Frage von Rajov1, 36

In einem Vertrag wurde festgelegt, dass eine Immobilie (Mehrparteienhaus) an meine Schwester zur Hälfte ( 3 Wohnung ) und die andere Hälfte an Cousin übergeht?

Ein Mehrparteienhaus ( 6 Wohnungen ) wurde per Vertrag je zur Hälfte an meinen Cousin (3 Wohnungen ) und die andere Hälfte (3Wohnungen ) an meine Schwester als Alleinerben eingesetzt ! In diesem Vertrag war aber auch noch die Klausel beinhaltet, sollte meine Schwester und deren Abkömmlinge vor mir versterben , geht das an mich wieder über ! Die 2 Parteien haben nun von mir verlangt, dass ich einen sogenannten Löschungsantrag unterschreiben soll, damit sie das Haus auch verkaufen können ! Nun meine Frage, kann ich was verlangen, für das, dass ich denen entgegenkommen würde und wenn Ja, gibt es irgendeine rechtliche Regelung , was man dabei fairerweise verlangen kann ?! Gibt es irgendeinen Prozentsatz , der fair wäre oder ist dies Aushandlungssache ! Eine Haushälfte soll so ca. 240 000 Euro wert sein ?! Bitte gebt mir Auskunft darüber ! Danke !

Antwort
von schelm1, 15

Sofern der zu veräußernde Anteil Ihrer Schwester die Hälfte des Kaufpreises ausmacht, verlangen Sie € 120.000! Nur falls Sie sich über den anteiligen Wert nicht 100 %-ig im Klaren bzw. sicher sind, sollten Sie das Objekt schätzen lassen und dann die Hälfte des Schätzpreises verlangen.

Ohne eine solche Gegenleistung haben Sie keine Veranlassung dem Verkauf Zustimmung zu erteilen.

Kommentar von FordPrefect ,

Hier soll ja wohl das gesamte Objekt veräußert werden; daher würde ich von wenigstens T€ 240 ausgehen.

Kommentar von schelm1 ,

€ 240.000 sind vollkommen richtig! - Das hatte ich falsch gelesen/verstanden!

Antwort
von FordPrefect, 9

Hat der Erblasser Nacherben benannt, kann der Vorerbe ohne dessen / deren Zustimmung das Objekt nicht veräußern. Eine derartige Löschung sollte sich der Nacherbe daher vor Zustimmung bar bezahlen lassen, und zwar mit mindestens dem Betrag, der als Erlös für die Haushälfte der Schwester im Raum steht.

Hintergrund: Der Erblasser wollte mit dieser Verfügung offensichtlich sicherstellen, dass das Objekt wenigstens hälftig im Besitz der direkten Nachkömmlinge bleibt. Schon alleine aus Gründen des Respekts respektive der Pietät gegenüber dem Willen des Erblassers ist daher die Absicht der Alleinerben, das erbe zu veräußern, mindestens wenig freundlich. Den Nacherben unter Druck zu setzen, diesen Verkauf zu ermöglichen ohne Gegenleistung ist jedoch nicht nur schäbig, sondern fast schon betrügerisch zu nennen. Schon daher würde ich dem Nacherben nicht empfehlen, weniger als 50% des Erlöses insgesamt (sofern sich die Klausel auf das gesamte Objekt bezieht und nicht nur auf die Anteile der Schwester!) zu verlangen, denn immerhin handelt es sich um die möglicherweise sehr reale Ablösung eines dem Nacherben ansonsten zufallenden Gesamtobjektes.

Es dürfte stark anzuraten sein, dass der Nacherbe sich hier fachkundige anwaltliche Beratung holt.

Antwort
von SaVer79, 21

Natürlich kannst du eine Gegenleistung verlangen. Und nein, es gibt keine gesetzliche Regelung wie hoch diese ist

Antwort
von larry2010, 14

da solltest du  dich von einem fachmann beraten lassen.

Antwort
von webya, 13

Es muss ja einen Grund geben, weshalb du von dem Haus nichts bekommst. Oder hast du einen anderen Ausgleich bekommen?

Wenn den 2 Parteien das Haus gehört, dann können sie es auch ohne deine Unterschrift verkaufen. Wieso sollst du da etwas unterschreiben?

Kommentar von schelm1 ,

Was er sonst hat oder auch nicht, ist vollkommen unerheblich! Hier handelt es sich wohl um angeordnete Nacherbschaft und eine nicht befreite Vorerbin. Da geht ohne den gut bezahlten Willen des Nacherben garnichts!

Kommentar von FordPrefect ,

Genau so ist es. DH!

Antwort
von babyschimmerlos, 17

Das ist Verhandlungssache.

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