lenno am 27.07.2009 um 0:38 Uhr
Ich stelle mir das in etwa so vor. Ich habe ein Unternehmen mit dem ich irgendwann an die Börse gehe. Dann kann man ja Aktien von meinem Unternehmen kaufen. Weil mein Unternehmen 10 Millionen Euro wert ist beschließe ich aus dem Unternehmen 100.000 Aktien a 100€ zu machen. Wenn mein Unternehmen dann Gewinn macht steigen die Aktien. So stelle ich mir das vor. Ist das so? Erklärt mir das bitte jemand? Freue mich auch über hilfreiche nicht zu komplizierte Links!
die aktienkäufer investieren ihr geld in dein unternehmen. der preis deiner aktie hängt von der nachfrage ab, nicht davon wieviel geld du dafür haben möchtest. die nachfrage steigt, wenn dein unternehmen gut läuft, gute ideen hat

das ist nur die halbe Wahrheit. Es geht um den Gewinn, der noch nicht erzielt ist, also die Gewinnerwartung. Wenn ich also glaube, dass du ein super Unternehmer bist, die die Firma weit nach vorne bringen wird, kaufe ich und andere gerne die Aktie. Die Nachfrage ist größer als das Angebot, die Aktie wird teurer, also steigt im Wert. Bist du aber ein Wischi-Waschi, werde ich versuchen meine Aktien von dir so schnell wie möglich einem Dummen anzudrehen. Es kann also sein, dass der Wert der Aktie sinkt, obwohl Gewinne erzielt wurden, oder umgekehrt kann der Wert steigen, wenn auf Grund von Investitionen keine Gewinne erzielt wurden.
lenno am 27. Juli 2009 00:51 Erstmal Danke! Aber was passiert wenn niemand die Aktie haben will wenn du sie wieder verkaufen möchtest?
Im Prinzip hast Du das richtig verstanden. Nur mit dem Börsengang ist das nicht so einfach, dass kann man nicht so eben beschließen. Da braucht es Banken,(Konsortium) die den Börsengang unterstützen, vorher aber erst einmal das Unternehmen bewerten, nach Vermögensanlagen (Gebäude, Fabrikanlagen, Maschinen, usw.)Die finanzielle Lage muß in Ordnung sein, die Bilanzen der vergangenen Jahre werden geprüft, Gutachten werden erstellt, Erst wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, wird vorgeschlagen, das Unternehmen an die Börse zu bringen (Neuemmission) Der Eigentümer muß auch eigene Aktien kaufen und zwar 50 % plus eine, damit er im Unternehmen das Sagen behält.
lenno am 27. Juli 2009 01:05 Danke.
markusros am 27. Juli 2009 17:26 Soweit richtig. Nicht zutreffend ist nach meinem Verständnis, dass der Unternehmer eigene Aktien bei der Emmission kaufen muss.
Vielmehr ist es so, dass man sich überlegt, wie viel der gesmaten Aktien (100%) man beim Börsengang an die Börse bringt. Der Rest bleibt sozusagen in den Händen des/der Eigentümer vor dem Börsengang.
Ich habe mich da etwas falsch ausgedrückt; der Frager wollte ja das komplette Unternehmen an die Börse bringen, ich hätte besser erwähnt, das er etwas weniger als die Hälfte des Wertes des Unternehmens an die Börse bringt, um allein handlungsfähig zu bleiben.
Du stellst Dir das in etwa richtig vor.
Wenn Du als Firmeninhaber Geld für neue Investitionen benötigst, kannst Du - neben der Möglichkeit Dir Geld zu leihen - Dir Teilhaber suchen.
Aktien sind im Grunde nichts anders als Papiere, deren Besitzer Teilhaber der betreffenden Firma ist.
Wenn Du die Aktien einmal an die Börse gebracht hast (Emission) - und dafür Geld zum Wirtschaften erhalten hast - werden diese Papiere von nun an an der Börse (der Sekundärmarkt für Aktien) gehandelt. Die Teilhaber können also jederzeit wechseln.
Die Kursentwicklung hängt von der Angebots-Nachfragesituation ab. Diese wird von vielen Faktoren beeinflußt - wie allgemeine Stimmung der Börsianer, Liquidität (Geld zur Verfügung) oder der Entwicklung der Wirtschaft allgemein und natürlich auch der Entwicklung des Unternehmens.
Der weitere Verlauf des Kurses betrifft Dich in sofern, daß Du vielleicht selber noch einen Großteil der Aktien hälst - um Kontrolle über das Unternehmen zu behalten - oder etwa in Zukunft planst, weitere Aktien anzubieten. Da wäre ein niedriger Kurs bereits gehandelter Papiere von Nachteil.
http://www.planspiel-boerse.com/toplevel/
kannst hier alles ausprobieren...
Die Geschichte der Aktie:
http://boerse.ard.de/finanz.jsp?key=dokument3945&hauptdoc=containerfinanzwissen3959

ja aber keiner kauft aktien für 100 euro pro stück !
lenno am 27. Juli 2009 00:41 Gibt doch viele Aktien die so viel kosten oder sogar deutlich mehr!
richtig, siehe Volkswagen und das ist keine schlechte Aktie. Noch lieber wäre mir Gelsenwasser, aber die hat alle schon die Stadt Bochum, grins
collo am 27. Juli 2009 00:41 wieso nicht ?
djstormtrooper am 27. Juli 2009 00:43 dumm oder legt euer geld besser an !
Was ist daran dumm, Aktien mit einem Kurs von über 100 Euro zu kaufen?

Aktien sind Unternehmensanteile. Wer Aktien besitzt, ist (anteiliger) Eigentümer eines Unternehmens und somit auch Berechtigt, seinen Anteil am Gewinn zu bekommen und im Unternehmen mitzubestimmen. Der Kurs des Unternehmens ist wieder eine ganz andere Sache. Das hat dann was mit Erwartungen und Angebot & Nachfrage zu tun (an deinem Beispiel: wenn ein Unternehmen hohe Gewinne macht, dann wollen viele am Gewinn teilhaben und wollen die Aktie kaufen -> hohe Nachfrage -> Preis (=Kurs) der Aktie steigt.
Und wieviele Aktien meines Unternehmens gibt es? Ist das eine bestimmte Anzahl? Oder könnte man jetzt auch 672364736547 Aktien von diesem Unternehmen kaufen wenn man das nötige Kleingeld dabei hat?
du hast zuerst 100.000 Aktien zum Nominalwert von 100 € oder 200.000 a 50 oder .....
wenn du jetzt an die Börse gehen willst, mußt unheimlich viel Werbung machen und den Leuten jeden Blödsinn erzählen, den sie hören wollen. So hat es auch die Telekom damals gemacht.
Die Leute kaufen dir dann die Aktien statt für 100, sogar für 130 ab. Versagst du bei der Werbung, werden nur 75 € statt 100 bezahlt. Das Unternehmen verliert 2,5 Millionen an wert. Aber das ist ein Wert der nur auf dem Papier steht.
Das die Wirtschaftskrise soundsoviel Milliarden vernichtet hat, ist totaler Blödsinn. Man darf nur nicht den Fehler machen und jetzt verkaufen. Man muß die Krise aussitzen und warten bis die Kurse wieder steigen. Dann ist auch nichts verloren gegangen.
Nochmal Danke!