Frage von Angelenos, 199

Ich wurde vor 5 Minuten darüber informiert, dass ich meine komplette Verwandschaft (außer Eltern+Geschwister) verloren habe, was nun!?

Es leben nur noch Verwandte mütterlicherseits und Kontakt habe ich bisher eigentlich nur mit meinem Onkel+seiner Frau und meinen Großeltern gehabt. Alle anderen nahen Verwandten sind tot und mit den entfernteren Verwandten habe ich keinen Kontakt.

Aufgrund von Erbstreitigkeiten zwischen meiner Mutter, ihrem Bruder und meinen Großeltern ist es jetzt soweit, dass meine Mutter wohl allem Anschein nach den Kontakt zu diesen Menschen abbrechen wird.

Natürlich kann ich meine Großeltern+Onkel jetzt auch nicht mehr unbeschwert aufsuchen wie bisher. Wie soll ich jetzt damit umgehen?! Ich werde jetzt genauso Zielscheibe sein wie meine Mutter es auch ist.... das ist ja wohl eindeutig.

Auch wenn es irrelevant für diese Frage ist, in Kurzform: Meine Mutter wurde ohne Grund (es gab keinen Streit und nichts zwischen Mutter+ihren Eltern so gut wie enterbt) mein Onkel+seine Frau haben keine Nachfahren, weil speziell seine Frau keine wollte. Meine Mutter hat 3 Kinder. Im Testament steht aber, dass alles mein Onkel und seine Nachfahren erben sollen und wenn nicht diese, dann seine Frau+ihre Angehörigen. Meiner Mutter ging es nicht um sich (weil sie wohl akzeptiert hat, dass sie nichts kriegt) sondern sie wollte wenigstens etwas für ihre Kinder und damit Blutsverwandten ihrer eigenen Eltern rausschlagen. Jetzt kriegt alles eine angeheiratete Frau+ihre Angehörigen...bevor meiner Mutter hier Habgier unterstellt wird.

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 57

Hier kann man nix tun außer im Erbfall den Pflichtteil einzufordern. Relevant wird ein Testament erst mit den Erbfall. Bis dahin kann der potentielle Erblasser das Testament beliebig ändern.

Natürlich kann ich meine Großeltern+Onkel jetzt auch nicht mehr
unbeschwert aufsuchen wie bisher. Wie soll ich jetzt damit umgehen?! Ich
werde jetzt genauso Zielscheibe sein wie meine Mutter es auch ist....
das ist ja wohl eindeutig.

Das ist Ihnen überlassen. Zu lebzeiten sollte man aber potentielle Testamente an sich ignorieren. Sie müssen hier doch keine inverse Erbschleicherrei betreiben nach den Motto weil meine Mutter möglicherweise enterbt wurde, breche ich den Kontakt ab.

Antwort
von DerTroll, 79

Du hast das ganze sehr kompliziert beschrieben. So ganz blicke ich jetzt auch nicht, wer gestorben ist und wie alle verwandschaftlichen Verhältnisse zueinander stehen. Wenn ich das jetzt richtig Vermute, sind jetzt zwei Geschwister gleichberechtigt in der Erbfolge, nämlich deine Mutter und dein Onkel. Wenn das die nächsten Erben sind, steht jeden von denen der Pflichtanteil zu, im übrigen gilt das, das im Testament steht. Und wenn die verstorbene Person (warum auch immer), da deinen Onkel stärker begünstigt, bleibt euch nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren.

Antwort
von pilot350, 96

Es gibt bei einer Erbschaft immer Pflichtanteile die können ihnen so ohne weiteres nicht weggenommen werden.

Kommentar von Angelenos ,

Ja... aber der Rest

Kommentar von pilot350 ,

Der Rest ist die Hälfte bekommen die anderen.

Antwort
von railan, 59

Tja, da wird wohl mal was Krasses vorgefallen sein. Den Pflichtteil muss sie (normalerweise) trotzdem bekommen.

Es gibt kaum Schlimmeres als Familie.

Der Ausspruch: "Versteht Ihr Euch noch oder habt Ihr schon geerbt?" kommt nicht von ungefähr.

Kommentar von Angelenos ,

Nein... es ist gar nichts vorgefallen. Meine Großeltern gehen einfach davon aus, dass meine Familie keine finanziellen Sorgen hätte, was natürlich nicht stimmt... meine Eltern haben sogar sehr große Probleme.

Von ihrem Sohn, der etwa 100 Meter Luftlinie von ihnen entfernt wohnt, gehen sie allerdings davon aus, dass dieser+seine Frau tagtäglich schwer schuften müssen und das Geld verdienen.

Das tun meine Eltern auch, sie sind beide seit über 35 Jahren selbständig... Das hat meine Mutter "angestellt". Desweiteren ist es meine Mutter, die 2x die Woche 180 km fährt um meine Großeltern mit Papierkram zu unterstützen...im Gegensatz zu ihrem Sohn, der wie gesagt etwa 100 m Luftlinie entfernt wohnt.

Kommentar von railan ,

Bei Selbstständigen haben Außenstehende immer das Gefühl, das Geld kommt einfach so irgendwie reingeflattert und es ist immer genug da - kenne ich auch zur Genüge. Dass man dafür jeden Tag den ganzen Tag arbeitet sieht kaum jemand, der max. 36 Stunden die Woche im Büro sitzt.

Das Leben ist ungerecht. Ich hatte auch schon solche Probleme. In die Köpfe von alten Leuten kann man nicht reinschauen. Vielleicht kann dein Onkel sich besser als "bedüftig" verkaufen.

Gut, helfen werden dir diese Ausführungen nicht, aber vielleicht kannst du die Situation besser interpretieren. Sprich doch deine Großeltern mal darauf an.

Antwort
von MomooME, 64

Nur weil deine Mutter den Kontakt zu ihnen abbricht, musst du das nicht auch. ;)

Kommentar von Angelenos ,

Aber ich habe ja jetzt auch irgendwie den Beweis, dass ich ihnen als ihr Enkelkind weniger wert bin als eine fremde Familie... (hatte bis dato eigentlich immer ein super Verhältnis zu allen)

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