Frage von StefanISTback, 34

Inwiefern handelt es sich bei Rawls und Nozick (Philosophen) um deontologische Ansätze?

Es geht um das Thema Gerechtigkeit.
Danke im Voraus.

Antwort
von Grautvornix16, 13

Hi, nachfolgende Erläuterung hättest du auch selber "googlen" können ;-):

"Deontologie (griechisch: δέον (deon) das Erforderliche, das Gesollte, die Pflicht, daher auch Pflichtethik) bezeichnet eine Klasse von ethischen Theorien, die Handlungen unabhängig von ihren Konsequenzen zuschreiben, intrinsisch gut oder schlecht zu sein. Entscheidend ist dabei, ob die Handlung
einer verpflichtenden Regel gemäß ist und ob sie aufgrund dieser
Verpflichtung begangen wird.

Deontologische Theorien unterscheidet man innerhalb der Ethik gewöhnlich von konsequentialistischen Theorien, die nicht den intrinsischen Charakter einer Handlung selbst, sondern ausschließlich ihre Konsequenzen für moralisch relevant ansehen."

Das kannst du jetzt als "Analysealgorhythmus" durch deine eigene Beschäftigung mit Rawls und Nozik laufen lassen, um eine Antwort zu finden.

Was die Bewertung beider Ansätze betrifft würde ich im ersten Fall auch lieber von einer prinzipienbasierten Ethik sprechen. Die dabei seit ewigen Zeiten immer wieder gerne vorgetragenen angeblichen Widersprüche sind m.E. Scheinwidersprüche, da dieser Ansatz von einer Befolgung der Prinzipien von allen Mitgliedern einer (Rechts-) Gemeinschaft ausgeht und insofern diese Beispiele wie das Ausliefern eines Freundes nur weil man nicht lügen darf (Kant-Diskussion) aus meiner Sicht Hokus-Pokus sind da dieser Fall dann gar nicht eintreten würde. Zudem beinhalten diese Ansätze bereits einen "Konsequenzialismus" und zwar der Art, daß aufgrund der Tatsache, daß Konsequenzen nach Umfang und Wirkung überhaupt nicht in der notwendigen Berechenbarkeit möglich sind, um als leitend für Handlungsentscheidungen herangezogen werden zu können und deshalb eben nur ein "Konsequenzialismus des kleinsten gemeinsamen Nenners" plausibel ist.

Darüber schließen sie in keiner Weise das Recht zum Widerstand gegen Unrechtssysteme aus, wenn "das System" selbst z. B. den Prinzipien gerechten Handelns widerspricht.

Der Konsequenzialismus und "Utilitarismus" sind eng miteinander verbunden und letzlich der Versuch, Gesellschaften, die auf der offensiven Selbstausbreitung ihrer Interessen oder der ihrer Individuen basieren eine scheinbare ethische Absicherung zu vermitteln und insofern entspringt er auch der "Denke" dieser Gesellschaften. Da wird dann der Satz: "Ups, das konnte ich ja nicht ahnen", zum Kalkül einer Verlagerung des Risikos eigener Unbedachtheit und Fehlentscheidungen in den Lebensbereich Anderer.

Eine prinzipienbasierte Verantwortungsethik dagegen berücksichtigt als Konsequenz bereits die Erkenntnis, daß Prognosen immer dann besonders schwierig sind wenn sie sich mit der Zukunft beschäftigen und deshalb eine Mißachtung dieser Erkenntnis auch nicht geeignet ist, Fehlhandlungen zu legitimieren.

Gruß

Antwort
von authumbla, 19

Beide waren Pflichtethiker, die die Ansicht vertraten (trotz unterschiedlicher Ansätze und Ziele), dass das Handeln immer auf der Basis fester Pflichten und Regeln zu erfolgen hat, ungeachtet der Konsequenzen.

Das Streben nach guten Konsequenzen darf also für Deontologen wie
Nozick oder Rawls nur innerhalb eines Rahmens geschehen, der
durch die Beachtung der relevanten Rechte und Pflichten abgesteckt wird, selbst, wenn das zu einem katastrophalen Ergebnis fürhren könnte.

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