Frage von Salomchen, 124

Ich traue mich nicht mehr auszureiten?

Wie aus der Frage entnommen, habe ich Angst ins Gelände zu gehen.

Es ist jetzt ca. ein Jahr her, dass ich ausreiten war. Das letzte mal endete damit, dass ich einen Reitunfall hatte. Ich konnte 3 Monte lang nicht reiten. Mein Bein musst geschient werden und ich musste auf Gehhilfen laufen. Danach wusste ich mich erstmal wieder langsam ans reiten gewöhnen, es ward Winter wo es sowieso mit ausreiten schlecht steht und zwischen Zeitlich war mein Pferd krank.

Seither habe ich mich nicht mehr ins Gelände getraut. Ich reite und gehe Turniere wie gewohnt und habe da überhaupt keine Bedenken, auch nicht dass ich mal vom Pferd fallen könnte. In der Halle oder auf Turnieren kann er ja nicht weg, aber wenn ich im Gelände bin und da was passiert kann er mir dann auf die Straße rennen.

Meine Mutter war jetzt immer mit ihm ausreiten und sie hat mir immer wieder versichert, dass er kontrollierbar ist. Nur überträgt sich meine Angst auf das Pferd und dann wird er guckig, ist am schnorcheln und angespannt und wenn er dann erschrickt kann ich ihn nicht mehr halten.

Ich würde schon ganz gerne den Sommer noch ausnutzen und wieder gehen. Aber ich habe viel zu viel Angst, dass wieder was passiert. Und ich weiß nicht wieso. Ich bin auf Turnieren (springen) schon öfters vom. pferd gefallen und habe mir nie was daraus gemacht .

Antwort
von Hjalti, 34

Da kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen: erst mal mit Spazierengehen anfangen, kleine Schrittrunden nach dem Training, nicht alleine raus sondern in ruhiger, gelassener Begleitung. Evtl. kann deine Mutter auf einem anderen Pferd mitkommen? Da sie dein Pferd auch kennt, kann sie dir sicher den ein oder anderen Tip geben, wenn ihr in Situationen kommt, wo du denkst, jetzt geht er gleich ab. Setz dich (u. dein Pferd) nicht unter Druck. Lasst euch Zeit, geht es langsam an. Wenn du dich unsicher fühlst, runter vom Pferd, ein paar Meter gehen (hilft auch dir, die Spannung abzubauen). Noch sind ja ein paar Tage “Sommer“ (soweit man es so nennen kann)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 30

Lass es langsam angehen - mach immer nur so viel, wie du ohne Angst machen kannst. Und wenn du zu Beginn nur 100m den Wege vor dem Stall rauf und runter reitest.

Und möglichst nicht allein.

Irgendwann willst du weiter, und dann wieder weiter, und irgendwann noch ein Stück weiter...

Dann kommt wohl irgendwann die Zeit , wo du nicht mehr an den Unfall denkest, oder die vielem kleinen Guten Erfahrungen einfach " mehr wiegen" 😊

Falls du nicht ungern liest, besorg Dir das Buch von Marlie. ("Pferde- wie von Zauberhand bewegt") Der hat sein Leben ziemlich damit verbracht, zu lernen, sich selbst, den Pférden und anderen Menschen Mut zu machen...

Antwort
von Vanilleschnee, 52

Mir ging es vor einigen Monaten ähnlich. Nach einem relativ schweren Sturz war Ausreiten für mich erstmal undenkbar, ich habe mich dann ganz langsam wieder rangetastet, bin viel Spazieren gegangen, habe einfach mal geschaut, wie das Pferd auf welche Situation reagiert. Als das alles dann problemlos geklappt hat, bin ich, erstmal für nur ganz kleine Runden, wieder aufgestiegen. Die ersten Male lief immer noch jemand neben her, um mir Sicherheit zu geben. Das habe ich dann immer gesteigert und mittlerweile ist Ausreiten absolut kein Problem mehr. Es dauert eben seine Zeit und man darf nichts überstürzen.

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 53

So ein Unfall steckt einem in den Knochen- speziell, wenn man nicht unbeschadet daraus hervorgegangen ist. Ich hab selber mal wie eine Fahne an einem durchgehenden Pferd gehangen, als mein Fuß nicht aus dem Steigbügel rutschte und das Pferd ins Kornfeld preschte. Grässlich - vor allem, am nächsten Tag als mein Fuß furchtbar weh tat und ich noch monatelang "Spaß" mit ihm hatte.

Hast Du die Möglichkeit mit einem anderen Pferd auszureiten? 

Eigentlich gibt es doch an jedem Stall mindestens ein Pferd, welches derart verlässlich, totenbrav und absolut lieb ist, dass man schon fast ein Baby damit alleine ins Gelände schicken könnte. Wenn Du so eine Möglichkeit hast - nutz sie. Nimm dieses Pferd, um Dich damit zu therapieren.

Es ist wichtig, dass Dein Kopf begreift, dass man im Gelände auch entspannen kann, denn dafür ist das Ausreiten ja eigentlich da - als Ausgleich.

Und erst wenn Du auf dem totenbraven Superlieb-Pferd absolut entspannt durchs Gelände gehst, kannst Du anfangen, Dich wieder dem Pferd zu widmen, zu dem Du das Vertrauen im Gelände verloren hast.

Fang mit kleinen Schritten an. Erst mal nur den Weg vom Stall ein Stück runter und wieder zurück. Und das so lange, bis Du dieses Stück genau so entspannt meisterst, wie den Ausritt mit dem anderen Pferd. Und wenn es Anfangs nur 50 Meter sind - egal! Irgendwann begreift Dein Kopf, dass auf den 50 Metern nichts passiert ist und Du sogar schon fast lässig auf ihnen bist. Dann steigere das - aber langsam und nimm Dir nicht zu viel vor. Lass Dich nicht drängen - von Dir nicht und von anderen auch nicht.

Prima, dass Deine Mutter das Pferd im Gelände gut gehandelt bekommt. Dann kommt es ja raus und sieht mal was anderes. Dann musst Du Dir keinen Druck machen und kannst Dir Zeit lassen.

Wichtig - geh nicht alleine raus. Lass Dich von einem Reiter auf einem Verlasspferd begleiten - auch das lässt einen entspannter sein. Gib Dir selber alle Zeit der Welt - so ein Kopfding nach einem traumatischen Erlebnis lässt sich nicht rational wegklicken, sondern wirkt leider oftmals nach. Ich drück Dir die Daumen!

Kommentar von Salomchen ,

Es gibt bei uns Schulpferde, da geht aber auch nur eins öfters mal ins Gelände.

Kommentar von Sallyvita ,

Schade, das wäre ein gutes Therapie-Dings gewesen. Dann versuche es doch wirklich mal Schrittweise. Das hat bei mir geholfen. Ich bin auch nach meinem Crash vom Pferd mindestens 4,5 Monate mit diesem Pferd nicht mehr ausgeritten. Zu tief saß der Schreck und die Erinnerung an die nachfolgenden Schmerzen und Einschränkungen, die man ja echt nicht gebrauchen kann. Allerdings hab ich das Glück gehabt, ein wahnsinnig liebes Pferd zum Ausreiten zu haben, mit dem ich recht bald, nachdem ich wieder reiten konnte, ruhige Runden durch den Wald gemacht habe. Mit dem Crash-Pferd hab ich es dann mit der Schrittweise-Methode gemacht. Immer ein bisschen mehr und irgendwann war es dann auch wieder gut. 

Antwort
von Bieninchen12, 25

Hey du! 

Hmm..mach dir klar, dass die Angst nur in deinem Kopf besteht. Dass nichts passieren kann. Lass dich doch mal von jemandem Vertrauten führen? Fang erst klein an. Also 10 Minuten, wenn du dir dich wirklich nicht imdimdtandehlst, weiterzumachen, beende es eher. Aber mach lange du kannst. Bereite dich auch vor jedem ausritt mental darauf vor. Heißt du denkst oder sprichst dir immer wieder "Ich gehe jetzt auf einen Ausritt mit (dein Pferd). Mir wird nichts passieren. Ich werde das schaffen." 

Du musst es so sagen, dass du dir selber glaubst! Denn nur dann vertraust du deinem Können. 

Nimm immer kleine Schritte. An einem Tag 10 Minuten, am nächsten 20 und so weiter. Ziel ist, dass du deine Angst dabei verlierst. Ganz wichtig: wenn die Angst zu groß ist, dreh sofort wieder um!! Es bringt dir und deinem Pferd nichts, wenn du deine Angst nicht besiegst. Möglicherweise machst du alles sonst noch schlimmer. 

Vertrau in dich und dein Pferd. Du wirst das schaffen!

Antwort
von katjesr5, 49

Hallo

ja so ein Unfall kann schon ganz gut Spuren hinterlassen und auch ein Trauma auslösen. Vielleicht helfen dir folgende Tipps:

- mit einer ganz kleinen Runde starten: zB nach dem Reiten im Schritt am langen Zügel über den Hof oder vorm Hof die Straße hoch und runter (kommt halt drauf an wie euer Hof liegt und was da so an kleinen Strecken möglich ist)


- am besten immer mit einem 2. Reiter/Pferd die absolut verlässlich sind. Mich beruhigt bzw. lenkt es immer super ab wenn ich mit einer anderen Person quatschen kann. Dieses Ablenkt-sein sorgt dafür dass ich ruhig bleibe, was sich wiederrum aufs Pferd auswirkt und dieses auch ruhig bleibt

- spazierengehen statt reiten

- Bodenarbeit. Wird gerne als Allheilmittel aufgezählt, aber je besser das (Vertrauens-) Verhältnis zwischen euch ist desto besser meistert ihr auch schwierige Situationen. Gerade wenn er mal guckig ist, kann man gezielt Übungen machen die die Gelassenheit fördern.

- Zeit lassen, aber auch mal mutig sein. Soll heißen, mach dir selber keinen Druck wann es das erste Mal wieder so weit ist, aber habe den Mut dich zu Überwinden. Manchen hilft es eher sich spontan zu Überwinden, anderen fällt es leichter gedanktlich einen festen Tag auszumachen wo es soweit ist


Kommentar von Salomchen ,

Naja, der Hof liegt direkt an einer viel befahrener Straße und die erweckt halt meine größte Sorge, dass er mir da drauf rennt, ich komme also nicht wirklich vom vom Hof runter.

Antwort
von EamyXXO, 4

Gehe erstmal mit deiner Mutter im schritt aus reiten.wenn das gut klappt du du nicht mehr große angst hast dann kannst du auch trab und galopp probieren.

Wenn du dann findest das du keine angst mehr hast dann geh alleine ausreiten.Du musst das so lange machen bis du keine angst mehr hast.

Antwort
von RainbowHorse, 16

geh doch erstmal ausreiten im schritt und evt. trab und deine mutter oder eine freundin führt dich

LG RainbowHorse

😄hoffe ich konnte dir helfen 😊❤

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