Frage von JanBobolowski, 68

Ich soll die These "Ob Rassismus und Diskriminierung (nicht) natürlich sind" begründen... Könnt ihr mir helfen?

Zum Thema Ethik

Antwort
von berkersheim, 33

Diskriminierung kommt von lat. discriminare „trennen, unterscheiden, eine Unterscheidung treffen" und es ist schon bezeichnend, dass das heute ausschließlich negativ gesehen wird. Liest man die Bibel, z.B. die Joseph-Geschichte in Ägypten, beschäftigt sich mit dem Recht in der Polis in Griechenland oder damit, was es bedeutete, "römischer Bürger" zu sein (siehe auch Apostelgeschichte - Paulus als römischer Bürger) so war es früher bis in die 70er Jahre normal, dass man in "DIE ANDEREN" und "WIR" unterschieden hat. Das ist in den meisten Ländern heute noch so und Deutschland ist da eigentlich eine Ausnahme. Unterscheidung ist ein wichtiges Element der Identität und muss als Differenz nicht abwertend gebraucht sein. Kann die Tatsache, dass es in Deutschland ausschließlich abwertend gebraucht wird, damit zusammenhängen, dass es inzwischen zum "guten Ton" gehört, den Deutschen ihre Identität abspenstig zu machen. In welchem Land sonst wird das Recht auf eine Nationalhymne in Zweifel gezogen? In welchem Land wird eine positive Eigenidentität immer gleich mit den Totsünden der Vergangenheit herabgezogen bis in die Diskrimierung! von Sprache? In welchem Land wird so sehr ein wenig Stolz auf eigene Leistung mit Selbstkasteiung beantwortet?

Rassismus ist nicht natürlich, da in der früheren kleinen Welt der Erfahrungshorizont viel zu klein war, um eine Theorie von Rassen entstehen zu lassen. Noch in meiner Jugend (50er Jahre) sprach man von einer MISCHEHE nicht wenn Schwarz und Weiß geheiratet haben sondern evangelisch und katholisch. Der Antisemitismus eines Luther ist total fehlgedeutet, wenn man ihn als Rassismus auffasst. Der abzuwehrende Andere ist hier der Andersgläubige, der Ketzer, der Abtrünnige, der Heide. Wurden bei den Griechen noch alle Nicht-Griechen als Barbaren eingestuft (was durchaus nicht immer eine Abwertung war), so war das in Zeiten des Christentums der HEIDE, der Nicht-Christ. Heide war der von der Erlösung ausgeschlossene! Juden wurden nicht unter Heiden gerechnet, sie hatten den Status der auf eine falsche Erlösung wartenden. Nur wenigen, wie z.B. Nikolaus von Kues ist überhaupt aufgefallen, dass Moslems keine Heiden sind sondern eine Sonderform der monotheistischen Religion.

Indianer und Schwarzafrikaner wurden in der verdecken Absicht der Ausbeutung erst als Heiden und Minder-Menschen eingestuft, um das eigene unchristliche Verhalten der Sklavenhaltung zu kaschieren. Daraus hat sich dann eine Form des Rassismus entwickelt. Der Rassismus des Nationalsozialismus hat erst gegenüber Juden Klisches des Andersseins und des Feindlichseins (die Gebildeten, die über Geldverleihung ausbeutenden) bedient, die sich seit dem Mittelalter über das spezielle Gesellschaftsmodell des Mittelalters herausgebildet haben. Im Wahn, als germanische Herrenrasse die Eroberungs- und Großmachtgelüste zu begründen, wurden dann Niederrassen wie die Slaven entdeckt, um in der Ausbreitung nach Osten neue Herren-Sklaven-Verhältnisse zu begründen. Rassismus ist eine sehr primitive Form der Abwertung in Absicht der Unterdrückung. Interessant, dass dieser Begriff jetzt als politische Keule verwandt wird, um alle "Nicht-Linken" und "Nicht-Gutmenschen" in einen Sack zu stecken und sie klein zu halten und die eigene Interpretationsdominanz zu behaupten. Wie Christen und Heiden gibt es jetzt Helldeutsche und Dunkeldeutsche, Linke und Rechte: Der kriegerische Dualismus nimmt kein Ende!

Antwort
von Thybii, 32

Also zum einen denke ich, dass es natürlich ist, weil der Mensch seine Heimat verteidigen möchte. Gerade jetzt, wo sehr viele Flüchtlinge in Deutschland ankommen und ein neues Leben beginnen möchten, kann es schnell zu Auseinandersetzungen kommen. Dies liegt meist an den unterschiedlichen Kulturen, die aufeinandertreffen. Große Unterschiede sind beispielsweise in der Religion vorzufinden. Während der Großteil Deutschlands christlich ist, so gehören viele Flüchtlinge dem Islam an.

Allerdings kann man auch mit der Verteidigung des Landes zu weit gehen. Da Menschen ein gewisses Selbstwertgefühl im Laufe ihres Lebens entwickeln, sollte man auch verstehen, dass jeder Andere das Selbe tut. Diskriminierung und Rassismus sind sehr abwertend der betroffenen Person gegenüber. Selbst wenn man die Kultur des Anderen als fremd empfindet, kann und sollte man damit zurechtkommen, um Konflikte zu vermeiden.

Hoffe ich konnte helfen :)

Kommentar von JanBobolowski ,

Dankeschön, sehr nett von dir :)

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