Frage von WetWilly, 60

Immobilienverkauf: wie für einen Käufer entscheiden?

Ich verkaufe gerade ein geerbtes EFH in guter Lage, in ordentlichem Zustand zu einer marktgerechten Preisvorstellung und ohne Makler. Aus diesem Grunde rennen mir die Kaufinteressenten ziemlich die Bude ein.

Nun gibt es zwei ernsthafte Interessenten, die beide eine Finanzierungszusage von Ihrer jeweiligen Bank vorweisen können. Und das bringt mich in mein Dilemma: an wen verkaufe ich?

Keiner der beiden Interessenten ist sympathischer/unsympathischer als der andere. Beide sind engagiert und bieten ähnliche Kaufpreise, allerdings habe ich mit keinem der beiden schon einen "Endpreis" verhandelt - das habe ich vermieden, solange die Finanzierungen unklar waren und ich mich so lange noch nicht festlegen wollte.

Nun müsste ich einer Partei zu- und der anderen absagen. Ich glaube, die Partei, der ich absagen müsste, wäre tief enttäuscht.

Ich möchte möglichst gerecht handeln, ich will nicht meinen Gewinn maximieren und die beiden gegeneinander ausspielen (obwohl beide Parteien bescheid wissen, dass es noch einen anderen ernsthaften Interessenten gibt).

Ich freue mich über jeden Gedanken, der mir weiterhilft. Wichtig ist mir Fairness, ich bin mir darüber im Klaren, dass hier nach meiner Entscheidung vielleicht ein kleiner Lebenstraum zerplatzt.

Antwort
von Gustavolo, 26

illy:

Ich kenne mich aus. Deshalb einige Anmerkungen zu deiner Frage.

1) Du hast noch keinen Kaufpreis genannt. Trotzdem wurde dir
bereits eine Finanzierungszusage gezeigt. Was du gesehen hast ist
eine Bearbeitungszusage und keine verbindliche Darlehenszusage.

2) Um eine verbindliche Darlehenszusage zu erreichen, muss du dem
Interessenten zur Vorlage bei seiner Bank alle Objektunterlagen
(zunächst in Fotokopie) aushändigen.

3) Du solltest den Kaufinteressenten den Festpreis nennen und vor
dem Gang zum Notar die Sicherstellung der Finanzierung durch Belege
prüfen.

4) Ich würde mich für denjenigen entscheiden mit der besten Bonität und dem höchsten verfügbaren Eigenkapital, der deine Bedingungen, insbesondere den Zeitpunkt des Besitzübergangs (besenreine Räumung) akzeptiert und  das Hausgrundstück so übernimmt, wie es steht und liegt ohne mit einer kleinlichen Mängelliste - vielleicht noch unter Mitwirkung
eines Bausachverständigen - versucht, den Preis zu drücken.

Vielleicht kennst du einen Fachkundigen, der dir noch einige Anregungen geben kann. Viel Erfolg.

Kommentar von WetWilly ,

Zunächst mein Dank für Deine Anmerkungen!

Ich habe bereits eine Preisvorstellung genannt (in dem entsprechenden Inserat), die marktgerecht ist, habe aber einen kleinen Verhandlungsspielraum eingepreist.

Entsprechende Unterlagen zum Objekt haben beide Interessenten von mir erhalten (Baugenehmigung, Grundrisse, Expose, Baubeschreibung usw.).

Antwort
von baghera, 7

Wichtig ist mir Fairness, ich bin mir darüber im Klaren, dass hier nach
meiner Entscheidung vielleicht ein kleiner Lebenstraum zerplatzt.

das ist ein widerspruch in sich. fairness hat im wesentlichen mit objektivität und parität zu tun - beides ist hier nicht gegeben, wenn du soviel mitgefühl mit den geplatzten lebensträumen anderer hast, kannst du dich ja mal fragen, was das mit dir zu tun hat; emmy hat das ja schon angedeutet.

den ´endpreis´, also eine höhere summe als anfangs genannt, würden wahrscheinlich beide seiten bezahlen, grade wenn grundstücke/ häuser begehrt sind. unendlich hoch pokern kannst du auch deshalb nicht, weil du ja schon einen rahmen genannt hast.

über den preis funktioniert das also nicht. wenn du beide seiten gleich sympatisch/ unsympatisch findest und auch sonst nichts, was sie unterscheidet, gibt es dennoch einen objektiven! unterschied: einer von beiden war zuerst da. da hättest du ein kriterium, das auch nachvollziehbarer ist als ein würfel oder streichholzziehen.

ich würde mir auch keine gedanken über geplatzte lebensträume anderer machen (es sei denn, du identifizierst dich da irgendwie): zum einen sind die erwartungen anderer die erwartungen anderer, zum anderen hat es sich oft im nachhinein als vorteil erwiesen, etwas nicht zu bekommen. vllt. kann es sich für die ´ unterlegene´ partei später als segen erweisen, dein haus nicht bekommnen zu haben. dann war für sie etwas anderes -  für sie sogar besseres - bestimmt. vllt. gelingt es dir, deine bewertung von ´lebensträumen´ auch mal so zu sehen.

Antwort
von FrankFurt237, 34

Auch wenn es nicht dein Ziel ist, den Gewinn zu maximieren, würde ich doch an den Meistbietenden verkaufen. Andernfalls wirst du immer das Problem haben, dass dir eine der beiden Parteien "böse" ist und ich denke, dass es gerade das ist, was du vermeiden möchtest. 

Wenn du an den Höchstbietenden verkaufst, dann würde derjenige, der sie nicht kauft sie deshalb nicht kaufen, weil er nicht bereit wäre, den verlangten Preis dafür zu bezahlen. Du wärst also aus dem Schneider. 

Antwort
von emily2001, 40

Hallo,

wenn du einen "Marktgerechten Preis" verlangst für dein Haus, warum sprichst du vom "Endpreis" ?

Warum sollte nach deiner Entscheidung "ein kleiner Lebenstraum zerplatzen"?

Bist du sicher, daß du diese Immoblilie wirklich verkaufen willst?

Ist da jemand, der von dir verlangt, daß du das Haus verkaufst ?

Emmy

Kommentar von WetWilly ,

Ich verkaufe das Haus, weil ich es verkaufen will, nicht, weil ich muss. Ich möchte das Haus nicht vermieten (weil ich keine Lust auf Vermietung habe) und ich wohne selbst in einem attraktiveren Haus, welches mein Eigentum ist.

Und leer stehen lassen möchte ich es auch nicht.

Kommentar von WetWilly ,

Warum da ein kleiner Lebenstraum zerplatzt - ganz einfach: weil in der betroffenen Gegend praktisch keine Häuser auf dem Markt sind.

Kommentar von emily2001 ,

Also, wie es mir scheint, sieht es so aus, als ob du doch etwas bedauern würdest...

Emmy

Antwort
von hilflos99, 36

wenn keine emotionale Bindung zum Haus  besteht, bekommt´s der der am meisten zahlt. Was die danach damit machen oder mit den Nachbarn streiten kann man sowieso nicht beeinflussen. Finanzierungsbetätigung muß nicht sein, der Notar sorgt schon daß es bezahlt wird oder nicht übergeben wird

Antwort
von Parnassus, 35

Schick Schnack Schnuck? Ich meine was soll man da jetzt ernsthaft raten? Lass dein Bauchgefühl entscheiden...

Antwort
von DietmarBakel, 32

Ganz klar. Niemals an einen Rechtsanwalt oder Studienrat (Lehrer) verkaufen.

Nimm einen Würfel.

Das bringt eine Entscheidung, die Dich nicht traumatisiert.

Gruß

Kommentar von emily2001 ,

Warum "niemals an einen Rechtsanwalt oder Studienrat" ???

Die haben Geld, was hast du denn für Vorstellungen ???

Kommentar von DietmarBakel ,

Nicht Vorstellungen sondern "Erfahrung".

Hat nichts mit Geld zu tun. Ich habe es nur gerne stressfrei, wo immer möglich.

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