Frage von CaptainUsagi, 79

Ich weiß mir nicht mehr zu Helfen, Tipps für mich?

mein hausarzt meinte ich hätte wohl eine depression, gab mir tabletten und überweisungen für psychatrie und psychotherapie und jetzt stehe ich da (ist im juli gewesen) und weiß immer noch nicht weiter. ich habe einen termin bei einem psychotherapeuten bekommen, aber erst im märz. meine gedanken quälen mich mal mehr mal weniger. mal so sehr, dass ich mir vorstelle mir etwas anzutun, mal mit gleichgültigkeit, mal mit irren gedanken, mal mit ewigem rauschen im kopf. ich weiß nicht was ich bis dahin machen soll.

Ich bin knapp 20 und habe alles, aber auch nichts. ich habe abi (womit ich nicht zufrieden bin) ich habe einen tollen freund, kein zuhause, suche nach einer ausbildung fürs nächste jahr, da mich mein studium unglücklich macht. ich weiß nicht mal wozu ich das studieren begonnen habe.. vermutlich um meine mutter zufrieden zu stellen. momentan gehe ich nicht zur vorlesung, ich suche grade einen job und möchte exmatrikulieren.

wenn ich meine zukunft sehe, sehe ich nichts

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 8

Die negative Gedankenspirale ist ein typischen Symptom einer Depression. Ich war nur noch mit meinen Problemen beschäftig und völlig blockiert vorwärts zu machen. Hinzu kommt noch die Hoffnungslosigkeit.

Wichtig ist, dass du weisst, dass dies "nur" die Symptome der Depression sind und nicht mit einer objektiven Sichtweise zu tun haben. Das macht die Sache zwar nicht viel besser, doch es ist immerhin einen Strohhalm.

Es ist auch möglich, dass bei dir die Tabletten nicht anschlagen. Dies ist häufig der Fall. Nur 30% reagieren auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament welches ihnen verabreicht wird). 40 weitere Prozent reagieren erst nach diversen Medikamentenumstellungen (teilweise Einnahme ganzer Kombinationen). 30% reagieren gar nicht oder nur stark unzureichend auf Antidepressiva.

Jetzt denkst du wahrscheinlich "ich gehöre sicher zu den 30% die nicht reagieren". Dieses negative Denken ist auch typisch für eine Depression, hat mit der Realität jedoch nichts zu tun.

Bezüglich Psychotherapie: Dies ist sehr wichtig. Leider kannst du nichts anderes machen als zu warten. Wenns gar nicht mehr geht, kannst du immer noch deinem Arzt sagen, dass du in eine Klinik willst.

Kommentar von CaptainUsagi ,

danke für deine hilfe!
ich gehe nicht mehr zu dem hausarzt (es war ein neuer wegen umzug) da er mir beim zweiten besuch sehr unhöflich und gruselig vor kam.. 
wegen klinik. ich weiß halt nicht.. ob es so schlimm ist, dass ich das brauche? oder denke ich das ich mich nicht so anstellen soll, ich weiß es nicht, kommt auf meine stimmung an. (manchmal extrem motiviert und "alles ist gut, nice, du machst jetzt das und das, dann läuft alles wieder", aber dann durch irgendeine sache wieder ruiniert und zu "warum... existiere ich eigentlich?" bis hin zu "was bildest du dir ein dich so schlecht zu fühlen, es ist doch nichts") 

eine bekannte war auch in kliniken und war gefühlt... verrückt geworden

Kommentar von samm1917 ,

Wenn du in eine Klinik willst, kannst du dich auch selbst einweisen. Die Frage ist dann einfach, in was für eine Station du kommst. Meist werden Selbsteinweiser erstmal in einer allgemeinen Auffangstation untergebracht. Das ist alles andere als angenehm bzw. zum verrückt werden da man primär einfach mit Medikamenten abgefüllt wird.

Wenn du in eine Klinik willst, dann schaue, dass du auf eine spezialisierte Station kommst. Dies ist mit einer Einweisung des Arztes einfacher. Mir hat die Klinik auf einer spezialisierten Abteilung sehr geholfen.

Ob du in eine Klinik willst oder nicht kannst im Endeffekt nur du selbst beantworten. Der Gedanke "stell dich nicht so an" ist zu Beginn der Erkrankung völlig normal. Dies musst du ganz schnell wieder vergessen. Depressionen zeichnen sich ja dadurch aus, dass man sich so fest zusammenreissen kann wie man will und dennoch einfach nicht mehr kann.

Etwas ist bezüglich deinen Beschwerden jedoch komisch. Depressionen verlaufen normalerweise so, dass man sich dauerhaft in einem Tief befindet. Es gibt eigentlich keine Aufhellung der Stimmung zwischendurch. Doch dies musst du von einer Fachperson untersuchen lassen.

 

Antwort
von CounterMonkey, 11

Wenn Du daran denkst Dir was anzutun solltest Du normalerweise direkt über die Notaufnahme stationär aufgenommen werden können... und solltest das vermutlich auch tun. Vor allem solltest Du in Deiner aktuellen Lage keine Entscheidungen über den Fortgang Deines Lebens treffen und Dein Studium abbrechen. Nen Job suchen kannst Du immer, und auch wenn das Gras auf der anderen Seite des Zauns immer grüner scheint wird Dir das auch nicht auf magische Art und Weise das glückliche Leben bescheren das Du Dir wünscht.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Angst, Krankheit, Medizin, ..., 16

Hallo CaptainUsagi,

das ist aber ausgesprochen lange Wartezeit von Juli bis zum nächsten März. Gab es denn gar keine andere Möglichkeit, schneller an einen Termin zu kommen? Ich halte das auch im Hinblick auf Deine aktuelle Situation für ziemlich riskant.

Bitte erkundige Dich nach Notfallsprechstunden bei Psychiatern und Psychotherapeuten in Deiner Umgebung bzw. gehe nochmal zum Hausarzt und schildere ihm die Situation. Bitte erzähle ihm auch von den Suizidgedanken, die zeitweise auftreten. Es ist recht gefährlich, in dieser Situation ohne jeglichen therapeutischen Beistand zu sein. Vielleicht wäre eine Einweisung in eine Klinik momentan die bessere Alternative, statt so lange auf eine ambulante Therapie zu warten.

Eventuell wäre auch eine andere Medikation eine Möglichkeit, die Wartezeit besser zu überstehen, aber nicht jeder Hausarzt hat die dafür erforderliche Zusatzqualifikation. Hier kannst Du diesbezüglich auch mal nachfragen:

http://web4health.info/de/

Das Studim kann erstmal warten, da Du es - wie Du schreibst - vermutlich nur 'für Deine Mutter' angefangen hast. Vielleicht ist das schon Teil des Problems, aber das hier zu erörtern, würde zu weit führen und evtl. Wunden aufreißen, die an dieser Stelle auch nicht behandelbar sind. Bitte gehe insgesamt achtsam mit Dir um.

Ich gebe Dir noch ein paar Links mit auf den Weg:

Zunächst etwas zur Krisenintervention für den Notfall:

https://www.google.de/search?q=krisenintervention+depression&ie=utf-8&oe...

Im akuten Notfall scheue Dich bitte nicht, einen Notarzt (Tel. Deutschland 112) anzurufen, der Dir dann schnell helfen kann. Auch die Telefonseelsorge kann in einem Notfall zumindest als Ansprechpartner gute Dienste leisten.

Hier ein paar Antworten, die ich schon mal anderen Betrofffenen gab:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-komme-ich-nur-aus-meiner-depression-wieder-h...

https://www.gutefrage.net/frage/depression-was-hilft?foundIn=list-answers-by-use...

Bitte beschäftige Dich aber nicht nur mit der Erkrankung, sondern versuche Dich auch mit lustigen Videos oder Büchern abzulenken. Schön, dass Dein Freund an Deiner Seite ist. Da ist doch etwas Licht an Deiner Seite :)

Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du mich gerne anschreiben. Falls es Dir zu persönlich ist, schicke mir eine FA.

Alles Liebe und Gute wünscht Dir

Buddhishi

Antwort
von Seeteufel, 12

Zunächst suche einmal weiter, ob du nicht einen anderen Therapeuten findest

In der Übergangszeit kannst du schon mal selber etwas für dich tun.

Z.B. Youtube 

https://www.youtube.com/results?search_query=was+tun+gegen+depressionen

Antwort
von Elektrina, 17

Gibt es bei dir in der Nähe die Möglichkeit zu einer Auszeit?

Ein Freund mir hatte schwere psychische Probleme und er konnte eine Auszeit machen auf einem Reiterhof. Er hatte da Zeit um richtig Abstand zu gewinnen, so konnte er sich aktiv mit sich selbt beschäftigen und dabei war gut zu beobachten, wie sein Geisteszustand sich verhält und ob er sich verändert. Danach hat er wieder gut Fuss im Leben fassen können, hat eine Aubildung begonnen und ist heute ein sehr glücklicher Mensch, ohne Tablette oder Therapie (nur ganz selten ab und zu).

Lass dich von einer Fachperson beraten, die kennen sich genau aus mit solchen Fällen. Ich denke mit deinen Problemen findest du online nicht viel guten Rat, wir sind ja auch nur Laien.

Lass dir helfen. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir alles Gute.

Kommentar von CaptainUsagi ,

hey :) 
zur zeit habe ich keinen festen wohnsitz.. was auch sehr unangenehm ist. dementsprechend weiß ich gar nicht an wen ich mich da wenden sollte.. aber danke für deine hilfe :)

Antwort
von Trela1809, 8

Grüße das Glücklichsein CaptainUsagi,

Jetzt hast du mich kennengelernt und deine Zukunft wird sich Hoffnungsvoll gestalten. (gar nicht selbstverliebt)

Gut lustiger Spaß bei Seite! Ich bin mir sehr sicher, dass du nach absolut falschem Motto lebst und deine Zeit sinnlos verschwendest mit pessimistischen Gedanken.

Wenn du die Bahn verpasst hast, ärgerst du dich stimmt es? Warum aber freust du dich nicht, dass du 15 Minuten zur Ruhe kommst, 15 Minuten lang frische Luft einatmest, die Möglichkeit hast jemanden zurückzuschreiben dem du vielleicht schon länger eine Antwort schuldest oder auch nach einer Frage googelst die dich schon immer interessiert hat?

Aus allem negativen lässt sich Positives schaffen. Auch und vor allem bei Depressionen und ähnlichem! 

Anstatt deine Zeit zu vergeuden mit Gedanken wie du deine Lage änderst, ändere sie jetzt in diesem Moment. Nicht gleich, später oder morgen. Jetzt!

Besuche liebend gerne mein Profil, auf diesen  findest du einen Link zu meiner Seite über den du mir gerne schreiben kannst, wenn du tatsächlich daran interessiert sein solltest. 

Depressive Grüße 

Alex

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