegung stark eingeschränkt und konnte zusätzlich nicht aus dieser Lage flüchten, da mir der Jäger jeden Weg aus dem Wald heraus abschneiden konnte (es handelt sich um einen schmalen Wald-Streifen, der beidseitig durch breite Gräben begrenzt ist). Meine Annahme, dass mein Anwalt auf Notwehr plädieren würde, ist damit wohl fast unerfüllbar geworden.

Antwort
von Dieter1952, 13

Hallo wolfram0815,
vielen Dank für Dein Interesse an dem Thema. Ich denke er kannte mich ... nicht persönlich, aber durch Gespräche mit seinen "Kollegen", die mich schon mehrfach attackiert haben. Ich war in dem Wald, um eine illegale Falle zu kontrollieren, befand mich aber zu dem Zeitpunkt des "Angriffs" weit davon entfernt. Aussage meines Anwalts: "Dafür müsste es einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff gegen Sie gegeben haben ... und das ist zweifelhaft."

Antwort
von wolfram0815, 13

So ein Pfefferspray darf ja nur zur Notwehr eingesetzt werden. Was sagt dein Anwalt dazu? Kannte dich der Jäger? Bist du an diesem Tag nur spazieren gegangen? 

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