Ich suche eine Dokumentation, ein Video über "disruptive" Entwicklungen in der Vergangenheit. Kann mir dabei jemand etwas empfehlen?

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2 Antworten

 „Virtualität und neue Wissensstrukturen“ (Begriffen, Themen, Ausstellung etc.) siehe im WWW unter: http://www.inst.at/vunw/index.htm
Adresse (URL): http://www.inst.at/vunw/text.htm 2006-11-08

Textauschnitt:

Fragestellungen

Ausgangspunkt für die Überlegungen zum Projekt „Virtualität und neue Wissensstrukturen“ waren Fragestellungen nach den wesentlichsten Faktoren für gesellschaftliche Veränderungen in der Gegenwart und deren Nutzung für die Entwicklung der Centrope-Region.

In diesem Zusammenhang wurde von folgender Arbeitshypothese ausgegangen: Am Beginn des 20. Jahrhunderts dominierte noch die Landwirtschaft. Vor allem Mitte des 20. Jahrhunderts war die Industrie bedeutsam. Ende des 20. Jahrhunderts begannen sich die Wissensgesellschaften in einer Zeit zu entwickeln, da der Bergbau stagnierte, die Industrie auch bei hohen Zuschüssen nicht in der Lage war, Massenarbeitslosigkeit zu beseitigen (ganz zu schweigen von der Landwirtschaft).

Mit Landwirtschaft und Industrie können die Grundbedürfnisse abgedeckt werden, wobei heute nicht die Produktionskapazitäten, sondern die Art der Produktion (Nachhaltigkeit, Ökologie) sowie die Verteilungen das Problem darstellen und die Forschungsförderung Ressourcen vor allem für die bloße Technologie-Entwicklung zur Verfügung stellt. Die Probleme der Produktionsmöglichkeiten bzw. der Verteilung prolongieren sich damit auch in den Beginn der Wissensgesellschaften, wobei der (funktionale) Analphabetismus bzw. seine gesellschaftlichen Ursachen die Kernprobleme darstellen.

Die öffentlich wahrgenommenen Rahmenbedingungen für die Entwicklung einer Wissensgesellschaft waren für Centrope die Öffnung der Grenzen, neue Finanzmärkte, eine neue Mobilität (wobei vor allem die Flughäfen ins Zentrum rückten), neue Kommunikationsstrukturen (Internet, Mobiltelephone) und vor allem auch das Projekt Europäische Union. Zu den zentralen Strategien der Entwicklung der Region zählen aber nach wie vor die Konzentration auf Landwirtschaft und Industrie - selbst in einer Stadt wie Wien, in der Wissenschaft eine große Rolle spielt. 

Zugleich wird aber auch in einer Region wie Győr, für die die Autoindustrie eine zentrale Rolle spielt, nun die Bedeutung der Wissensproduktion als wesentlicher Faktor der weiteren Entwicklung der Region betont.

Und dennoch gibt es auch in Centrope längst grundlegende Veränderungen, obwohl sich die Rahmenbedingungen zum Teil verschlechtert haben. Ein Ausdruck davon sind öffentliche Strategieplanungen, wie sie in unterschiedlicher Weise und mit unterschiedlichen Traditionen in Wien (Stadtentwicklungsplan), Niederösterreich (Strategieplanung) und Győr (Regionsplanung) durchgeführt werden.

Die Ergebnisse bzw. Vorschläge dieses Projektes zielen darauf, die reale Bedeutung der Virtualität besser wahrnehmbar zu machen und mit (Vorschlägen zu) beispielhaften, neuen Wissensstrukturen zu einer Entwicklung der Region beizutragen.

2. Erscheinungen der Wissensgesellschaft
Schon immer in der Menschheitsgeschichte hat Wissen eine bedeutende Rolle gespielt. Im Zusammenhang mit den Wissensgesellschaften aber ist dies in neuer Weise der Fall. Das fällt zunächst an der Art der Vermarktung auf, in dem versucht wird, vom Wissen zur Medikamentenproduktion bis zu literarischen Werken alles verkaufbar zu machen (womit die sozialen Spannungen und Ungerechtigkeiten nur auf ein anderes Feld übertragen werden). Tatsächlich ergeben sich aber im Rahmen von Wissensgesellschaften völlig neue Qualitäten in Lebensformen, Produktionen, Gestaltungen des Lebensraumes etc., die unter anderem folgendermaßen wahrnehmbar werden:

2.1. Die Veränderung des Essens
Die bisherigen Veränderungen des Essens wurden bewirkt durch neue Lebensmittel (Revolutionen der Ernährung durch Kartoffeln, Mais etc.), durch neue Gewürze (z.B. Pfeffer), durch neue Zubereitungsformen (Elektroherd, Fertigmahlzeiten, Mikrowelle), durch das Kennenlernen neuer Küchen durch Reisen (z.B. Spaghetti, Pizza in Mitteleuropa). Das spielt zum Teil heute noch eine Rolle und hat wesentlich mit der Ausprägung des Angebotes auch durch Handelsketten zu tun. Aber die entscheidenden Einschnitte heute erfolgen durch die Erkenntnisse aus der Medizin. Diese Erkenntnisse sind im Regelfall von transnationaler Bedeutung und tragen zur Transformation der regionalen Küchen - auch in Centrope - wesentlich bei.

2.2. Die Umgestaltung der Städte

Öffentlich wahrnehmbar wird die Bedeutung des Wissens auch in der Transformation zum Beispiel von Industriestädten. Drei Beispiele dazu sind Linz (Österreich), Essen (Deutschland) und Longyearbyn (Norwegen, Arktis). In allen drei Fällen wurden Städte, die durch Industrie bzw. Bergbau geprägt waren zu Städten transformiert, in denen Wissen eine entscheidende Rolle spielt - nicht nur in Form von Museen, Festivals etc., sondern auch durch die architektonische Gestaltung, die Farbwahl und vieles andere. Das gilt auch für Centrope, wobei aber in Städten wie Gyõr und Wien die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen eine größere Rolle spielt. So ist in diesem Zusammenhang in Wien zum Beispiel auf die Transformation der Gasometer zu verweisen, die von Industriebauten zu einem Wohn-, Einkaufs-, und Veranstaltungszentrum mit Restaurants, Bibliothek/Archiv etc umgestaltet wurden.

Der Artikel gibt ein paar Anregungen auch wenn es nicht wirklich dein Thema ist, das hier behandelt wird.

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