Ich werde in der Probezeit gekündigt. Hilft der betriebsrat?

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2 Antworten

Ein schlechtes Zeugnis, was möglicherweise verhindert, dass du einen neuen Job bekommst, darf dir der Arbeitgeber gar nicht ausstellen.

Wohlwollenspflicht des Arbeitgebers

Zusätzlich zu den rechtlichen Grundlagen – wie dem AGG oder bisherigen Gerichtsurteilen – besteht für das Arbeitszeugnis die sogenannte „Wohlwollenspflicht“. Das heißt, dass der Arbeitgeber keine Informationen – auch nicht codiert – in das Arbeitszeugnis einbringen darf, die sich für den Arbeitnehmer bei der zukünftigen Jobsuche nachteilig auswirken könnten.

Quelle: http://www.absolventa.de/karriereguide/zeugnistypen/arbeitszeugnis

Wenn dein Arbeitgeber dir tatsächlich mit einem schlechten Zeugnis droht, solltest du das dem Betriebsrat mitteilen. Er kann sich das Zeugnis dann vorlegen lassen und schauen, ob es so zulässig ist oder nicht.

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Bei Kündigungen während der Probezeit kann auch ein Betriebsrat nicht viel helfen. Hier kann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Der Betriebsrat kann Dich mehr oder weniger nur beraten. Selbst wenn er einer Kündigung widerspricht, wird das bei einem Arbeitsgerichtsverfahren wohl nicht viel bringen. Aber ein Gespräch schadet nie.

Selbst kündigen solltest Du allerdings nicht. Da bekommst Du eine Sperre des ALG wegen "Selbstverschulden der Arbeitslosigkeit". Wenn der AG in der Probezeit kündigt, bekommst Du keine Sperre.

Mit einem schlechten Zeugnis drohen um damit eine Eigenkündigung zu erpressen, ist ja ganz lausiger Stil. Lass Dich nicht darauf ein. Wenn Du ein Zeugnis bekommst, wird es in Anbetracht der Kürze der Beschäftigung sowieso nicht sehr ausführlich werden können. Du lässt es aber besser dann von jemandem prüfen der sich auskennt.

Sollte das Zeugnis derart schlecht sein, dass man Dir damit Deine Chancen auf einen neuen Job verbaut, hast Du nach § 109 Gewerbeordnung u.U. auch ein Recht zur Nachbesserung des Zeugnisses.

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Kommentar von Nightstick
28.10.2015, 22:16

Ich ergänze:

Dies ist einer der wenigen Fälle, in denen man überlegen könnte, sich ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen zu lassen - abhängig davon, wann die Kündigung nun tatsächlich erfolgt bzw. wie lange das Arbeitsverhältnis dann insgesamt bestanden hat!

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