Ich verstehe das mit dem Narzissmus nicht. Es heißt, dass es eine Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit gibt. Aber ist das nicht immer so, wenn wir uns...?

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2 Antworten

Also ich kann Dir etwas über eine bestimmte Art von Narzissmus erzählen (ohne Gewähr). 

Diese betrifft Menschen, die vermutlich in ihrer Kindheit nie bedingungslose Liebe und Anerkennung erfahren haben. Sie entwickeln dann ein großes Loch, das sie mit Liebe und Anerkennung füllen wollen, haben aber das Problem, dass einereits das Loch nie gefüllt werden kann und andererseits dadurch ihre Vorstellung von Liebe und Anerkennung andere verletzt.

Diese Art von Narzisst hat eine Kontrollsucht - er selbst weiß, was für alle am besten wäre und versucht das auch umzusetzen - und braucht ständig Liebe und Anerkennung. Bekommt er sie nicht, wird seine Verzweiflung größer, die er aber als solche nicht erkennt. Bei ihm kommt seine Verzweiflung als Betrug und Verletzung der Menschen um ihn herum an, die er nun ebenfalls so sehr verletzt, wie er kann (manchmal, ohne dass er es merkt, manchmal mit Absicht). Kurz gesagt sind das Menschen, die alles von Dir verlangen und zwar genauso, wie sie es vorgeben, und wenn Du nur ein bisschen davon abweichst ODER sie sich trotzdem schlecht fühlen (auch durch eigentlich ganz durchschaubare Ursachen wie Krankheit, Stress, Trauer etc.) - dann machen sie Dich fertig. Schreien dich an, machen dich vor anderen schlecht, oft auf eine perfide Art, bei der sie anderen vorgaukeln, auf Deiner Seite zu stehen. Denn der Narzisst wünscht sich "einen besten Freund" - einen Menschen, der NUR für ihn da ist, ihn bewundert, ihn "liebt". Diese "Liebe" muss jede Minute aufs Neue bewiesen werden. Sobald ein Partner - das kann ein Lebenspartner, ein Freund, ein Kind, ein Elternteil sein - eigene Ideen, Wünsche, Lebensvorstellungen anmeldet, "betrügt" der den Narzissten, der sich extrem enttäuscht fühlt und mit aller Härte zuschlägt. Typisch wäre z.B.:

Erwachsenes Kind zieht aus - Narzisst spricht nicht mehr mit ihm, erzählt jedem, dieses Kind hätte sich nie dankbar gezeigt und den Elternteil nie unterstützt, oder

Partner fängt wieder an zu arbeiten - Narzisst wirft ihm täglich vor, nie für ih dagewesen zu sein, immer nur seine eigenen Interessen zu sehen, sabortiert die Arbeit ggf. ("verbietet", das Auto zu nehmen, macht den Partner vor dem Chef schlecht etc.).

Der Narzisst ist erst Dein bester Freund - tut alles für Dich, opfert sich über Gebühr auf, gibt/ schenkt viel, evtl. auch große Summen Geld - und es geht ihm gut dabei, denn Du hast "Schulden" bei ihm. Dann kommt aber der Tag der Rückzahlung, an dem der Narzisst etwas von Dir will, das Du nicht zu geben bereit bist - Deine komplette Freizeit/ Freiheit etc. - und wenn Du versuchst, ihm das zu erklären, wird er Dir vorwerfen, was er alles für Dich geopfert hat. Von nun an, wenn Du nicht einlenkst, bist Du sein Feind. Das kann sich bis zum Hass steigern - er macht Dich bei allen Bekannten schlecht, erzählt Halbwahrheiten bis Lügen, schreit Dich aus volle Kehle an, macht evtl. Sachen von Dir kaputt, verhält sich irrational (verlangt z.B. Geld oder andere Geschenke zurück, die er Dir vor Jahren gegeben hat oder wenn ihr zusammen lebt, möchte er jetzt Kostgeld haben oder Fahrgeld etc.). Oft kommt man aus der Feindesrolle nicht mehr raus.

Typische Beispiele sind hier genannt, einige sind sehr extrem, andere eher verbreitet.

http://www.narzissmus.org/eigenschaften-narzisstischer-mutter.php

Ein schlimmer Punkt, der aus dem Link deutlich wird, ist die verzerrte Wahrnehmung der "Opfer": Ihnen wird eingeredet, dass sie Schuld sind und Fehler gemacht haben. Wenn sie das glauben, geraten sie im schlimmsten Falle in die Rolle, alles zu versuchen, damit der Narzisst zufrieden ist und geben so im Extremfall ihr eigenes Leben auf. Der Narzisst ist aber nie zufrieden, weil nie jemand 100%ig immer auf seine Vorstellungen und Gefühle wie gerade gewünscht eingehen kann und nur für ihn da ist.

Es kommt also trotz Aufopferung - jetzt seitens des "Opfers" - immer wieder zu den oben geschilderten Anklagen, "Rachesituationen", dem Zurückziehen, der Wut, den Forderungen, den Beschimpfungen und Verunglimpfungen.

Behandeln lässt sich das, wenn der Narzisst sich als solchen erkennt und bereit ist, an sich und besonders seiner Wahrnehmung von Situationen und anderen Menschen zu arbeiten - es wird aber für beides SEHR schwierig.

Insbesondere, weil der Narzisst neutrale Situationen und normale Selbstständigkeit anderer tatsächlich als extreme persönliche Verletzungen erlebt.

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Das was Du da beschreibst hat nichts mit Narzissmus zu tun. Narzismuss ist eine Ich-Bezogenheit bis hin zur Selbstverliebtheit.

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Kommentar von feminam
09.11.2015, 20:47

Dann informiere dich bzgl, der Thematik näher.

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