Frage von MuttiSagt, 60

Inwiefern darf eine Unfallversicherung bei Vorschäden ablehnen?

Ich hatte im Januar einen Kreuzbandriss. So weit so gut. Der Unfallversicherung gemeldet, hat sie auch akzeptiert. Nun wollen die aber für Folgen nicht aufkommen, weil das Knie vor geschädigt ist. Also ich bin fast 50 und hab halt ein bisschen Arthrose im Knie, wenn man es röntgt, aber das hat ja fast jeder in meinem Alter. Dürfen die das jetzt ablehnen?

Antwort
von NochWasFrei, 31

Sollst du gar keine Leistung bekommen oder nur weniger als erhofft?

Das Stichwort lautet hier Mitwirkung von Krankheiten oder Gebrechen. Wenn für den jetzigen Schaden z.B. 50% auf die Krankheit zurückzuführen sind, wird der ermittelte Invaliditätsgrad entsprechend um 50% gekürzt. Das ist auch vollkommen legitim.

In der Regel wird die Mitwirkung erst dann berücksichtigt, wenn ein gewisser Prozentsatz überschritten wird (bei guten Tarifen ist dieser Prozentsatz höher als bei schlechten). Schau mal in deine Bedingungen was zu diesem Thema dort steht.

Oder geht es hier darum, dass die Arthrose bereits bei Antragsstellung bekannt war aber verschwiegen wurde? Dann sind wir im Bereich vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung. Hier kann es zu unterschiedlichen Konsequenzen kommen (§19 VVG), die ich hier jetzt nicht alle einzeln aufzählen will.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 8

Es ist natürlich immer schwer abzugrenzen, was Unfallfolge oder Verschleiß ist.

Schwieriger wird es, wenn du wegen dieser Vorschädigung einen anderen Unfall hast. Dann musst du damit rechnen, dass abgelehnt wird, weil du ohne dieses Handycap, gar keinen Unfall gehabt hättest.

Antwort
von clrvlttn, 44

Die Frage stellt sich eher ob die Arthrose bei Vertragsschluss bekannt war?
Die Unfallversicherung muss für alles aufkommen, was mit dem Unfall (Kreuzbandriss) zu tun hat. 

Allerdings ist in deinem Fall sehr schwierig festzustellen welche Symptome aufgrund vom Kreuzbandriss und welche aufgrund der Vorerkrankung auftauchen.
Die Versicherung kann bei allen Folgen die du der Versicherung aufgrund des Unfalls meldest, sagen das diese Folgen aufgrund der Vorerkrankung sind. 

Die sogenannte Beweispflicht liegt bei dir. D.h. du musst beweisen das die Folgen aufgrund des Kreuzbandrisses aufgetreten sind. Dazu am besten mal beim Arzt nachfragen. Wenn das möglich ist, müssen Sie dir das zahlen.

Antwort
von Bleistein, 31

In der Unfallversicherung können ja verschiedene Leistungen versichert sein. In der Regel hat man eine Invaliditätsgrundsumme, die erst nach Unfall, Behandlung und Reha (in der Regel nach einem Jahr) je nach Invaliditätsgrad ausgezahlt wird.

Daneben gibt es noch Renten, Verletzengelder, Krankenhaustagegelder und Assistenzleistungen, wenn man sie den eingeschlossen hat.

Bei der Invaliditätsleistung wird die Mitwirkung von Vorerkrankungen immer mit berücksichtigt. Wie genau und ab welchem "Mitwirkungsgrad" steht in den Bedingungen. Und hier unterscheidet sich auch die Qualität von unterschiedlichen Produkten. Übrigens spielt es dabei keine Rolle, ob die Erkrankungen erst vor oder nach Vertragsabschluss aufgetreten sind (bitte nicht verwechseln mit BU).

Für die Auswirkung der Vorerkrankung müsste bei Dir also anteilig ein Abzug gemacht werden. Wenn Du dadurch dann unter eine bestimmte Schwelle für die Zusatzleistungen fällst, kann es sein, dass dann z.B. die Rente nicht gezahlt wird, weil der Mindestinvalidität nicht erreicht ist.

Antwort
von SaVer79, 49

War der kreuzbandriss vor oder nach Abschluss der Versicherung?

Kommentar von MuttiSagt ,

Danach

Antwort
von tapri, 30

Hast du die Arthrose bei Vertragsabschluss schon gehabt und gemeldet? Dann dürfen sie nicht ablehnen. Hast du sie verschwiegen, dürfen sie ablehnen.

Kommentar von MoechteAWissen ,

Leider dürfen die das doch !


Es geht in diesem Fall nicht um eine vorvertragliche Obliegenheitsverletzung, sondern um den  Mitwirkungsanteil

Kommentar von tapri ,

das weiß ich, Ich bin auf die generelle Ausgangssituation eingegangen, denn wenn nicht gemeldet, dann eh keine Chance

Kommentar von DolphinPB ,

Na ja, da kommt es dan auch auf die Gesundheitsfragen an. Nicht jeder Unfallversicherer stellt überhaupt solche, und wenn, wäre noch zu klären ob auf Grund der Fragestellungen es überhaupt angegeben werden musste.

Kommentar von MuttiSagt ,

Nein die Arthrose hat man erst beim Röntgen im Rahmen der Kreuzbandgeschichte gefunden

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