Frage von martilei, 28

Im Ausland getrennt lebender Ehepartner - Veranlagung getrennt oder zusammen?

Guten Tag,

ich schlage mich mit der Frage herum, wie sinnvollerweise die Steuererklärung gemacht werden sollte, wenn der getrennt lebende Expartner ins Ausland verzogen ist und dort arbeitet.

Zur Situation: die Trennung erfolgte Anfang Januar 2015 und mein Expartner zog nach Frankreich zurück. Dort war er im letzten Jahr auch arbeitstätig. Die Abmeldung in Deutschland erfolgte jedoch erst im Mai. Im letzten Jahr wurden von seinem französischen Arbeitgeber die Kosten für Reisen und Unterkunft übernommen, die abziehbaren Kosten für eine in Erwägung zu ziehende doppelte Haushaltsführung halten sich also in Grenzen. In Deutschland hat er nur zwei Tage im März gearbeitet, als Schauspieler für eine Filmproduktion. Die Tagesgage war relativ hoch (aus Sicht eines Normalverdieners), insgesamt liegt sein Verdienst durch zwei Drehtage jedoch weit unter dem steuerlichen Freitbetrag. Der Lohnsteuerabzug war jedoch so hoch, so dass eigentlich eine Rückzahlung entstehen müsste.

Ich weiss, dass wir vom Prinzip her noch gemeinsam veranlagt werden könnten, aber aus Erfahrung auch, dass es sehr aufwändig ist und der Progressionsvorbehalt hier greift. Aus Gründen der Klarheit und Rechtmäßigkeit ist mein Wunsch, dem er auch gerne zustimmt, eine getrennte Veranlagung zu machen.

Frage: ist es möglich, dass er nur in Frankreich seine Steuererklärung macht? Denn dann kann er über diese eine Verrechnung der in Deutschland gezahlten Einkommenssteuer beantragen. Oder ist er verpflichtet, für die zwei Drehtage in Deutschland eine Einkommenssteuererklärung abzugeben? Und wenn dieses der Fall ist, muss er dann auch, zu Zwecken des Progressionsvorbehaltes, auch seine französischen Einnahmen erklären?

In diesem Falle würde ich dann nämlich doch vermuten, dass es sinnvoller da etwas kostenfünstiger ist, eine gemeinsame Erklärung abzugeben? Eine Meinung oder fachliche Auskunft dazu würde mir sehr helfen. Vielen Dank.

Antwort
von wfwbinder, 19

Da Ihr Euch ja erst im Jan. 2015 getrennt habt, hatte er somit für ein paar Tage einen deutschen Wohnsitz. Damit ist er für 2015 in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. 

Der Rest ist eine Rechenaufgabe, was günstiger ist, ob jeder allein, oder Zusammenveranlagung.

Kommentar von martilei ,

Ist das richtig? Tatsächlich hat mein Expartner bereits seit Dezember 2014 in Frankreich gelebt und gearbeitet - warum sollte er dann in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sein? Die steuerliche Anmeldung in Frankreich ist zum 01.01.15 erfolgt und er hatte zu dem Zeitpunkt dort seinen regelmäßigen Aufenthalt. Wenn man jetzt den Stichtag der Abmeldung zum 15. Mai nimmt ( Frage: muss an das?), dann wäre er doch nur beschränkt für den Zeitraum bis zum 15. Mai steuerpflichtig, d.h. Einnahmen aus dem Ausland, die dort auch versteuert werden, sind bis zu diesem Zeitpunkt dem Progressionsverhalt unterworfen? Einnahmen danach nicht? Es ist also ein gemischter Fall, genau genommen, zum einen Trennung vom Ehepartner, zum anderen Umzug ins Ausland.

Kommentar von wfwbinder ,

  Zur Situation: die Trennung erfolgte Anfang Januar 2015 und mein Expartner zog nach Frankreich zurück.

Meine Beurteilung bezog sich auf den von Dir geschilderten Sachverhalt.

Mit Deinem Kommentar haben wir einen neuen Sachverhalt.

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