Ich will eine professionelle Balletttänzerin werden nur wie?

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3 Antworten

Hallo,

TamraElara hat dir schon die wichtigsten Antworten gegeben. Wenn du noch mehr wissen möchtest, müsstest du uns erzählen,  wie lange du schon Ballettunterricht hast, wie oft du pro Woche ins Training gehst und wie lange es jeweils dauert. Davon wird abhängen, ob du das Niveau erreicht hast, das in den großen Akademien für dein Alter erwartet wird. Ab 12 muss man nämlich vorab bereits ein Video einschicken, das folgende Elemente enthalten muss: Verkürztes Stangenexercice, in der Mitte ein kleines Adagio, Pirouetten en dehors und en dedans, aus der Diagonale chainées und eine zweite Art von Drehungen (tours piqués en dehors oder en dedans, tours soutenues, etc.), eine kurze Kombination aus kleinen Sprüngen, eine kurze Kombi aus großen Sprüngen. Auf Spitze soll einfach gezeigt werden, was man schon gut kann, also z.B. echappés, relevés, relevé passé, etc. 

Dieses Video dient der Vorauswahl, wer zur Aufnahmeprüfung (AP) eingeladen wird. Wichtig auf dem Video ist weniger der Schwierigkeitsgrad der gezeigten Übungen und Schritte, sondern die Sauberkeit und Genauigkeit der Technik. Wenn dein Video gut bewertet wird, wirst du zur AP eingeladen.

Ein ganz wichtiges Kriterium,  das inzwischen alle großen Schulen verlangen, ist die 90° Ausdrehung der Oberschenkel im Hüftgelenk. Wer das nicht von Natur aus mitbringt, hat keine Chancen mehr, da die Konkurrenz einfach zu groß ist.

Was du außerdem bedenken musst, ist, dass keine der großen Schulen in NRW ist. Du müsstest also auf jeden Fall in ein Internat gehen. Interessante Schulmodelle haben die Akademien in Essen-Werden und in Wien zu bieten. An beiden Schulen ist die normale Schule mit der Ballettschule kombiniert. Das bedeutet, dass man nicht extra in eine andere Schule gehen muss, sondern dass eines aufs andere Rücksicht nimmt. In Essen-Werden sind alle Schulformen möglich, allerdings hat die Ballettausbildung nicht den allerersten Ruf. Die Ballettakademie der Wiener Staatsoper schließt auf jeden Fall mit der Matura (= Abitur) ab und ist tänzerisch auch auf sehr hohem Niveau.

Überlege dir also gut, ob du diesen Weg versuchen möchtest, aber überlege schnell, denn du hast nicht mehr viel Zeit und musst so schnell wie möglich die APs versuchen. 

Was deine Eltern betrifft, so würde ich vorschlagen, dass du deine Lehrer bittest, gemeinsam mit dir, mit den Eltern zu sprechen. Das hat sicher mehr Gewicht, als wenn du allein mit ihnen redest.

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft. Wenn du noch Fragen hast, kannst du gerne wieder schreiben.

Liebe Grüße

Lilly "Tanzistleben"

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Kommentar von Balletfreak12
13.11.2016, 12:19

Hallo , erstmal Dankeschön für deine tolle Antwort! Könntest du mir die wichtigsten Vorraussetzungen für eine perfekte Technik für eine ballettakademie sagen ? :) 

LG

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Hallo,

mit 12 bist du bereits sehr spät dran. Wenn es dir mit deinem Wunsch ernst ist, empfehle ich dir, dich so schnell wie möglich mit den "großen Fünf" (die John Cranko in Stuttgart, die Palucca in Dresden, die Ballettschule des Hamburg Balletts, Ballett-Akademie München oder die staatliche Ballettschule Berlin) in Verbindung zu setzen und dich nach der nächsten Aufnahmeprüfung zu informieren. Genaueres können dir die Leute an den jeweiligen Schulen sagen. Sie können dir auch sagen, ob und wann die nächste Aufnahmeprüfung für dich in Frage käme.

Die Berufsausbildung an den staatlich geförderten Schulen ist in der Regel kostenfrei, abgesehen von gegebenenfalls normalen Studiengebühren (z.B an der Palucca)

Was Kosten verursacht sind Unterbringung und Betreuung. Aber auch hierfür kann man sich direkt von den Schulen beraten lassen.

Die Kids/Teens gehen neben dem Training ganz normal zur Schule, haben aber teilweise auf sie abgestimmte Fächer bzw Schulzeiten. So können Zusatzfächer wie Tanzgeschichte und Anatomie zum normalen Schulstoff dazukommen. Es kann in der Tat ein Ausschlusskriterium sein, wenn die Schulnoten zu schlecht werden. Nicht nur die tänzerische Leistung wird bewertet.

Ein Abschluss an einer der Schulen garantiert nicht für ein Engagement. Sobald der Abschluss da ist, fängt die richtige Arbeit erst an. Bewerbungen, Auditions ohne Ende. Mit etwas Glück bekommt man die Rolle, mit größerer Wahrscheinlichkeit eher nicht. In der Regel kommen 100te von Tänzerinnen auf eine ausgeschriebene Rolle. Ich möchte dir deinen Traum nicht vermiesen, aber du solltest mit offenen Augen daran gehen.
Der Beruf einer Tänzerin ist wunderschön aber er besteht nicht aus Glanz und Glemmer und ist nur etwas für Idealisten. Die täglichen Trainingszeiten sind lang, die Konkurrenz enorm und und auch wenn es mit einen Engagement klappt, gibt es in der Regel nicht genug Geld, um davon vernünftig leben zu können.

Eine Alternative wäre die Ausildung zur Tanzpädagogin und selbst zu unterrichten, statt auf der Bühne zu stehen. Die Berufschancen sind deutlich besser.
für eine Ausbildung zur TP brauchst du eine abgeschlossene Schulausbildung und beginnst anschließend mit einer 3 - 5 jährigen Ausbildung je nachdem welchen Abschluss du anstrebst. (Lehre oder Studium, Bachelor oder Master)

Du kannst dich auch zur Tanztherapeutin ausbilden lassen oder sogar zur Tanzmedizinerin (setzt ein Medizinstudium voraus)

Es gibt viele Möglichkeiten sein Leben im Sinne des Tanzes zu gestalten, auch wenn es mit dem Bühnentanz nicht klappen sollte.

Wichtig ist für dich jetzt aber: Du musst aktiv werden und dich kümmern.

LG TE

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Hallo Ballettfreak12, 

wie wunderschön, dass du Ballett machst. 

Wenn ihr keine Akademie in der Nähe habt, dann bleibt dir nur die Möglichkeit so viel wie geht zu trainieren, deine Schule fertig zu machen und dann auf die Akademie zu gehen. 

Das empfiehlt sich insofern, dass dir auch die beste Akademie nicht garantieren kann, dass du einmal eine Stelle als Ballerina bekommst, so das du davon leben kannst. 

Meine Tochter war acht Jahre auf einer Akademie, ist im Alter von 14 Jahren dann in die Tanzausbildung gegangen (worden) und war eine der Jüngsten dort. Trotzdem hat sie noch das Gymnasium besucht. Ohne wäre gar nicht gegangen.
Auch der Leiter der Akademie achtete darauf, dass die Schule nicht litt. 

Als sich die Trainingseinheiten dann auf (geförderte) 7 x die Woche gesteigert haben, sie anfing die Schule zu vernachlässigen und blutende Füße an der Tagesordnung waren, da war ein ernsthaftes Gespräch fällig. 

Weder die Akademie noch ich befürworteten die Ausbildung, wenn die Schule darunter leiden muss, denn nur durch Bildung hast du die Chance aus deinem Leben etwas zu machen. Das Tanzen muss zusätzlich kommen.

Wenn du dann einige Wettbewerbe mitgemacht und gewonnen hast, dann kannst du drüber nachdenken Profitänzerin zu werden, nicht vorher.

Sie selbst hat dann weitere drei Jahre später aufgehört, da auch sie begriffen hat, dass Tanzen zwar ihr Leben ist, es aber leider nicht bezahlt. 

Heute macht sie kein Ballett mehr und ist trotzdem glücklich. 

Alles Gute dir 

LG Mata

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Kommentar von Tanzistleben
13.11.2016, 20:54

Darf ich fragen, an welcher Akademie Ihre Tochter war?

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