Frage von Wupbanz, 89

Im selbstgestalteten Container dauerhaft wohnen?

Die Frage ist in ähnlciher Form schon oft diskutiert worden. Aber ich habe konkrete Pläne, deshalb haben sich mir einige Fragen gestellt:

Ich habe viel recherchiert und möchte gerne einen Containerbau realsieriern aus Standard ISO-Containern. Die Idee mit wenig und nachhaltig zu leben finde ich aus Flexibiltiätsgründen, ökologisch und ökonomischer Sicht attraktiv.. Im Internet findet man inzwischen oft, wie der Bau realisiert wurde, aber nicht, wie es rechtlich so aussieht.

Nun zum praktischen Teil:

  1. Wenn ich so einen Container auf einen Containerchassis stelle, dann ist es doch auch ein Wohnmobil oder gilt das nicht?
  2. Weiterhin habe ich gelesen, dass das Raumvolumen eine Rolle spielt beim Aufstellen: gilt das auch bei "Wohnwagen" (Falls Frage 1 positiv beantwortet wurde)?
  3. Gilt die Mindesthöhe für einen Raum auch bei Wohnwagen?(In manchen Bundesländern ja 2,4m, die man ja mit den ISO-Containern dann kaum schafft)(Nach Frage 2 und 3 richtet sich dann, ob man einen 20' Container High Cube, oder einen 40' high cube oder 40' normal (meine Präferenz ist 40' normal)

Hauptwohnsitz kann ich ja woanders anmelden,...

Ich freue mich über jeglichen Input

Vielen Dank schon einmal

Antwort
von SirKermit, 63

Als Lesetipps zuerst: http://www.my-hammer.de/artikel/umbau-eines-seecontainers-zur-wohnung-wissenswer... Wobei die Energiesparverordnung dir mächtig zusetzen wird, das wird dein richtiges Problem.

Aktuelle bauen wir gerade ein Haus, die EnEV 2016 http://www.immonet.de/service/energieeinsparverordnung.html wird dir zeigen, was du tun musst, wenn dein Container ein legales Haus werden soll. Ohne die EnEV nix Neubau.

Was Wohnmobile angeht, so solltest du dich erkundigen, ob und wie sie in deiner Gemeinde aufgestellt (oder besser abgestellt) werden dürfen.

Kommentar von Wupbanz ,

Ja, das hab ich mir auch schon angeguckt. Das sieht alles sehr streng in Deutschland aus, gut und schlecht, kann man sich immer streiten, ich bin ansonsten ein großer Freund von Energieverbrauch gering halten. Wenn die Verordnung sinnvoll ist, von mir aus...

Aber ist sicher ein Problem beim Bau/bzw. ein Kosten/Platzpunkt...Aber ich denke letztendlich doch nur eine Frage der Dämmdicke und der Dämmstoffes, oder liege ich hier grundlegend falsch?

Kommentar von SirKermit ,

Ziel der EnEV ist es, den Bedarf an Primärenergie zu senken. Soweit die ganz graue Theorie. Versuch mal, dich durch http://www.hausbaugrundriss.de/enev-2014-verschaerfte-enev-2016 zu nagen, denn es ist ein Wechselspiel zwischen Dämmung, Heizung und Referenzgebäude.

Auszug aus obigem Link

********************************************************************

Ist ein guter U-Wert der Bauteile ausreichend?

Es genügt nicht, die Werte der Einzelbauteile einzuhalten und
den Transmissionswärmeverlust im geforderten Bereich zu halten, um die
EnEV sicher zu erfüllen. Entscheidend ist vor allem der  jährliche
Primärenergiebedarf des Neubaus für Heizung, Warmwasser, Lüftung und
Kühlung. Gerade die gewählte Heizung, Lüftungsart und der
Glasflächenanteile spielen eine entscheidende Rollen, um den von der
EnEV maximal geforderten jährlichen Primärenergiebedarf zu unterbieten.
Konkret kann es also sein, dass beim gewünschten Einsatz einer
Gas-Brennwerttherme deutlich bessere Werte von den Bauteilen erbracht
werden müssen – zum Beispiel durch dickere Dämmung -, als das
Referenzgebäude vorsieht.

Beispiel:

Ihr Planer erstellt ein virtuelles
Referenzgebäude, das Ihrer Hausplanung entspricht. Dieses wird mit den
von der EnEV vorgegebenen Werten (Dämmwerte, Heizung etc.) ausgestattet.
Daraus berechnet sich der Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes.
Diesen Wert muss Ihre Planung, also die Wände, die Heizung, Fenster,
etc. um 25% unterbieten. Sie müssen also 25% besser sein, als das EnEV
Referenzgebäude.

Antwort
von pharao1961, 30

Das gilt als normaler Bau, der auch eine Abstandsfläche auslöst und einen Bauantrag erfordert und wie sieht es im Übrigen da mit der Wärmedämmung aus?


Kommentar von Wupbanz ,

Also ist das auch ein normaler Bau, wenn der Container auf dem Chassis steht?

Kommentar von pharao1961 ,

Das ändert garantiert nix; die vom Bauamt sind ja auch nicht blöd.

Antwort
von rudelmoinmoin, 46

es sind zu sehr viele "Nebensachen" die geklärt werden müssen, ein Wm,Ww. muss beweglich sein, der/ein Stellplatz muss vorhanden sein, WC usw

Kommentar von Wupbanz ,

Das stimmt. Und der Comfort kommt dazu. Manch einer mag nicht mit BIO-WC wohnen etc.

Kommentar von rudelmoinmoin ,

das kann nicht der Grund sein, denn jeder Ww, Wm hat ein Chemie Klo 

Antwort
von Nele15, 46

hast Du denn eigenes Land,wo er stehn soll?

Kommentar von Wupbanz ,

Nein, aber es ist so geplant: Derzeit bin ich noch Student und es wird auch einiges Kosten, so ein Projekt umzusetzen und wie Du schon gesagt hast spielt die Aufstellmöglichkeit eine wichtgie Rolle dabei. Da ich derzeit auch für kleinere Kredite nicht die ausreichende Bonität besitze geht es mir derzeit um die Planung. In 1,5-2 Jahren würde ich dann gerne mit dem Bau beginnen, wenn das Studium abgeschlossen ist und auf Grund des neuen Jobs (hoffentlich) dann auch das Geld ein anderes Thema wird. Für die Planungsphase ist es daher aber für mich wichtig zu entscheiden, welche Bedinungen ich habe. Derzeit sehe ich 3 Varianten, die in Frage kommen: 

1. als vollwertiges hoffentlich günstigeres Haus (vermutlich modular, also mit späteren Möglichkeiten zur Erweiterung): Hier stellt  die Bauverordnung oft das Problem dar, wie ich gelesen habe, durch das Design

2. als echtes tiny house: da muss man dann echt gucken, dass man alles in einen 20ft' (vermutlich high cube) bekommt und braucht ja auch wieder Genehmigungen

3. als Wohnmobil (entweder als Container siehe Frage oder komplett aus Holz selber bauen auf einem Trailer (bessere Ausnutzung der maximal zugelassenen  Bemessungen etc.)m eventuell günstigere Zulassung, besserer Transport?

Um mich zu entscheiden gucke ich eben schon die ganze Zeit nach den Vorschriften im Internet etc. aber gerade so etwas wie die Genehmigungssache scheint ja viel Gemeindeangelegenheit zu sein. Deshalb dachte ich, vielleicht als Wohnmobil das Problem umgehen, wenn das geht...

Kommentar von SirKermit ,

Kleiner Tipp noch: Die Versorgung mit Strom/Wasser und die Entsorgung von Abwasser sind immer ein mehr oder weniger gut lösbares Problem, kosten aber immer richtig Geld.

Machbar scheint deine Vision zu sein, aber "mal eben" könnte schwierig werden. Wobei die aktuelle Kernfrage ist: ist ein Grundstück vorhanden? Die angespannte Situation in den nächsten Jahren wird sich nicht verbessern, so die Einschätzung. Die Preise pro qm Bauland bewegen sich von ca. 80 Euro (plattes Land Schleswig--Holstein) bis in den 1300 Euro Bereich (näheres Umland München), Tendenz Richtung Mond.

Egal, was du vorhast, ohne eigenes Grundstück geht fast gar nichts. Es scheint vereinzelt auch Campingplätze zu geben, auf denen du deinen ersten Wohnsitz anmelden kannst. Aber ob das ein Modell für dich ist?

Kommentar von Nele15 ,

schau dich doch mal nach nem Grundstück um auf dem ein Haus schon steht....die Medien sind da schon angeschlossen.

schau auch mal hier:www.zvg.com

Kommentar von Wupbanz ,

Danke für den Link und das mit dem Campingplatz. Das habe ich mir schon angeguckt. Das Campingplatzmodell finde ich auch interessant, da wird es dann wirklich schwierig mit der Lage. So etwas ist ja nicht überall erlaubt. Wäre dann vermutlich auch eher eine Art Projekt ( so für vielleicht 10 Jahre oder so). 

Der Link zu den Zwangsversteigerungen ist sehr interessant. Bauland braucht man dann sicher oft. 

Angedacht war das ganze zuerst "größer" sprich designenen und über das Internet anbieten, aber inzwischen glaube ich eher, dass es ein Einzelprokelt werden soll: Vielleicht einen Architekten mit einbeziehen, der dann die genauen Verordnungen etc. kennt und beraten kann. Das Design und die modulare Idee gefallen mir nach wie vor sehr gut. Der Markt bietet hierfür meiner Meinung nach wenig "gute" Produkte. Preis-Leistung sehr fraglich, oder eben ein sehr geschmackloses Design. Wenn man sich die Marktpreise anguckt, dann scheint es eine risen Marge zu geben, oder ich übersehe da etwas, aber die Vorschriften muss ja in Deutschland auch ein Billiganbieter beim Bau einhalten....

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