Frage von sophie1235, 110

In welchem Fall greift eine Rechtsschutzversicherung?

In welchem dieser Fälle greift eine Rechtsschutzversicherung?

A: Ich verklage jemanden und gewinne.

B: Ich verklage jemanden und verliere.

C: Jemand verklagt mich und gewinnt (ich verliere).

D: Jemand verklagt mich und verliert (ich gewinne).

Greift die Rechtsschutzversicherung noch in weiteren Fällen?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo sophie1235,

Schau mal bitte hier:
Recht Finanzen

Expertenantwort
von DEVK, Business Partner, 19

Hallo sophie1235,

ich kann natürlich nur für die DEVK sprechen, allerdings sind die Regelungen bei den anderen Gesellschaften zumindest ähnlich.

Deine aufgelisteten Fälle haben allesamt keinen Einfluss darauf, ob die Rechtsschutzversicherung zahlt oder nicht. Ob die Kosten übernommen werden, hängt von ganz anderen Sachen ab. Ich nenne dir gerne ein paar häufig vorkommende Beispiele, warum wir die Kosten nicht übernehmen:

- welche Bausteine hast du im Vertrag vereinbart (z.B. Privatrecht, Berufsrecht, Verkehrsrecht, Mietrecht etc.). Fällt dein Fall überhaupt in die versicherten Bereiche?

- wann wurde der Vertrag abgeschlossen? Fälle, die schon vor Abschluss des Vertrags ihren Ursprung hatten, sind in aller Regel nicht versicherbar.

- gibt es eine Wartezeit und ist die schon abgelaufen? Fälle, die während der Wartezeit eintreten, sind meist nicht versichert, auch nicht nach Ablauf der Wartezeit.

- jeder Versicherer legt zudem individuell Ausschlüsse fest (häufig z.B. Scheidungsangelegenheiten, Erbangelegenheiten). Diese kannst du detailliert in deinen Versicherungsbedingungen nachlesen.

Rufe vor dem ersten Besuch beim Anwalt immer bei deiner Versicherung an und bitte um eine  "Kostenschutzzusage". Dann hast du direkt die Sicherheit, dass du nicht auf den Kosten sitzen bleibst.

Zu guter Letzt noch ein Tipp:

Informiere dich vor dem Abschluss der Rechtsschutzversicherung genau über die Tarife, die am Markt angeboten werden. Meist gibt es unterschiedliche leistungsstarke Varianten.

In unseren Premium-Schutz hast du z.B. eine  telefonische Rechtsberatung und alternativ auch eine Online-Rechtsberatung inklusive. Die kannst du jederzeit kostenlos in Anspruch nehmen, auch wenn dein Fall eigentlich gar nicht versichert ist.

Viele Grüße

Lydia vom DEVK-Team

Antwort
von kevin1905, 24

A: Ich verklage jemanden und gewinne.

Trägt deine Kosten. Aufgrund der Gerichtsentscheidung muss die Gegenseite deiner RSV die ausgelegten Kosten ersetzen (und dir die Selbstbeteiligung sofern vereinbart)

B: Ich verklage jemanden und verliere.

Die RSV trägt deine Kosten. Ich gehe immer davon aus, dass vorher eine Deckungszusage eingeholt wurde.

C: Jemand verklagt mich und gewinnt (ich verliere).

Wenn die RSV eine Deckungszusage erteilt hat, trägt sie auch deine Kosten, nach Abzug der Selbstbeteiligung, sowie das Gericht und die Auslagen der Gegenseite.

Handelt es sich um ein Verfahren aufgrund eines Haftpflichtschadens, so wäre die entsprechende Haftpflicht für die Regulierung bzw. auch die Abwehr ungerechtfertigter Ansprüche zuständig (passiver Rechtsschutz).

D: Jemand verklagt mich und verliert (ich gewinne).

RSV trägt deine Kosten. Verlierer zahlt die Zeche, muss also deiner RSV die Kosten erstatten.

Erstattungsansprüche ergeben sich immer nur aus dem RVG und den jew. Gerichtskostengesetzen. Individuelle Vergütungsabsprachen zwischen dir und deinem RA gehen niemals zu Lasten des Gegners.

Antwort
von NochWasFrei, 44

Das sind eigentlich alles keine "Fälle" die du schilderst. Prinzipiell könnte es sein, dass die RS in allen dieser Ausgänge zahlt. Es werden vorab die Erfolgsaussichten geprüft. Wenn diese als ausreichend bewertet werden, übernimmt die RS die Kosten, auch wenn du am Ende nicht gewinnst.

In welchen Rechtsbereichen (Kfz, Immobilien, Privat, Strafrecht etc.) Versicherungsschutz gegeben ist, kann individuell vereinbart werden.


Gerade in den Fällen C und D muss geschaut werden warum dich jemand verklagt. Geht es z.B. um einen Schadenersatz können hier u.U. diverse Haftpflichtversicherungen die Gerichtskosten für dich tragen (dort ist immer passiver Rechtsschutz mit integriert).

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 18

Wenn die Rechtsschutzversicherung rechtzeitig (also VOR dem Beginn des Ärgers) abgeschlossen wurde., sind das alles Fälle für deinen Versicherer.

Vorausgesetzt natürlich, dass du auch die richte RS-Sparte abgesichert hast.

Wenn die Gegenseite zahlen muss, braucht deine Versicherung natürlich nichts bezahlen. Rechtsschutz leistet sie dir ja trotzdem

Antwort
von martinsweltgala, 63

Also bei meiner rechtsscutzversicherung spielt es keine rolle ob ich gewinne oder verliere,-----sobald ich einen fall habe melde ich diesen und wenn mir meine versicherung bzw mein anwalt dann vorschlägt einen prozess anzustreben, dann entfallen für mich auch keine kosten, wenn mich jemand verklagt ist es dasselbe,--ausser bei familienangelegenheiten, da ist meißt eine klausel drin aber auch nicht immer also im scheidungsfall z.b.,


-------es gibt auch noch den fall das ein vergleich geschlossen werden kann,--dann bezahlt die versicherung lediglich die anteiligen prozesskosten. so ist es zumindest bei mir.

Antwort
von Apolon, 6

@Sophie 1235,

deine Fragen kann man so nicht beantworten.

Denn dazu müsste man wissen, welche Bausteine du bei deiner Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hast.

Außerdem in welche Kategorie die von dir genannten Schadensfälle reinfallen.

Seit wann der Versicherungsvertrag besteht.

Wann die Ursache für den Schadensfall entstanden ist.

Welche Versicherungsbedingungen vorliegen.

Ob eine Aussicht auf Erfolg dieser Streitigkeit besteht.

Daher empfehle ich dir grundsätzlich, bei dem Rechtsschutzversicherer nachzufragen, ob dein Rechtsstreit auch versichert ist.

Gruß N.U.

Antwort
von Biberchen, 43

die Rechtschutzversicherung zahlt nur dann wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Also immer dann wenn du im Recht bist, es aber nicht bekommst und es vor Gericht einklagen mußt.

Kommentar von sophie1235 ,

Das macht Sinn, vielen Dank!

Kommentar von Apolon ,

 Also immer dann wenn du im Recht bist,

Dies ist so pauschal falsch, denn auch dann wenn eine Teilschuld vorliegt, oder eine alleinige Schuld vorliegt, greift die Rechtsschutz-Versicherung.

Z.B. Verkehrsrechtsschutz - bei dem möglichen Verlust des Führerscheins, oder bei erhöhter Schmerzensgeld-Forderung.

Antwort
von bronkhorst, 12

Im Zivilrecht gilt in der Regel, dass die unterlegene Partei die gesamten Kosten des Prozesses zahlt. Die Rechtsschutzversicherung zahlt erst mal die Prozesskosten voraus (die ganz erheblich sein können) - und bleibt im Falle der Niederlage, oder wenn die Gegenseite nicht zahlen kann, darauf sitzen.

Allerdings prüft die RSV vor einer eingereichten Klage, ob sie überhaupt Erfolgsaussicht hat - und kann die Deckung verweigern.

Beim Arbeitsrecht zahlt - davon abweichend - jede Seite ihre Kosten. Will man also gegen eine Kündigung klagen, entstehen auch bei einem erfolgreichen Prozess Kosten beim Kläger - die eine RSV dann übernimmt.

Die RSV soll also das Risiko der Prozesskosten mindern - und damit Hindernisse beim Durchsetzen berechtigter Forderungen vermeiden. Allerdings wollen die Versicherungen verhindern, dass streitlustige Typen sie für jeden Quatsch missbrauchen.

Deshalb gelten sie nur für Konflikte, die erst nach Abschluss entstehen bzw. erkennbar sind - und einige Stammgebiete für sinnlosse Balgereien werden fast immer ausgeklammert (insbesondere Nachbarschaftsstreitigkeiten und Beleidigungsklagen).

Man muss bei Abschluss einer RSV darauf achten, welche Rechtsgebiete sie umfasst (z.B. Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Strafrecht etc.), welcher  Selbstbehalt pro Fall angerechnet wird - und ob weitere Einschränkungen vorliegen. Einige verlangen z.B. den vorherigen Versuch einer Schlichtung, bevor Kosten für einen Prozess übernommen werden.

Antwort
von Fragenwacht, 58

Ich würde sagen B und C.

Bei A hat sie ja nichts zum zahlen, da der Verlierer alle kosten übernehmen muss. Bei D das selbe Spiel, der Verlierer der Verfahrens trägt die Kosten. 

Kommentar von martinsweltgala ,

das stimmt bis auf die entfallenen anwaltskosten der gegenpartei,--die musst du ohne versicherung natürlich selbst tragen.

Kommentar von sophie1235 ,

Auf welchen Fall bezogen?

Kommentar von NochWasFrei ,

Im Arbeitsrecht tragen in der ersten Instanz beide Parteien ihre Kosten selbst, unabhängig vom Ausgang.

Kommentar von DerHans ,

Die Rechtsschutzversicherung sorgt ja nicht dafür, dass ich RECHT bekomme. Sondern sichert mit zu, dass ich nicht aus finanziellen Gründen auf mein Recht verzichten muss.

Es wird lediglich das Kostenrisiko gedeckt.

Antwort
von Ontario, 1

Das kommt im Einzelfall darauf an, was du versichert hast. Hast du einen Verkehrsrechtschutz abgeschlossen , aber eine Mietstreitsache, dann zahlt die RV freilich nicht. Bevor du einen Anwalt in Anspruch nimmst, immer eine Deckungszusage für die Kosten von der RV einholen. Wenn du eine Deckungszusage hast, dann übernimmt die RV auch die Kosten. Zunächst für die 1. Instanz. Ist aber ein Obsiegen in der 2. Instanz auszuschliessen, wird die RV die Kosten für die 2. Instanz sicher nicht übernehmen. Wenn du eine Deckungszusage hast und verlierst, übernimmt die RV die Kosten. Gewinnst du, wird sich die RV die Kosten von deinem Gegner holen. Wenn du eine RV abschliesst, dann überlege dir, welche Risiken auf dich zukommen können. Hast du eine Immobilie und Nachbarn, dann wäre im Vertrag evtl. eine Absicherung für mögliche Streitereien mit dem Nachbar empfehlenswert. Wohnst du zur Miete, wäre eine Absicherung für den Fall, dass du mit dem Vermieter Streit bekommen könntest, empfehlenswert. Je mehr Risken du absichern willst, umso höher der Beitrag für die RV.Übrigens, die Beiträge für eine RV kannst du steuerlich nicht geltend machen.

Antwort
von HalloRossi, 11

Nein so funktioniert eine Rechtsschutz nicht. Für diese Dinge ist sie quasi immer da, aber nur für die Inhalte die mit versichert sind, zB Vertrags- Verkehrs Mietrechtschutz usw. Meine Rechtschutz schließt zB Vereinsrechtschutz und Erbrecht aus ( als Beispiel)  

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