Frage von Paulpanzer99, 133

In der Probezeit Kündigen, welche Kündigungsfrist laut Arbeitsvertrag oder nach Tarifvertrag?

Hallo,

Bin seit 2 Monaten in einer Firma und würde nun gerne in der Probezeit kündigen.

Laut meinen Arbeitsvertrag steht das in der Probezeit (6 Monate) eine Kündigungsfrist von 14 Tagen eingehalten werden muss, sofern im Tarifvertrag nicht anders geregelt oder gesetzlich.

Ich bin in der Sicherheitsbranche und da gilt ein Allgemein gültiger Tarifvertrag und dort steht drin das in der Probezeit eine Kündigungsfrist von 4 Tagen eingehalten werden muss.

Was passiert mit meinem Urlaub? Ich musste aus dem Jahr 2015 meine 5 Tage mitnehmen da ich diese nicht nehmen durfte, jetzt im neuen Jahr hab ich ja im prinzip die vollen Urlaubstage oder nicht? Muss diese ausgezahlt werden oder sind die dann ungültig?

würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

Antwort
von ThomasAral, 95

nur anteilige urlaubstage ... pro monat 2 oder 2 1/2 oder so.  werden meist noch die letzten tage genommen bevor du gehst --- also du gehst eigentlich paar tage früher als du gekündigt bist ... die paar tage dran sind urlaub.  Dein Letzter Tag dort ist also ein Urlaubstag.

Kommentar von Paulpanzer99 ,

Also kann ich dann die Kündigung abgeben und dort reinschreiben das ich meine Urlaubstage die ich noch habe für die Kündigungsfrist nehme und brauche diese Tage dann nicht weiterhin arbeiten dort,richtig? Können die das auch verweigern?

Kommentar von DarthMario72 ,

Können die das auch verweigern?

Unter Umständen können und dürfen sie das.

Kommentar von ThomasAral ,

dann müssen sie aber die urlaubstage rauszahlen ... da das zuviel verwaltungsaufwand ist machen die das meist mit erstem weg

zahlen sie es nicht raus, kannst du es am arbeitsgericht einklagen

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 93

Wenn der Tarifvertrag Anwendung findet, gilt die dort vereinbarte Kündigungsfrist von vier Tagen während der Probezeit.

Urlaub vom letzten Jahr den Du betriebsbedingt nicht mehr nehmen konntest, muss ausgezahlt werden, wenn Du ihn auch jetzt, vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nicht mehr nehmen kannst (§ 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz).

 jetzt im neuen Jahr hab ich ja im prinzip die vollen Urlaubstage oder nicht?

Wie meinst Du das?

Wenn Du jetzt kündigst, hast Du für jeden vollen Monat Anspruch auf 1/12 des jährlichen Urlaubsanspruchs (§ 5 Bundesurlaubsgesetz). Wenn Du keinen vollen Monat arbeitest, gibt es auch keinen Urlaub.

Den Urlaub kannst Du bei der Kündigung beantragen. Ob der AG dies aber genehmigt, kann ich Dir nicht sagen. Komplett wirst Du ihn sowieso nicht mehr nehmen können.


Kommentar von Paulpanzer99 ,

Das mit dem Urlaub ist mir eigentlich nicht so wichtig, ich möchte nur nicht noch 14 Tage dort weiter Arbeiten. Also im Arbeitsvertrag steht nichts mit Tarifvertrag usw. aber wir bekommen den dort genannten Mindestlohn sowie die Zulagen etc.

Kommentar von Hexle2 ,

Es gibt viele Firmen die nicht tarifgebunden sind aber Teile eines Tarifvertrags auch umsetzen. Wenn aber kein Tarifvertrag Anwendung findet und im Arbeitsvertrag die gesetzliche Kündigungsfrist in der Probezeit von zwei Wochen steht, musst Du mit dieser Frist kündigen.

Schreib in die Kündigung rein, dass Du Deinen Resturlaub und evtl. vorhandene Überstunden als Freizeitausgleich bis zum Ende der Kündigungsfrist nehmen möchtest. Ob der AG Dir dies gewährt oder mit Hinweis auf "dringende betriebliche" Gründe verweigert, kann ich Dir nicht sagen. Der AG sollte diese Gründe aber belegen können.

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