Frage von julia8600, 18

In Masterarbeit Diskussionspapiere, Dissertationen und Masterarbeiten benutzen?

ich habe zwar noch 1 Jahr bis zu meiner Masterarbeit

allerdings habe ich nun gesehen es gibt viele interessante Publikationen, die jedoch Dissertationen, Diskussionspapiere etc. sind also nicht von renommierten und etablierten wissenschaftlichen Galionsfiguren stammen ist es schädlich, wenn ich diese benutze ?

da wir an unserer Uni sehr autodidaktisch arbeiten und untereinander kaum Kontakt oder Lerngruppen haben, weiss ich mir nicht zu helfen indem ich zum Beispiel andere Kommilitonen frage

Antwort
von Lichtpflicht, 9

Dissertationen sind vollkommen in Ordnung, jedoch sollte der größte Teil deiner Literatur aus wissenschaftlichen Fachbüchern und -artikeln stammen, die durch die Hände eines Verlags/Lektorats/sonstigen Begutachter gegangen sind.

Masterarbeiten dürfen unsere Studenten nicht zitieren, sie gelten als nicht-zitierfähig, da sie wissenschaftlich meist nicht genug in die Tiefe gehen und ihnen nicht genug Qualität zugesprochen wird. Eine Masterarbeit in einer Bachelorarbeit zu zitieren, geht meist noch irgendwie durch, aber eine Masterarbeit in einer Masterarbeit geht bei uns nicht.

Diskussionspapiere und andere nicht veröffentlichte "graue Literatur" soll bei uns auch erstmal nicht verwendet werden, nur im Ausnahmefall mit guter Begründung, etwa wenn der aktuelle Forschungsstand den darin enthaltenen Aspekt noch gar nicht bearbeitet hat (etwas vollkommen Neues) oder das Diskussionspapier selbst thematisiert wird ("bald wird auch folgendes Buch erscheinen"... "die Wissenschaftler um XY untersuchen gerade Z, es deuten sich bereits folgende Ergebnisse an..."

Als Tipp: Die in Diskussionspapieren oder Masterarbeiten veröffentlichten Literaturverzeichnisse können extrem hilfreich sein, zitierfähige Literatur zu dem Thema zu finden!

Antwort
von tryanswer, 10

Dissertationen sind in jedem Fall zitierfähig. Was die Diskussionspapiere angeht, mußt du ihre jeweilige wiss. Qualität beurteilen - im Zweifel frag deinen Betreuer.

(Ich bin erschüttert, das ein Masterand noch an "etablierte wissenschaftliche Galionsfiguren" "glaubt". - Mediziner oder Physiker?)

Kommentar von julia8600 ,

weder noch !

ich habe bloss kein anderes Wort gefunden als GALIONSFIGUREN

lach 

Kommentar von tryanswer ,

Du machst das schon und ich denke du siehst auch selber, daß die Formulierung etwas komisch klingt :)

Antwort
von nnblm1, 10

Masterthesen, Dissertationen, Diplomarbeiten von anerkannten Universitäten kannst du ruhig verwenden - da belegt die Uni sozusagen die Wissenschaftlichkeit. Der größte Teil deiner Literatur sollte aber schon publizierte Fachliteratur sein - Fachbücher und Artikel aus peer-reviewten Fachjournals.

Hilfreiches zur Literaturrecherche findest du in Büchern zu systematischen Reviews und Meta-Analysen. Da findest du auch eine Beschreibung der verschiedenen Arten von Literatur, zu Suchbegriffen und Suchstrategien bis hin zur Bewertung von Quellen.

Viel Erfolg für deine Arbeit!

Antwort
von Muhtant, 12

Du kannst in deiner Arbeit zur Erlangung eines akademischen Titels alles verwenden was du magst.

Wichtig ist aber:
- Die Quellen angeben
- Alles ordnungsgemäß zitieren
- Und deine Behauptung die du aufstellst (also deine vielleicht wenig renommierten Quellen), musst du natürlich beweisen, belegen, glaubwürdig untermauern, ... (denn sonst geht der rote Faden und Glaubwürdigkeit verloren); es darf kein logischer Bruch vorhanden sein.

Gruß

Kommentar von Lichtpflicht ,

Die Tipps sind sehr gut, jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass nicht jede Uni, nicht jeder Fachbereich, nicht jeder Dozent erlaubt, als wissenschaftlicher Beleg alles zu verwenden, was man mag (sogar die wenigstens)!

So sind Wikipedia und die meisten unwissenschaftlichen Internetseiten als Quellen verpöhnt, oft auch popluärwissenschaftliche Werke, viele studentische Abschlussarbeiten, Zeitungsartikel, graue Literatur oder Artikel aus nicht-lektorierten Zeitschriften (auch online).

Untersuchen, also zum Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung machen, darf man tatsächlich alles :) nur nicht alles ist eine zitierfähige Quelle, auf die man Argumentation und Beleg stützen darf. Sonst wäre man Boulevard-Journalist und kein Wissenschaftler ^^.

Kommentar von Muhtant ,

Alles liegt im Rahmen der Beweisführung. Wenn ich Teile aus Wiki nehmen sollte und das mit Fachliteratur untermauere, dann ist es sehr wohl legitim und der Prof. kann sich auf den Kopf stellen.

Ich selbst habe allerdings in meiner Dipl.-Arbeit auch kein Wiki verwendet, sondern tatsächlich auf Fachbüchern berufen. Allerdings habe ich auch zwei Quellen aus dem Internet herangezogen und das war aufgrund der Hülle und Fülle an Quellen gar kein Problem - Note 1,3 (mdl. & schriftl.).

Es kommt also wohl wirklich eher darauf an, wie ich etwas untermauere. Die ganze Arbeit auf Wiki & Co. aufzubauen, wäre sehr waghalsig; aber grundsätzlich sind auch nicht renommierte Quellen kein Problem.

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