Improvisieren lernen (Klarinette/Sax)?

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3 Antworten

Hi Birne,

da hast du ja zwei Instrumente, auf denen du sehr gut Jazz zum Ausdruck bringen kannst. Wenn du bisher nur Klassik gespielt hast, empfehle ich dir, dich erstmal etwas in Jazz hineinzuhören.

Das ist wichtig, weil du die hier typischen Phrasierungen und Artikulationen verinnerlichen musst, damit die Musik auch wirklich nach Jazz klingt. (Oftmals wird zum Beispiel in zusammenhängenden Tonfolgen nicht jeder Ton neu angestoßen, sondern nur die Klappen bewegt.)

Zu Improvisieren gibt es vielfältige Arten:

1. Die Originalmelodie ausschmücken, verzieren

2. Auf Skalen basierendes freies Spiel

3. Wiederholen sehr kurzer Phrasen, die gegen die Taktart laufen

4. Herumspielen mit kurzen Phrasen, die immer wieder variiert werden

5. Rhythmische Verschiebungen mit vielen Synkopen

usw.


Bei vielen Jazzstücken wandern übrigens die zu benutzenden Skalen. Oft geht es tonal am Quintenzirkel gegen den Uhrzeigersinn, bis durch einen Bruch wieder die notierte Tonart erreicht wird. Beispiel: "Afternoon in Paris"

Zum Mitspielen ud Ausprbieren gibt es viele Playalongs auf You Tube, und Skalentheorie-Videos natürlich auch.

Am besten, du arbeitest dich Schritt für Schritt vor und hörst vor allem auch viel Jazz.

Viel Spaß

Thomas Weber


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Ich stimme WebThoWeb absolut zu, ansonsten vielleicht noch:

-Je nach Stück ist ein gewisses musiktheoretisches Wissen vonnöten. Hierzu gibt es einen Haufen Bücher, ich empfehle dieses: http://www.amazon.de/Die-Akkord-Skalen-Theorie-Jazz-Harmonik-Barrie-Nettles/dp/3892210551 (benutzen wir auch an der Uni)

-Um dich wirklich frei bewegen zu können, musst du dein Instrument gut kennen. Wirklich gut. Nur Skalen runterzudaddeln klingt langweilig. Versuche, dich mit deinem Instrument so vertraut zu machen, dass du den Ton hörst bevor du ihn spielst. Ich bin kein Experte für Blasinstrumente, aber ich vermute, du hast da bessere Vorraussetzungen als z.B. ein Gitarrist, der immer Gefahr läuft, nach Fingersatz zu spielen. Ich spreche da aus Erfahrung :)

-Schnelles Umdenken üben. Wisse, welche Töne zu welchem Akkord passen. Das bedeutet nicht nur Skalen üben: Nimm dir ein Leadsheet und ein möglichst langsames Playalong und spiele die Akkordtöne. Das kannst du dann variieren; verschiedene Umkehrungen, andere Reihenfolge etc. etc. etc. Eine gute Software hierfür ist iReal.

-Viel, viel Musik hören :)

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Du kannst dir gezielt Literatur über den "Jazz-Kontrapunkt" raussuchen oder Videos wie zB das hier anschauen.

Es gibt so viele Möglichkeiten... DIE Grundlage schlechthin ist vielleicht erstmal die Akkord/Skalentheorie zu beherrschen. Darauf kann man aufbauen, jenachdem in welche Richtung man sich weiterentwickeln möchte.

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