Frage von WanderIgelchen, 23

Immer häufiger Gedanken zur Selbstverletzung?

Morgeeeen,

Ich bin 18, wohne zu Hause und mache zur Zeit eine Ausbildung, welches mich zum psychischen Wrack macht. Ich werde runtergemacht, ich fühle mich unwohl, spüre nix von meinen Stärken, die in mir schlummern und ich weiß, dass meine Familie nicht hinter mir steht. Ich sitze gerade so wie jeden Tag seit 2 Wochen hier, zittere und weine mir die Augen aus, weil ich fertig bin. Gestern schaute ich mich nach neuen Berufen um und alles was meine Familie sagte war, dass ich nix kann und entweder das oder einen Drecksjob machen kann, obwohl mein Realschulabschluss 2,4 ist und damit ja echt nicht total schrecklich schlecht. Ich habe Angst vor meiner Zukunft, weil ich Panik habe, dass nix aus mir wird, dass ich einsam sterbe und jeder immer sagen wird, dass ich Nichts erreicht habe. Ich ziehe mich immer weiter zurück, rede nicht einmal mehr mit meiner besten Freundin über Probleme und kämpfe seit einer Woche gegen die Gedanken an, mich selbst zu verletzen. Damals hatte ich starke Depressionen, ritzte mich dauernd, bis ich dann das Thema Psychologie fand und versuchte, mich selbst zu therapieren, was auch eigentlich gut klappte, aber es geht nicht mehr. Für einen Psychologen bleibt mir keine Zeit mehr, ich arbeite bis 6 uhr, wann soll ich bitte hin?! Kennt ihr Tipps, Tricks, whatever dass ich mich NICHT selbstverletze und vielleicht einfach stark bleiben kann? Ich erkenne mich nicht wieder. Ich würde am liebsten ausziehen, auf mich alleine gestellt sein, einen Job machen, der mir gefällt, auch wenn meine Familie sagt, ich wäre viel zu eigen dafür. Aber es geht nicht. Ich kann ohne Geld nicht ausziehen. Ich fühle mich wie in einem Käfig, um mich herum die Familie, die mich zur Zeit nur runter macht und meine mobbenden Mitarbeiter. Was soll ich tun, damit es mir wieder ETWAS besser geht? Das ich das Positive im Leben sehe, das sich immer mehr zu entfernen scheint? Wie werde ich einfach Selbstbewusster?

Gruß.

Antwort
von Grimwulf78, 4

Liebes WanderIgelchen,

mir blutet das Herz wenn ich Deine Worte lese!  Es tut mir sehr leid, dass Deine Familie Dich in Deinem Leiden bestärkt statt Deine Selbstliebe zu fördern :/ Wir definieren unser Selbstbild leider immer nur auf Basis dessen was Andere sagen. Es erfordert Abstand, innere Gelassenheit und das grundsätzliche Erkennen der schlichten Wahrheit, dass Du wundervoll und liebens-wert bist (!) um ein Selbst-Wert-Gefühl unabhängig von Anderen zu erschaffen.

Leider leben wir in einer Gesellschaft voller spiritueller "Vampire", die ihre eigenen Egos füttern indem sie Anderen, so wie Dir, die Energie entziehen.

"Du kannst gar nichts" heißt übersetzt "Ich fühl mich Dir überlegen". Wer auf diese Weise die Seele des eigenen Kindes aussaugt um seine eigene Ego-Illusion am Leben zu erhalten, der hat in der Regel selbst viel Leid erfahren und mindestens einen schweren Minderwertigkeitskomplex. Er / sie gibt jetzt das weiter, was ihm oder ihr angetan wurde und holt sich das Selbstwertgefühl das durch Andere geraubt wurde bei Dir wieder. Durch diesen Kreislauf kommen Leid und Gewalt in unsere Welt.

Das relativiert die Sache vielleicht etwas, bringt Dich aber an dieser Stelle nicht weiter. Der nächste logische Tipp wäre, Dich emotional von Deiner Familie zu distanzieren. Auch das geht kaum, da sie nun mal Deine Familie sind. Solange Du da wohnst wirst Du immer wieder in dieselben Verhaltensmuster hineingezogen. Selbst wenn man sich 30 Jahre nicht gesehen hat sind die Muster wieder da, sobald man mehr als einen Tag zusammen verbringt. Dennoch bedeutet jeder weitere Tag in dieser Situation weiteren Schaden, den Du dann mühsam über Jahre reparieren musst. Die Folgen sind oft Misserfolg aller Art, scheiternde Beziehungen... alles nur, weil jemand geschafft hat Dich den Blödsinn glauben zu lassen Du seist nichts wert. Man muss es nur oft genug wiederholen.

Die Lösung wäre also tatsächlich: Raus da, koste es was es wolle!!

Ich hab damals in einer ähnlichen Situation morgens, nach einem weiteren sinnlosen Streit, meine Tasche gepackt und bin erst mal zu einem Freund gezogen, später in eine WG. Es war gut so.

Nun fallen Dir sicher viele Gründe ein weshalb es schwierig ist auszuziehen und sollte es tatsächlich so sein dass es Dir finanziell das Genick bricht dann musst Du einen Weg finden die Situation erst mal zu ertragen. Hier ist mein Lebenshilfe-Assistent, der mir schon oft zu mehr Gelassenheit im Leben verholfen hat (Der Link ist nur ein Beispiel. Klick Dich da ruhig mal durch die Beiträge auf YouTube):

Entscheidend ist, dass Du Deine Familie, wenn sie Dir Energie rauben statt sie Dir zu geben, als relevante Ratgeber, also als Menschen deren Meinung für Dein Leben Bedeutung hat, "feuerst"! Du hast die Macht zu entscheiden, dass die Ansichten dieser Menschen vielleicht für ihre Welt gelten mögen aber nicht für Deine!

Du merkst, ich bin nicht auf die Arbeitssituation eingegangen. Das ist deshalb so, weil ich die Ursache bei Dir zu Hause vermute. Mit Rückhalt, Liebe und sozialer Sicherheit könntest Du leicht Deinen Ausbildungsplatz wechseln. Liebenden Eltern ist IMMER am wichtigsten, dass es ihrem Kind gut geht. Bedeutet das, dass Deine Eltern Dich nicht lieben wenn sie so zu Dir sind? In gewisser Weise ja, denn andere zu lieben geht nur, wenn man sich zuerst selbst liebt. Vermutlich sind sie so gefangen in ihrem eigenen Leid und Unwohlsein mit sich selbst, dass sie unfähig sind Liebe zu schenken. Liebe ist nur ein anderes Wort für "sich verschenken". Liebe verlangt keinen Gegenwert. Es ist das schenken von emotionaler Energie, die Dich auflädt und stark macht. Hier scheint aber grad das Gegenteil zu passieren.

Menschen wie wir, die von zu Hause kein starkes Selbstwertgefühl mitbekommen haben, strahlen das leider überall aus und sind (egal in welchem Umfeld) anfällig dafür, Mobbingopfer zu werden (sich also Energie von anderen Egos absaugen zu lassen). Würde Deine Situation daheim Dich stärken, dann wäre Deine Situation auf der Arbeit wahrscheinlich ganz anders. 

Ich wünsch Dir von Herzen, dass Du die Motive der Menschen, die ihr Ego aufwerten indem sie vermeintlich Schwächere abwerten, durchschaust und es schaffst den Blödsinn nicht zu glauben. Du kannst zu jedem Zeitpunkt alles tun, was die Grenzen der Physik Dir erlauben. Die meisten Barrieren existieren nur in Form von Gedanken ;)

Wenn Menschen Deine Träume untergraben, Deinen Untergang vorhersagen oder Dich kritisieren, denke daran: Sie erzählen ihre eigene Geschichte, nicht Deine!

Cynithia Occelli

 

Antwort
von ArgoriusOzzwald, 6

Hallo, ich war selbst mal depressiv und habe mich selbstverletzt, deshalb hoffe ich, dass dir mein Rat genauso weiterhilft, wie er auch mir geholfen hat;)

Ich würde dir empfehlen, dass du mal mit deinem/deiner besten Freund/in darüber redest (Und wenn du Freunde hast, dann sind dies schon deine ersten Stärken: Sozialität, Freundlichkeit), Freunde können normalerweise gut mitfühlen und verstehen, wenn es um Probleme geht.

Und meistens ist es so, dass wenn dich einer runtermacht, dann tut er das nur, weil er an dir eine Eigenschaft sieht, welche er nicht hat....Also denke daran, und lache ihn innerlich einfach aus. Du darfst dich nicht von anderen beeinflussen lassen, wenn es um deine Stärken und Schwächen geht, denn du weißt am besten worin du gut oder halt schlecht bist....Falls du irgendwelche Schwächen erkennst, dann versuche doch einfach, selbst daraus noch zu ziehen, dass es Leute gibt die es schlimmer haben (Und das wäre Selbstbewusstsein wieder eine positive Stärke)

2,4 ist ein guter Abschluss(Also wieder eine positive Stärke: Intelligenz)

Und in welche Richtung tendiert die Selbstverletzung?: z.B. Ritzen, Konsum giftiger Substanzen usw.

Mache aus dem was du hast das Beste: ,,Sorge dich nicht um den morgigen Tag, vergesse alle Sorgen vergangener Tage, sondern denke nur an das Heute und mache das Beste daraus;)

LG Devon(M/14)

Antwort
von Annek02, 10

Ein Psychologe ist ein Arzt und für Arzttermine kriegt man normalerweise frei ! Viel Glück !

Antwort
von Anonym54929, 17

Erstmal...tolle Familie die das eigene Kind runtermacht...ohne Worte...

https://www.verdi.de/service/fragen-antworten/++co++64623b78-a7b5-11e0-43aa-0009...

Ein Link zu Verdi und Mobbing,wenn du einen guten Draht zum Chef hast würde ich es ihm erzählen.Du könntest eine Anzeige prinzipiell gegen die Leute erstatten,oft hilft ein Jobwechsel jedoch mehr...was ein großer Schritt ist.

Es gibt Leute (eigene Erfahrung) die sich dessen gar nicht so bewusst sind,wie sich der gegenüber fühlt.Bei mir persönlich hat ein Einzelgespräch mit den Personen geholfen (klar und deutlich,ohne Beleidigungen oder ähnliches ...) 

Das klingt vielleicht etwas komisch aber ein Boxsack kann am Abend auch helfen das schlimmste zu verhindern (das du dir selbst wehtust).

Bleib stark,das eine Gruppe einen einzelnen mobbt,zeigt einfach nur die geistige Entwicklung mancher Individuen auf diesem Planeten.

Kommentar von Anonym54929 ,

Wo arbeitest du eigentlich? - wenn ich fragen darf.

Antwort
von NewKemroy, 6

Wenn es ganz akkut ist könntest Du zum Hausarzt gehen und Dich krankschreiben lassen, um dann in Ruhe zu überlegen, wie es weiter gehen soll.


Besorge Dir vielleicht ein Ratgeberbuch, wie man mit Mobbing umgeht.

Du könntest auch zu einem Coach gehen, der zusammen mit Dir die beste Lösung für Dich erarbeitet. Kostet nen Hunni oder zwei.

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