Identifizieren sich deutsche Jugendliche eigentlich noch mit ihren heimatvertriebenen Vorfahren aus Ostpreußen und Schlesien?

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5 Antworten

Pauschal kann man das nicht sagen, es gibt solche und solche. Es kommt halt darauf an, wie sie erzogen werden, wie das kulturelle Angebot des Heimatverbands in der Region ist usw.

Auch heute gibt es noch viele Jugendliche, die sich am kulturellen Erbe der Heimat ihrer Vorfahren beteiligen, sei es im Volkstanz, Musik, Theater, Trachtenwesen, Sprache, ...

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In der Regel ist das Zuhause dort, wo man aufwächst.

Die Jugendlichen sind hier aufgewachsen und sprechen dieselbe Sprache wie alle anderen auch, also sind sie hier daheim und nicht irgendwo auf halber Strecke nach Wladiwostok.

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Nach mehreren Generationen kann man sich nicht mehr mit Vorfahren "identifizieren", die man gar nicht gekannt hat, man kann sich aber dafür interessieren. Es ist doch interessant, zu wissen, wo man seine Wurzeln hat. Auch in den USA interessieren sich immer mehr Bürger für ihre Vorfahren, die - mehr oder weniger freiwillig - aus Europa gekommen sind. Deswegen müssen sie sich nicht mit ihnen identifizieren.

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Meine Großeltern waren keine Heimatvertriebenen, sondern Geflüchtete aus Ostpreußen und ich bin nicht mehr gaaaanz jugendlich, aber ich antworte mal trotzdem.

Also, mir ist der Umstand, dass Ostpreußen ihre Heimat war und sie diese verloren haben, immer bewusst gewesen. 

Sie haben auch immer darüber gesprochen, auch über die Erlebnisse auf der Flucht, genauso wie über die Hintergründe, warum sie ihre Heimat verloren haben. 

Es gab aber bei meinen Großeltern keinerlei "revanchistischen" Tendenzen oder Zweifeleien an der Richtigkeit der Oder/Neiße-Grenze, es war immer mehr ein positives Erinnern an ihre Heimat, das einen geprägt hat und das bewusst werden ließ, dass man Alles verlieren kann und man deshalb "offen und anständig" durch die Welt gehen muss (so hat es meine Großmutter immer gesagt). In dieser Hinsicht hat es vielleicht meine Identität geprägt. 

Dem Land als solches hänge ich nicht nach. Meine Heimat ist hier, auch Dank meiner Großeltern, die hier angekommen sind und unserer Familie hier den "Neustart" ermöglichten.

Bei Jugendlichen stelle ich fest, dass das Bewusstsein weniger vorhanden ist. Das liegt sicher auch daran, dass der Abstand noch größer ist. 

Eine wirkliche Identifikation habe ich dort noch in keinem Fall erlebt und ich bespreche das Thema regelmäßig. Ausnahmen wird es aber sicher geben.

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Wohl kaum. Das Heimatgefühl "verwässert" von Generation zu Generation mehr und mehr. Die meisten Kinder sehen ihre Heimat dort, wo sie teilweise schon geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen sind und ihre Freunde haben. Das ist auch gut so, denn es ist sicherlich nicht schön, sich gerade an dem Ort als Fremder zu fühlen. 

Aber das Heimatgefühl kann durchaus unterschiedlich sein.

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