Frage von IbanezP, 375

In die Wüste gehen, in die Natur, bringt das wirklich was?

Damals gingen ja schon die Menschen in die Wüste abseits von Menschen um irgendwie eine Selbsterkenntnis zu gewinnen, ihren Sinn im Leben zu finden. Das wurde eigentlich von vielen Menschen gemacht, Propheten im alten Testament, selbst Jesus selbst, gingen oft einsam durch die Wüste, aber auch nicht religiöse Menschen haben längere Zeit abseits der zivilisation verbracht um sich einfach Dingen im Leben klar zu werden.

Meine Frage ist nun, funktioniert das wirklich? Würde ich eigentlich gerne mal probieren wüsste aber garnicht wie ich das anstellen sollte.

Antwort
von vonGizycki, 81

Grüß Dich IbanezP!

Grundsätzlich ist die Natur so wie sie ist, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Du also nach Sinn und Erkenntnis suchst, dann bedarf es Deiner Interpretation dessen, was Du siehst, hörst, fühlst, riechst oder auch schmeckst, also zu allem, was über Deine Sinne in Dich hineingeht. Du bist derjenige, der diesem Erleben einen Sinn gibt. Es gibt nicht die Erkenntnis schlechthin, sondern immer nur den Sinn, den Du in das Leben hineinlegt und Natur ist auch Leben.

Manchmal können Dir bestimmte Situationen in der Natur Entsprechungen in Deinem Leben aufzeigen. Ich möchte ein Beispiel geben:

Du bewegst Dich abseits vom Wege und suchst Dir einen Pfad querab durch den Wald. Dabei berührst Du Zweige, die Du aus ihrer ursprünglichen Haltung biegst, die aber, nachdem Du weiterschreitest, wieder zurückschnellen. Man könnte das z.B. so interpretieren, so habe ich das z.B. gemacht:

Jedes Lebendige hat den Drang oder auch die Sehnsucht, seiner ursprünglichen Form treu zu bleiben. Es leistet Widerstand, denn wenn der Weg wieder frei ist, wird sich der Urzustand wieder einstellen. Das entspricht seinem Wesen. Das "will" der Baum.

Worin kann also die Erkenntnis für Dich bestehen?

Du könntest sagen, ich bin zwar kein Baum oder ein Ast oder ein Zweig, der eine individuelle von der Natur gegebene Form schon besitzt, aber für mich könnte dasselbe gelten. Nur als Mensch sind wir nie fertig (abgesehen von der äußerlichen Form, wie Beine, Ohren, Nase, Hände Arme usw.usw.) sondern wir entwickeln uns, ein ganzes Leben lang. Ich muss also  herausfinden, was meine wesentliche Urform ist, wohin mich mein Drang nach urprünglicher Form leitet oder einfacher gesagt herausfinden: wer bin ich? 

Oder wenn Du das Wasser in einem Bach betrachtest, dann kann Dir klar werden, das er zu jeder Zeit immer anders ist, nie bleibt wie er ist obwohl er doch immer der gleiche ist, wie der Fluss Deines Lebens. Veränderung ist das natürlich Wesentliche darin. Kann das auch für mein Leben gelten?

So kannst Du in der gesamten Natur solche Parallellen finden, ganz gleich ob in der Wüste, in der Arktis, im Dschungel, im Gebirge im Wald, unter Tieren usw. usw. Die Möglichkeiten sind fast unendlich.

Ich denke, Du weisst jetzt was ich meine.

Hier ein kleines visuelles Beispiel:

Was nimmst Du mit Deinen Sinnen auf? Gibt es Parallellen, die sich zum Leben herstellen lassen? Natürlich kannst Du jetzt nicht riechen oder den Wind fühlen, aber alles andere ist da.

Kleiner Tipp: Je länger Du aufnimmst, desto mehr fällt Dir etwas ein. Gib Dich nicht zu früh zufrieden, Du findest immer wieder etwas Neues.

Da hst Du die Antwort auf: "Meine Frage ist nun, funktioniert das wirklich? Würde ich eigentlich gerne mal probieren wüsste aber gar nicht wie ich das anstellen sollte."

Herzlichen Gruß

Rüdiger



Antwort
von ChrisDeMarco, 179

Ich persönlich würde das in Richtung Meditation , sich in Trance versetzen, einordnen. Die Menschen über die Sie schreiben, haben einfach einen ruhigen bzw stillen Ort gesucht. Es ist schwer sich zu konzentrieren, wenn man innerhalb von Städten , Dörfern etc. vom ständigen Geräuschepegel abgelenkt wird.

Je nach Glaube gibt es da natürlich noch andere Faktoren die wichtig sind. Jemand der zum Beispiel Qi-Gong praktiziert sucht sich natürlich abgelegene Orte in der Natur , weil dort, außerhalb der Städte der Qi - Fluss stärker , ausgeglichener ist... nur um mal ein Beispiel zu nennen.  

Meine persönliche Meinung ist, egal was man tut ....fehlt der Glaube daran wird man scheitern. Und wenn 100 Personen hier schreiben würden das es was bringt, Sie aber nicht selbst daran Glauben ...dann werden Sie auch keine Selbsterkenntnis aus dem ziehen.

Was das Thema Trance und Meditation betrifft.... es gibt viele Menschen die sich selbst unwissend in einen Trance ähnlichen Zustand versetzen. Man läuft eine lange Straße entlang , ist in Gedanken, man kommt wieder aus dem Gedanken heraus und ist plötzlich schon am Ende der Straße. Dann drehen sich die Personen verblüfft um und denken "Was, ich war doch eben gerade noch da unten am Anfang der Straße" Das ist ein Paradebeispiel, welches schon so einige Menschen erlebt haben.

Noch ein frohes neues 2016.

LG

Antwort
von Philipp59, 46

Hallo IbanezP,

es kann ganz sicher etwas bringen, wenn man zeitweise die Einsamkeit sucht, um besser nachdenken zu können. Dabei ist nicht unbedingt der Ort, also Wüste, Wildnis o.ä., entscheidend. Wichtig sind die Gedanken, die man sich dort macht. Die 40-tägige Fastenzeit Jesu in der Wildnis, diente jedoch nicht dem Zweck der Selbstfindung oder der Entdeckung eines Sinns im Leben. Jesus war sich vollkommen im Klaren über den Zweck seines Kommens hier auf Erden. Dennoch dachte er zweifellos viel über seinen Auftrag nach und sprach mit seinem himmlischen Vater im Gebet darüber.

Auch wenn der Rückzug in die Einsamkeit einem zu neuen Einsichten und Erkenntnissen verhelfen kann, so stößt man im Hinblick auf gewisse Fragen des Lebens schnell an Grenzen. In Deiner Frage sprichst Du z.B. den Sinn des Lebens an. Um ihn finden zu können, reicht Nachdenken allein nicht aus, denn sonst würden heutzutage nicht noch immer so viele Menschen nach ihm suchen.

Im Grunde genommen ist es gar nicht so schwer, den Sinn im Leben zu finden, und vor allem braucht man dazu nicht zum zeitweiligen Einsiedler zu werden. Man muss sich nur an den wenden, der uns gemacht hat. Müsste Gott nicht am besten über den Sinn und Zweck unseres Lebens Bescheid wissen, und ist es nicht logisch anzunehmen, dass er uns darüber nicht im Ungewissen gelassen hat?

Um wirklich dahinterzukommen ist es wichtig, erst einmal ganz vorn, das heißt beim Bericht über die Erschaffung des Menschen, anzufangen. Einen ersten Hinweis findet man in einer Anweisung, die Gott den Menschen kurz nach Ihrer Erschaffung gegeben hatte. Sie lautet: "Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie [euch], und haltet [euch] die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.“ (1. Mose 1:28). Als Gott den Menschen diesen Auftrag gab, befanden sie sich im Garten Eden, dem Paradies.

Gemäß diesen Worten war es also die Bestimmung des Menschen, zusammen mit all den nachfolgenden Generationen aus der gesamten Erde ein Paradies zu machen. Da Gott den Menschen vollkommen an Geist und Körper gemacht hatte, wären sie weder alt und krank geworden, noch hätten sie irgendwann sterben müssen. Auch wenn die ersten Menschen die Entscheidung getroffen haben, eigene Wege zu gehen und ihr Leben unabhängig von Gott zu führen, hat Gott dennoch sein ursprüngliches Vorhaben niemals aufgegeben. Nach wie vor hat er das Ziel im Auge, aus unserer Erde eines Tages ein Paradies zu machen. Ist es nicht ein sinnvolles Ziel, das Leben in diesem verheißenen Paradies zu erlangen?

Natürlich leben wir im Hier und Jetzt und nicht in dem künftigen Paradies. Doch verleiht uns ein Leben im Einklang mit Gottes Willen und seinem Vorhaben heute schon echtes Glück und Zufriedenheit. Den Sinn im Leben kann man niemals finden, wenn man sein Leben unabhängig von Gott führen möchte, ihn also aus seinem Leben ausschließt. Dazu sagt die Bibel: "Der Abschluss der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den [wahren] Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze [Pflicht]. (Prediger 12:13).

Es geht jedoch nicht darum, Gott allein aus einem Pflichtgefühl oder aus Furcht vor Strafe zu dienen. Vielmehr geht es darum, als irdisches Geschöpf zum Schöpfer eine enge Beziehung einzugehen. Dies kommt auch durch das wichtigste aller Gebote zum Ausdruck, was lautet: "Er sprach zu ihm: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot.  Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ (Matthäus 22:37-39). Einen echten Sinn im Leben kann man also nur durch eine enge Freundschaft zu Gott und tätige Nächstenliebe finden.

Vielleicht ist auch folgende Überlegung ganz hilfreich: Jedes elektrische Gerät kann nur dann einwandfrei funktionieren, wenn man die Anweisungen des Herstellers beachtet. Andernfalls könnte es sein, dass das Gerät entweder kaputt geht oder zumindest seine Funktion nicht richtig erfüllt. Wenn wir Menschen "das Produkt" unseres Schöpfers sind, können wir nur dann geistigen, physischen, psychischen oder emotionalen Schaden vermeiden, wenn wir den uns von Gott gegebenen Lebenszweck erfüllen.

Hierzu ein Beispiel: Viele jagen heutzutage dem Glück dadurch hinterher, dass sie nach Reichtum und Besitz streben. Sie denken, materieller Besitz würde sie der Sorgen des Lebens entheben und ihnen ein glückliches Leben garantieren. Das ist nur einer von vielen Irrwegen, denn die Bibel warnt: "Die aber, die entschlossen sind, reich zu werden, fallen in Versuchung und in eine Schlinge und in viele unsinnige und schädliche Begierden, die die Menschen in Vernichtung und Verderben stürzen. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt. (1. Timotheus 6:9,10).

Die Bibel zeigt uns einen weitaus besseren Weg: Nicht das Geld, sondern Gott zu kennen und ihn zu lieben und sein Leben danach auszurichten, das ist das Geheimnis echter Zufriedenheit und das ist der wahre Sinn und Zweck unseres Lebens.

LG Philipp

Antwort
von 2012infrage, 67

Es bringt etwas, wenn man an Punkten im Leben ankommt, wo man nicht mehr weiterweiß, wo zuviel auf einen einstürmt, man nicht weiß, wo einem der Kopf steht. Auch ein einsamer Platz am Meer ist gut dazu geeignet. 

Äussere Reize sollen wegfallen, damit man sich auf das Innere konzentrieren kann. Äussere Reize lassen Gedanken fliessen, die stören, die behindern. Wenn Du Dich mal 10 min. hinsetzt und versuchst, Deine Gedanken zu beobachten oder sogar aufzuschreiben, wirst Du feststellen, dass das kaum geht. Wir denken soviel Müll, völlig sinnlose Gedanken durchziehen unseren Geist. 

Es gibt auch "Therapie"-Formen, die Dunkel-Therapie z.B. Aber das ist hart. Man wird absolut auf sich selbst zurückgeworfen, nichts da, woran man sich festmachen kann, nichts und niemand, worauf man projezieren kann, wo man sich reflektieren kann. Da bist nur du und du bist dir absolut fremd, du kennst dich nicht im geringsten, da ist so viel in dir, dass da rauskommen kann und letztlich kann sogar das DU wegfallen. Nicht wer du bist, sondern was du bist. 

Liebe Grüße

Antwort
von PWolff, 102

Mal für eine Zeit ohne Ablenkung zu sein, hilft dabei, zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen.

(Danke für die Erinnerung, ich sollte mir auch noch mal 'nen Tag ohne Telefon, Computer, Bekannte, ... gönnen.)

Vor Jahren hab ich mal ein Buch halb gelesen, das hieß "gönn dir einen Wüstentag" oder "schenk dir einen Wüstentag" oder ähnlich. Wenn ich mich richtig erinnere, hat der Autor über eigene Erfahrungen berichtet und Tipps gegeben.

Antwort
von NichtZwei, 115

Die Wueste ist eine Analogie fuer das Un-abgelenkt sein vom taeglichen Leben und den Menschen in seiner Umgebung. Wenn man das Aeussere nach unten faehrt, also Eindruecke der Welt dich nicht beeindrucken koennen, dann kannst du dich erst mit dir selbst beschaeftigen. Das kann genauso bei dir zu Hause sein oder in einer einsamen Berghuette. Der Alltag muss entronnen werden koennen, damit nun von innen Dinge an die Oberflaeche deines Bewusstseins kommen. Dinge, dir wir lange unterdrueckt haben, wie Gefuehle und unterbewusste Glaubensueberzeugungen, an die wir so gerne festhalten. Da kommt dann eine Menge an die Oberflaeche, die dunkle Seite will integriert sein, bevor du erkennen kannst, wer du wirklich bist. Alles Gute!

Antwort
von howelljenkins, 71

ja, das bringt was.

ich bin zwar noch nicht in der wueste gewesen, aber in der mongolischen steppe und in einsamen gegenden auf island und skye. 

es muss auch nicht zwingend ein einsiedler dasein dort sein. wenn du auf internet/handy etc. verzichtest, allein reist und vor ort auch nicht anfaengst, dir freunde zu suchen, hast du schon so viel abstand zu deinem ueblichen alltag, dass du neu, anders und freier denken kannst.

es ist sicher noch ein schritt weiter, wenn man auf jeglichen kontakt verzichtet und besonders spartanisch lebt. das wuerde mir persoenlich aber zu weit gehen, zumal ich nach ein paar wochen dann doch wieder zurueck in die zivilisation muss, wenn ich nicht dauerhafte probleme bekommen moechte.

wie dem auch sei. ich kann jedem nur empfehlen wenigstens einmal allein, ohne handy oder andere hilfsmittel um mit zu hause in verbindung zu bleiben, zu verreisen und sich ausschliesslich mit sich selbst und der landschaft zu befassen. das "reinigt" die seele und erweitert den horizont.

Antwort
von devinha35, 48

War schon ein bisschen in der Wüste unterwegs. Is schon ne Weile her aber ab und zu kommt die Sehnsucht wieder durch. Was wirklich toll war das war für mich Chott el Djerid in Tunesien. Habe dort Weihnachten und Silvester mit ein paar tunesischen Einheimischen verbracht. Auf dem Weg dorthin sind wir bei nem Typen vorbei-auf n Tee. Der hatte ein kleines Cafe unterirdisch, hat quasi auch dort gelebt, hätt damals auf jeden Fall so ne Zeit dort verbringen können...Vor allem diese Höhlenwohnungen...glaub die kann man auch inzwischen kaufen

Antwort
von TimeosciIlator, 60

Um Selbsterkenntnis zu gewinnen, einen Sinn im Leben zu finden, dass Dinge im Leben einem klar werden aussteigen ? Aber aus was ? Aus dem Umfeld ? Aus der Mentalität ? Aus dem Bürokratismus ? Aus dem engstirnigen Denken ?

Ein Einstieg in die vermeintlich dort zu findende Freiheit muss nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein. Denn Freiheit kannst Du überall haben. Auch dort wo Du schon bist. Die Freiheit ist in jedem verborgen und bereits vorhanden. Man muß sie nur für sich entdecken...

Und jede Menge Aussteiger sind am Ende wieder nach Hause zurückgekehrt. Wie sagt doch der Volksmund so schön: "Ob Ost ob West zu Haus am Best... " :)

Die Deutsche Band NUALA mit dem Aussteiger-Song schlechthin: "Die Karavane"

Antwort
von Gronkor, 29

Niemand hält Dich davon ab, mal raus in die Natur zu gehen. Such Dir eine schöne Strecke Bei Dir in der Gegend aus,  pack einen Rucksack mit Tagesproviant, vielleicht noch einem Regenponcho, einem Notizbuch und auf jeden Fall einer Landkarte, zieh Dich warm genug an und dann wanderst Du mal einen Tag lang durchs Grüne.

Ich finde schon, dass so "Gott" näher kommt. Aber probier es ruhig selbst aus. Und wenn es Dir gefällt, kannst Du ja dieses Jahr mal auf einen Wanderurlaub gehen.

Antwort
von Kondortraum, 17

doch, das funktioniert und du solltest es unbedingt einmal probieren. Vorschlag: bei deinem nächsten Urlaub miete dich in eienr einsamen Gegend in einer einfachen Herberge ein, vorzugsweise, wo du Waldwanderungen oder Strandspaziergänge machen kannst. Fernsehen, Handy, Radio, Pc etc. sind tabu. Es kann sein, besonders, wenn du noch jünger bist, daß du das alles als fast  unerträglich (weil völlig ungewohnt) empfinden wirst. Versuche, das aber durchzustehen. 

Egal, was dir durch den Kopf geht, laß es zu. Setze dich überhaupt keinen Zwängen aus. .Trinke viel klares Wasser oder leichten Kräutertee, Alkohol natürlich auch nicht. Auf diese Weise hat sowohl deine Psyche als auch der Körper Gelegenheit, Altlasten aufzuarbeiten, abzubauen und zu verdauen. Weiche negativen Gefühlen nicht aus, laß sie einfach zu. 

Ich habe das selbst schon häufiger praktiziert und möchte es nicht missen. Danach bist du viel positiver drauf und es kann sein, daß du unbezahlbare, wertvolle Erkenntnisse gewinnst, vorausgesetzt, du hältst auch negative Gefühle und Gedanken aus, oder gleich wieder in Ablenkungen zu fliehen, wie es heute in der Welt gang und gäbe ist.

Antwort
von botanicus, 36

Es bringt nicht jedem etwas, kann aber. Voraussetzung ist, dass Du nicht einfach in die Natur gehst, sondern eine minimale Vorstellung davon hast, was es bedeutet, zu meditieren, Deine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen, dich zu konzentrieren, ... Das kann man lernen und wäre eine gute Vorbereitung.

Antwort
von fremdgebinde, 73

Ob du in der Wüste oder auf einem Kohlfeld bist, ist vollkommen egal, solange du deine Ruhe hast.

Antwort
von Peterwefer, 46

Vielleicht vorübergehend. Aber Rousseaus 'Zurück zur Natur' scheint nicht zu funktionieren; er selbst ist schließlich an Syphilles gestorben - wahrscheinlich aus einem Pariser Bordell...

Kommentar von botanicus ,

Ich glaube nicht, dass Du weißt, was Rousseau damit gemeint hat, stimmt's? ;-)

Kommentar von Peterwefer ,

Wahrscheinlich nicht so genau wie Du, aber immerhin weiß ich: Rousseau war der Überzeugung, dass der Mensch an und für sich gar nicht schlecht ist, dass er jedoch durch die Gesellschaft verdorben ist. Und daraus leitete er das Postulat 'Zurück zur Natur' ab.

Antwort
von Jerichmed, 2

Die Natur ist toll, aber wenn ich mich mal ein paar Stunden von Wurzeln und Wilkräutern ernähren will/muss, (Was ja sehr gesund ist) dann sehe ich die Vorteile der Zivilisation :)

Antwort
von berkersheim, 74

Zur Ruhe finden ist kein Allheilmittel, wenn man keine Orientierung hat. Die von Dir Angeführten waren alles Leute, die sich in einen vorhandenen Glauben vertiefen wollten, die Wege finden wollten, diesen Glauben in der "lärmenden Welt" besser und überzeugender zu leben. Darum ist die erste Frage: Hast Du etwas, in das Du Dich vertiefen kannst? Je nachdem, wo man wohnt, kann man das auch von zu Hause aus testen oder von einer abgeschiedenen Ferienwohnung aus. Es kann sogar sein, dass jemand, der sich schon allzusehr in den Elfenbeinturm seines Kopfkinos eingegraben hat oder von der virtuellen Internetwelt aufgesogen wurde, mal tagelang bewusst der lärmenden Realität aussetzt, um wieder Kontakt zur Welt zu bekommen. Solche Kopfmenschen kommen nicht zur Ruhe, wenn sie sich noch mehr in ihrem Kopf vergraben. Du siehst, da muss erst mal eine Analyse her, was für Deinen Status Quo eine befreiende Erfahrung wäre. Eine Vorstellung, worin diese Befreiung bestehen könnte, sollte auch schon vorhanden sein. Ein offenes Gespräch mit einem guten Freund - nicht GuteFrage - kann da hilfreich sein.

Kommentar von TimeosciIlator ,

Da möchte ich jetzt aber widersprechen: GuteFrage kann bei einer solchen Frage auch hilfreich sein - nämlich dann wenn berkersheim sie beantwortet... DH !!

Kommentar von berkersheim ,

@Timeoscillator

Oh, danke für die Lorbeeren. Wenn meine Gedanken anregen, weiter zu fragen, ist das in Ordnung. Doch eigentlich ist der Kern der Frage zu intim, um in der Allgemeinheit breitgetreten zu werden. In einer Zeit von Facebook und Smartphones und vielen unverbindlichen "Freunden" scheint mir der Hinweis wichtig, dass nicht über wirklich gute, persönliche Freunde geht, wozu man im Gespräch mal das Smartphone ausschaltet!

Antwort
von DeathMagicDoom, 67

Es bringt etwas, außerhalb starker optischer und akustischer Reize zu sein, weil man zur Ruhe kommt und wieder seine eigenen Gedanken "hören" kann, die sonst übertönt werden

Antwort
von Eselspur, 49

Ja, bringt was.
Google einmal "Wüstentag"!

Antwort
von JoachimWalter, 12

Wir machen gern mal einen Waldspaziergang, wenn es die Gesundheit zuläßt. Als Jugendlicher, der ständig das Radio anhatte, konnte ich stundenlang in aller Stille an einem Teich sitzen und angeln.

Antwort
von Gerhardraet, 34

Freilich werden alle Esoteriker und sonstige Psychofreaks so was befürworten.

Ich sehe hier enge Grenzen der Nützlichkeit. Grundsätzlich ist es heilsam, Zeit in der Natur zu verbringen und sich geistig dort zu regenerieren. Aber die Zeit hierfür (Wochen, Monate?) können viele nur schwer aufbringen. Und wenn es um schwerwiegende "materielle" Zukunftsentscheidungen geht, z.B. Berufswechsel, Berufswahl usw., dann ist es meist besser, "Informationsarbeit" zu leisten und Gespräche zu führen anstatt im eigenen Emotionssaft Fehlentscheidungen zu treffen.

Kommentar von botanicus ,

Tja, das eine schließt das andere nicht aus. man kann auch sagen, dass man Dinge, die immerhn das gesamte Leben und dessen Richtung bestimmen, nicht ohne bewusste Reflexion zu entscheiden. Damit es eben keien Fehlentscheidung wird. Dazu braucht man keine Monate, das ist Quatsch. Und man sollte das nicht arrogant als Emotionssaft von Esoterikern abkanzeln, das wirft auf den Urteilenden auch nicht gerade ein gutes Bild.

Kommentar von Gerhardraet ,

Ich weise den garstigen Kommentar von "botanicus" pauschal zurück, aus der wenig Lebenserfahrung spricht. Der Fragesteller hat ausdrücklich von "längerer Zeit abseits von Zivilisation" geredet und das ist nun mal nicht 1 Woche.
Ich bleibe präzise beim Gesagten, daß nämlich für gewichtige Entscheidungen vor allem auch Informationsarbeit geleistet werden muß. Und eine Erforschung der eigenen Gefühle kann keineswegs diese Informationsarbeit ersetzen. ENDE.

Antwort
von Netie, 13

Hallo IbanezP,

nein, das funktioniert nicht.

Es sei denn, du bittest Gott, dass er sich dir offenbare.

Aber da brauchst du nicht in die Wüste gehen.

Das tut er, wenn du sein Wort (Bibel=Buch ) liest. Es gibt keinen Weg zum Frieden als nur über Golgatha, wo Jesus auch für deine Sünden gestorben ist.

VG Netie

Antwort
von JensPeter, 29

Hallo IbanenzP,

wenn Du Dich selber finden willst, dann musst Du nicht in die Wüste. Dafür genügt es dafür zu sorgen, das man für eine Zeit lang wirklich nicht gestört und abgelenkt wird. Sowas ist gut und sehr sinnvoll!

Suchst Du aber die Nähe zum Gott der Bibel wird der Gang in die Wüste nicht unbedingt etwas bringen. Dafür ist heute ein anderer Weg vorgesehen, zu dem man allerdings auch Ruhe benötigt und Störungen vermeiden sollte.

Folgendes Rät die Bibel:

  • Laut selber in der Bibel lesen
  • über das Gelesene nachdenken und
  • um Hilfe und Erkenntnis beten

Hierfür hat Jesus eine Helfer versprochen:

Johannes 14:17 . . .und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er für immer bei euch sei: 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn weder sieht noch ihn kennt. . . .

Aber das "einsame Nachsinnen" alleine möchte Jesus auch nicht:

Matthäus 18:20 Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“

Ich hab mir sagen lassen, das könne man nicht alleine.

Best Grüße

JensPeter

Antwort
von fricktorel, 3

Um Gott zu erkennen, brauchst du nicht unbedingt in die "Wüste" zu gehen, dazu genügt Seine Schöpfung (Röm.1,19-20).

Dort lässt sich prima nachsinnen (1.Petr.1,24)...

Antwort
von Demutras, 32

Da funktioniert LSD sicherlich besser und macht mehr Spaß, falls du diese Ziele wirklich erreichen willst! ;)

Kommentar von Kondortraum ,

was für ein Quatsch, demutras! 

Kommentar von Demutras ,

Ich verstehe natürlich wenn du diese Antwort nicht magst, dennoch ist es ja nicht gelogen, dass LSD ein Blick aus einer Metaebene erschafft und eine Selberkenntnis und eine innere Zufriedenheit entstehen kann..

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