Frage von Acissej1999, 102

Ich sehe meinen Vater nach einem Jahr wieder - was tun?

Hallo, mein Vater kommt morgen (bzw. heute, weil es hier in den USA gerade nach Mitternacht ist) von einem einjährigen Auslandseinsatz zurück (er ist Amerikaner und in der U.S. Navy). Wochenlang hat sich meine ganze Familie und ich auf seine Rückkehr gefreut. Nur seit heute freue ich mich irgendwie überhaupt nicht mehr. Im Gegenteil... Ich hätte auch kein Problem damit, wenn er noch länger wegbleibt... Ich kann mir nur überhaupt nicht erklären, warum ich so fühle... Es könnte daran liegen, dass wir ja jetzt auch 1 Jahr ohne ihn ausgekommen sind und das auch gut geklappt hat. Und dass wir wegen ihm in 6 Wochen wieder umziehen müssen: diesmal von Kansas nach Florida, weil er dorthin stationiert wird. Das nervt mich echt total, weil ich hier richtig gute Freunde habe und die wahrscheinlich nie wieder sehe... Naja... ich weiß jetzt echt nicht was ich machen soll wenn ich ihm morgen gegenüberstehe, da ich im Moment mich nicht wirklich darauf freue... Mir kommt das nur total blöd vor, dass ich so fühle... Meine kleinen Geschwister rennen hier schon seit Tagen total glücklich durch die gegen weil Dad wiederkommt. Aber ich habe auch irgendwie total Angst vor dem morgigen Wiedersehen. Vielleicht hat er sich ja total verändert und ich erkenne ihn gar nicht mehr wieder... Hat vielleicht schonmal jemand so was ähnliches erlebt? Dass er ein Familienmitglied/ einen Freund lange Jahr gesehen hat und sich dann aber plötzlich auch nicht mehr auf das Wiedersehen freut?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LiselotteHerz, 41

Du hast wahrscheinlich einfach nur Angst, weil schon wieder eine Veränderung in Deinem Leben eintritt. Du musst die Schule wechseln, Du wirst wahrscheinlich Deine Freunde nicht wiedersehen.

Ich bin mir sicher, dass Deine Gefühle völlig anders werden, sowie Du ihn siehst und Ihr Euch in die Arme nehmt.

Und auch in der neuen Umgebung findest Du ganz sicher auch Freunde.

Menschen verändern sich in einem Jahr nicht total, das kann ich mir nicht vorstellen. Überleg mal, wie er sich freut, Euch endlich alle wieder zu sehen, das wird ganz bestimmt ein schöner Tag. lg Lilo

Kommentar von Acissej1999 ,

Danke, du hast wahrscheinlich recht... 

Kommentar von LiselotteHerz ,

Ganz bestimmt! Deine ganzen Zweifel werden verfliegen, wenn er Dich in den Arm nimmt.

Kommentar von F13nn ,

Lilo dich trifft man echt bei jeder Frage mit guten Antworten ;)

Kommentar von LiselotteHerz ,

Dankeschön!

Kommentar von Acissej1999 ,

Hallo, du hattest recht. Als wir ihn dann heute gesehen und begrüßt haben, habe ich mich riesig gefreut und auch jetzt finde ich es toll, dass er wieder da ist. Es ist fast so, als wäre er nie weggewesen. Danke nochmal

Antwort
von Nomex64, 9

Deine Reaktion sit zu großen Teilen sehr verständlich. Wenn ein Familienmitglied so lange weg was st das natürlich eine Veränderung. Ich glaube auch nicht das du dich nicht freust. Ich denke du bist schon froh deinen Vater wieder zu haben. Das was du fühlst ist Verunsicherung.

Euer Tagesablauf wird sich ändern, ein Umzug steht ins Haus. Alles Sachen die einen verunsichern können. Ich denke eine gute Idee wäre es mal ein ruhiges Gespräch mit deinem Vater, deiner Mutter oder beiden zusammen zu suchen und deine Ängste und Problem damit darzulegen.

Als Jugendlicher ist so ein Umzug natürlich immer ein wenig problematisch. Aber Veränderung bedeutet auch neue Chancen. Wie sagt man so schön: Wenn sich eine Tür schließt dann öffnet sich eine andere Tür.

Ich habe das schon mehrere Male mitgemacht. Meine Freunde aus der Kindheit sehe ich so gut wie überhaupt nicht mehr, einen habe ich nach 30 Jahren jetzt über Facebook wiedergefunden. Selbst meine Schwester wohnt 600 km weit weg. Aber ich habe auch jetzt Freunde. Liegt vermutlich auch dran das ich in einem Verein bin und auch sonst in der Gemeinde mitmache.

Ich denke du solltest die nächste Tage und Wochen mit deinem Vater genießen. Mache dir keine Vorwürfe weil du verunsichert bist, das ist ganz normal. Denn im Grunde deines Herzens liebst du doch deinen Vater.

Irgendwann wird sich auch dein Leben verändern. Sei es das du auf ein College gehst oder selbst eine Familie hast. Dann wird es dem Rest der Familie ähnlich gehen wie dir jetzt. Das gehört zum Leben dazu.

Kommentar von Acissej1999 ,

Ja, du hast schon recht... Aber ich habe eben vor allem deshalb keine Lust auf den Umzug weil das nicht der erste ist... Und bis jetzt war immer die US Navy daran schuld.... Zuerst von Deutschland nach New York, dann von New York nach Kansas und jetzt von Kansas nach Florida. Das ist nicht immer ganz einfach weil es auch immer etwas dauert bis man wirklich gute Freunde findet und kaum hat man sie endgültig gefunden, muss man wieder umziehen. Aber so ist das Leben nun mal als Militärfamilie.... Wir sind ja nicht die einzige Familie der es so geht....


In 1,5 Stunde ist es übrigens soweit und wir sehen ihn wieder. So langsam kommt auch meine Aufregung und Freude wieder.

Antwort
von Shiftclick, 18

Es ist normal, dass du so empfindest, du hast die Gründe ja genannt. Ihr habt ohne deinen Vater leben müssen und können. Und jetzt, wo er zurück kommt, gibt es große Veränderungen. Bei allem bist du vermutlich nicht gefragt worden. Du nimmst das bewußter, rationaler und kühler wahr als deine kleinen Geschwister, die noch ganz kindlich sind. Hast du denn in der Zwischenzeit persönlichen Kontakt zu deinem Vater gehabt? Hat er sich um dich gekümmert? Ich denke, wenn er morgen dann da ist, wird sich das für dich dann wieder ganz anders anfühlen, als du jetzt denkst und du wirst dich auch freuen. Zeig ihm aber ruhig auch, dass du eine selb- und eigenständige Person bist, auf die er individuell eingehen sollte, wenn er dich nicht verlieren möchte. Vermutlich ist er darauf emotional (wie viele Männer/Väter) nicht vorbereitet. Aber vielleicht lernt er es, auf dich einzugehen. Mach dir nicht unnötig einen schweren Kopf, weil du jetzt nicht so aus dem Häuschen bist wie die anderen und lass den morgigen Tag ruhig auf dich zukommen. Es wird schon gut werden.

Kommentar von Acissej1999 ,

Danke. Ja, ich hatte etwas Kontakt zu ihm über Skype aber nicht sehr oft, da er wenig Zeit hatte. Und er hat auch ein paar Briefe geschrieben. Wahrscheinlich hast du recht, und ich freue mich dann morgen doch, sobald ich ihn dann wirklich  wiedersehe.

Kommentar von Acissej1999 ,

Hallo, du hattest recht. Als wir ihn dann heute gesehen und begrüßt haben, habe ich mich riesig gefreut und auch jetzt finde ich es toll, dass er wieder da ist. Es ist fast so, als wäre er nie weggewesen. Danke nochmal

Kommentar von Shiftclick ,

Das ist sehr schön!

Antwort
von Rosalielife, 19

Du hast deinen Vater sicher vermisst und dich auch auf das wiedersehen gefreut. Was sich bei dir in dieses Gefühl mischt, ist die unsicherheit  und Bedenken, was den Umzug angeht.

du machst deinen Vater dafür verantwortlich, dass du deine Freunde und die Schule verlierst. Er ist schuld daran, warum also solltest du dich freuen, ihn wiederzusehen?! Ohne ihn würdet ihr bleiben, wo ihr seid und du hättest alles wie gewohnt und geliebt.

Deine Position ist verständlich. Aber meinst du, dass der Umzug für deinen Vater nur angenehm sein wird? Auch von ihm wird viel verlangt, es wird eine Umstellung, er muss sich auf einen neuen Arbeitsplatz, neue Kollegen, eine neue Umgebung einstellen und zudem noch seine Familie auffangen, die ihm deshalb Vorwürfe macht, ob bewusst oder unbewusst auf die neue Lage reagiert.

Schieb den Gedanken an den Umzug erst mal beiseite und nimm deinen Vater in die Arme. Du wirst spüren, wie lieb ihr euch habt und zusammen schafft mal sehr viel, als starke Familie, mit festem zusammenhalt.

Kommentar von Acissej1999 ,

Hallo, du hattest recht. Als wir ihn dann heute gesehen und begrüßt haben, habe ich mich riesig gefreut und auch jetzt finde ich es toll, dass er wieder da ist. Es ist fast so, als wäre er nie weggewesen. Danke nochmal

Antwort
von blackforestlady, 17

Du solltest froh sein, dass Dein Vater lebt und zu euch nach Hause kommen wird. Oder wäre es Dir lieber man würde euch eine traurige Mitteilung überbringen. Veränderungen wird es immer wieder geben, die einem nicht gefallen, aber das gehört auch zum Erwachsen werden dazu. Also freue Dich das Du Deinen Vater bald wieder in die Arme schließen kannst.

Kommentar von Acissej1999 ,

Natürlich bin ich froh dass er lebt! Aber ich dachte eben, dass ich mich mehr freuen würde (wie ich es ja auch vor einer Woche noch getan habe). Jetzt bin ich eben irgendwie unsicher, obwohl ich denke, dass es wohl stimmt dass ich morgen dann ganz anders darüber denke, wenn ich ihn dann tatsächlich wiedersehe, werde ich mich bestimmt sehr freuen.

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