Frage von weltgeschichte, 93

Immobilienkauf-wie kann ich aus der Maklermasche raus?

Ich hab im Internet nach Immobilien gesucht und bin bei einer Firma fündig geworden.Ich schrieb die Firma an,dass ich das Expose möchte und kriegte gleich 5.Natürlich mit dem Hinweis auf die Provision.Die Wohnung die mich interessierte,hatte jedoch kein aussagekräftiges Expose,sondern mehr eine PDF Form des Internetauftrittst plus der Adresse. Ich schrieb mit einer Frage dem Makler mit der Bitte um konkrete Informationen.Am nächsten Tag recherchierte ich weiter und fand dieselbe Wohnung wieder vom Eigentümer selber ohne Provision. Ich schrieb ihn an und nach einem Telefongespräch stellte sich raus,dass er keinen Makler beauftragt hatte,er jedoch den Makler kennt,da dieser sich als Interessent ausgab um eine Wohnung für jemanden zu begutachten,der gerade noch in einer anderen Stadt wohnt.Er gab ebenfalls an, dass er noch ein paar Leute kennen würde die eventuell auch Interesse an der Wohnung hätten und fragte,ob er Fotos machen könnte.Diese Fotos nutzt er nun um die Wohnung zu vermitteln. Nun ist meine Frage,müsste ich dem Makler tstsächlich die Provision zahlen,wenn ich die Wohnung kaufen sollte bzw. wie kann er erfahren,dass ich sie gekauft habe?gibt es eine Auskunft über ein Amt für soetwas? Was kann ich tun,dass ich mich auf der sicheren Seite befinde?

Antwort
von andreprodomo, 50

Hi, ich arbeite seit über 10 Jahren in dieser Branche. Diesem Makler gehört die Erlaubnis entzogen. Ohne Auftrag, ohne Genehmigung, einfach so.......das geht mal gar nicht. Kein Wunder das dieser Beruf einen so schlechten Ruf hat. Der wird es nicht raus bekommen wer da kauft, und wenn der Makler sich trotzdem melden sollte und von Dir eine Provision möchte, einfach ignorieren. Zudem braucht er ja von Dir eine unterschriebene Widerrufsbelehrung!!! Viel Glück und alles Gute!!!😀

Kommentar von weltgeschichte ,

vielen Dank für die Antwort.es ist aber wirklich so,dass man bei solchen Fällen an Kriminalität denkt.ich habe mich auch gefragt,wie er mir die Wohnung zeigen wollte?in der Widerrufsbelehrung steht zwar drin,dass ich binnen 14 Tage vom Widerrufsrecht gebrauch machen kann (auch per Mail),aber sie haben nicht reingeschrieben,was ich widerrufen will (Kaufvertrag etc.)also habe ich diese nun auch allgemein gehalten,in der Hoffnung,dass man mir nicht daraus auch noch ein Strick drehen (langsam werde ich paranoid).

zum thema“wie er es herausfinden kann“,dachte an irgendein Amt oder Gericht wo man so ne Auskunft erhält.

Antwort
von IChri5I, 62

Der Eigentümer beauftragt einen Makler die Immobilie zu verkaufen. Dabei wird ein Vertrag über eine bestimmte Laufzeit vereinbart.

Sollte der Makler keinen Vertrag mit dem Eigentümer haben, kannst du das mit dem Eigentümer privat klären/kaufen. Der Makler darf nicht einfach mal so Immobilien verkaufen ohne Auftrag/Vertrag.

Kommentar von weltgeschichte ,

vielen Dank für die schnelle Antwort!im Internet gibt es verschiedenste Varianten...bist du vom Fach?also vielleicht selbst Makler?

Antwort
von Miumi, 54

Nein du brauchst dem garnichts zu zahlen. Da der verkäufer den makler nicht beantragt hat ist er nicht dazu befugt das alles überhaupt zu "vermitteln". Solange du beim makler nichts unterschrieben hast ist alles gut. melde dich nicht mehr bei dem und halte dich beim privat verkäufer. Viel Glück

Kommentar von weltgeschichte ,

vielen Dank!ich habe jedoch gelesen,dass es wohl nicht strafbar ist für den Makler,ohne auftrag zu vermitteln.Deshalb bin ich so verwirrt,was nun vom gesetz her gilt.vielleicht muss ich ihm einen Dreizahler schreiben,dass ich keine Infos mehr von dem erhalten möchte oder so...formhalber...

Antwort
von NowakAG, 26

Leider ist es tatsächlich so, dass der Makler als sogenannter Nachweismakler (Nachweis zum Abschluss einen Kaufgelegenheit) die Provision verlangen darf. Siehe Par. 562, Nr. 1 BGB. Dort steht: "(1) Wer für den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrags oder für die Vermittlung eines Vertrags einen Mäklerlohn verspricht, ist zur Entrichtung des Lohnes nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Mäklers zustande kommt. Wird der Vertrag unter einer aufschiebenden Bedingung geschlossen, so kann der Mäklerlohn erst verlangt werden, wenn die Bedingung eintritt."

Natürlich ist es unseriös Objekte anzubieten, von denen man keinen schriftlichen Auftrag hat. Aber da der Verkäufer den Makler, wenn auch als Interessent, doch kennt, hat er ihm bestimmt gesagt, dass die Wohnung zum Verkauf steht. Wenn man den Makler allerdings nachweisen kann, das er sich als Interessent nur vorgeschoben hat, könnte man ihn abmahnen. Das verstößt gegen UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb).

Mit diesen Argument haben Sie evtl. eine Chance keine Provision zahlen zu müssen. In einer entsprechenden Gerichtsverhandlung müssen Sie nur beweisen, dass es so war. Wenn der Verkäufer bei Gericht entsprechend aussagt, können Sie den Prozess gewinnen. Damit zu rechnen, dass der Makler nichts erfährt würde ich an Ihrer Stelle nicht. Solange der Gesetzgeber den Nachweismakler nicht abschafft, sind diese unseriösen Praktiken möglich.

Siehe auch meine Kolumne: http://www.immobilienexperte.tv/app/download/5795777766/IMMOBILIEN_KOLUMNE_9_201...

Zu meiner Person: Ich bin langjähriger Makler, Hausverwalter, Sachverständiger und Immobilenexperte aus dem Berchtesgadener Land

Kommentar von weltgeschichte ,

aber muss er nicht schriftlich einen auftrag erhalten?sonst kann ja jeder eine Dienstleistung aufdrängen und dann Geld verlangen?wenn mein nachbar der meinung ist,dass unsere gemeinsame hecke geschnitten werden soll,kann doch nicht irgendein gärtner kommen,schneiden und geld von mir verlangen?oder bringt es etwas,wenn der eigentümer den makler auffordert,die immobilie aus seinem angebot zu nehmen?

Kommentar von NowakAG ,

Verträge können auch mündlich abgeschlossen werden. (1. Lehrjahr von Kaufleuten) Ebenso können Sie durch konkludentes Verhalten entstehen. Hier: Anfordern des Exposes. Zitat:"oder bringt es etwas,wenn der eigentümer den makler auffordert,die immobilie aus seinem angebot zu nehmen?" Das kann er natürlich, gilt aber dann nur für Folgeaufträge.

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