Frage von Mishie, 124

Ich sollte in die Psychiatrie, Freund will das aber nicht. Was nun?

Hi Leute!

Ich leide schon seit mehreren Jahren an Depressionen, hatte immer wieder Hoch- und Tiefpunkte. Therapien hatte ich auch schon mehrere, habe sie aber immer wieder abgebrochen, da ich in meinen Hochphasen geglaubt habe mir würde es wieder so gut gehen dass ich keine mehr brauchen würde.

Nun geht es mir aber seit einiger Zeit wieder schlechter und meine Mutter und mein Freund (sind jetzt ca. 1 Jahr zusammen) meinten, ich sollte vielleicht meine Antidepressiva wieder nehmen. Dies geht bekannterweise ja nicht ohne Therapie, deswegen habe ich gestern meinem Freund gesagt, wenn ich eine Therapie machen soll, dann nur in der Psychiatrie damit ich nicht wieder von ihr weglaufen kann!

Jedoch hat er anders reagiert als ich mir erhofft hatte... Er ist völlig ausgeflippt und meinte ich würde indirekt mit ihr Schluss machen. Er sagte, wenn ich das will (die Therapie in der Psychiatrie) dann wolle er eine Pause (ist doch wie Schluss machen?) in dieser Zeit, da er mich nicht dort unten besuchen könne weil er glaubt, dass die Psychiatrie mich irgendwie verändern und die Beziehung zerstören würde.

Nun habe ich ihm gesagt dass ich doch nicht mit meiner Psychiaterin reden würde wegen einer Überweisung, da ich ohne seine Unterstützung das nicht schaffen würde und die Beziehung nicht aufs Spiel setzen will. Jedoch habe ich mir überlegt ob ich nicht doch vielleicht mit meiner Psychiaterin reden solle und meinen Freund da vielleicht mitnehme, da er anscheinend komplett andere Vorstellungen einer Psychiatrie hat als es wirklich ist.

Meint ihr das ist eine gute Idee? Ich weiß einfach nicht was ich tun soll, die Psychiatrie wäre noch meine einzige Möglichkeit...

Liebe Grüße, Mishie

Antwort
von Allyluna, 75

Also prinzipiell finde ich die Idee gut, Deinen Freund da mehr einzubinden. Er scheint sich ja (wie wohl die meisten Menschen) von dieser Krankheit eben einfach kein Bild machen zu können.

ANDERERSEITS solltest Du Dir vielleicht tatsächlich überlegen, ob Du nicht ohne ihn besser dran wärst. Ich meine, er hat tatsächlich Angst, dass die Therapie Eure Beziehung zerstört? Dann scheint er ja nicht wirklich Vertrauen in deren Festigkeit zu haben. Er muss doch (besser: sollte) dabei ja wohl in erster Linie an Dich denken, was für Dich am besten wäre, damit DU wieder gesund wirst. Stattdessen flippt er aus, will Dich daran hindern, eine für Dich notwendige Therapie zu machen und versucht Dich dann auch noch zu erpressen, indem er eine Pause verlangt.

Ich hoffe, das war nur seine erste Reaktion und er kommt mit ein bisschen Nachdenken und Sackenlassen noch auf eine vernünftige Antwort (ein Teil davon könnte der gemeinsame Besuch mit Dir bei der Psychiaterin sein). Falls er seine Meinung aber nicht ändert, solltest Du keinesfalls dieser "Beziehung" zuliebe auf einen Therapieplatz verzichten. Denn welche "Stütze" er Dir im weiteren Leben wäre, hätte er dann ja nun schon zu Genüge bewiesen.

Alles Gute für Dich!

Antwort
von Ostsee1982, 87

Ich finde die Reaktion von deinem Freund völlig deplaziert. In dem Fall geht es um dich und um deine Gesundheit und nicht um ihn. Wenn da seine Interessen wichtiger sind als deine kannst du auf ihn auch gut verzichten. Ich glaube aber auch, dass du für diese Denkweise noch unter anderem zu jung bist. Du schreibst, dass du ohne seine Unterstützung nicht zurecht kommst, was für eine Art von Unterstützung bietet er dir denn? Das er dich von nützlichen Therapien fern hält? Das ist ein Schaden, kein Nutzen. Diese Therapie machst du nicht für deinen Freund sondern für dich und so  Wenn du deine Gesundheit hinter deinem Freund anstellst nur damit es ihm gut geht dann hast du auch von den verangegangenen Psychotherapien noch nicht viel mitgenommen und achtest auch nicht auf dich und solange du das nichts machst kann sich auch keine Besserung einstellen. Somit drehst du dich nur im Kreis und kommst keinen Meter voran.


Antwort
von Sunshinex333, 124

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, geh in die Klinik. Es ist eine schwere Übrwindung den freund zurück zu lassen, wenn er dich aber wirklich liebt und will das es dir besser geht, lässt er dich ohne wenn und aber gehen, bevor das alles noch viel viel schlimmer wird.
Sage ihm, das du enttäuscht von ihm und seiner Entscheidung ist die Pause zu machen, das du ihn auch nicht verlieren willst aber du musst in diesem Moment mehr an dich selbst denken als an andere. Und wenn du dich wärend dieser zeit veränderst, dann ist das eben so. und wenn die beziehung damit kaputt geht it das eben auch so, dann kannst du das alles als neuanfang nehmen, denn ich kann dir zu 99% versprechen das, wenn du diese bahndlung wirklich willt, du als anderer Mensch wieder Heim kommst, nicht mit einem völlig anderen Charakter, aber mit einer völlig anderen einstellung zum Leben.
Ich wünsche dir egal wie du dich entscheidest, viel glück und erfolg auf deinem weg.

Antwort
von Windlicht2015, 57

Es geht um deine Gesundheit! Da sollte dein Freund zu dir stehen und dir Mut machen, statt dich davon abzuhalten! Manche haben eben nur die eine Vorstellung von der Psychiatrie- dass da lauter Verrückte sind! Nimm ihn zum Gespräch mit, dann wird es ihm hoffentlich klar, dass dir nur so geholfen werden kann und wird dich hoffentlich unterstützen! Wenn nicht, so leid es mir auch tut, ist er nicht der Richtige an deiner Seite! Alles Gute!

Antwort
von putzfee1, 63

 Jedoch habe ich mir überlegt ob ich nicht doch vielleicht mit meiner Psychiaterin reden solle und meinen Freund da vielleicht mitnehme, da er anscheinend komplett andere Vorstellungen einer Psychiatrie hat als es wirklich ist.

Das wird auf jeden Fall sinnvoll sein. Vielleicht sieht er dann ja ein, dass die Psychiatrie momentan die beste Lösung für dich ist. Ich sehe das genau so wie du, in der Psychiatrie kannst du nicht vor der Therapie davon laufen. Und dort wirst du auch erst mal zur Ruhe kommen und kannst dich voll auf die Therapie konzentrieren.

Antwort
von CorneliaVenezia, 71

Sprich nochmal mit ihm und sag ihm, wie du dich fühlst! Lass auch deine Familie daran teilhaben. Seine Angst dich zuverlieren, ist doch meist unbegründet. Vielleicht kann er dich zu deiner Therapeutin mal begleiten, dass kann schon helfen!

Es kann auch sein, dass er dann an Ansehen in seinem Umfeld verliert (vielleicht ist das seine eigentlich Angst)! Leider haben heute nur wenige Menschen Verständnis für deine Sorgen, deshalb frag ihn mal danach!

Antwort
von lupoklick, 32

Es ist an der Zeit, Deinem sogenannten "Freund" endlich den Laufpaß zu geben.... Es ist DEIN Leben, solange Deine Sinne funktionieren.

Du bist niemandes willfähriger Sklave!

Antwort
von Kunsttier, 50

Dein Freund ist mit der Situation und deinem Zustand einfach überfordert. Er sorgt sich wahnsinnig und will natürlich, dass es dir irgendwann gut geht. Aber dieser ganze Prozess geht ihm sehr nahe. Es ist nicht leicht zu verkraften, dass die eigene Freundin in die Psychiatrie muss. Für ihn bedeutet das bitterer Ernst und er erkennt, dass dein Zustand nicht einfach mit ein paar Tabletten zu beseitigen ist. Er macht sich einfach Sorgen um dich und hat Angst, dass er dich womöglich nie wieder sieht oder dass du komplett wesensverändert sein wirst. Für ihn ist das Wort "Psychiatrie" ein ernsthaftes Warnzeichen. Er weiß nicht, wie er damit umgehen soll und reagiert entsprechend unpassend, weil er einfach nicht mehr weiter weiß. 

Du hast vermutlich schon ganz richtig erkannt, dass er wahrscheinlich nicht genau weiß, was in einer Psychiatrie wirklich passiert. Wahrscheinlich denkt er sich, dass du geradezu ins Irrenhaus gesteckt wirst und eingesperrt in einem Käfig mit Medikamenten ruhiggestellt wirst. Das ist natürlich Quatsch! Du musst ihm erklären, dass du dich lediglich für einen gewissen Zeitraum in dauerhafte Obhut von Ärzten und Therapeuten begibst, die zur besseren Betreuung vor Ort sind. Das bedeutet nicht, dass du keinen Zutritt oder Kontakt zur Außenwelt mehr haben darfst. Dein Freund sollte also keine Angst haben, dich zu verlieren. Besprich die Sache zusammen mit ihm und der Therapeutin. Zeige außerdem Verständnis für seine Sorgen, denn diese sind natürlich selbstverständlich. Aber er sollte ebenfalls zu dir halten. Ihr schafft das schon!

Antwort
von voayager, 46

Mmh, du könntest mal deinem Freund die Homepage der Psychiatrie zeigen, sowie mit ihm diese mal anschauen, ggf. dort mit Patienten Gespräche führen.

Antwort
von hoss68, 48

Warum denkt er dass die Psychiatrie euch auseinander bringen kann? Habt ihr irgendwelche Erfahrung?

Kommentar von Mishie ,

Naja, meine Depressionen waren schon häufiger der Grund unserer Streitereien. Vor allem denkt er, da er dieses Jahr seine Matura (Abi) macht, dass er wegen mir dann keinen Kopf und Nerven zum lernen hat. Irgendwie kann ich ihn ja verstehen, aber irgendwie auch nicht..

Antwort
von Gronkor, 59

Vielleicht macht Ihr mal ein Gespräch mit Deinem Freund und der Psychiaterin. Da könnte man seine Bedenken vielleicht klären.

Ich verstehe jetzt nicht, was eigentlich genau sein Problem mit der Psychiatrie ist - aber man sollte schon versuchen, das mit ihm zu klären. Das geht glaube ich am besten in einem Dreiergespräch.

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