Frage von Lilio33, 113

Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll... Hilfe?

Vorwarnung: etwas längerer Text - also wohl eher nur für Leute die Zeit und Lust haben sich das anzuschauen...

Ich werde in ein paar Tagen 20 Jahre alt und weiß nicht wie mein Leben weitergehen soll. Ich habe meinen Realschulabschluss gemacht, danach ein FSJ und anschließend bin ich in ein anderes Bundesland gezogen (mit 17 Jahren) um dort meine Ausbildung zur immobilienkauffrau zu absolvieren. Nach zwei Jahren ging es mir leider psychisch sehr schlecht (hatte/habe eine Essstörung und Borderline) nach zwei Jahren Ausbildung, habe ich meine Ausbildung leider abgebrochen. Ich bin mit 19 zurück gezogen in meine Heimat. Daraufhin haben meine Eltern mich gezwungen zum Arbeitsamt/Jobcenter zu gehen um Arbeitslosengeld zu beantragen, da sie mich Zuhause nicht mehr aufnehmen wollten/konnten (ich habe zudem einen behinderten Bruder, mit dem das Zusammenleben ziemlich belastend ist). Nun wohne ich in einer "eigenen" kleinen Wohnung beziehe Geld vom Arbeitsamt/Jobcenter. Ich hasse mich dafür, ich schäme mich so sehr dafür! Ich habe bei meinen Beratungsterminen jedesmal gesagt, dass es mir SEHR wichtig ist dieses Jahr (2016) eine neue Ausbildung zu machen. Jedoch sind die Mitarbeiter des Arbeitsamtes/Jobcenter der Meinung, ich solle eine Berufsvorbereitende Maßnahme machen. Ich möchte das alles nicht, ich möchte arbeiten und eine vernünftige Ausbildung machen so wie ich sie bereits begonnen habe. Ich möchte nicht mit 23 noch ohne Ausbildung da stehen, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Leute vom Arbeitsamt gar nicht wollen, dass ich eine Ausbildung mache.

Ich fühle mich nutz- und wertlos...ich möchte so nicht weiter machen! Langsam habe ich echt diese Gedanken im Kopf, dass ich absolut nichts kann und dumm bin und mich keiner braucht oder möchte... zu hören, dass meine Eltern untereinander sagen "aus ihr wird sowieso nichts" tut wirklich sehr sehr weh... Ich fühle mich schrecklich allein gelassen und möchte am liebsten monatelang durchschlafen und nicht mehr aufwachen, momentan ist wirklich keine schöne Zeit... Ich danke für alle antworten und "offene Ohren" - selbst das aufschreiben aller Dinge und Gedanken, tat schon sehr gut.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EstherNele, 40

Erst einmal ...
es tut mir leid - da scheint ja einiges schief gelaufen zu sein bisher bei Dir.
Dafür, dass man krank wird, kann man nicht.
Dafür, dass man, wenn vielleicht auch langsam, aus diesem Tal wieder auftaucht oder nicht - dafür schon.

Ich finde es toll, dass du eine Ausbildung machen willst. Und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es klappt.

Aber warum wehrst du dich mit Händen und Füßen, eine berufsvorbereitende Maßnahme zu machen?

Fang sie doch erst mal an.
Unterdessen kannst du dir eine Ausbildungsstätte suchen, bei der du vielleicht dein letztes Ausbildungsjahr machen kannst. Wenn du da eine Firma findest, kannst du die Maßnahme des JC jederzeit abbrechen.

Vielleicht weiß das Jobcenter aber auch nicht, ob und wie psychisch stabil du derzeit bist, vor allem auch in einer Belastungssituation. 

Auch zu so etwas dienen diese Maßnahmen - dass dort beschäftigte Sozialpädagogen einen Eindruck bekommen, ob derjenige, der dort in der Maßnahme ist, wirklich stark / stabil/ belastbar genug ist, um eine Lehrausbildung durchzuhalten. Dass sie u. U. feststellen, wo derjenige Förderbedarf hat.

Was hindert dich daran,
jetzt dort anzufangen, mal zu gucken, wie belastbar du bist, wenn es anstrengend wird, dich wieder ans Lernen zu gewöhnen, an ein Team zu gewöhnen (oder: an das Miteinander in einem Team) und dann in ein paar Monaten zu deinem Vermittler zu gehen und zu sagen - hey, ich habe jetzt genug Durchhaltevermögen und Stabilität, ich will mein eines Jahr Ausbildung JETZT machen.

Nichts ist doch schlimmer als zu Hause zu hocken, langsam das lernen, den Umgang mit Anforderungen zu verlernen und zu hoffen, dass mal was passiert.

Im übrigen: wäre ich ausbildende Firma, ich würde echt lieber jemanden als Azubi nehmen, bei dem ich sehe, der tut was und sei es eine Zeit mit Lernen zu überbrücken, als dass ich einen einstellen würde, der als so junger Mensch schon zu Hause hockt und nichts tut.

Was deine Eltern anbelangt
wenn du ihnen glaubst, dass aus dir eh nichts wird, dann haben deine Eltern erneut über dich "gewonnen". Wenn sie schaffen, dass du an dir zweifelst, dann haben sie dich eben mal so mit einem einfachen Satz besiegt. 

Sei ruhig wütend auf sie - Wut kann ein guter Motor sein. Wut kann ein positives Gefühl sein, wenn es dich antreibt.

Weißt du, ich habe zwei leibliche Geschwister und ein paar Halbgeschwister. Bei den Mädchen war mein Vater der Meinung, die brauchen  kein Abi, ordentlicher Beruf reicht, aber besser: gutbürgerlich und wohlhabend heiraten, Kinder, Hausfrau, fertig!

Ich war das einzige Mädchen von vier Töchtern meines Vaters, die Abi gemacht hat und 2 Hochschulabschlüsse.

Als ich mit einem Abi knapp besser als 1,2  verkündet habe, ich will Elektronik studieren, hat mein Vater 3 Wochen nicht mit mir geredet.
Wegen des verkackten Abis. Weil keine vernünftiges Mädel Elektronik studiert. Weil die mich sicher nur als "Quotenfrau" genommen hätten.

Unser Kontakt war damals fast nicht vorhanden. Als ich 8 Jahre später den zweiten Ing.-Abschluss  geschafft habe (da hatte ich schon zwei Kinder), habe ich ihm eine Karte geschickt, A3 groß, eine Collage, Bilder mit meinen Kindern und family, Bilder von der feierlichen Verabschiedung an der Uni, eine Kopie meiner Ing.-Zeugnisse und hinten auf der Karte einen einzigen Satz, so etwa "Erfolg ist die beste Rache."
(okay, ist vielleicht etwas kindisch, hat mir damals aber einfach gut getan.)

LASS DICH NICHT KLEINREDEN!
Man schafft immer viel mehr, als die anderen einem zutrauen - wenn man nur den Willen dazu hat.

Ich glaube, du könntest viel mehr schaffen, als du dir zutraust.

Ich wünsch dir alles Gute,  Anne

Antwort
von Xela14, 23

Also die vom jobcenter können dir ja nicht verbieten dir wieder ne Ausbildungsstelle zu suchen und du willst arbeiten bei mir war es so das ich klinik (geschlossen, keine schule) kam zurück in die schule dann wieder neun monate klinik (geschlossen, keine schule) rausgeflogen geschlossene gruppe (keine schule) wieder klinik (geschlossen,keine schule) nix gebracht wieder zurück in der geschlossenen gruppe dort rausgeflogen kurze zeit zuhause (ohne Schule auf grund von psyche krankgeschrieben) ging nicht lange gut wieder klinik (geschlossen wieder nicht Schule) dann kam ich in eine offene gruppe 14 tage angemeldet drei tage schule und genau sechs tage dort sonst kh und wieder klinik (geschlossen wieder kein Unterricht) bin wieder aus der gruppe rausgeflogen wieder kurz zuhause wieder klinik (geschlossen hat sich wieder nichts geändert) entlassen abgestempelt als unterapierbarer fall saß nur noch zuhause und wurde wegen psyche wieder krank geschrieben ich bin 16 letzte abgeschlossene klasse die siebte nichts erreicht keinen abschluss und bei der arbeitssgentur hieß es ich soll auf keinen fall wieder schule Praktikum oder mir etwas zum arbeiten suchen weil ich noch einmal geschlossen gehen soll damit ich erst meinen ganzen "psychischen sch***" in den griff bekomme und wenn ich das hab kann ich mir überlegen auf welchen wege ich meinen Schulabschluss machen eill weil ich eigentlich gute vorraussetzungen habe  und dann etwas machen kann und trz. Geht nichts voran hätte schon seit drei monaten in einer spezialklinik sein sollen laut meiner Therapeutin würde ich dort auch nach spätestens zwei wochen rausfliegen ich selbst weiß das es in den ersten fünf min schon stress geben würde wovor ich wieder sehr angst habe... aber du solltest nicht denken das du nutzlos bist du hast diesen willen aber anscheinend unterstützen dich die vom jc nicht und wenn du dir alleine was suchst und etwas findest wenn du weißt was du machen willst (ansonsten helfen ja praktika) kannst du dir denken du hast es ohne hilfe geschafft und kannst stolz auf dich sein und schämen brauchst du dich in der jetzigen Situation nicht wie viele beantragen geld obwohl sie arbeiten gehen könnten aber einfach nicht wollen und wenn du das mit der Psyche im griff hast und etwas gefunden hast hey dann läuft alles ;D

Sry für den ewigen text und meine Geschichte soll dir aber zeigen wie schnell so etwas passieren kann und du nicht alleine bist <3

Antwort
von Cloe90, 48

Zu erst mal..du musst dich absolut NICHT dafür hassen..das du Geld vom Amt beziehst! Ich meine..du möchtest ja etwas tun..und gehörst nicht zu den Menschen..die sich schön faul auf ihre Haut legen und die Kohle einkassieren.

Was genau würdest du den gerne machen...also Ausbildungsmäßig? Vielleicht hilft dir ein Praktikum? ..und mit einem Realschulabschluss kann man ja aufjedenfall einiges anfangen. :) Mach dich doch mal bei den Betrieben schlau..die dich interessieren und höre nicht auf das Amt.

Antwort
von himako333, 27

Jedoch sind die Mitarbeiter des Arbeitsamtes/Jobcenter der Meinung, ich solle eine Berufsvorbereitende Maßnahme machen.

d.h. Dir wird aufgezeigt/angeboten zu etwas mehr Bildung zu kommen um anschließend erfolgreich nochmal eine Ausbildung zu beginnen & die dann auch abzuschließen, z. Z. wirst Du wohl noch so eingeschätzt und da Du bisher keinen Ausbildungsbetrieb gefunden hast, das Deine Eignung nicht ausreichend ist. 

Nutze doch die Dir angebotene Chance Dich zu beweisen, wenn Du dort erfolgreich abschneidest  wirst Du wohl leichter eine Firma finden die Dich einstellt.. 

viel Erfolg m.l.G. ;)h

Antwort
von ilze66, 28

Nehme einmal 5 minuten zeit für dich, nehme einen Spiegel in die Hand und sage deinem Spiegelbild: Ich suche mir jetzt eine Arbeit die mir zusagt. erst dann danach überlege ich mir wie es beruflich weitergeht. Nein ihr alle- ich tue jetzt das was ich mir wünsche und basta.

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