Frage von joellesta1, 147

Immernoch Schweigepflicht?

Hallo liebe Helfer! Die Frage ist allgemein gehalten und bezieht sich nicht auf mich.

Wenn ein Patient bei einem psychologischen Psychotherapeut von über Jahre andauernden sexuellen Missbrauch berichtet durch einen Lehrer und dem Therapeut als auch dem Patient ist klar, dass andere Kinder ebenfalls Opfer werden, aber der Patient keine Anzeige erstatten wird, hat der Therapeut immer noch Schweigepflicht? Oder darf er jetzt von dem Erfahrenen berichten und Name des Täters weiter geben (z.B. an den Schulleiter) ?

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt.
Liebe Grüße und allen noch eine schöne Restwoche!!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo joellesta1,

Schau mal bitte hier:
Schule Angst

Antwort
von derdorfbengel, 23

Der Psychotherapeut steht nach § 203 StGB unter der Pflicht der Verschwiegenheit.

Davon ausgenommen sind nur die Tatbestände nach § 138 StGB, aber auch nur "zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet
werden kann".

Vergangene Taten sind also generell nicht erfasst. Es geht nicht um Bestrafung von Tätern, sondern um die Abwendung laufender Taten.

§ 138 StGB umfasst aber nur **schwere** Straftaten wie z.B. Wertpapierfälschung. Kindesmissbrauch gehört **nicht** zum Katalog der schweren Straftaten, die hier von besonderer Bedeutung sind.

Kindesmissbrauch hat der Psychotherapeut also nicht zu melden.

Und im Übrigen sind Schulleiter nie die Adressaten von Meldungen. Die spielen in der Welt von Kindern als höchste Stellen sicherlich eine grosse Bedeutung. In der Welt der Erwachsenen sind sie nicht die alloberste Stelle.

Für Straftaten sidn Polizei und Staatsanwaltschaft die zuständigen Stellen, an die sich auch der PT beim Wissen von schweren Straftaten wie Wertpapierfälschung (aber eben nicht Kindesmissbrauch) zu wenden hätte.

Antwort
von Manioro, 56

Grundsätzlich darf er das zunächst nicht. Laut § 203 STGB steht er unter Schweigepflicht. Der von dir beschriebene Fall ist nicht Teil der Punkte bei denen er eine Meldung vornehmen muss (vgl. 138 STGB) bzw darf.  Also darf er nicht.... Aber... Obwohl er damit offiziell eine Straftat begeht, wird er voraussichtlich Straffrei bleiben, weil es (kurz gesagt) einem höheren Ziel dient (vgl. § 34 StgB rechtfertigender Notstand) Er sollte sich jedoch an die Polizei wenden und nicht an den Schulleiter.

Antwort
von PicaPica, 68

Meiner Ansicht nach gilt dennoch die Schweigepflicht an die er sich halten muss. Trotz Allem.

Kommentar von Seanna ,

Deine Ansicht ist für das Gesetz irrelevant.

Antwort
von Kirschkerze, 59

Ein Therapeut darf solche Straftaten nicht verschleiern. Allerdings sollte er so einen Verdacht eher gegenüber der Polizei äußern und nicht dem Schulleiter.

Kommentar von joellesta1 ,

Er muss das also sagen?

Kommentar von Kirschkerze ,

Ja muss er, siehe unten habe hierzu etwas ergänzt

Kommentar von Manioro ,

Kirschkerze....Das ist so wie du es ableitest leider falsch.  siehe unten

Kommentar von Kirschkerze ,


https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/\_\_138.html

Worauf ich mich stütze übrigens


"…] eine schwerwiegende Straftat geplant wird, die nach § 138 StGB anzeigepflichtig ist.

In diesem Fall besteht eine Offenbarungspflicht (Ausnahmen siehe § 139 StGB).Beispiel: wenn der Arzt während der Behandlung eines Patienten Erkenntnisse über eine zukünftige Gefährdung anderer Personen erhält, weil der Patient bspw. einen Mord ankündigt, muss er diese Erkenntnis weitergeben."


Und falls du noch tiefer reinlesen willst:

http://www.schweigepflicht-online.de/Seite\_Einfuehrung.htm



Kommentar von Manioro ,

Sorry dann solltest Du aber die komplette Einführung lesen. In § 138 ist dieser Fall gar nicht aufgeführt.  Da ist klar definiert was mit einer schwerwiegenden Straftat gemeint ist.  Vergewaltigung ist, falls ich mich nicht komplett verlesen habe, nicht dabei.    Relevant ist § 34 STGB

Kommentar von joellesta1 ,

Und wenn es keine Beweise gibt? danke

Kommentar von Kirschkerze ,

Absolut irrelevant, ein Psychologe ist kein Strafermittler, der muss sich nicht um die Beweise bemühen, es reicht wenn er die Kenntnis oder entsprechenden Verdacht hat. 

Stell dir auch mal vor jemand sagt bei seinem Psychologen "mein Mann hat gesagt er will am Flughafen einen Massenmord verüben"...Was denkst du tut die Polizei wenn der Psychologe HINTERHER sagt tja ich hatte ja keine Beweise und wusste nicht ob das wirklich stimmt?

Kommentar von Manioro ,

Er darf aber eben auch nicht wild irgendwelche Menschen einer Straftat bezichtigen.

Kommentar von joellesta1 ,

Ok danke

Kommentar von Nightlover70 ,

Die Antwort ist definitiv falsch.
Der geschilderte Fall ist nicht über den hier zitierten Paragraphen abgedeckt.

Er unterliegt hier eindeutig der Schweigepflicht.

Antwort
von rxphxelx, 51

Nein darf er nicht. Er braucht eine einwilligung des Erzählers

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