Frage von siebenachtneun, 106

In welche Länder durften die DDR Bürger Urlaub machen?

Antwort
von fairytale48, 106

An sich in allen Ländern des Ostblocks. Wirklich beliebt waren Ungarn (Badeurlaub am Balaton), die Tchechoslowakei ((Wintersport, heutiges Tchechien+Slowakien), Rumänien (Bergsteigen und -Wandern), Bulgarien (Badeurlaub am schwarzen Meer) und Polen (Wintersport, Badeurlaub, Paddeln). Diese Länder hatten einen "urlaubstauglichen" Lebensstandard, der mit dem der DDR mehr oder weniger vergleichbar war. Russland konnte man wohl besuchen. Es war aber sehr schwierig rein- und rumzukommen da an allen Orts- und Regionsgrenzen Bescheinigungen für das Betreten notwendig waren. Für China kenne ich nur einen Fall, wo der Vater, ein Chinese, eines DDR-Bürgers in China besucht werden (durfte?). Cubaurlaub wurde als Auszeichnung verteilt (KOsten ca. 4000 DDR-Mark). JUgoslawien war nicht möglich.


Antwort
von Claud18, 49

Außer Reisen in die üblichen Länder (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien) konnte man noch Reisebüroreisen in die Sowjetunion, in die Mongolei (2000 - 3000 DDR-Mark) oder nach Vietnam (m. E. dies aber eher selten) buchen. Über die Betriebe wurde auch schon mal Kuba (für ca. 4000.- DDR-Mark) oder Jugoslawien (für ca. 2500.- DDR-Mark) angeboten, aber derart wenig, dass fast nur der Betriebsdirektor, der Parteisekretär oder die Chefsekretärin in den Genuss derartiger Reisen kamen. Zum Ende der DDR zu kamen auch Jugendtouristreisen ins westliche Ausland ins Angebot. Auch hier musstest du dich zuerst bewerben und dann zugelassen werden.

Antwort
von Nomex64, 73

In mehr Ländern als man gemeinhin denkt. Ein Bekannter war während seiner Armeezeit in der Mongolei, ich selbst habe es bis Baku geschafft. Noch vor dem Mauerfall habe ich die Bestätigung bekommen im März 1990 eine Jugendtouristreise nach Saarbrücken mitzumachen. Und nein ich war nicht in der Partei.

Okay die Regel waren solche Reisen nicht, aber es gab weit mehr Möglichkeiten als man gemeinhin denkt.

Kommentar von Claud18 ,

Das mit den Jugendtouristreisen in westliche Länder, das kam erst ziemlich spät. In der Partei musste man dafür nicht sein, sollte aber möglichst keine Westverwandtschaft haben. Eine Freundin von mir bekam ebenfalls die Genehmigung für eine Reise nach Finnland, aber bevor sie an der Reihe war, fiel die Mauer.

Kommentar von Claud18 ,

Und dienstlich konnte man auch in die Mongolei, in den Irak oder nach Mocambique geschickt werden. Dann musste man aber mindestens zwei Jahre bleiben, und Urlaub war das nicht.

Kommentar von Nomex64 ,

Das mit der Westverwandschaft wird heute allgemein überbewertet, ich kenne einige Beispiele wo Leute mit entsprechender Verwandschaft gereist sind oder sogar an der Grenze gedient haben.

Antwort
von Toqra, 83

Ich habe mal gehört, dass diese nur in ihren sozialistischen Bruderländern Urlaub machen durften, mögliche Urlaubszielen waren also wohl die Ostsee oder auch wärmere Gegenden, das wäre die Küsten Bulgariens & Rumäniens :3
Alle Staaten, die dem Warschauer Pakt angehörten

Antwort
von 666Phoenix, 36

Antworten hast Du inzwischen genug bekommen. Ich habe festgestellt, dass die Mehrheit der Leute, die heute die mangelnde "Reisefreiheit" in der DDR bekritteln, bis heute nie in den Ländern war, in die man auch zu DDR-Zeiten reisen konnte!

Antwort
von Woropa, 45

Sie durften nur in die sozialistischen Länder reisen. Das waren damals die Sowjetunion, Polen, Tscheoslovakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien. Nach Kuba ging das wohl auch noch, aber da konnte schon nicht mehr jeder hin...

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