Frage von MikeSpike86, 135

In meinem Arbeitsvertrag stehen 4 Wochen Kündigungsfrist jetzt soll ich aber einen Arbeitsvertrag unterschreiben wo 4 Monate drin stehen!?

Ich arbeite seit 3 1/2 Jahren in der Firma, ich bin damit überhaupt nicht einverstanden das mir 4 Monate Kündigungsfrist aufgedrückt werden. Darf der Arbeitgeber das so einfach Ändern & Vor allem MUSS ich das akzeptieren?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 30

Wenn Du nicht willst, brauchst Du den neuen Vertrag mit der langen Kündigungsfrist nicht unterschreiben.

Sollte die Firma kein Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften sein, würde ich mir das auch gut überlegen.

Nach z.B. fünf Jahren Betriebszugehörigkeit kann Dein AG Dir mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen (§ 622 Abs. 2 BGB), während Deine Frist im jetzigen Vertrag bei vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats nach § 622 Abs. 1 bestehen bleibt.

Im Laufe der Betriebszugehörigkeit werden die Fristen nach § 622 Abs. 2 für den AG immer länger. Mich wundert daher nicht, dass er jetzt auch die AN länger binden will. Das geht rechtlich wenn die Kündigungsfrist des AN nicht länger als die des AG ist. Nachträglich kann ein Arbeitsvertrag aber nicht einseitig geändert werden.

Wenn Du die neue Frist nicht willst, kann Dein AG Dir nur eine Änderungskündigung mit den neuen Bedingungen geben oder sich mit Deiner Entscheidung abfinden.

Bei der Änderungskündigung brauchst Du nicht zuzustimmen, dann ist es eine Beendigungskündigung, Du kannst aber auch unter Vorbehalt annehmen und die Änderungskündigung beim Arbeitsgericht prüfen lassen. Ist die Ä-Kündigung nichtig, hast Du die alten Bedingungen zurück.

In beiden Fällen muss das innerhalb von drei Wochen passieren.

Antwort
von ShinyShadow, 43

Ist die Frist beidseitig oder nur einseitig? Wenn sie nur für dich gilt, ist das so nicht zulässig. Wenn sie beidseitig ist, geht das schon... Verträge können immer geändert werden, wenn beide Seiten einverstanden sind...  Aber du musst das ja nicht unterschreiben.

Die Frage ist bloß, was passiert, wenn du nicht unterschreibst... Kannst du nicht versuchen, andere Bedingungen auszuhandeln?

Kommentar von MikeSpike86 ,

Ok danke, ich bekomme denn Nachtrag von Vertrag morgen und lese es mir durch ob es beidseitig oder einseitig ist!
Ich werde dem Chef dann morgen einfach sagen das ich mit 4 Monaten nicht einverstanden bin wenn dann 2!!!

Antwort
von halfabia, 59

Kommt darauf an, won welcher Seite die Kündigung kommt. Wenn du Küdigst, ist die Frist vier Wochen, wenn dein Arbeitgeber kündigt, kommt die frist auf den Vertragsbeginn an.

Kommentar von ShinyShadow ,

Das ist so nicht ganz korrekt... Die Frist kann vertraglich verlängert werden, nur darf der Arbeitnehmer keine längere Frist haben als der Arbeitgeber.

Kommentar von halfabia ,

Das ist neu... Habe ich von der Kenntniss davon entnommen, was ich im ersten Lehrjahr gelernt habe.

Kommentar von Familiengerd ,

Die gesetzliche Frist beträgt für den Arbeitnehmer immer und für den Arbeitgeber in den ersten 2 Jahren 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.

Arbeitsvertraglich dürfen aber auch längere als die gesetzlichen Fristen vereinbart werden, nur dürfen die für den Arbeitnehmer nicht länger sein als die für den Arbeitgeber (wie ShinyShadow schon richtig angemerkt hat).

So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 622 "Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen" Abs. 5 Satz 3:

Die einzelvertragliche Vereinbarung längerer als der in den Absätzen 1 bis 3 [Anmerk.: gemeint sind die Kündigugnsfristen für Arbeitgebr, Arbeitnehmer und in der Probezeit] genannten Kündigungsfristen bleibt hiervon unberührt.

Kommentar von halfabia ,

Kommt sicher noch dass ich das auch lerne...

Kommentar von alexbababu ,

so lange wäre es dann besser keine antworten zu geben. 

Kommentar von Familiengerd ,

Nu mal nicht so hat, alexbababu ...

In der Antwort kommt ja eine Annahme zum Ausdruck, die weit verbreitet ist.

Im Übrigen gibt es da ganz andere "Klöpse" als Antworten, auch von Usern, die sich schon viel länger zu arbeitsrechtlichen Fragen äußern.

Antwort
von klaerchen1, 36

4 Monate sind unüblich aber immer noch realistisch. Dein AG darf es, ob du es akzeptierst ist eine andere Sache. Rede noch einmal mit deiner Firma darüber, vielleicht läßt sich eine kürzere Kündigungsfrist vereinbaren.

Antwort
von FooBar1, 20

Du musst es nicht akzeptieren. Darfst dann gerne nach 4 Wochen gehen.

Kommentar von MikeSpike86 ,

Sofort täte ich gehen wenn er das so sagt!!!

Kommentar von FooBar1 ,

Kannst machen, ist dann aber blöd. Dann hast du Probleme wegen der bestehenden 4 Wochenfrist.

Antwort
von Sallyvita, 58

Im Prinzip dient es in allererster Linie auch Deiner Absicherung. Denn wenn Dein Arbeitgeber Dich kündigt, bleiben Dir vier Monate Zeit, bei vollem Gehalt, etwas neues zu finden.

Umgekehrt sichert es auch Deinen Arbeitgeber ab - auch er hat Zeit jemanden zu finden, der Deine Lücke schließt.

4 Monate Kündigungsfrist sind in der heutigen Zeit schon ehr eine Wertschätzung und nicht eine Last. Kurze Kündigungsfristen werden leider immer häufiger, so können sich Arbeitgeber schneller ihrer Mitarbeiter entledigen.

Ich finde das nicht negativ, dass man Dir 4 Monate einräumt. Selbst wenn Du mal kurzfristig aufhören wolltest, gibt es in der Regel sogenannte Auflösungsverträge, die auch das dann ermöglichen.

Kommentar von MikeSpike86 ,

Ok danke erstmal.

Ja ich mache mir nur sorgen, ich habe nicht vor für immer hier zu bleiben in der Firma und wenn ich was anderes finde glaube ich nicht das der neue Arbeitgeber 4 Monate wartet!!!

Zu dem Auflösungsvertrag, kann ich das dann immer einreichen und es wird genehmigt?

Kommentar von Sallyvita ,

Natürlich kommt es da auch auf das Goodwill des Arbeitgebers an. Er muss Dir da schon entgegenkommen. Meist klappt das, weil Firmen auch nicht wild auf einen Angestellten sind, der innerlich schon längst gekündigt hat und wenn man sich gut versteht, wollen sie auch nicht im Wege stehen, wenn derjenige sich verbessern kann.

Sicher ist da auch das Risiko dabei, dass der Arbeitgeber auf die Einhaltung des Vertrags und die 4 Monate Kündigungsfrist besteht. Aber in der Regel wissen auch neue Arbeitgeber, dass gute Mitarbeiter nicht sofort verfügbar sind und Kündigungsfristen haben.

Frag doch den Personaler, ob die vier Monate gegen drei ausgetauscht werden können, wenn Dir vier zu lang sind.

Kommentar von alexbababu ,

Ich sehe das etwas anders. 4 Monate sind keine Wertschätzung. Für den AN ist die gesetzliche Regelung die beste (Naja natürlich gäbe es noch ne bessere, aber darauf würde sich kein AG einlassen).

Expertenantwort
von Robert Mudter, Fachanwalt für Arbeitsrecht, 22

Die vorherigen Posts habe ich nur überflogen, sorry.

Frage ist zuerst, ob die Frist einseitig oder beidseitig gilt. Falls einseitig, Dein Arbeitgeber also an die verlängerte Frist gebunden ist, für Dich aber weiterhin die Grundkündigungsfrist gilt, darf er das. Für Dich eine ausschließlich positive Änderung. Falls beidseitig bedarf dies eines Vertrages. 4 Monate sind schon eher im Bereich Führungskräfte zu finden. Letztendlich Absicherung vs die Möglichkeit schnell raus zu kommen. Ich denke die Absicherung wiegt höher. Warum? Meine Erfahrung ist, dass Arbeitgeber Mitarbeiter die gehen wollen nicht festhalten.....

Antwort
von Otilie1, 39

deine firma schätzt deine arbeitskraft und will sich absichern in der zeit , falls du mal kündigst, einen nachfolger zu finden. rede einfach mit deinem chef und einigt euch vielleicht auf einen kompromiss

Kommentar von MikeSpike86 ,

Dann soll sie mir mehr zahlen wenn sie mich schätzt dann müssen die sich auch keine Gedanken machen das ich irgendwann kündige....bin stink sauer. Welcher Arbeitgeber wartet 4 Monate auf mich wenn ich einen anderen Job finde!!!!!!!

Kommentar von Otilie1 ,

ja sicher ist das blöde - du musst das ja nicht unterschreiben - frag mal nach warum 4 monate

Kommentar von MikeSpike86 ,

4 Monate weil die sich absichern wollen, bei uns habe 2 in kurzen Abständen gekündigt und die finden keine neue Arbeitskraft und wir sind unterbesetzt. Das ist anscheinend der Grund!

Antwort
von herakles3000, 17

1 Du hast einen Arbeitsvertrag und damit must du weder einen neuen noch eine Änderung Aktzeptieren.

2 Hast du dadurch keine Vorteile wil dein arbeitgeber dich länger an seinem Betrieb binden zb weil du Spezalwissen oder  Speziele Fähiegkeiten hast.

3 Das kan  in höheren Position so üblich sein das man solange eine Kündiegungsfriest hat aber nicht im Nachhinein

Antwort
von TimmyEF, 53

Du musst das nicht unterschreiben. man kann sich ja mit dem Personaler auch unterhalten und gewisse Dinge ändern.

Kommentar von MikeSpike86 ,

Ja schon klar aber meine anderen 3 Kollegen sollen auch 4 Monate bekommen...es kommt davon das hier bei uns 2 auf einmal gekündigt haben und die 4 Wochen zu kurz sind für denn Arbeitgeber neues Personal zu finden

Antwort
von tajanka, 25

Ist denn tatsächlich die Kündigungsfrist seitens des Arbeitnehmers (also deine) oder die deines AG's gemeint?

Kommentar von MikeSpike86 ,

Das weiß ich noch nicht, ich bekomme denn neuen Arbeitsvertrag morgen.
Normalerweise muss es für beide Seiten zutreffen und nicht NUR für mich oder?

Kommentar von tajanka ,

Grundsätzlich gilt, dass die Frist des Arbeitgebers nicht kürzer sein darf als die des Arbeitnehmers. Ansonsten sind die 4 Monate aber zulässig, wenn du unterschreibst. ich würde aber nochmal mit deinem Chef reden und eventuell um eine Änderung bitten (2-3 Monate). Vielleicht lasse sie sich ja darauf ein...

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