Frage von blackbear75, 198

Im Hadith 91 von Bukhari heißt es: "Gott hasst dich, weil du zu viele Fragen stellst." Sollte man im Islam besser nicht zu viele Fragen stellen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LuziFoehr, 84

Es nervt manchmal, wenn jemand zuviele Fragen stellt, aber "hassen" würde ich deswegen niemanden, aber ich bin ja auch nicht Gott..

Als Erzieherin weiß man auch nicht auf alles eine Antwort

"Tante Luzi, warum ist es nachts dunkel ?"

"Warum heißt Apfel Apfel und nicht Birne ?"

"Warum hast Du keinen Mann ?"

"Warum musst Du jetzt aufs Klo ?"

na ok, solche Fragen stellt wohl niemand an Gott, nur an mich :-)

Gott hasst dich, weil du zu viele Fragen stellst.

Das glaube ich nicht !

vielleicht müßte es heißen:

"Der Prophet hasst Dich, wenn Du Fragen stellst, auf die er keine Antwort weiß, und sich rasch was ausdenken muss, was er dann später wieder abrogieren muss..."

Kommentar von Jogi57L ,

ich finde dich einesteils lustig, also so, wie Du dich ausdrückst... andererseits scheinst Du einen gewissen "Erfahrungsschatz" mit solchen Dingen zu haben... LG J.

Antwort
von uyduran, 156

Von einem solchen Hadith habe ich noch nie gehört. Kannst Du uns den kompletten Vers (samt Quelle) zeigen? Wenn überhaupt, dann musst Du den Satz in seinem Kontext betrachten. Zu wem hat der Prophet es gesagt, in welcher Situation und was genau hat er damit gemeint? Du kannst nicht einfach irgendeinen Satz herauspicken und ihn absolut setzen.

Zum Gebrauch der eigenen Vernunft (und somit des Hinterfragens) gibt der Koran einige Hinweise:

Sure 8,24: "Siehe, die schlimmsten Tiere für Gott sind jene, die taub und stumm sind und nicht hinterfragen."

Sure 13,4: "Auf der Erde gibt es Ländereien, aneinandergrenzend, Weingärten und Getreidefelder, Palmen mit Einzel- und Doppelstämmen, getränkt aus einer Wasserquelle. In der Ernte geben wir den einen den Vorzug vor den anderen. Darin sind, wahrlich, Zeichen für die Menschen, die fähig sind, zu denken und zu begreifen."

Der Gelehrte Al-Kindi, der im 9. Jahrhundert die Interpretation des Islam prägte, sagte: "Der Mensch ist allein durch den Gebrauch seiner Vernunft fähig, die Wahrheit des Propheten, die dieser sowohl in der Offenbarung als auch in seinem Glauben erhielt, zu beweisen."

Karim Aga Khan IV., Nachfahre des Propheten und geistliches Oberhaupt von 20 Mio Ismailiten, sagte 2006 in einem Interview auf die Frage, ob Islam und kritische Vernunft sich ausschließen würden: "Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Der Islam ist von den Religionen, die auf Abraham zurückgehen, diejenige, die am meisten Wert auf Wissen legt. Ein wesentliches Ziel des Islam ist, Gottes Schöpfung zu verstehen, und deshalb wird unser Glaube ganz erheblich von Logik geprägt. Islam heißt Vernunft."

Die Islamwissenschaftlerin und Arabistin Meryem Sebti sagt: "Gott wendet sich mit Zeichen an die Menschen: Die schriftlich fixierten Zeichen sind die Offenbarungstexte, die nicht schriftlich fixierten Zeichen sind die Schöpfung selbst, das Firmament, die Tiere, alles was im Kosmos ist. Der Mensch hat einen exklusiven Status, insofern er allein über die Fähigkeit verfügt, diese Zeichen zu deuten. (...) Von der reinen Koranlektüre aus gesehen, lässt sich die Rechtmäßigkeit eines vernunftgeleiteten Zugangs nicht leugnen."

Vernunftgeleitetes, kritisches Denken ist also erwünscht und ermöglicht es überhaupt erst, die Schriften in ihrer Ganzheitlichkeit zu erfassen. Es ist nicht so, dass man als Muslim dumm und ungebildet ist, und nur blind auswendig lernt.

LG


Antwort
von Nunuhueper, 157

In der Sesamstraße singen schon die Kinder: "Wer nicht fragt, bleibt dumm"

Und als Erwachsener sollte man nicht mehr dumm sein.

Antwort
von earnest, 127

Der Gott der Hadithe scheint für den unvoreingenommenen Leser nicht immer identisch zu sein mit einem Gott namens Allah. Allerdings scheint dieser Gott auch im Koran durchaus unterschiedlichen Gemüts zu sein. 

Was sicher richtig ist: In fundamentalistischen Ausprägungen des Islams ist Fragen unerwünscht, da es das System infrage stellen könnte. 

Das trifft aber auf JEDE Art von Fundamentalismus zu. 

Gruß, earnest

Antwort
von mehlikeoez, 73

wenn der Koran voll mit Stellen sind, die auffordert, eigenen Verstand zu benutzen, sind solche Hadithe, die menschlichen Verstand ignoriern, fragwürdig. 

ich habe vor lange Zeit ein Zitat gelesen, das ich nicht mehr vergessen kann, wenn ich solche Vorstellungen vom Islam höre. 

"Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in der Hoffnung auf das Paradies anbete, sondern nur noch um Seiner ewigen Schönheit willen" Annemarie Schimmel

99 Namen vom Gott muss man nur durchlesen, um zu sehen, dass dieser Hass nicht in das Bild passt. 

Antwort
von qosimo, 77

Sollte man im Islam besser nicht zu viele Fragen stellen?

Gar keine stellen. Nicht denken, nicht hinterfragen, immer fein und brav, pflegeleicht und abwaschabr alles einfach gedankenlos aufsaugen und tun wie geheißten. Wer fragt, ist des Teufels..... aus dem Grund ist das Ding überhaupt erst entstanden, um die Masse zu verdummen. Wer Fragen stellt, ist noch nicht dumm genug.

..... naja oder mal den eigenen Kopf anstrengen über das Ding, aber mal richtig und vor allem ganz.

Antwort
von Internetzugriff, 139

Mit den Hadithen sollte man vorsichtig umgehen.
Man weiß nicht welche erfunden wurden die nicht stimmen.

Antwort
von feinwaaga, 198

Gott hasst nicht.

Kommentar von SibTiger ,

Beim fragwüdigen Gottesbild von Allah wäre ich mir da nicht so sicher:

Diejenigen aber, die ungläubig sind, -nieder mit ihnen! Allah läßt ihre Werke fehlgehen (so daß sie damit nicht zum Ziel kommen). Koran Sure 47 Vers 8

Kommentar von hummel3 ,

@SibTiger

Am Vokabular von "Allah" lässt sich auch sehr gut erkennen, wer auch der wirkliche Vater des Befehls sein könnte, denn "göttlich" ist nun mal die Aufforderung von "nieder mit ihnen!" wahrlich nicht.

Kommentar von hummel3 ,

Gott hasst nicht.

Das glaube ich auch, denn "Hass" ist eine allein menschliche negative Eigenschaft und Schwäche. 

Allerdings kann ich damit nicht den Gott des Islam in Verbindung bringen. - Lese ich den Koran, dann erscheint er mir eher sehr launisch und wechselhaft in seinen Ansichten und Befehlen. 

Kommentar von vielantwort ,

es ist eine grobe Übersetzung. nur jmd der arabisch lesen und verstehen kann sieht die wahrheit in der religion.

Kommentar von SibTiger ,

Ich erlebe leider immer wieder, dass Muslime sich hinter der arabischen Sprache verschanzen.

Kommentar von earnest ,

So ist es. 

Und die vollständige Masche läuft nach diesem Muster ab: 

http://36.media.tumblr.com/2c3d5016eea2a290ce26cb5990e2fd04/tumblr_nuo2dql8XK1ro...

(Ich bedaure, daß der Link auf Englisch ist, bedanke mich aber herzlich beim Übermittler.)

Kommentar von LuziFoehr ,

es ist eine grobe Übersetzung. nur jmd der arabisch lesen und verstehen kann sieht die wahrheit in der religion.

aha, dann ist es eine Religion von Arabern für Araber, oder weil der Mohammed eben nur arabisch konnte.

Kann denn Gott nicht dafür sorgen, dass man ihn weltweit versteht ?

Oder ist es nur ein arabischer Gott, der sich selbst nur auf arabisch klar ausdrücken kann ?

Kommentar von Nunuhueper ,

Scheint doch eher eine exklusive Religion einzig für die den Koran auf Arabisch  Lesenden zu sein.

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