Frage von timeless37, 127

Ich weiß nicht mehr weiter. Panikattacken. Drogenabhängig. Alkoholabhängig?

Hallo,

ich weiß nicht mehr weiter. Mein Leben war schon immer sehr "anstrengend". Ich habe nie eine Kindheit gehabt, sexueller Mißbrauch, Gewalt, mein Vater Alkoholiker, meine Mutter eine Prostituierte. Ich bin in der DDR geboren. (Erzgebirge) Nach meiner Drogenabhängigkeit bin ich nach Duisburg gezogen. Angefangen hat alles mit kiffen, dann Extasy, LSD, Speed, Koks und am Ende war ich acht Jahre Crystel Meth abhängig. Ich habe es geschafft, ohne Hilfe davon wegzukommen. Danach bin ich Quartalsalkoholiker geworden, seit mittlerweile 10 Jahren. Trinken, aufhören, trinken, aufhören. Ich habe es aber trotzdem geschafft, drei Abschlüsse zu absolvieren. (Holzmechaniker, DV - Kaufmann, System/Netzwerkadministrator) Ich habe auch einen sehr hohen IQ. Schlecht sehe ich auch nicht aus. Ich hatte früher mal einen Modelvertrag mit Hugo Boss. Hier in Duisburg hatte ich dann Alles. Ein schönes Loft, eine Beziehung, einen gesunden Sohn, einen Job bei der Bank, genügend Geld und körperlich sowie psychisch ging es mir gut. Bis zu meinem Zusammenbruch. Mehrere Klinikaufenthalte, Medikamente, Untersuchungen. Ich habe schon so ziemlich alles durch, was man so machen kann. Jetzt habe ich noch Bluthochdruck, Magenprobleme und Missempfindungen. Mittlerweile habe ich alles verloren. Meine Beziehung, meinen Sohn, meine Arbeit, bin in Privatinsolvenz, meine Freunde, meine Arbeitskollegen, meine Familie (die nie eine war) und meine beiden Katzen sind verstorben. (nach 18 Jahren) Jetzt habe ich so schlimme Panikattacken, dass meine Beine gelähmt sind (kann nicht mehr laufen) und mir schlecht und schwindelig wird. Ich war gerade beim Friseur und musste gehen. Das ist mir noch nie passiert. Jetzt trinke ich gerade (nach Entzug - 10 Tage) in der Hoffnung, dass es mir besser geht. Ich mache den immer zu Hause, alleine. Ich war schon mal in einer Entzugsklinik, die ich aber nach vier Stunden wieder verlassen habe, ich brauche einfach meine eigenen vier Wände. Ich weiß nicht mehr weiter und auch nicht, was ich noch machen soll. Gibt es jemanden, dem es ähnlich geht? Ich hänge an meinem Leben - aber nicht so...

Viele Grüße

PS.: ich habe auch mehrere Zwangserkrankungen und einen GdB von 60%. Bin 37 alt und männlich

Antwort
von Berlikatze, 58

Hey, das hört sich echt schlimm an, aber wichtig ist jetzt, dass du dich nicht fallen lässt, sondern weitermachst, geh einem Hobby nach und versuch wieder ins Leben zu kommen. Außerdem solltest du mal einen Psychologen aufsuchen, der kann dir sicher auch helfen.

Viel Glück!

Kommentar von timeless37 ,

Ich bin mittlerweile AUSTHERAPIERT!

Kommentar von Berlikatze ,

Verzeih mir, aber für mich hört sich das nicht so an....

Kommentar von timeless37 ,

Ich bin bereits AUSTHERAPIERT!

Kommentar von Berlikatze ,

Ich habs schon überrissen, keine Sorge.

Kommentar von timeless37 ,

Ja, tut mir leid, dass war jetzt nichts gegen dich. Aber die Kommentare, die ich hier erhalte, sind nicht wünschenswert. Ich habe mehrere Therapien hinter mir. Weißt du, ich hab jetzt wieder was getrunken, es geht einigermaßen (mit meiner Panik) und weiß auch, es wird nichts verändern...Wem es nicht so geht, der versteht das nicht!

Kommentar von Berlikatze ,

Das ist schon klar, aber wir können leider auch nur Tipps geben, was wir denken, was gut für dich wäre. Das wir uns auch nicht in deine Lage versetzen können ist auch klar.

Antwort
von RoyXCII, 41

Ich würde erst mal empfehlen jetzt sofort eine Suchtklinik bzw. eine Beratungsstelle aufzusuchen. Wenn du etwas nicht unter Kontrolle hast, brauchst du Professionelle Hilfe. Alkohol ist auch eine Droge und keine Lösung! Wenn du ein hohen IQ hast solltest du das wissen. Wenn es dir Gesundheitlich schlecht geht solltest du auch ein Arzt aufzuschen, der soll dich mal abchecken. Dann kannst du dich um die andern Sachen kümmern.

Ich wünsche dir viel Kraft und Glück dabei. 


Antwort
von lindgren, 49

Ich sag das mal so frei heraus. Aufhören zu jammern und endlich mal den Stier bei den Hörnern packen. Dir kann keiner helfen, solange du nur herumjammerst und lamentierst. Was haben deine Eltern damit zu tun. Nur weil sie beide irgendwie suchtkrank waren, heißt es noch lange nicht, dass es die Kinder auch sein müssen. Du alleine entscheidest über dein Leben.

Ab mit dir in eine stationäre Therapie. Das ist deine einzige Chance. Dein GdB ist hier nicht relevant. Ich habe auch so einen GdB und den dazu gehörenden Ausweis.
Das ist egal. Mach was aus deinem Leben, kämpfe gegen deine Suchtkrankheiten. Nüchtern bleiben.



Kommentar von timeless37 ,

Hast du dir schon mal ein Line Crystel Meth reingezogen? Oder einen Kasten Bier? Bist du als "Junge" schon mehrfach vergewaltigt worden? Verschon mich bitte mit deinen lächerlichen Aussagen! Du bist ein Mensch, der ein "Trauma" hat, weil er von seiner Mammi mal keinen Schokoladenpudding bekommen hat!

Kommentar von lindgren ,

Hast du dich jetzt ausgekotzt? Ich habe kein Mitleid mit dir. Absolut keines. Mitleid hilft dir nicht weiter und ich sehe schon, das ich einen Nerv getroffen habe. Sonst würdest du nicht so aggressiv antworten. Ich habe kein Trauma und bin nicht bei meiner Mutter aufgewachsen. Sorry, damit kann ich nicht dienen. Übrigens, ich habe nie Drogen genommen. So dumm bin ich nicht. Wenn jeder Mensch sein eigenes Versagen immer an der Vergangenheit fest machen würde, dann hätten wir jede Menge Massenmörder, Amokläufer und was noch alles. Das zieht bei mir absolut nicht. Du alleine bist für dein Leben verantwortlich. Du alleine hast den Weg beschritten, den du nun gehst, aus freiem Willen. Niemand hat dir gezwungen zu saufen oder zu koksen/kiffen. Niemand. Nur du alleine. Also zieh die Konsequenzen. Entweder du  gehst in eine Suchtklinik oder auch nicht. Das ist mir egal. Deine Entscheidung.

Entweder du machst was aus deinem Leben oder du jammerst weiter vor dich hin und änderst nichts. Dann bist du nicht besser als die Menschen aus deiner Vergangenheit.

Klingt hart. Soll auch hart klingen. Ich will dich treffen, damit du dir einen Ruck gibst. Mit Gesülze oder "ach du Armer" erreicht man bei dir nichts.

Also. Entscheide dich.

Antwort
von Dunkerjinn, 35

Nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, der mich betroffen gemacht hat, habe ich lange nachgedacht ob ich überhaupt und was ich dazu schreiben soll.

Es ist bedrückend was Du schreibst und natürlich hat man auf einer Ebene Mitleid mit Dir.

Mit eigener Erfahrung kann ich (für mich glücklicherweise) nicht dienen, ich habe niemals Drogen angefasst und Alkohol nur selten und in Maßen.

Es ist aber auch so, wie hier andere Kommentatoren schon geschrieben habe, es liegt an Dir, Du musst versuchen dein Leben in den Griff zu bekommen, die Verantwortung für und gegen deine Süchte zu übernehmen.

Und! Du solltest dir helfen lassen! Glücklicherweise gibt es heutzutage doch eine ganze Anzahl von Stellen und Menschen, die helfen können und wollen.

Von der Selbsthilfegruppe über die Suchtberatung bis zur Medizin!

Lass Dir helfen und bekomm dein Leben in den Griff. Du hast noch so viele gute Jahre vor Dir, wenn Du es nur in Angriff nimmst!!

Alles Gute!

Antwort
von Nashota, 40

Wie vorhin: Entzug und Langzeittherapie. Danach ambulante Weiterbehandlung.

Wer Probleme hat wie deine, schafft es nicht alleine in seinen 4 Wänden. 

Kommentar von timeless37 ,

Das habe ich schon mehrfach hinter mir. Ich bin "austherapiert"!

Kommentar von Nashota ,

Wie weit hast du dich denn darauf eingelassen?

Kommentar von timeless37 ,

Drei mal Tagesklinik. Ergotherapie, Gesprächstherapie, Entzugsklinik, Anonyme Alkoholiker, Sport, Hobbys, Medikamente...

Kommentar von Nashota ,

Schön. Ich wollte aber wissen, wie sehr du dich darauf eingelassen hast. Speziell auf die Gespräche, die ja gern bis in den Urschleim zurückgehen.  

Musstest du ein Suchttagebuch oder einen Suchtbericht schreiben?

Kommentar von timeless37 ,

Ja, dass habe ich auch gemacht. (Suchttagebuch) Wurde mir aufgrund der Suchtklinik empfohlen. Ich weiß, warum und wann ich trinke. Ich habe auch meine Vergangenheit aufgearbeitet. Wie schon geschrieben, ich bin "austherapiert". Ich weiß auch, was ich brauche, nur kann man sich das nicht einfach so nehmen...

Kommentar von Nashota ,

Wenn du selbst sagst und der Meinung bist, dass du deine Vergangenheit aufgearbeitet hast, was einschließen sollte, dass du für dich erkannt hast, dass du für die schlimmen Dinge, die dir passiert sind, keine Schuld trägst!, solltest du da nicht auch ein paar, wie ich es immer nenne, schwere Koffer stehenlassen können?

Glaub mir, ich weiß, wie es ist, mit gewissen Dingen leben und umgehen zu müssen. Die Vergangenheit ist Teil jedes Menschenlebens, man kann sie nicht mehr ändern.

Aber man kann trotzdem etwas tun: Und das ist insbesondere, gewissen Leuten keine Macht mehr über sich zu geben.

Wenn man anfängt, sich auf seine Hinterbeine zu stellen und in erster Linie sich selbst beweist, dass man zwar viele seelische Narben trägt, die einen aber trotzdem nicht daran hindern, sich aufrecht zu bewegen, kann man es schaffen, seine Nase aus dem Dreck zu ziehen.

Natürlich gehört dazu viel Kraft, noch mehr Mut und viel Willen. Aber man sollte diesen Leuten zeigen, dass sie einen nicht ganz gebrochen haben.

Der Weg zu einer Suchtgruppe steht dir jederzeit offen. Ich weiß auch, dass man sich immer wieder an seine behandelnde Klinik wenden kann, wenn man merkt, man driftet wieder ab.

Diese Hilfsangebote musst du aber annehmen. Und diese Wege musst du gehen.

Nicht für deinen Sohn, eine Frau, nicht für Kollegen, Freunde oder Familie - in erster Linie nur für dich.

Du musst für dich kämpfen.

Ich hab selbst ein alkoholkrankes Familienmitglied, du kannst mir also glauben, dass ich dir nichts von einer bunten Kuh auf dem Marktplatz erzähle. Diese Tippeltappeltour bin ich mit ihr die letzten eineinhalb Jahre gegangen und aktuell sieht es leider auch wieder schlechter aus.

Aber ich vertraue auch darauf, dass sie sich wieder bewusst wird, was sie sich mühsam in der Therapie und danach aufgebaut hat. Und dieses Vertrauen und Bewusstwerden wünsche ich dir auch.

Auch im Interesse deiner körperlichen Gesundheit. Alkohol löst keine Probleme, das weißt du selbst. Helfen tut nur reden, sich anvertrauen und nicht alles alleine regeln wollen. Auch Männer sollten das endlich lernen.

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