Frage von abcddcba123, 117

Ich versteh meine Eltern überhaupt nicht, was wollen sie von mir?

Hallo, ich habe vor über ein Monat mein Studium begonnen. Davor hatte ich 6 Monate frei. Es gab jedes Mal die selbe Diskussion. Ich bin die ganze Zeit zuhause und meine Eltern wollten mich überall mitnehmen. Park, Wald, Spazieren ... Mir ist das jedes Mal peinlich. Und ich bin 18 und würde lieber was mit Freunden unternehmen. Aber bei sowas schränken mich meine Eltern sehr ein. Jedes Mal wenn ich mich mit Freunden draußen treffe, kommt die selbe Diskussion. Du bist nie zuhause, du verbringst keine Zeit mit uns. Ich dachte ihr wollt, dass ich raus gehe. Jetzt da mein Studium begonnen hat, ich auch noch arbeite und nur Hinfahrt 1,5 Stunden brauche, bin ich so gut wie nie zuhause und dazu sagen sie auch nichts. Ich hatte heute endlich mal freie Zeit und die wollte ich mit Freunden verbringen. Meinte Mutter ließ es auch zu, aber als ich dann zuhause ankam, fing wieder die Diskussion an.

Und vor paar Monaten sagte meine Mutter auch noch, dass ich an der Uni Freunde finden soll, weil ich in der Schule wenig hatte. Ich versteh sie ernsthaft nicht. Sie hindert mich doch dran. Jedes Mal wenn ich mich mit Freuden treffe, bekomm ich ein schlechtes Gewissen. Ich muss auch noch immer Punkt 20 Uhr zuhause sein, da meine Eltern schon ab 22 Uhr schlafen. Dann gibt es auch noch die Sache, dass ich mein Handy im Wohnzimmer lassen muss. "Wegen Strahlung". Ich kann auch nicht richitg dikutieren, meine Eltern ignorieren mich für eine Woche, danach ist wieder alles in Ordnung.

Soll ich ausziehen? Ich hab das Geld und Uni ist 25km entfernt. Ich komm eigentlich gut alleine zurecht. Essen wird anfangs halt nur ein Problem. Ich wüsste aber auch nicht, wie ich das Thema zuhause beginnen soll. Ich möchte zunächst nach einer Wohung suchen, mieten und Bafög danach umstellen. Die Wohungen haben ja alles, also Möbel, etc. Ist das eine gute Idee. Normalerweise sollte ich erst ausziehen, wenn ich geheiratet habe (Türke). Wie soll ich denn aber mit so wenig Freizeit eine Freundin finden?

Und wenn ich zuhause bin und ich nicht fragen kann ob ich raus kann, weil es z.B. schon zu spät ist, beschwert sie sich, dass ich zu viel am Handy bin und die ganze Zeit Filme gucke. Was soll ich denn sonst machen?

Kann mir jemand sagen, was meine Eltern von mir wollen? Soll ich ausziehen? Wie könnte ich das Problem lösen?

Antwort
von Anger, 23

Hallo,

es klingt für mich zuerst mal etwas wirr..;-)

Du schriebst über deine Eltern, aber dabei handelt es sich doch um zwei. Die Frage ist doch, ob beide das gleiche quasi "geschlossen" von dir verlangen/wollen und/oder ob vielleicht in dem ein oder anderen von dir geschilderten Punkt Unstimmigkeiten zwischen beiden bestehen.  Vielleicht lieben sie dich auch zu sehr und können dich nicht loslassen, dies kann nach meiner Erfahrung für Mütter sehr schwer sein (da kann ich dir auch ein Lied von singen..).

Allerdings weiß ich auch nicht, ob dahinter auch ein Dogmatismus steht, der evtl. dem kulturellen Hintergrund zuzuschreiben ist... Zumindest hört es sich aber für mich so an, als hätten deine Eltern Angst um dich und als wollten sie dich von schlechten Einflüssen fern halten, was bei objektiver Betrachtung und egal aus welchem Motiv erst mal nichts schlechtes ist.. 

Mit dem Ausziehen, dass finde ich echt ne gute Sache, denn da kannst du dich besser selbst finden und machst losgelöst vom Elternhaus deine eigenen Erfahrungen. Wenn du dann nach langer Zeit wieder zu Hause sein wirst, spürst du auch viel mehr deine Entwicklung, die du durchgemacht hast und die Prägung, die du von deinem Elternhaus hast.

Meines Erachtens wäre es noch besser, wenn du weiter weg studieren würdest und es schaffen könntest weitestgehend alleine zu leben. Dies wird dir im Leben Kraft und Stärke geben, weil du weitestgehend lernen solltest für dich selbst verantwortlich zu sein. Freunde spielen zwar eine große Rolle und sind wichtig, es ist aber UNWICHTIG ob du viele hast. Es ist wichtig, dass du ein oder zwei gute Freunde hast und findest, die zu dir stehen und mit denen du auch über tiefgründige Dinge gut reden kannst.

Wenn du dich entschließen solltest ausziehen, dann solltest du versuchen, dass so zu machen, dass du mit so wenig Stress von deinen Eltern gehst wie möglich. Du kannst ihnen ja sagen, dass du ja nicht aus der welt bist und sie immer noch besuchen kommst etc. Vielleicht fällt dir dass dann auch leichter, wenn du mit ihnen mal für eine Weile auf Abstand bist...

Das Thema bei dir ist meines Erachtens GRENZEN SETZEN bzw. dich gegenüber deinen Eltern ABZUGRENZEN (vielleicht auch gegenüber anderen Menschen im Allgemeinen). Vielleicht solltest du versuchen, wirklich mit deinen Eltern zu reden und deine persönliche Autonomie einzufordern, dass ist erst mal schwer und wird sehr wahrscheinlich, bei dem was du geschrieben hast, nicht ohne Konflikte gehen, dass ist aber normal. Wenn deine Eltern dich daraufhin ignorieren, dann musst du vielleicht mal lauter werden. Allerdings kann es sein, dass du das eigtl. nicht willst, weil du die Erwartungen bzw unterschwelligen Forderungen deiner Eltern nicht Enttäuschen willst, was verständlich ist (Katjad71 hat glaube ich auch darauf hingewiesen). Zu Beginn kann es dann passieren, dass sie sauer werden und vielleicht meinen, dass du böse seist etc... Du kennst deine Eltern besser als ich, deshalb musst du selbst wissen, wie du sie da etwas fordern kannst und was du ihnen so auf Anhieb zumuten kannst. Gut ist es natürlich immer es auszudrücken und zu diskutieren. Wenn du aggressiv wirst, dann ist das vielleicht in deinem Abnabelungsprozess wichtig, denn diese Entwicklung geht nur so von statten (etwas altes muss kaputt gehen, damit neues entsteht). 

Wenn du nur 25 km weit weg ziehst ist das natürlich auch eine Frage des Geldes, du sagtest aber, dass das alles so gehen würde... Mit deiner Abgrenzung kannst du ja schon mal anfangen. Wie geschrieben, dabei WIRD es auch mal knallen, denn ganz harmonisch läuft das nicht ab!!! Sage deinen Eltern einfach, dass du sie lieb hast/magst, aber dein eigenes Leben leben willst, wenn du das so willst, dass du so nicht glücklich bist. Alles natürlich mit deinen eigenen Worten, wenn es denn so ist, dabei kennst du ja deine Bedürfnisse und Ziele besser als ich. Schau einfach was und wie du dir das Leben bzw DEIN LEBEN in den nächsten 3-5 Jahren (und natürlich auch länger) vorstellst... Wenn die jetzt wollen, dass du unbedingt heiratest, dass fände ich schlimm... Irgendwie lässt ein solch traditionelles Bild wenig Raum für Entwicklung zu und du und deine Eltern leben nun mal in einem westlichen Land, welches oftmals andere (das kann man positiv und negativ bewerten) Anforderungen an einem stellt, welche deine Eltern, falls sie denn besonders traditionell sein sollen, nicht unbedingt von dir fern halten können. Sie werten diese Dinge vielleicht negativ. 

Fühle jetzt einfach mal in dich rein und schaue was richtig für dich ist, denn ich erfasse die Situation ja auch nur aus der Ferne.., und schau was du wie umsetzen kannst... Dass geht nicht von heute auf morgen...

Schaue aber bei deinen neuen Freunden nach, dass du gerade als Türke, nicht mit den "isch '''' deine Mutta"-Typen oder irgendwelchen Islamisten abhängst... (gerade letztere können eine solche Situation sehr gut nutzen). Ich weiß eben nicht, wie dein Umfeld bzw. die Stadt ist, wo du studierst etc.

Viel Glück

Kommentar von Anger ,

Ach so, am Anfang schrieb ich ja, dass du "zwei" Elternteile hast. Damit wollte ich darauf hinweisen, dass beide unterschiedlich sind, sie sind ja auch Mann und Frau, und du, dementsprechend, ein etwas unterschiedliches Verhältnis zu beiden hast. Kurzum meine ich, dass du vielleicht mit deinem Vater alleine besser über das Thema sprechen kannst als mit deiner Mutter oder umgekehrt, es sei denn sie vertreten eine ganz übereinstimmende Meinung (ich meinte NICHT, dass du sie gegeneinander ausspielen sollst!!!)..

Generell sind es eben deine Eltern und eng mit deinem Schicksal verknüpft. Für mich hört es sich so an als seien diese sehr liebend und um dich besorgt (sie wollen dich von der Strahlung des Handys schützen und vielleicht auch etwas vor der Welt und ihren "Verführungen", den negativen Dingen bzw. Erlebnissen usw. von dir fern halten. Sie wollen wahrscheinlich, wie (fast) alle Eltern, dass du ein guter Mensch bist und ein gutes Leben führst.Dies hat eben einen bestimmten Rahmen. 

Du musst dich zwar ausprobieren, dabei kannst du ja, je nachdem, unter Beweis stellen, dass deine Sicht (gar nicht sooo weit) von der deiner Eltern abweicht.... Vielleicht bist du ja sehr reif und musst manche Dinge erst gar nicht ausprobieren...

Kommentar von Anger ,

Danke für den Daumen hoch! ;-)

Antwort
von Hoihoihe, 15

Deine Eltern scheinen Angst vorm Loslassen zu haben. Aber diese Zeit kommt eben in deinem Alter. Mit 18 Jahren um 20 Uhr Zuhause sein zu müssen ist schon etwas übertrieben. Ich habe selbst zwei Kinder, kann also grundsätzlich verstehen, dass es Eltern schwer fällt, die Kontrolle über dein Leben abzugeben. Du könntest dich hinsetzen mit ihnen, alle Argumente, die für einen Auszug sprechen, auf den Tisch legen und vorschlagen, dass du z.B. immer sonntags (oder an einem anderen festen Tag pro Woche) für gemeinsame Unternehmungen nach Hause kommst. An diesen Tagen nimmst du dir dann nur Zeit für euch als Familie. Lg

Antwort
von WelleErdball, 39

Ich kann deine Eltern schon verstehen. Ich würde das auch nicht haben wollen, dass ein junger Mensch ein halbes Jahr nur zuhause sitzt oder sich mit Freunden trifft. Ich weiß nicht was daran peinlich ist mit den Eltern spazieren zu gehen und ein normales Familienleben aufrecht erhalten. Du bist ja auch Teil der Familie und nicht nur Gast. Gerade in dem Kulturkreis hat Familie nochmal einen ganz anderen Stellenwert. Immer nur zu sagen "du bist 18 du kannst tun was du willst", so funktioniert kein Zusammenleben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Eltern wollen das du gut durch die Uni kommst, dort Anschluss findest aber dich auch zuhause mehr einbringst. Wenn sie mit dir mal in den Park gehen wollen, dann wird das wohl nicht so schlimm sein. Wenn du das grundsätzlich anders siehst dann ist es sicher besser auszuziehen.


Kommentar von WelleErdball ,

Hab ich mir durchgelesen ändert aber dennoch nichts an meiner Antwort. Wie schon gesagt: Ich finde nicht, dass das derart schlimm ist und wenn DU es als schlimm empfindest, zieh aus. Ich hatte mit 18 auch keine Narrenfreiheiten und finde es auch nicht gut aber da muss halt jeder für sich selbst einen Weg finden.

Antwort
von Lichtpflicht, 54

Das Problem kannst du wohl wirklich nur durch ausziehen lösen. Oder wenn du beginnst, dir von deinen Eltern nicht mehr dein Leben vorschreiben zu lassen. Du bist 18 und kannst das Haus zu jeder Uhrzeit und zu jeder Unternehmung verlassen, wie es dir allein gefällt.

Antwort
von lifefree, 24

Es wäre m.E.sicher besser für Dich auszuziehen und am Studienort zu wohnen.Wenn Du Dir das zutraust, mach es jetzt. Es ist ein natürlicher Abnabelungsprozess, der ab einem bestimmten Alter Ingang kommen will.Dort am Studienort kannst Du dann leben wie Du möchtest, Freunde kennenlernen und treffen.Deine Eltern kannst Du jederzeit besuchen.Mir selber ist es so gegangen und es war extrem gut für mich , das ich mich am Studienort wohnend entfalten und abnabeln , ein neues Leben in einer neuen Umgebung mit neuen Menschen beginnen konnte.

Antwort
von PillePallePaule, 36

Also du könntest ausziehen und wenn nicht du bist 18 du entscheidest jetzt da wird sich deine Mutter wohl oder übel dran gewöhnen müssen.
Und hey wo dein Handy liegt und wann du schlafen gehst entscheidest echt nur du...

Antwort
von Katjad71, 35

Inwiefern sind denn deine Eltern für vernünftige Argumente offen? Ich würde sie mal fragen, was genau sie sich von dir wünschen, denn wenn sie möchten, dass du Anschluss in der Uni findest musst du ja auch Zeit mit den Leuten verbringen dürfen und zu meiner Studienzeit war es zumindest so, dass die Partys und Treffen ungefähr zu der Uhrzeit angefangen haben, zu der du zuhause sein sollst.... Ich denke, das wird sich nicht wesentlich geändert haben. Ich glaube auch nicht, dass das Thema essen für dich das größte Problem ist, sondern eher der Wunsch, dich einerseits abzugrenzen und sie andererseits nicht zu verletzen. Vielleicht könntet ihr ja mal alle eure Wünsche und Vorstellungen auf den Tisch packen und aushandeln, wie die sich vereinbaren lassen... So machen wir es mit unserer Tochter... Kompromisse finden: das wünsche ich mir und dafür kann ich dir in dem Punkt entgegenkommen. Bei uns funktioniert das gut und jeder fühlt sich ernst genommen und nicht bevormundet weil es ja gemeinsam ausgehandelt wurde 

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