Ich wurde sehr schlecht ernährt, kann man das hinbiegen?

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8 Antworten

Du bist 19 Jahre alt und somit noch so jung, dass die Defizite der vergangenen Jahre durchaus noch wieder ausgebügelt werden können, sofern Du nicht irre übergewichtig bist ... und das ist ja nicht der Fall.

Ich würde Dir raten, dass Du Dich mal an Deine Krankenkasse wendest und nachfragst, ob diese entweder einen kostenlosen Kurs in Sachen Ernährung anbietet (das ist bei den meisten Krankenkassen der Fall) oder ob Du sogar eine persönliche Ernährungsberatung bekommen könntest.

Wichtig ist eine drastische Ernährungsumstellung. Eine Ernährung auf Süßigkeitenbasis geht überhaupt nicht und da ist es auch kein Wunder, wenn Dein Magen rebelliert.

Die Frage ist, was Du unter gesundem Essen verstehst, wenn hinterher Magenprobleme auftreten. Viele Leute denken, sie würden sich gesund ernähren, aber dann ist es doch nicht so.

Grundsätzlich gesehen ist es gut, wenn man sich auch viel von rohem Gemüse und Obst ernährt, aber nicht jeder Mensch kommt mit der Verdauung rohen Gemüses zurecht. In solchen Fällen ist es dann besser, das Gemüse vorher wenigstens kurz zu dünsten, weil der Körper es dann besser verdauen kann.

Eine gesunde Ernährung besteht hauptsächlich aus Gemüse und Obst, danach folgen die Vollkornprodukte, dann kommen Fisch und Milchprodukte, es folgen Fleisch und Eier und ganz zuletzt kommen dann die süßen Sünden. Google mal nach dem Begriff "Ernährungspyramide". Dort, wo die Pyramide ganz breit ist, steht der hauptsächliche Teil einer Ernährung und ganz oben in der schmalen Spitze sind dann eben die Sünden, welche möglichst klein ausfallen sollten.

Wenn Du mit Deinem Magen Probleme hast, dann solltest Du darauf achten, lieber mehrmals täglich kleine Mahlzeiten einzunehmen (also 5-6 kleine Mahlzeiten täglich). Damit kommt der Magen viel besser zurecht, als wenn Du Dir 2-3 große Mahlzeiten pro Tag in Dich hinein stopfst.

Beginne direkt morgens nach dem Aufstehen mit der Nahrungsaufnahme. Das muss jetzt kein riesiges Frühstück sein, denn viele Menschen können morgens noch gar nichts großartiges essen. Es reicht schon ein kleiner Energieshake aus pürierten Früchten mit Joghurt oder Milch oder Du nimmst ein paar Löffel Müsli zu Dir ... nur damit der Magen etwas zu tun hat, die in der Nacht entstandene Magensäure verdünnt wird und Du einfach schon Kraft für den Tag hast.

Abends sollte man darauf achten, dass man zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu sich nimmt, damit der Körper nicht im Schlaf mit der Verdauung beschäftigt ist und sich auch wirklich erholen kann.

Vermeide stark zucker- und fetthaltige Speisen und Getränke und auch koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola, Energydrinks, schwarzer Tee) sollten vermieden werden.

Versuche mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen (Lattenrost 1-2 Stufen nach oben stellen), denn dann vermeidest Du, dass Dir die Magensäure wieder in die Speiseröhre zurück läuft.

Allgemein gesehen würde ich Dir raten, dass Du Dich mal beim Arzt durchchecken und Blut abnehmen lässt. Dann hast Du schon mal einen Ausgangswert, nach welchem Du Dich richten kannst.

Wenn Du Gemüse und Obst isst, musst Du darauf achten, dass Du auch wirklich die volle Bandbreite des Gemüses zu Dir nimmst, denn in jedem Gemüse sind andere Vitamine enthalten. Es reicht nicht, sich jetzt z.B. nur von Möhren und Bananen zu ernähren und dann zu denken, ich habe ja Gemüse und Obst zu mir genommen. So ist es nicht. Die Vielfalt an Gemüsesorten ist riesig und sollte auch genutzt werden.

Man muss Weizenmehl nicht komplett vermeiden, aber es wäre gut, wenn Du so wenig wie nur möglich davon zu Dir nehmen würdest und stattdessen eher auf Vollkornprodukte zurückgreifen würdest. Hier ist es auch wichtig, dass man wirklich darauf achtet, dass auch Vollkorn drin ist, denn viele Supermärkte bieten Vollkornbrot an, wo letztendlich überhaupt kein Vollkorn drin ist. Da sollte man dann vielleicht doch besser etwas mehr Geld ausgeben und das Brot vom Bäcker seines Vertrauens holen.

Wie gesagt ... es ist eine riesige Umstellung, sich in Sachen Ernährung komplett neu zu gewöhnen, aber es lohnt sich. Eine gesunde Ernährung schließt auch beim besten Willen nicht aus, dass man sich mal von Fastfood ernährt oder Süßigkeiten zu sich nimmt. Es gilt aber immer die Devise ... alles in Maßen und nicht in Massen.

Im Übrigen rate ich Dir, dass Du Dich sportlich betätigst, um Muskeln aufzubauen. Das sollte jetzt nicht in Form von Ausdauersport geschehen (denn Du musst ja offensichtlich nicht abnehmen), sondern wirklich in Form von Kraftsport. Mach Hanteltraining (kann man auch mit großen Wasserflaschen machen, wenn man kein Geld für Hanteln hat), mach Liegestützen und Situps usw. Schau einfach mal im Internet, was es da so für Möglichkeiten gibt, was man zu Hause machen kann, ohne viel Geld ausgeben zu müssen.

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg. Wenn Du jetzt die Kurve kriegst, steht einem gesunden Leben nichts mehr im Wege.

Viel Glück

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Zunächst einmal: "Gesunde" und "ungesunde" Ernährung ist etwas sehr Relatives. Jeder Mensch hat einen anderen Körper, einen anderen Stoffwechsel, eine andere Verdauung. Was dem einen gut tut, schadet dem anderen vielleicht. Es gibt genug Leute, die ständig Süßigkeiten futtern und topfit sind bis ins hohe Alter, andere hingegen verkraften das nicht gut. Genauso fahren manche vielleicht gut mit viel frischer Kost (Obst, Gemüse, etc.), andere bekommen davon schreckliche Verdauungsprobleme. Auch Fastfood muss nicht immer schlecht sein, es gibt durchaus auch nahrhaftes Fastfood wie etwa Pizza oder Döner, welche eine solide Mahlzeit darstellen, sofern die Qualität halbwegs stimmt.
Wichtig ist immer, dass du dich selbst gut fühlst mit dem, was du tust.

Es ist natürlich dennoch schade, dass du während des Heranwachsens aufgrund deiner Umstände nicht erfahren konntest, was es bedeutet, aus frischen Zutaten Essen zuzubereiten. Es geht ja nicht nur um Nährstoffe, sondern auch um Genuss, darum, zu erfahren, was die Natur alles so für einen zu bieten hat und was man daraus machen kann. Es geht um Kreativität und Wertschätzung beim Essen. Und natürlich auch um (Selbst-)Fürsorge.

Wenn du Magenprobleme hast, wäre es der erste Schritt, mal zum Hausarzt beziehungsweise einem Allgemeinmedizinier zu gehen, deine Geschichte kurz zu erzählen und eine Untersuchung machen zu lassen. Deine Beschwerden können ernährungsbedingt sein, müssen es aber nicht unbedingt. Es kann beispielsweise auch eine Magenschleimhautenzündung, Magenkeime oder auch Stress dahinterstecken.

Was die Ernährung betrifft: Ich würde empfehlen, nicht zu radikal zu denken. Wenn du von einem auf den anderen Tag von Süßigkeiten auf Vollwertkost wechselst, dann überlastest du massiv dein Verdauungssystem. Der Körper gewöhnt sich an bestimmte Essensgewohnheiten und lernt, damit möglichst effizient zu arbeiten. Dieses System sollte man nicht abrupt stören, sonst kann das zu gesundheitlichen Problemen führen. Stattdessen würde ich das ganz grundlegend angehen und erst einmal ganz einfache Sachen lernen. Wie koche ich Nudeln? Wie koche ich Kartoffeln? Wie koche/brate ich Eier? Und so weiter. Dann stehen dir schonmal viele Möglichkeiten offen, weil du beispielsweise dann einfach eine Kartoffel-/Nudelpfanne mit Ei oder Käse (als Proteinlieferant) machen kannst, bei der du noch fertige Zutaten hinzufügst (fertige Tomatensoße, Kräuter/Gewürze, Paprikastreifen aus dem Glas, Tiefkühlerbsen, Tiefkühlspinat, etc.). Nach und nach kannst du dann lernen, wie du Gemüse, Fleisch (falls du Fleisch isst) und so weiter zubereiten kannst, was manchmal etwas mehr Wissen/Zeit kostet.
Nach und nach kannst du deine Ernährung dann erweitern und abwechslungsreicher gestalten. Dabei ergibt sich auch schnell eine gewisse Routine, sodass man dann auch nicht viel Zeit investieren muss.

Ansonsten: Mach dir nicht so viele Gedanken. Der Einfluss der Ernährung auf die körperliche Gesundheit wird heutzutage oft massiv überschätzt. Zwar liest man ständig davon, wie toll oder wie schlecht bestimmte Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe sein sollen, aber das ist schlicht ein Zeichen davon, wie gut es den Menschen eigentlich geht. Wenn man mit allem versorgt wird und Langeweile einkehrt, schafft man sich eben selbst Probleme, wo keine sind. Du musst also nicht befürchten, dass du nun für den Rest deines Lebens vorbelastet oder gesundheitlich gefährdet sein musst, sondern solltest deine Situation vielmehr als Ansporn nehmen, kreativ zu sein, die Chance zu nutzen, als volljähriger Mensch deine eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen und dir dein Leben selbst gestalten zu können.
Ich wünsche dir alles Gute!

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Einfach von jetzt an gesund essen. Die Umstellungsphase musst du ertragen, da musst du durch. Sowas kann auch mal gut ein Jahr dauern. Leute die z.B. ein Jahr im Ausland sind oder die plötzlich vegan werden, deren Körper muss sich auch erst mal umstellen und das geht nicht so schnell. Bei dir seh ich da auch geschmacklich ein Problem. In fertigem Essen sind viele Aromen, alles ist vom Geschmack sehr intensiv. Bitte beim Kochen nicht so viel Salz/Zucker benutzen. Tipp: Sojasauce ist besser als Salz, aber nicht bei jedem Essen passend, und auch nur in Maßen benutzen. Irgendwann gewöhnst du dich an den natürlichen, schwächeren Geschmack bzw. eigentlich ist der Geschmack nicht schwach sondern deine Geschmacksnerven einfach an stärkeres gewöhnt. Später irst du dann Geschmacksnoten schmecken die du vorher nicht geschmeckt hast, weil du sensibler geworden bist.


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Ich habe keine Lust, auch solche Romane zu schreiben, wie die anderen hier. Es ist nicht nötig, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln, und möglich ist es auch nicht. Ernähre Dich ab sofort gesund mit Frischkost und selbst zubereitetem Essen ohne Fertigprodukte. Iss nach Möglichkeit Vollkornprodukte, frisches oder eingefrorenes Gemüse, Obst, Kartoffeln und so was, trink Wasser oder Schorle. Kaffee und Tee sind kein Problem, wenn Maß gehalten wird. Keine Cola, Limo etc., Milchprodukte wenn Du magst. Weiterhin kannst Du mal dein Blut checken lassen, ob da ein Mangel vorliegt.

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Inwiefern streikt dein Magen? Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen? Das kann auch seelische Ursachen haben. Du kannst dich in Zukunft gesünder ernähren. Irgendetwas zu testen ist nicht nötig.

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Klar man kann seine ernährung immer umstellen nur das wird relativ schwer ;)

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Eine schlechte Ernährung, die von einem Mangel an Nährstoffen geprägt ist, ist immer sehr schlecht. 

Jedoch ist es noch lange nicht zu spät und du kannst dich immer noch gesund ernähren und die Vergangenheit quasi beseitigen.

Zudem Würde dir wohl auch Sport und Bewegung gut tun. Dann könntest du gesund an Gewicht zunehmen.

Mehr zu diesem Thema findest du hier.

http://xn--gesundheitundgesundeernhrung-snc.de/

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Die Vergangenheit ist manchmal bitter, aber schön, dass du selber erkennst was gut und nicht gut für dich ist. Und die Ernährung spielt eine sehr große Rolle bei der Gesundheit ( + natürlich auch die Psyche). Bei starkem Süßigkeitenkonsum liegt auf jeden Fall ein Vitamin B Mangel vor, denn Zucker raubt dem Körper u.a. das Vit. B. Zudem begünstigen Kohlenhydrate die Besiedelung von Pilzen im Darm. Schau mal hier:

https://www.fairberaten.net/candida-pilz/darmpilze-symptome-therapie/

Du könntest bei deinem Hausarzt mal fragen ob die Kasse eine Laboranalyse übernimmt für Vitamin-/Mineralstoffstatus. dann weisst du genau, was dir fehlt und was du erst mal ergänzen/wieder auffüllen musst.

Und dann Vitalkost essen... dann wird das wieder :-) braucht Zeit, aber funktioniert.

Schau z.B.hier:

http://die-vitalkost-küche.de/vollwertkost

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