Ich würde gern Jura studieren. Funktioniert es mit einem Nebenjob praktisch?

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4 Antworten

1.

Soweit ich weiß kann man Jura nur mit dem Abitur studieren. Ich bin mir relativ sicher, dass du mit deinem einfachen Fachabitur nicht angenommen wirst. Der NC variiert: Es gibt Universitäten, die haben gar keinen NC und es gibt Universitäten, die haben einen 1.X NC.

Im Grunde genommen braucht man sowieso keinen NC für Jura, die meisten brechen es nach dem ersten/zweiten Semester ab.

2.

Das hängt von der Prüfungsordnung etc ab. Im Grunde musst du mehrere Hausarbeiten schreiben (Zivilrecht, Strafrecht, öff. Recht etc) und Praktikas absolvieren. 

Ja, da gibt es noch etwas: Stell dich auf eine Menge Stress, depressive Phasen und Niederschläge ein. Und eine Menge lesen: Jede Menge lesen. Ständig lesen. Und gib dein Sozialleben jetzt schon zu einem Großteil auf, je nach Semester steigert sich der Mangel an Sozialleben und Schlaf dann.

3. 

Jura ist nicht SO teuer. Im Regelfall hat jede Universität eine gute Bib, da kannst du dir Bücher auch kostenlos ausleihen. Semestergebühren musst du natürlich zahlen, aber da sind dann auch kostenlose Bus-Bahnfahrten und die Ausleihmöglichkeit im Regelfall inbegriffen.

Medizin-Studenten müssen da teilweise sehr viel mehr blechen. Wirklich etwas bezahlen musst du - wenn du es denn willst - für Lehrbücher, Gesetzestexte & co. Kommentare schafft sich kein vernünftiger Student an, die Dinger kosten teilweise im dreistelligen Bereich und können in der Bib. ganz gut nachgeschlagen werden. Aber Gesetzestexte musst du natürlich kaufen, die sind essentiell: Kosten aber pro Gesetzestext (BGB, StGB, öff. Recht, StPO etc) 8-15 Euro, ist nicht wirklich viel.

Von einem Nebenjob rate ich persönlich ab: Also ich kenne Leute, die das im ersten Semester gemacht haben und es gibt sicherlich Leute, die das auch später machen, ich persönlich würde da zusammenbrechen:

Jura ist ein sehr zeitintensiver Studiengang, man muss sich wirklich hinsetzen und pauken, es ist nichts, was man nebenbei macht: Es ist wirklich nicht mit anderen Studiengängen vergleichbar, es gibt einen Grund dafür, weshalb viele Leute diesen Studiengang abbrechen oder zum Examen hin verzweifeln.

ICH persönlich könnte das nicht mit einem Nebenjob kombinieren, wenn andere das können, dann habe ich den größten Respekt davor: Ob dann aber noch gute Noten folgen, ist eine andere Frage. 

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Kommentar von rikks
24.11.2016, 13:13

1. Okay danke, wenn es auch ohne NC geht, dann ist das ein Grund, warum ich keinen gefunden habe für exakt das Fach, aber es würd mich trotzdem interessieren, wie der berechnet wird über die Jahre.

2. entfällt komplett - ich bin Informatiker... Texte in Englisch, Deutsch und Beamtendeutsch muss muss ich fast jeden Tag gründlich lesen, analysieren und kapieren. Auch Ausnahmen, die nicht im Text ausgeschlossen werden, aber halt genau deshalb gelten, müssen wir Informatiker erkennen können. Da nimmt sichs glaube nicht allzu viel.

Das schwerste ist dabei vielleicht das Auswendiglernen, wenn es für Paragraphen nötig wird.

Und Sozialleben/Schlaf kennen ja Informatiker sowieso nicht. ^^

3. Das habe ich mir fast schon gedacht. Deshalb auch ein wesentlicher Bestandteil meiner Frage, ob es realisierbar ist. Klar möglich ist es, 8 - 12 Stunden fürs Studium zu investieren und dann in der Nachtschicht noch schnell 8 Stunden dranzuhängen, 4 Stunden zu schlafen und wieder von vorn.

Die Frage ist halt, wie zieht sich das über die Jahre.

Also sagst du, lieber erstmal das notwendige Geld auftreiben und dann studieren, damit man genug Luft hat, bis man wieder Geld verdienen muss?

Offen bleibt halt die Frage, ob neben Studium, Praktikum und später Staatsexamen noch was gibt. Und grade habe ich gesehen, es gibt sogar mehrere Staatsexamen.

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Vergiss es, denn ein echtes Jurastudium kannst Du nur mit einem "VOLLabitur" beginnen, also mit "allgemeiner Hochschulreife".

Abgesehen davon kann man ein Jurastudium kaum mit einem  Nebenjob kombinieren. Das Jurastudum erfordert VOLLEN Einsatz!

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Kommentar von rikks
24.11.2016, 13:17

Danke, ich hab wohl den falschen Begriff verwendet - ich habe die allgemeine Hochschulreife. Das "Fachabitur", welches ich erworben habe, ist ein volles Abitur, allerdings lagen die Schwerpunkte im Abi etwas mehr auf den Technischen Richtungen als auf den bildenden Künsten.

Chemie, Bio, Psysik, Sport, Kunst usw. gabs trotzdem, nur Musik hatten wir beispielsweise nicht im Angebot, aber dafür einen Literaturkurs...

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Kommentar von relevant
24.11.2016, 13:22

Mit einem absolvierten Studium erhält man auch die "allgemeine Hochschulreife". Das ist besonders für diejenigen interessant, die kein Abi haben.

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Kommentar von Bswss
24.11.2016, 13:51

Jurastudium

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Ein Jurastudium ist hart. Habe eine Bekannte, die oft dran verzweifelt. Da geht es nur ums Auswendig lernen und anwenden. Sie lernt nur 1 Monat nach Semesterbeginn nicht. Danach fast täglich in der Bibliothek Bücher wälzen. Dabei noch zu arbeiten wird dein Studium meiner Einschätzung nach verlängern, da du nicht alles gleichzeitig schaffst.

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Kommentar von TurkishScholar
24.11.2016, 13:08
Da geht es nur ums Auswendig lernen und anwenden.

Das dürfte der Grund dafür sein, dass sie täglich in der Bib sitzt.

Reines Lernen von Inhalten ist bedingt richtig, es muss verstanden werden: Versteht man es, kann man es auch anwenden, die Anwendung lernt man anhand von Fällen. 

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Grundsätzlich gilt, "dein Wille ist dein größtes Talent".

Um eine Abwägung zu wagen würde ich gerne wissen welche Ausbildung du bisher gemacht hast, evtl. dein Alter, wie weit liegt das Fachabitur tatsächlich zurück, welches Bafög war es genau?

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Kommentar von rikks
24.11.2016, 13:07

Ich war/bin Informatiker und daher zumindest schon mal gewohnt, Texte in deutsch, englisch und Beamten-Deutsch genaustens zu lesen, zu verstehen und auch kleinste Auffälligkeiten und Ausnahmen zu bemerken.
Ich bin auch nicht komplett Ahnungslos, da ich schon mehrere Jahre immer mal wieder einige Gesetze durchgehe und für viele Fälle, in denen es passt, mal versuche, die Paragraphen zu finden und sinnvoll zu argumentieren.

Grade vorhin beispielsweise hatte ich ne Diskussion über Diebstahl, Unterschlagung und die notwendigen Vorraussetzungen für eine Zueignungsabsicht.

Informatik war auch mein Studium damals, für das ich erst "echtes" Bafög, später einen Studentenkredit bekommen habe. Also kein Schülerbafög. Mir wurde später erklärt, dass ich nicht nochmal Bafög bekommen kann, weil ich das schon mal hatte - darauf hin habe ich mich nich näher damit auseinander gesetzt.

Das Fachabi war vor - ich glaube - 9-10 Jahren, mir verschwimmt die Zeit immer mal etwas, nicht wundern ^^ Und ich bin inzwischen 30.

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