Frage von laserata, 69

In welchen Sprachen gibt es die palatalen Konsonanten [c] und [ɟ]?

Ich möchte wissen, in welchen Sprachen die palatalen Plosive [c] und [ɟ] existieren. Gibt es eine Website der Art "vom Laut zur Sprache", auf der man nachschauen könnte, in welchen Sprachen bestimmte Laute (phonologisch oder phonetisch) existieren?

In diesem konkreten Fall interessieren mich die palatalen Plosive [c] und [ɟ] (nicht die Affrikaten [tɕ] und [dʑ], wie es sie im Kroatischen gibt). Als Beispielssprachen für [c] und [ɟ] nenne ich mal Tschechisch, Slowakisch und Griechisch. Welche weiteren Sprachen kennen diese Laute (oder einen der beiden)?

Ein paar konkrete Beispiele:

[c] :

Slowakisch: Ako sa máTe?

Griechisch: τραπεζάΚι

[ɟ] :

Slowakisch: ďakujem

Griechisch: αγκίστρι

Antwort
von Wissen321741, 13

Bei Wikipedia stehen fast alle pulmonalen Konsonanten, kuck doch mal hier: de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen, da sind alles aufgelistet, wenn du auf die einzelnen klickst, kommst du zu den Lauten, oder du gibst einfach gleich bei der Wikipediasuche ein was du brauchst.

Kommentar von Wissen321741 ,

dann kuckst du eben nach palatalen Plosiven

Kommentar von Wissen321741 ,

dieses c gibt es noch in Polnisch, Persisch, Lettisch und weiteren Sprachen, der andere plosive Laut kommt im Lettischen, Kastilischen und anderen Sprachen vor

Kommentar von laserata ,

[c] gibt es im Polnischen und Persischen NICHT. Das weiß ich ganz genau (im Persischen als Allophon immerhin "fast"). [ɟ] gibt es im Spanischen ebenfalls NICHT. Ich spreche [c] und [ɟ] muttersprachlich und habe mich darüber schon ab und zu mit Sprechern anderer Sprachen ausgetauscht. Ich suche im Moment nicht halbrichtige Infos aus der Wikipedia oder sonstwoher, sondern richtige und zutreffende Infos. Trotzdem danke für die Mühe.

Kommentar von Wissen321741 ,

Beide Laute gibt es im Polnischen, wenn auch nicht immer, aber sie kommen vor

Antwort
von WorldHistory99, 40

Das erste gibt's in Albanisch,Baskisch,Bulgarisch,Katalanisch,Chinesisch,Tschechisch,Niederländisch,Englisch,Französisch,Ungarisch und vielen weiteren Sprachen

Das zweite gibt's in Albanisch,Arabisch,Baskisch,Katalanisch,Chinesisch,Korsisch,Französisch,Irisch,Italienisch und ebenfalls vielen weiteren Sprachen

Kommentar von laserata ,

Ah, danke für die Anregungen. Könntest du mir Beispiele für Französisch und Italienisch geben? Es würde mich nämlich bei diesen Sprachen sehr wundern (ebenfalls bei Katalanisch). Vielleicht meinst du irgendwelche Allophone, die den genannten Konsonanten mehr oder weniger ähneln (?, wie gesagt meinte ich keine Affrikaten und auch keine Doppellaute). Zumindest bekommen weder Franzosen noch Italiener es auf die Reihe,  die Konsonanten einfach so auszusprechen. Tschechen und Griechen können sich z.B. dagegen bestimmte Wörter ihrer Sprachen gegenseitig akzentfrei nachsprechen. 

Aber mach dir auch nicht allzu viel Mühe. Die genannten Sprachen sind schon mal interessant. Dem werde ich nachgehen.

Kommentar von WorldHistory99 ,

Beim ersten im Franz. qui und Ital. chi

Beim zweiten Franz. gui (Mistelzweig) und Ital. ghianda

Kommentar von laserata ,

Ah, na ja. "qui" und "chi" ist bei weitem noch nicht palatales [c], fr. "gui" bei weitem noch kein palatase [ɟ], und im italienischen "ghianda" haben wir vorm glide "-i-" ebenfalls bei weitem noch kein [ɟ]. Aber was soll's. [c] im Baskischen ist schon mal ein Fakt. Nach deiner Erwähnung fiel mir plötzlich ein, wie ich das (im spanischen Baskenland) mal nachsprechen sollte bzw. nachsprach. Griechisches komplett palatales [c] wurde dann sofort als "korrekt" bestätigt.

Kommentar von laserata ,

P.S.: Ich betone "vollkommen / komplett palatal" so sehr, da ich nicht meine, wenn sich die Artikulationsstelle "um 2 Millimeter" nach vorne bewegt, sondern wenn sie wirklich wie beim deutschen [ç] palatal ist. (Bei deutscher Standardaussprache, also nicht etwa das Kölner Gezische).

Kommentar von WorldHistory99 ,

Das kann sein. Ich hab diese Information aus einer Liste vom Internet. Aber als Sprachwissenschaftler versuche ich natürlich so viel wie möglich selbst herauszufinden.

Kommentar von laserata ,

Ah, ok. Ich bin Phonetiker und Sprachwissenschaftler (also als getrennte Studienfächer studiert). Die Beispiele "chi" und "ghianda" sind gute Beispiele dafür, dass es hier und da immer wieder Tendenzen gibt, irgendwas überzuinterpretieren. Der banale Grund ist dann meiner Meinung nach meistens der einfache Fakt, dass der entsprechende Autor das angeblich Vorgefundene selbst gar nicht richtig kennt. Selbst das spanische "ch" aus "mucho" hab ich schon als [c] transkribiert gesehen, was wirklich Quatsch ist. Das palatale [c] ist keine Affrikate (es ist exakt die "Verschlussvariante" zum deutschen (oder griechischen) [ç] ).

Kommentar von WorldHistory99 ,

Stimmt ich hab auch schon so einige ungewöhnliche Transkriptionen entdeckt. Allerdings beschäftige ich mich eher weniger mit Phonetik, als mit Sprachtyplogie und -geschichte. Alles in allem ist es aber dennoch sehr interessant!

Antwort
von laserata, 32

Ich hätte vielleicht lieber was zu Minecraft fragen sollen...

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