Frage von DennisWe94, 48

Kann ich im Eigentum des Vaters für Nebenkosten wohnen?

Guten Tag Liebe Forengemeinde, der Onkel meines Vaters ist kürzlich gestorben, wobei mein Vater der letzte hinterbliebene aus der Familie ist. Die beiden hassten sich abgrundtief mein Vater sagte vor Jahren schon immer wieder niemals würde er von seinem Onkel etwas an Erbe annehmen. Mit meinen Bruder besuchte ich den Onkel nach langer Zeit praktisch kurz vor seinem Tot. Er sagte er wolle das Testament auf uns beide umschreiben. Kurz darauf verstarb der Onkel und mein Vater erbte logischerweise alles da der Onkel es nichtmehr schaffte irgend etwas am Testament zu machen.

Bei dem Erbe handelt es sich um ein Großes Haus mit 4 Hektar Grundstück, Um ein 4 Parteien Haus mit 4 Garagen und um ein Haus mit Garten Hof und 2 Garagen mit jeweils 1 Hektar Grundstück. Der Onkel ließ übrigens die Leute die seit Jahren in den Anwesen wohnen sehr günstig hier verweilen, mein Vater stockte nun bei jedem einzelenen Haushalt die Miete so hoch wie es gesetzlich nur möglich ist.

Mein Vater lässt mich nun bis zum Ende meiner Ausbildung (2 Monate noch) für Nebenkosten in einer Partei des 4 Parteienhauses wohnen, die ich ihm aber Bar auf die Hand, und nicht überweisen soll.

Da mein Vater seit einigen Jahren eine Lebensgefährtin hat die wirklich verdammt Geldgeil ist und seit mein Vater geerbt hat auch nichtmehr Arbeiten geht ''Die Frau ist wirklich die Hölle und das wortwörtlich'' hat er sich Extremst zum Negativen verändert, sich praktisch zu 100% um den Finger wickeln lassen.

Jedenfalls will mein Vater höchstwahrscheinlich nach der Ausbildung das höchste an Miete von mir was möglich ist, aber ich und auch die Familie reden ihm ein das ich immernoch sein Sohn bin also doch auf dauer für die Nebenkosten hier wohnen kann oder zumindest für eine geringe Miete.

Er sagte aber immer wieder das würde nicht gehen, würde er mich für die Nebenkosten da wohnen lassen würde er Ärger mit den Finanzamt kriegen. Inwifern stimmt das überhaupt? Einfach nur eine Ausrede? Dann müsse er doch jetzt schon Ärger mit dem Finanzamt haben schließlich wohne ich schon fast 1 Jahr hier, bezahle Strom Nebenkosten und kümmere mich eigentlich um alles selbst was hier an Schäden oder sonstigem anfällt.

Wäre wirklich hilfreich wenn hier mit die Situation einer mal erklären könnte. Mein Vater wohnt übrigens gleich Nebenan, alle geerbten Immobilien stehen auf einer Straße, er wohnt in dem Haus was von meinem Großvater gebaut wurde, Großvater wohnt unten mein Vater oberhalb dabei bezahlt er keinen Cent also auch nur die Nebenkosten..

Gruß und Dank ich hoffe ich konnte den Text trotz vieler Nebeninformationen und schnellen Schreibens etwas übersichtlich gestalten

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von heurekaforyou, 44

Vieles was du schreibst hört sich wirklich krass an, spielt aber zur Klärung deiner Frage keine große Rolle mehr.

Dein Onkel hätte wesentlich früher alles regeln können und müssen. Insbesondere wenn die Brüder sich seit Jahren gehasst haben.

Nun gut, dafür ich es jetzt zu spät. Ich gehe mal davon aus, dass dein Vater inzwischen rechtskräftig Eigentümer des Hauses ist und auch bereits im Grundbuch steht - Richtig?

So wie du die Sache beschreibst ist das vorrangige Ziel deines Vates, einfach jeden nachmöglichkeit abzocken zu wollen. Das erdabei nicht einmal vor den eigenen Kindern zurück schreckt lässt schon tief blicken, was den Charakter angeht.

Moralisch verwahrlost zu sein ist in Deutschland nicht verboten.

Zu prüfen wäre jedoch in wieweit diese Abzocke überhaupt zulässig ist. Denn wie du deinen Vater beschreibst, beruft er sich gerne auf seine Rechte als Vermieter, nimmt aber die Pflichten nicht sehr genau.

Fakt ist, dass dein Vater als Vermieter als Unternehmer handelt und selbstverständlich steuerlich auch so behandelt wird.

Das heißt, um es einfach mal kurz anzusprechen: Die Einnahmen aus Vermietung müssen versteuert werden. Ausgaben hingegen die für den Betrieb (Wohnungsvermietung) erforderlich sind, können steuerlich geltend gemacht werden.

Auf den ersten Blick habe ich mich gewundert, weshalb dein Vater dich kostenlos wohnen lässt. Dieses "großzügige Angebot sofort nach der Ausbildung aufgehoben und in ein Mietverhältnis zum Höchstpreis geändert werden soll.

Meine Vermutung: Bekommst du während der Ausbildung noch Kindergeld?

Das wäre nämlich die einzige Situation, in der dein Vater steuerliche Vorteile hat.

Haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen!

Das funktioniert so:

Dein Vater stellt seinem Sohn während der Ausbildung kostenlosen Wohnraum (eigene Wohnung) zur Verfügung.

Da er für die Wohnung keine Miete (Einnahmen) erzielt, bedeutet dies einen wirtschaftlichen Verlust (Dein Vater ist ja Unternehmer). Verluste kann ein Unternehmer bei der Steuerlast gegen rechnen. Und zwar in der Höhe der Miete, die er üblicherweise für die Wohnung verlangen könnte.

Fällt der Anspruch auf Kindergeld weg, gibts auch keine Steuervorteile mehr. Und so traurig sich das anhört, dann hat dein Vater keinen Vorteil mehr indem er dir die Miete erspart. Und offensichtlich hat er auch keine Skrupel die Höchstmiete von dir zu verlangen.

Was dein Vater dir da erzählt von wegen dem Ärger mit dem Finanzamt ist einach nur Quatch.

Dein Vater bekommt lediglich Ärger mit dem Finanzamt, wenn er seinen steuerlichen Pflichten nicht ordnungsgemäß nachkommt.

Dazu gehört zum Beispiel das Verlangen und Kassieren von Nebenkosten, ohne entsprechende Belege. Diese sind jedoch zur Buchung unverzichtbar.

Dein Vater muss nämlich jede Art von Einnahmen sowie die Ausgaben nachweisen können.

In Deutschland besteht Vertragsfreiheit. Und das Finanzamt schreibt keinem Vermieter vor wie viel Miete er verlangen muss.

Es ist zwar immer günstiger eine kleine Miete zu zahlen als überhaupt keine. Doch das hat nichts mit dem Finanzamt zu tun, sondern mit dem Mietrecht.

Sobald du aber 50,- Euro für eine 100 m² Wohnung zahlst, ist die Mietvertrag retsgültig, egal ob du nur 50 Cent pro m² zahlst.

Dein Vater ist nicht ein Abzocker sondern auch ein Lügner.


Antwort
von heurekaforyou, 31

Was kannst und solltest du in dieser Sache machen?

Einen Anspruch auf das Recht einer Vernungsvermietung hast du leider nicht.

Zwar sind auch mündliche Verträge rechtskräfig, doch du müsstest beweisen, dass ein mündlicher Mietvertrag geschlossen wurde und, da bin ich mir aber nicht sicher, die Nebenkostenvorauszahlungen müssten als Mietzahlung angerechnet werden.

Worauf du aber auf jeden Fall ein Recht hast, ist eine ordentliche Nebenkostenabrechnung!

Dabei ist es wirklich egal ob dein Vater Miete kassiert oder Nebenkosten. Und es spielt auch keine Rolle ob der Vermieter dein Vater ist oder nicht.

Die Nebenkosten sind eine Vorauszahlung auf die tatsächlchen Verbrauchskosten.

Selbst wen dein Vater nun hingeht und behauptet er handele sich um eine Pauschale, denke ich, dass das auch nicht so einfach ist.

Ich würde diese Zahlung wie folgt interpretieren:

"Nutzung der Wohnung inkl. Nebenkosten zum Festpreis"

Solche Verträge werden oft geschlossen wenn mehrer Leute in einer WG wohnen. Meistens gibt es einen Hauptmieter und der vermietet privat einzelne Zimmer mit Untermietvertrag.

Fakt ist: Dein Vater kann nur Geld für Leistungen und Verbrauch  in Rechnung stellen, wenn er diese auch nachweisen und belegen kann.

Und da er offensichtlich mehrere Wohznung vermietet, setzt die Rechtsprechung voraus, dass dein Vater seine Pflichten kennt.

Frag mal deinen Vater nach der Sache mit dem Kindergelbezug. Wenn meine Vermutung stimmt und dein Vater din Mietausfall steuerlich geltend macht, wird er wohl kaum auf die Nebenkosten verzichten. Auch die verringern seine Steuerlast natürlich.

Im KLartext:

Dein Vater kassiert wahrscheinlich gleich 2 Mal ab.

Einmal als Gewinnausfall (in höchstmöglicher Mietöhe) und einmal, indem er zu dir kommt und die Hand aufhält.

Die andere Möglichkeit wäre dann nur noch Folgende:

Dein Vater ist so ehrlich und teilt dem Finanzamt mit, dass er keine Anrechnung der Nebenkosten beantragt und weniger erstattet bekommen möchte, da sein Sohn breits die Kosten bezahlt hat und ihm als Vermieter bei den Nebenkosten keine Verluste entstanden sind.

Und natürlich bekommst du keine Quittung, denn die würde belegen, dass ganz einfach Betrug ist.

Antwort
von heurekaforyou, 29

Solltest du nicht froh sein, wenn du endlich da abhauen kannst?

Ich denke dein Vater ist genaos wie du ihn beschrieben hast. Ein Egoist und ein raffgieriger Charakter.

Solche Menschen können einfach nicht fair sein. Diese Leute haben auch kein Rechtsempfinden, wobei es nicht wichtig ist wenn man über den Tisch zieht oder besch....., Hauptsache man kriegt was man zusammenraffen kann.

Das ist wohl die längste Antwort die ich je geschrieben habe. Deshalb gebe ich dir zum Schluss noch einen Tipp:

Du solltest wirklich erst einmal alles dokumentieren. Und das so exakt und genau wie möglich.

Selbst die Uhrzeit, wenn du sie noch weißt. Wann hast du was renoviert, wann hast du wem wie viel Geld wofür gezahlt?

Schreib alles auf, das du im Bezug des Hauses siehst oder hörst. Von anderen Mietern, oder aus dem Gefluche deines Vaters wenn er sich über Haus und Mieter ärgert.

Rechtlich gesehen hat diese Dokumentation zwar überhaupt keine Bedeutung. Aber sollte es doch dazu kommen, dass dein Vater dich von heute auf morgen rausschmeißt und du auf der Straße stehst, hast du zumindest einen exakten Überblick über die Aktivitäten deines Vaters.

Und wenn es wirklich zum Bruch kommt, würde ich nicht zögern meine Vermutungen auch dem Finanzamt mit zuteilen. Das hätte zur Folge, dass dein Vater dem Finanzamt seine Aus- und Einnahmen erklärt.

Ich bin ganz sicher, dass dein Vater da die eine oder andere Erklärung bereit haten sollte. Und konnten bei der Steuerprüfung tatsächlich Unklarheit festgestellt worden kann dein Vater sich in den Jahren häufiger über die Zuwendung des Finanzamts freuen als andere.

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