Frage von MrFrageAntwort, 121

In welchem Staat hat man als christ privilegien oder welcher staat richtet sich nach dem christentum?

Antwort
von maxZ96Z, 72

im prinzip auch deutschland: Kirchensteuer wird staatlich eingetrieben, christliche soziale Einrichtungen werden zu 40-60% vom staat getragen, und dürfen trotzdem von der kirche gesteuert werden - als nicht-christ kommst du nur schwer in eine katholische schule

Kommentar von Vitopedia ,

Das ist eine sehr einseitige Betrachtung, zumal die Kirchensteuer nicht für Christliche Zwecke genutzt wird, sondern an die Landeskirchen geht, die damit Schabernack betreiben, wie Kirchengebäude bauen. Hätte Christus so etwas gewollt? Wohl nicht...

Kommentar von maxZ96Z ,

jesus hatte keine ahnung von irgenwelcher bürokratie - die bibil ist nunmal ein 2000 jahre altes buch und einfach nicht mehr aktuell. Jeder der versucht nur darüber zu argumentieren hat keine legitimation: zB Merkel wenn se meint dass Ehe aus christlicher sicht nicht für Gleichgeschlichtliche gilt - Religion hat so nichts in der politik zu suchen

Kommentar von Gugu77 ,

Die Finanzierung läuft nicht nur über die Kirchensteuer... http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/violettbuch-kirchenfinanzen-wie-die-kirche...

Personalkosten in kirchlichen Schulen werden zum Teil bid zu 90% vom Staat getragen und ja, genau, die Personalpolitik wird dennoch von den Kirchen bestimmt...

Kommentar von maxZ96Z ,

siehe meine ursprüngliche antwort: "Kirchensteuer wird staatlich eingetrieben, christliche soziale Einrichtungen werden zu 40-60% vom staat getragen" die kosten vom Eintreiben der steuern werden ebenfalls vom staat übernommen. 90% sind extremfälle, der schnitt liegt bei 40 - 60%

Kommentar von Gugu77 ,

Sorry. Ich habe deinen zweiten Nebensatz übersehen, maxZ96Z.  Das wird wohl stimmen, dass  die 90%es nicht die Regel ist, das gibt es aber. Habe selbst an einer Schule eines Bistums gearbeitet. Dort gab es diese Diskrepanz zwischen Finanzierung und personeller Selbsbestimmung der Kirche. Alle Kollegen wurden aus der Landeskasse bezahlt. Dennoch wurde man im persönlichem Leben bei der Einstellung bis ins kleinste Detail durchleuchtet- samt persönlichem Gespräch mit dem Genaralvikar zum eigenen Glauben und Familienleben.

Antwort
von Skinman, 70

So ziemlich die gesamte westliche Welt. Ganz besonders die USA.

Deutschland spielt sogar den Beiträge-Einsammler in Gestalt der Kirchensteuer. Es gibt massenweise öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen, wo eine Kirche das Sagen hat ("Trägerschaft"), obwohl die Einrichtung zum weitaus größten Teil aus staatlichen Steuermitteln finanziert wird.

Dort zwingt sie dann gern den Mitarbeitern einen entsprechenden Lebenswandel auf, so mit Rauswurf bei Scheidung, erneuter Heirat, unehelichem Kind und dergleichen.

Oder ist erst wenige Jahre her, als ein Kölner Krankenhaus zum Beispiel einem Vergewaltigungsopfer die "Pille Danach" verweigerte aufgrund einer Weisung der Erzdiözese Köln. War damals ein ziemlicher Skandal.

Kommentar von Pudelcolada ,

Oder die Leiterin einer katholischen Kita in Köln, die gekündigt wurde, weil sie ein zweites Mal geheiratet hatte...

Kommentar von martin7812 ,

So ziemlich die gesamte westliche Welt. Ganz besonders die USA.

Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, geht es um Staaten, in denen man als christlicher Bürger mehr Rechte hat als als nicht-christliche Bürger.

Könntest du mir auch nur ein Recht nennen, das ein christlicher US-Bürger hat, nicht-christliche US-Bürger jedoch nicht haben?

Oder sonst irgend welche Gesetze, bei denen christliche US-Bürger wegen ihrer Religionszugehörigkeit bevorzugt werden?

Deutschland spielt sogar den Beiträge-Einsammler in Gestalt der Kirchensteuer.

Laut Grundgesetz können das alle größeren Religionsgemeinschaften haben, wenn sie für einen längeren Zeitraum bestehen.

Dies ist also auch keine Bevorzugung von christlichen Religionsgemeinschaften gegenüber nicht-christlichen Religionsgemeinschaften.

Natürlich könnte man sich fragen, warum der Staat diese Dienstleistung nicht auch an andere Gruppen (z.B. Sportvereine) anbietet.

Viele Religionsgemeinschaften wollen gar keine Kirchensteuern, da dies nicht unbedingt einen Vorteil darstellt; für Vereinigungen, die nicht auf eine lebenslängliche Mitglieschaft der Mitglieder ausgelegt sind (z.B. Sportvereine) wäre das Kirchensteuersystem definitiv ein Nachteil.

Es gibt massenweise öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen, wo eine Kirche das Sagen hat ("Trägerschaft"), obwohl die Einrichtung zum weitaus größten Teil aus staatlichen Steuermitteln finanziert wird.

Auch das hat nichts mit der Bevorzugung von Christen gegenüber anderen Religionen zu tun:

Kindergärten, die nicht-christliche Religionsgemeinschaften oder weltanschauliche Organisationen als Träger haben, haben dieselben Rechte.

Auch bei Arbeitgebern in der Industrie kann man gefeuert werden, wenn man in seiner Privatfreizeit etwas tut, was dem Ruf des Arbeitgebers schadet.

Nebenbemerkung:

Es gibt private Krankenhäuser, wo die Träger Unternehmen sind, die dabei Gewinn machen. Und "Gewinn machen" bedeutet nichts anderes, als 0% zur Finanzierung des Krankenhauses beitragen und sogar noch einen Teil der staatlichen Steuermittel an die Aktionäre auszahlen!

Oder ist erst wenige Jahre her, als ein Kölner Krankenhaus zum Beispiel einem Vergewaltigungsopfer die "Pille Danach" verweigerte aufgrund ...

Jedes nicht-staatliche Krankenhaus (z.B. eines in privater Trägerschaft) in Deutschland hätte das tun dürfen, vorausgesetzt die entsprechende Behandlung wird im entsprechenden Krankenhaus prinzipiell nicht angeboten - und das war in Köln ganz eindeutig der Fall.

Auch hier liegt also keine Bevorzugung von christlichen gegenüber privaten Krankenhäusern vor.

Kommentar von 666Phoenix ,

martin, in einigem hast Du Recht, in vielem nicht. Z. B. 

Auch bei Arbeitgebern in der Industrie kann man gefeuert werden, wenn man in seiner Privatfreizeit etwas tut, was dem Ruf des Arbeitgebers schadet.

Darum geht es nicht. Es geht darum, dass sich die amtlichen Kirchen Sonderrechte im Arbeitsrecht anmaßen und das staatlich geduldet wird. Stichwort "Der dritte Weg"!

Alles andere wurde hier schon dermaßen oft richtig gestellt, dass man sich vorkommt wie eine gerissene Schallplatte. Ist eben schwer, mit bildungsresistenten Leuten zu debattieren.

Kommentar von martin7812 ,

in vielem nicht. Z. B.

Wenn jemand gegen das Grundgesetz ist und sich in seiner Freizeit öffentlich für eine neue, monarchistische Verfassung stark macht, ist das noch lange kein Kündigungsgrund. Für einen Bundesbeamten schon - weil er dadurch seinem Arbeitgeber geschadet hat.

Wenn jemand in seiner Freizeit Sprecher einer Anti-Atomenergie-Bürgervereinigung wird, ist das ebenfalls kein Kündigungsgrund. Falls derjenige in einem Atomkraftwerk arbeitet aber möglicherweise schon - da er auch damit seinem Arbeitgeber schadet.

... weil in beiden Fällen das Ansehen des Arbeitgebers massiv beschädigt wird.

Stichwort "Der dritte Weg"!

In diesem Punkt hast du tatsächlich recht.

Aber auch in diesem Punkt haben christliche Kirchen in Deutschland nicht mehr Rechte als nicht-christliche Religionsgemeinschaften, die denselben rechtlichen Status haben.

Zur Zeit sind dies nur jüdische, ich kann mir aber auch vorstellen, dass es bald muslimische, buddhistische oder solche, die man heute nicht als "Religion" bezeichnen würde, geben wird.

Kommentar von 666Phoenix ,

Wenn jemand in seiner Freizeit Sprecher einer Anti-Atomenergie-Bürgervereinigung wird, ist das ebenfalls kein Kündigungsgrund. Falls derjenige in einem Atomkraftwerk arbeitet aber möglicherweise schon - da er auch damit seinem Arbeitgeber schadet.

Nein, das ist auch in Atomkraftwerken kein hinreichender Grund. Denn dieser verstieße gegen alle Regeln des demokratischen Miteinanders und kann gerichtlich eingeklagt werden. Zumindest muss der Betriebsrat gefragt werden. Gibt es bei den Kirchen Betriebsräte und kann da eine Kündigung gerichtlich eingeklagt werden?

Aus www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,druck-649991,00.html: 

"Tatsächlich beneiden inzwischen auch die privaten Arbeitgeber die Kirchen wegen ihrer Sonderrechte - vor allem die Einschränkung bei der betrieblichen Mitbestimmung weckt Begehrlichkeiten. So dürfen die Arbeitnehmer im Dienst der Glaubensgemeinschaften keine Betriebsräte wählen, sondern lediglich so genannte ´kirchliche Mitarbeitervertreter´- und die haben in etwa so viele Rechte wie Schülersprecher."

Das Diskriminierungsverbot gilt bei den Kirchen ebenfalls nicht, dort redet man von "Loyalitätsrichtlinien". Es gibt kein Mitbestimmungsrecht, keinen Kündigungsschutz u. ä. Viele Mitarbeiter konfessioneller Werke fordern inzwischen selbst ein Entkonfessionalisierung ihrer Tätigkeiten, da "Nächstenliebe", Hilfe, Fürsorge usw. nicht von Religionen respektive diverser Kirchen erfunden wurden und nicht nur von denen praktiziert werden.

Aber auch in diesem Punkt haben christliche Kirchen in Deutschland nicht mehr Rechte als nicht-christliche Religionsgemeinschaften, die denselben rechtlichen Status haben.

Das bezweifele ich gar nicht. Es geht aber nicht darum, wer von diesen Vereinen mehr oder weniger Sonderechte hat, sondern darum, ob solche Privilegien überhaupt noch zeitgemäß sind und mit GG, Menschenrechtskonventionen und üblichen Regeln des menschlichen Miteinander zu vereinbaren sind!

ich kann mir aber auch vorstellen, dass es bald muslimische, buddhistische oder solche, die man heute nicht als "Religion" bezeichnen würde, geben wird.

Träum weiter schön hier im christlich gefärbten Abendland - das es ohne das nichtchristliche Morgenland so gar nicht geben würde!

Kommentar von martin7812 ,

Das bezweifele ich gar nicht. Es geht aber nicht darum, wer von diesen Vereinen mehr oder weniger Sonderechte hat, sondern darum...

In der Frage des Fragestellers ging es eindeutig darum, in welchen Staaten das Christentum im Vergleich zu anderen Religionen Privilegien genießt und nicht darum, in welchen Ländern Religionsgemeinschaften anders behandelt werden als Firmen.

Nebenbemerkung:

Viele Mitarbeiter konfessioneller Werke fordern inzwischen selbst ein Entkonfessionalisierung ihrer Tätigkeiten...

Ich selbst hatte in meinem Bekanntenkreis einige Erzieherinnen in katholischen Kindergärten und eine in einem städtischen.

Genau diese Frage habe ich vor ein paar Jahren der mir bekannten "städtischen" und einer der "katholischen" Erzieherinnen gestellt.

Die Antwort hat mich damals selbst überrascht: Offenbar waren die katholischen Kindergärten beliebtere Arbeitgeber als die städtischen - trotz der ganzen von dir aufgezählten Nachteile. Warum weiß ich nicht.

Antwort
von Vitopedia, 63

Kein Staat der Welt richtet sich heute noch nach dem Christentum. Vorteile ergeben sich für Christen in vielen Ländern allerdings durchaus.

Antwort
von Pudelcolada, 26

Der Vatikanstaat.

Antwort
von warehouse14, 15

Jeder Christ hat in freiheitlichen Staaten das Privileg der freien Ausübung seiner Religion. Mit gewissen Einschränkungen... ---> ;)

Es gibt zwar einige Staaten (und vor allem einzelne Menschen...), die von sich gerne behaupten, christlich geprägt zu sein. Aber: wenn man weiß, was christlich sein tatsächlich bedeutet fällt man auf diese billigen Werbegags nicht rein.

Genauer betrachtet haben Christen nur im Königreich Gottes echte Privilegien.

Und das ist laut Aussage seines durch Gott selbst eingesetzten Königs nicht von dieser Welt.

Und dieses Reich (=Staat) richtet sich nach dem Willen Gottes, nicht nach irgendwelchen wilden Spekulationen von Menschen, die sich selbst für privilegiert halten möchten... 

warehouse14

Antwort
von josef050153, 17

Kein einziger Staat richtet sich nach dem Christentum. Und Privilegien hast du höchstens, wenn du einer bestimmten Denomination angehörst - z.B. im Vatikan.


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